Das Buch von Horst Herrmann enthält einige recht interessante Anekdoten zur Lebensgeschichte Joseph Ratzingers und dessen Wahl als Papst der Kirche. Gleichwohl findet man die meisten Informationen auch an anderer Stelle und dort deutlich ausführlicher geschildert. Im letzten Drittel des Buches zeigt sich, dass der katholische Theologe Horst Herrmann ein ausgesprochener Kirchenkritiker ist, denn er breitet auf diesen Seiten, abseits von dem eigentlichen Thema des Buches, seine Thesen zur Kirche aus. Diese regen teils zum Nachdenken an, bleiben aber, bei 148 Seiten Gesamtumfang, notwendigerweise im Ungefähren. Alles nur angerissen, nichts wirklich zu Ende gedacht. Wer sich von einem Theologieprofessor zumindest eine intellektuell kritische Auseinandersetzung mit den Grundthesen Ratzingerschen Denkens erhofft, wird enttäuscht, es bleibt auf dem Niveau pauschaler Kritik. Gähn.