Eine Handvoll reicher Italiener möchte Venedig in ein Disneyland für Superreiche verwandeln. Ein Mordfall bringt Commissario Morello ins Spiel – und ihn selbst in höchste Gefahr.
Weg mit den ärmlichen Tagestouristen! Weg mit den Sandalen tragenden Studienräten aus Deutschland, die nur zwei, drei Tage auf der Biennale bleiben! Und vor raus mit den noch verbliebenen Bewohnern Venedigs. Die Gruppe, die sich auf das Erbe der venezianischen Dogen beruft, über Jahrhunderte Herrscher der Serenissima, bereitet eine beträchtliche Erweiterung des Flughafens vor. Sie plant eine U-Bahn, die unter der Lagune hindurch vom Festland nach Venedig führt. Die Pläne sind fertig. Nur eine klitzekleine Kleinigkeit fehlt Die zuständigen Politiker müssen bestochen werden. Diese Aufgabe übernimmt der treue Buchhalter Paolo Salini. Doch als dieser ermordet wird und das Bestechungsgeld verschwindet, übernimmt Commissario Morello den Fall und bringt das lang geplante Projekt in Gefahr. Da beschließen die reichen Mä Morello muss weg …
Wolfgang Schorlau und Claudio Caiolo, die bereits zwei Bestseller um ihren aus Sizilien stammenden Commissario geschrieben haben, sagen über ihr neues »Die Pläne zur Umgestaltung Venedigs muten nur auf den ersten Blick absurd an. Nach unseren Recherchen existieren sie wirklich. Wenn unser Buch hilft, diese Pläne zu durchkreuzen, haben wir den richtigen Job gemacht.«
Wolfgang Schorlau (b. March 1951) is a German writer and author of political crime novels in which he combines criticism of social and political conditions and background research with exciting narrative elements. Several novels have been made into films. Schorlau lives as a freelance writer in Stuttgart.
Teil 3 der Reihe um den sizilianischen Commissario Morello in Venedig mogelt sich irgendwie vor Teil 2. Wieder unglaublich toll gelesen von Dietmar Wunder. Ein Steuerberater wird erschlagen auf einer Bank in einem ärmlichen Stadtteil von Venedig gefunden. Wer hat ihn warum umgebracht? Wieso hat er sich nicht gewehrt? Zusätzlich zum Mordfall kommt politischer Druck von Oben, die KI Athena sagt immer wieder Taschendiebstähle und andere Fälle voraus. Die Mordkommission muss komplett antreten um die Alarme zu klären, was zu Missstimmung sorgt. Auch im Team kommt es immer wieder zu Spannungen, die sich um Morello, Vertrauen und sein Benehmen drehen. Führt eine Spur in den alten venezianer Adel? Hier ist Fingerspitzengefühl gefragt, aber Morello wird wie so oft an die Mafia erinnert. Der Fall an sich ist nicht so spannend, aber vor allem, die menschlichen Aspekte des Commissarios, des Teams und der involvierten Menschen machen das Ganze wirklich gut. Ich hoffe die Serie ist hier nicht zu Ende
In Venedig wird am frühen Morgen ein Steuerberater tot aufgefunden. Ein penibler Buchhalter Paolo Salini, so kühl und möglicherweise korrekt, wer sollte etwas gegen ihn gehabt haben. Commissario Morello und sein Team stehen vor einen Rätsel. Zwar war der Buchhalter der Reichen und noch Reicheren nicht beliebt, eher wirklich unbeliebt, aber reicht das für einen Mord. Vielleicht hängt es mit den Plänen seiner Klienten zusammen. Diese wollen aus dem lebendigen Treiben in Venedig eine Kunststadt machen, die nur noch Luxustouristen offen steht und den Arbeitssklaven, die für die Bequemlichkeit Ersterer benötigt werden.
Auch in seinem dritten Fall sehnt sich Commissario Antonio Morello nach seiner Heimat Sizilien. Doch diesmal haben sie ihm ernsthaft versprochen, wenn er den Fall löst darf er zurück, um den Fall, der immer an ihm nagen wird, zu lösen. Zuerst kommt natürlich der Fall und sein Team, besonders Anna Klotze, die etwas zu verbergen scheint. Was aber hat es mit diesem Fall auf sich und mit dem Plan, aus Venedig ein Kasperltheater zu machen. Und das verwegene Vorhaben, Taschendiebe mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz zu fangen, schmeckt Morello und seinen Kollegen kein bisschen. Von einem Computer herumkommandiert zu werden, lenkt schließlich von der Morduntersuchung ab und kostet Zeit.
Das Opfer ist diesmal rechtschaffen unsympathisch, nicht, dass man irgendjemandem den Tod wünscht, aber so richtig Mitleid hat man nicht. Dieser Buchhalter war kein liebenswerter Vertreter seiner Zunft. Und Morello handelt ganz nach seinem Instinkt, während seine Teamkollegen auch das naheliegende sehen. Die Zusammenarbeit kann so nicht immer klappen. Immerhin, wenn es um die Taschendieb stähle geht, ziehen alle an einem Strang. Morellos Sehnsucht nach Sizilien kann einerseits nachvollziehen andererseits auf wieder nicht. Sollte er nicht mehr nach vorne schauen? Die Vergangenheit holt er nicht zurück. Interessant ist der Gedanke, was ist Kriminalroman und was ist Wirklichkeit. Da lassen die Autoren einem mit knappen Worten einen Schauder den Rücken runderlaufen. Und Annas Geheimnis? Ungelöst. Commissario Morello nimmt einen nicht nur mit seiner Cleverness für sich ein, sondern auch mit tollen Rezepten.
„Hören Sie, Commissario, die Vereinbarung mit dem Innenministerium besagt, dass Sie nach Sizilien versetzt werden, sobald Sie Salinis Mörder gefasst haben. Wenn Sie Ihre Arbeit hier erledigt haben, können Sie am nächsten Tag wieder zurück zu Ihrer Mafia.“ (Zitat Seite 42)
Inhalt Venedig im Nebel ist nicht romantisch und mystisch, sondern einfach nur nass und kalt, denkt Commissario Antonio Morello und vermisst sein geliebtes Sizilien. „In Sizilien ist die Sonne wärmer, das Licht des Himmels klarer und von einem unerreichten seidenweichen Blau, der Geschmack des Salzes im Meer ist würziger als der der Lagunenbrühe.“ (Zitat Seite 147) Doch viel Zeit für diese Gedanken bleibt dem Commissario nicht, denn an diesem nassen, kalten Tag im Oktober 2022 wird in Venedig der Buchhalter Paolo Salini gefunden, tot auf einer Parkbank sitzend. Damit beginnen für den Commissario und sein Team Ermittlungen, die diesmal besonders brisant sind. Rasch führen die ersten Verdachtsmomente und Spuren den Commissario zu sehr vermögenden und seit Jahrhunderten einflussreichen Venezianer Familien und zu ihren Plänen, aus Venedig eine glitzernde, glamouröse Luxusdestination für Superreiche zu machen. Ebenso rasch versuchen seine Vorgesetzten, seine Ermittlungen in diesem Umfeld zu unterbinden, doch andererseits hat er das Versprechen, dass er zurück nach Sizilien versetzt wird, sobald er Salinis Mörder gefunden hat.
Thema und Genre In diesem neuen Fall für Commissario Morello, den Sizilianer in Venedig, Band drei der Serie, geht es um Immobilien, Investments, Bestechung, Politik und die (teilweise leider schon realen) Pläne, ganz Venedig als Luxusdestination für sehr vermögende Menschen zu vermarkten.
Charaktere Auch diesmal lässt sich Morello in seinen Ermittlungen nicht stoppen, den Freien Hund legt man nicht an die Leine, auch wenn sein Team wieder mal in eine andere Richtung zieht. Doch persönlich ist er nach wie vor durch den Verlust seiner Frau blockiert. Er vermisst Sizilien nicht nur als Heimat, sondern er will zurück, weil er endlich weiter nach dem Mafia-Boss suchen will, der seine Frau auf dem Gewissen hat.
Handlung und Schreibstil Der Zeitraum der Ermittlungen umfasst acht Tage im Oktober, von Montag bis Montag, die letzten Ereignisse finden noch einige Tage danach statt. Dieser straffe Zeitrahmen sorgt für zusätzliche Spannung in dieser interessanten Geschichte, die zunächst eine Reihe von Rätseln für das Ermittlungsteam bereithält. Eine Szene zu Beginn des Buches zeigt uns Lesenden einige Details, wir wissen etwas mehr, als der Commissario, jedoch bleiben auch für uns mögliche Zusammenhänge viele Seiten hindurch reine Spekulationen mit Varianten von Möglichkeiten. Die Handlung nimmt sich aber auch Zeit für persönliche Momente und Konflikte der einzelnen Hauptfiguren und mit dem Commissario genießen wir die bunt geschilderte Vielfalt des alltäglichen Lebens in der auch bei Regen und Kälte magischen Stadt Venedig, eine Magie, die auch längst auf den Commissario gewirkt hat. Die Gliederung der Handlung ist klar strukturiert. Die Überschrift trägt Tag und Zeitangabe, die einzelnen Abschnitte tragen dan den jeweiligen Ort der Handlung.
Fazit Ein sizilianischer Commissario, unangepasst, eigensinnig, der zwar immer noch seine Heimat Sizilien vermisst, jedoch längst schon dem Zauber Venedigs erlegen ist und nun gegen alle Widerstände und Gefahren bereit ist, Venedig vor den bizarren Plänen von Immobilienfirmen und Investoren zu retten – ein realistischer Plot, eine stimmige Geschichte, packendes Lesevergnügen.
Venedigs Zukunft sieht düster aus, und die Gründe dafür sind vielfältig, laufen aber immer auf den gleichen Punkt hinaus: Gier plus Paarung mit Blindheit, wie wir sie bei den Entscheidungen der Verantwortlichen für fragwürdige Projekte (Mose, die neue Rinne für Kreuzfahrtschiffe etc.) beobachten können, die die Lagunenstadt an den Rand des Abgrunds bringen. Dazu dann noch die endlosen Touristenströme, die jedes Jahr die Serenissima heimsuchen, Wohnraum verknappen, Mieten in die Höhe treiben, Ramschläden aus dem Boden schießen lassen und viele ihrer ehemaligen Bewohner so vertreiben. Brisante Themen, die auch in „Falsche Freunde“ Einzug gehalten haben.
Morello, der Sizilianer, der auf der Todesliste der Mafia steht und zu seinem eigenen Schutz nach Venedig zwangsversetzt wurde, sich aber bis zum heutigen Tag nichts sehnlicher wünscht, als in seine Heimat zurückzukehren. Sein Wunsch könnte in Erfüllung gehen, als der Vice Questore ihm die Rückkehr zusichert. Doch die Zusage hat einen Haken, denn sie gilt nur dann, wenn er den aktuellen Mordfall aufklärt und den Mörder dingfest macht. Mit seinem starken Team im Rücken sollte das kein Problem sein, zumal sie jetzt Unterstützung durch ein KI-Programm haben, das punktgenau geplante Verbrechen vorhersagen kann. Zu dumm nur, dass sich diese Künstliche Intelligenz auf banale Taschendiebstähle konzentriert, damit personelle Ressourcen binden und verhindern würde, dass sich Morellos Team um die wirklich wichtigen Verbrechen kümmern könnten. Aber der Commisario hat da so eine Idee…
Im aktuellen Fall geht es um den Mord an dem Buchhalter Paolo Salini, ein schmieriger Typ, der bis zu seinem gewaltsamen Tod im Dienst einflussreicher Venezianer stand. Diese möchten mit Hilfe ausländischer Investoren Venedig in ein Luxusresort für die Superreichen verwandeln, wofür allerdings nicht nur die entsprechenden Immobilien zur Verfügung stehen müssen, sondern wieder einmal ein Eingriff in das fragile Ökosystem der Lagune durch den Bau einer direkten Unterwasser-Schnellbahn vom Flughafen in die Stadt geplant ist. Utopische Spinnereien eines Autorenpaares? Nein, denn die Pläne für die Sublagunare liegen bereits in der Schublade bei den Verantwortlichen, die den Ausverkauf Venedigs vorantreiben.
Wie immer orientiert sich auch dieser dritte Band der Krimireihe mit Commissario Morello an der Realität, beschreibt die Schönheit der Lagunenstadt, die durch geldgierige Politiker und Investoren hochgradig gefährdet ist.
Es ist die sehr gute Recherchearbeit, die diese informative und spannende Krimireihe, die ich uneingeschränkt empfehlen kann, auszeichnet. Aber das sind wir ja von diesem Autorenduo, hier insbesondere Wolfgang Schorlau, gewohnt. Und so warte ich wieder einmal gespannt auf den Nachfolgeband, in dem das Geheimnis um die besonderen Fähigkeiten von Morellos Kollegin Anna Klotze hoffentlich aufgedeckt wird.
Wenn ein Krimi das wahre Leben vorwegnimmt, ist das schon irgendwie spooky (oder einfach sehr, sehr gut recherchiert). Bei Falsche Freunde ist es z.B die geplante Umgestaltung Venedigs zuGunsten von reichen Touristen, die mich spätestens beim Nachwort verwundert zurück lässt. Aber auch recht aktuelle Querverweise, wie zum Korruptionsfall/die Verhaftung der griechischen Vizepräsidentin des EU Parlaments machen diese Serie so realitätsnah und damit für mich auch noch mal spannender.
Dazu kommt die sehr menschliche Zerissenheit des Commissario zwischen der Sehnsucht nach Sizilien, sei es aus Heimatliebe oder Rachegelüsten, und der Arbeit in Venedig mit einigen Geheimnissen im Ermittlungsteam. Überhaupt ist es wahrscheinlich die Menschlichkeit dieses "freien Hundes", die mich jetzt seit 3 Bänden begeistert und mitfiebern lässt. Auch dieses Mal gibt es die üblichen Verdächtigen, überraschende Wendungen und eine Auflösung, die mich auf dem ganz falschen Fuß erwischt hat. Das Ende lässt zudem schon einige neue Entwicklungen im 4. Band erahnen. Bei mir herrscht jedenfalls jetzt schon Vorfreude pur.
Ein Verbrechen aus der Vergangenheit kommt wieder ans Tageslicht. Die alten Verletzungen reißen erneut auf Für die Verbrecher sollte es der Streich des Jahrzehnts werden, der so gut geplant ist, dass es aus ihrer Perspektive gar nicht mehr schiefgehen kann Aber Leander Lost und Kollegen sind ihnen dicht auf der Fährte und schließlich gelingt es ihnen, die Gangster zu überrumpeln. Die Figuren konnten schnell ans Herz wachsen, den alle haben, ihre Eigenarten. Sie sind sympathisch, lebhaft und gut vorstellbar beschrieben und ich mochte sie auf Anhieb. Der Spannungsbogen steigt langsam an, und bleibt hoch.
Fazit:
Dieser Krimi bietet eine lesenswerte und abwechslungsreiche Geschichte Insgesamt ein gelungener, solider Krimi, der das Zeug hat, für Spannung und unterhaltsame Lesestunden zu sorgen. Es war ein spannendes Buch, was Ich sehr gerne empfehle.
Das Thema ist mit Gehalt. Die Erzählung ist in Präsenz erzählt, mir will das nicht so recht zusagen. Die Personen erscheinen flach. Der Kommissar hat keine wahrnehmbaren Kanten. Die anderen Ermittler sind ebenfalls gradlinig. Nur die Person der Anna Klotze erweckt nachhaltiges Interesse. Als Urlaubslektüre tragfähig, aber an Wolfang Schorlaus Stuttgarter Ermittler Dengler kommt diese Serie bei Weiten nicht heran.
Im Gegensatz zu den ersten beiden Teilen, habe ich mich mit diesem Buch etwas schwerer getan. Der Krimi nimmt für mich sehr spät (zu spät) die Fahrt auf. Aber die Welt in der man sich befindet ist interessant und mit dem Nachwort noch erschreckend. Man solltet der Reihe treu bleiben und auf einen weiteren Teil hoffen.
Die Krimireihe um Commissario Morello ist eine meiner Liebsten! Auch dieser Teil hat mich nicht enttäuscht, tolle Protagonisten, ein spannender Fall und viel italienisches Flair. Das Hörbuch wird von Dietmar Wunder gesprochen und ist ein echter Hörgenuss.
Ich bin ein riesiger Commissario Morello Fan! Die Bücher drehen sich um eine spannende Mischung aus Krimi, italienischer (Polit-)Geschichte, Korruption und das Thema "Mafia" kommt ebenfalls nicht zu kurz. Das Ganze spielt zudem noch im wunderschönen Setting rund um Venedig.