Das Gas wirkte in Sekunden. Plötzlich war es in dem riesigen Bierzelt still. Totenstill. Der zweite Wiesn-Sonntag. Weiß-blau erstreckt sich der Himmel über München, Tausende strömen auf das größte Volksfest der Welt. Partystimmung, so weit das Auge reicht, ausgelassen tanzen die Leute in den riesigen Zelten. Niemand ahnt, dass dieser Nachmittag um exakt vier Minuten vor sechs in einem Höllenszenario enden wird. Denn genau zu diesem Zeitpunkt gibt Oleg Blochin, der skrupellose Kommandeur einer russischen Elite-Soldateska, seinen Männern den Befehl, das Betäubungsgas im ersten Bierzelt freizusetzen. Und das ist erst der Anfang: Schlag auf Schlag geht es weiter, 70 000 Menschen werden zu Geiseln in einem hochriskanten Spiel auf Leben und Tod...
Leider eine Enttäuschung... Dabei klang die Story so spannend.
Das Oktoberfest ist im vollen Gange. Doch das lustige Treiben nimmt ein Jähes Ende, denn Unbekannte halten die Gäste in den Zelten als Geiseln und es steht ein Giftgasanschlag bevor. Nun fangen die Ermittlungen und die Planung zur Befreiung der Geiseln an. Wer steckt dahinter? Und wie lösen die Behörden die brenzlige Situation.
Soweit scheint die Geschichte spannend zu werden, nur leider konnte eben diese gewünschte Spannung bei mir gar nicht aufkommen. Das erste Viertel der Geschichte tauchen abwechselnd immer neue Personen auf und ich hatte zum einen Schwierigkeiten die einzelnen Personen zu sortieren und die eigentliche Geschichte kam auch nicht in Fahrt. So habe ich mich ständig gefragt, was das alles mit der Grundhandlung zu tun hat und wann es denn jetzt eigentlich losgeht.
Trotz des langen Anfangsteil blieben die einzelnen Charaktere recht farblos und ich konnte zu keinem Charakter eine wirklich Bindung aufbauen. Die Charaktere waren mir einfach total egal. Mit keinem konnte ich mitfiebern. Im weiteren Verlauf gab es dann auch immer wieder Rückblenden, die mich aber noch mehr verwirrt hatten.
Vielleicht lag es auch daran, dass ich das Buch als Hörbuch gehört habe und deshalb mit den ganzen Personen nicht klar kam. Der Sprecher allerdings hat gut gelesen und war ein kleiner Lichtblick für mich. Deshalb auch 2 Sterne und nicht nur einer. Ich bin mir nicht sicher, ob ich es als Buch nicht vorher abgebrochen hätte.
Auch der Schluß hat mir nicht so richtig gut gefallen, da meine Gedanken bereits am Anfang schon in diese Richtung gingen und ich auf ein spektakuläreres Ende gehofft hatte.
Mir hat das Buch leider nicht gefallen. Alles in allem zwar eine gute Grundidee, aber die Umsetzung war für mich leider nicht gelungen.
Es sollte ein ganz normaler Tag auf der Wiesn werden - normal zumindest für das Oktoberfest. Dass jedoch ein ganzes Bierzelt besetzt wird, damit hätte keiner gerechnet. Doch nicht nur das: auch die Gäste in den anderen Zelten schweben in Lebensgefahr. Versucht nur einer von ihnen, das Zelt zu verlassen, werden die Ventile geöffnet, so dass ein giftiges Gas ausströmen kann, dass die Menschen innerhalb in kürzester Zeit mit dem Tode ringen lässt - damit drohen zumindest die Drahtzieher dieser Aktion: russische Elite-Soldaten, darunter Oleg Blochin, der seinen letzten Einsatz leitet. Die Politik ist geschockt und bald ist nicht nur die bairische Führung, sondern auch der Bundeskanzler samt Gefolge involviert; und die sehen nur noch einen Ausweg: Wolfgang Härter hinzurufen, der einer Vereinigung angehört, die so geheim ist, dass selbst der Kanzler nichts davon wusste. Härter beginnt unter Einsatz seines Lebens zu ermitteln, doch die Zeit rennt ihm davon. Tausende sind bereits tot, Tausende könnten noch folgen, die Situation außerhalb der Zelte droht zu eskalieren. Politik und Militär arbeiten zu sehr gegen einander. Wer sind diese Leute, die kaltblütig Menschen vergasen und vor den brutalsten Waffen nicht zurückschrecken?
"Oktoberfest" könnte richtig klasse sein, stolpert dafür aber viel zu oft. Es beginnt schon mit dem Schreibstil, der teilweise viel zu abgehackt ist. Zwar lassen sich viele Passagen sehr leicht weglesen, doch gibt es immer wieder Stellen, die der Autor hervorheben möchte. An sich ist das kein Verbrechen, doch ist es derart gestaltet, dass bisweilen drei kurze Sätze untereinander stehen. Direkt untereinander. Um etwas hervorzuheben. Sehr hervorzuheben. Mit einem einzelnen Satz mag das wirken, besonders wenn es nicht übermäßig gebraucht wird, doch so oft und dreimal direkt hintereinander wirkt es nicht mehr - es nervt eher, da es den Text gewissermaßen verlangsamt, und zwar unnötig.
Denn gerade der Anfang des Buches ist sehr langweilig. Erst nach circa 120 Seiten kommt ein wenig Spannung mit rein, auch wenn sich dann immer noch kein Herzklopfen einstellen will - denn dann startet erst die Handlung, von der der Klappentext spricht. Am Anfang folgen aber unzählige Einführungen, jede Menge Zeitsprünge und noch mehr Charaktere: einige Unbekannte, die sich später zuordnen lassen, Karl Romberg, Werner Vogel, Amelie Karman, Oleg Blochin samt Iljuschin und Okidadse, Wolfgang Härter und einige andere unbedeutendere Charaktere. Abgesehen von Blochin und seinen Soldaten und Härter sind alle weniger wichtig. Natürlich spielen sie eine gewisse Rolle, allerdings sind sie nie so wichtig, dass sie in dieser Ausführlichkeit dargestellt werden müssten. Außerdem bleiben die Charaktere trotzdem gewissermaßen skizzenhaft, dass das Ganze sicherlich kürzer hätte sein können. Zugegebenermaßen sorgen einige von ihnen später noch für etwas Spannung während der "Auflösung", doch ist diese selbst teilweise so banal und lachhaft, dass es wirklich besser gewesen wäre, wären die Charaktere niemals so in der Art in die Geschichte eingebracht worden. Ohnehin schlaucht das Ende wieder, genau wie der Anfang: Die einzig wirklich offenen, und interessanten Fragen, betrafen eigentlich nur noch Romberg, Amelie und Iljuschin. Wie gesagt: Sie alle waren dann weder überraschend, noch besonders tiefgründig oder in irgendeiner Weise bedeutungstragend. Im Grunde genauso sinnlos wie eine Aktion eines anderen Charakters, die zwar überraschend, aber auch zusammenhangslos daher kommt - zumal am Ende noch nicht mal aufgeklärt wird, wie es da noch weitergeht. Ich für meinen Teil habe mich gefragt, warum es nicht wirklich bis zum Ende erzählt wurde, wenn der Autor doch schon so ausladend begonnen hat?
Anfang und Ende überzeugen also nicht, doch der Mittelteil reißt es wieder etwas raus. Nachdem die eigentlich erwartete Handlung eingesetzt hat, steigt die Spannung deutlich. Und gerade ab Seite 300 wird es richtig "abartig" spannend. Zum einen mag das an den Methoden liegen, die die Geiselnehme verwenden - brutal und menschenverachtend gehen sie zu Werke, ihnen ist es egal, was mit den Geiseln passiert. Es lieg einzig und allein auf deutscher Seite, die ganzen Menschen zu retten. Machen sie einen Fehler, geschieht das Unfassbare. Christoph Scholder nimmt dabei auch kein Blatt vor den Mund und schildert sehr genau, wie das Gift beispielsweise wirkt. So genau, dass mir teilweise richtig schlecht wurde. Zum anderen liegt es daran, dass Politik und Militär nicht an einem Strang ziehen, wobei es mir so vorkam, als hätten einige - wenn auch nicht alle - Politiker mal wieder nur ihre Karriere im Kopf. (Dabei werden keine Politiker im Speziellen kritisiert - von ihnen ist nur das Geschlecht bekannt, so dass es zwar heute spielt, aber nicht zwangsläufig auf die lebenden Politiker zurückgeführt werden kann.) Es findet also ein Ringen statt, während dem ich die ganze Zeit nur hoffen konnte, dass das Militär rechtzeitig einschreitet und nicht die Politiker ihren Kopf durchsetzen - einfach damit das Ganze gelingt und die Menschen tatsächlich gerettet werden! Schön waren aber auch die technischen Details, die der Autor liefert. Zwar waren es an mancher Stelle auch wieder zu viele Zahlen und auch zu große, so dass ich mir nicht immer genau vorstellen konnte, wie groß etwas ist oder welche Zerstörungskraft es hat - aber es war doch immer deutlich genug, so dass sich in meinem Kopf ein Gedanke immer wieder bilden konnte: "Ach, du Scheiße!" Entsetzen ist hier garantiert! Genauso hilfreich waren aber auch sonstige Erläuterungen bezüglich des Militärs (unter anderem). Wer wie ich nicht allzu viel darüber weiß, braucht wirklich keine Angst zu haben: Alles wird erklärt, ohne zu langweilen, sei es nun die deutsche oder die russische Seite.
Allerdings gibt es auch hier kleine Kritikpunkte: Die Charaktere gewinnen nie wirklich an Tiefe. Dafür nimmt aber auch das Geschehen viel zu viel Platz ein - etwas, was ich nicht bemängeln möchte, da ich dieses in diesem Fall als wesentlich wichtiger erachte. Allerdings lebt das Buch manchmal von Zufällen, was an mancher Stelle dann doch zu viel des Guten ist. Außerdem hat es mich sehr verwundert, dass Oleg Blochin erst während der Operation erfährt, welches Gas sie genau verwenden. Bei einem solchen Unternehmen lege ich das doch vorher fest? Das sind aber eher kleine Punkte, die zu verschmerzen sind. "Oktoberfest" ist trotz allem ein spannungsgeladenes Werk ... wären da Anfang und Ende nicht.
Wer richtig böse Spannung sucht, wird hier zumindest teilweise fündig. Hätte der Autor das gesamte Buch genauso geschickt inszeniert wie den Mittelteil, würde ich ihm einen Schrein errichten und es anbeten. Stattdessen enttäuscht der Rest sehr, was unglaublich schade ist. Dadurch wird "Oktoberfest" eher zu einem mittelmäßigen Buch, das man gelesen haben kann, aber nicht muss. Aber es lohnt sich auf jeden Fall, sich durch die ersten 120 Seiten zu arbeiten!
Die Geschichte ist von Anfang bis Ende sehr spannend und man fiebert auch wirklich mit und will wissen, wie es weitergeht.
Leider fand ich es teilweise etwas unrealistisch. Ich kann mir nicht vorstellen, dass man so einfach an so hochspezialisierte Waffen kommt und man Oktoberfestzelte so umbauen kann, dass Giftgas eingeleitet werden kann. Trotz allem fand ich die Geschichte wirklich lesenswert.
"O zapft is!" Die Wiesn ist eröffnet und ganz München ist in Feierstimmung. Da geschieht das Unfassbare: Im Benediktiner-Zelt setzt eine Gruppe von russischen Elitesoldaten Betäubungsgas frei und nimmt das Zelt als Geisel. Gut vorbereitet sind sie und mit ihrer Drohung, bei Stürmung der Polizei die anderen Zelte mit Giftgas zu eliminieren, wird München in Ausnahmezustand versetzt. Die Wiesn-Polizei wird mit einer aufgenommenen Zeitschleife in die Irre geführt und ahnt nichts. Die Zelte werden dicht gemacht und rund um die Theresienwiese baut die Polizei eine Blockade auf. Bürgermeister, Polizei und die Politiker in Bayern und Berlin versuchen verzweifelt zu verstehen, was da gerade passiert. Tausende von Menschen sind Geiseln in den Zelten, durch Luftabwehrraketen legen die Geiselnehmer den Luftraum um München lahm und als die Politiker in München noch immer nicht glauben wollen, dass es möglich ist Giftgas in ein Zelt zu schleusen, nimmt das Drama seinen Lauf..
Durch Zufall fiel mir auf dem Wühltisch dieses Buch in die Finger und da gerade Oktoberfest ist, dachte ich mir, warum nicht. Doch das Buch war trotz aller Spannung sehr zäh, denn Scholder eröffnet viele Fäden und schickt den Leser erst mal in Nebenhandlungen die in der Gegenwart und Vergangenheit spielen, nach Afghanistan, in den Kosovo und Tschetschenien. Durch die Fülle an Information war ich irgendwann so verwirrt, dass ich begann mir eine Liste zu machen. Es wird dem Laien auch einiges an Fachbegriffen was Waffen und Munition betrifft an den Kopf geworfen - was zum Teufel ist ein "digitaler Funkscrambler"? oder ein/e "AIM"? Auch über diverse chemische Nervengifte wird diskutiert. Dank Herrn Scholder habe ich mich nun auch schlau gemacht, was genau BKA, LKA und die GSG 9 machen, denn die haben ebenfalls alle einen Auftritt.
Der eigentliche Terror beginnt erst auf Seite 133 und ich hatte wirklich schwer zu kämpfen um nicht vorher aufzugeben. Doch danach ging es quasi Schlag auf Schlag. Christoph Scholder zeigt dem Leser hier ein Horrorszenario, das mir wirklich eiskalte Schauer den Rücken hat runterlaufen lassen. Abgebrühte Killer mit einem perfiden Plan, die vor Massenmord nicht zurückschrecken und die Beschreibung der Schauplätze im gruseligen Detail. Die Szene mit der GSG 9 in der Kanalisation wird mir sicherlich noch eine Weile im Gedächtnis bleiben.
Alles in allem ein wirklich gut durchdachter Thriller. Doch mir waren die vielen Handlungsstränge und die vielen Orte und Namen einfach etwas zu verwirrend und dafür gibt es Punktabzug. Dass viele Fäden nach und nach und zum Ende hin Aufklärung fanden ist löblich, dennoch wäre für meinen Geschmack etwas weniger mehr gewesen. Trotzdem kann und werde ich das Buch weiterempfehlen, denn ich habe lange kein so spannendes Buch mehr gelesen wie "Oktoberfest", das den Leser bis zum Schluss in Atem hält.
Also ich muss gleich sagen, dass ich überhaupt kein Thriller-Fan bin. Ich bin ein totales Weichei und mache normalerweise einen Bogen um solche Literatur. Nun hatte ich das Hörbuch aber vor Ewigkeiten geschenkt bekommen, der Sprecher gehört zu meinen absoluten Lieblingssprechern und dann passte das Buch auch noch super zu einer Lese-Challenge an der ich teilnehme. Also war es nun doch dran. Leider hat es mir echt einiges abverlangt. Am Anfang war es sehr langatmig und es gab verschiedene Handlungsstränge um Protagonisten, die später dann zusammengeführt werden. An sich wird das doch recht gut gemacht, so dass man das Gefühl hat man lernt die Charaktere richtig kennen, aber später wurde das dann irgendwie oberflächlicher und dann kam eh das ganze Gänsehaut-Zeug, was mir ja nicht liegt und ich wollte es nur noch hinter mich bringen. Es lohnt sich gar keinen Rezi zu schreiben, weil es wirklich nicht mein Genre ist. Mir was das alles zu brutal, zu bedrückend, zu nervenaufreibend und der Anfang zu schleppend. Ich kann mir aber durchaus vorstellen, dass gerade vom Mittelteil Thriller-Fans total begeistert sein werden. Deshalb fällt mir eine Beurteilung sehr schwer. Daher habe ich mich für 3 Sterne entschieden, auch wenn es meinen persönlichen Geschmack gar nicht traf, aber das wusste ich ja eigentlich schon im Voraus. Der Sprecher, Detlef Bierstedt, hat seine Sache aber wieder sooooo genial gemacht. Er ist einfach ein Meister und ich höre ja wirklich viele Hörbücher. Dem Mann könnte ich stundenlang zuhören und hätte irgendwer anders dieses Hörbuch gesprochen, hätte ich es nicht durchgezogen.
The beginning was rather slow. Not "It's so boring, I'm about to quit"-slow, but still, compared to the mayhem that started after 150 pages or so in, it was a slow start. I didn't mind at first, since the author took his time to establish his characters, and I usually appreciate that. That's why it's a pity that the characters remained rather flat throughout. But well. This is a thriller, so I could work with this premise: Give me action, suspense and a good dose of "omgwtf just happened", and all is well, and that's what this book (or, rather, its middle part) offered in masses.
One thing that really bugged me though was the writing style. Partly. It's okay for the most time - like I said, rather flat characters acting somewhat wooden most of the time, but that's okay, the suspense added up. BUT. Every now and then, the author apparently felt he had to add some special writing style. Some special stylistic devices. Such as short sentences. Uncomplete ones. And repeat them. Annoying. Most annoying. Sometimes even dedicating them whole paragraphs. Like this. I'm serious. Pretty silly. If you ask me. But well. So yeah, no more than three stars, Mr. Scholder. I really liked and enjoyed the plot, the setting, the general idea behind it all, the horror of "What if". Breathed through this one within two working days. The ending was, uh, okay only (a let down after that middle part) and the characters are rather forgettable. But, main problem: drop the weird writing style. I mean. Really. Not necessary. Not at all.