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Was davor geschah

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Es ist eine gefährliche Frage, die bereits den Keim einer Eifersucht enthält: Wie war das eigentlich mit dir, bevor wir uns kannten? Die beiden sind seit Kurzem ein Paar, und sie stellt ihm jene Frage. Seine Antwort wird zu einem Gespinst aus Wahrheit und Dichtung, einem wahren Lügenpalast, errichtet aus soliden Bausteinen von Wirklichkeit. Auf der Bühne Frankfurts inszeniert Martin Mosebach, mit detektivischer Genauigkeit und meisterhafter Sprachkunst, ein böses Spiel von Liebe und Zufall.

336 pages, Hardcover

First published January 1, 2010

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About the author

Martin Mosebach

65 books69 followers
Martin Mosebach has published novels, stories, and collections of poems, written scripts for several films, opera libretti, theatre and radio plays.

The German Academy for Language and Literature praised him for "combining stylistic splendour with original storytelling that demonstrates a humorous awareness of history."

Among his works translated into English is The Heresy of Formlessness, a collection of essays on the liturgy and its recent reform told from the perspective of a literary writer. It has been published in the United States by Ignatius Press.

The book argues for a return to the Tridentine Rite of the Mass, the form of the Roman Rite before the Second Vatican Council, the use of which, in accordance with the Roman Missal of 1962, is authorized, under certain conditions, by the 2007 motu proprio Summorum Pontificum.

Other works include The Turkish Woman, "The Tremor," "The Long Night" and "Prince of Mist," in which the author examines the motives behind man's eternal search for a meaning.

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Community Reviews

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16 (12%)
4 stars
42 (33%)
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26 (20%)
1 star
5 (3%)
Displaying 1 - 10 of 10 reviews
Profile Image for Jörg.
491 reviews55 followers
January 20, 2017
The title is misleading. It's not really a book about relationships and what was before. The question is only a pretense for Mosebach to spin his yarn. The protagonist remains in the background. He only exists in his observations, not in his actions. He is removed, more a camera than an actor. The real matter are the observations on characters, places. Mosebach even is so pretentious to dedicate a long description to a tree. Another review even considers this to be the highlight of the book. To each his own.

There's not much happening in "What was before". It's mostly about a year spent by the protagonist as a satellite in the orbit of the Hopstens, a well-to-do couple and their children living on the wealthy outskirts of Frankfurt in the Taunus. Parties, toboganning in the winter, a holiday in Sicily. There's the Schmidt-Flex family, headed by the dominant patriarch and former important politician, his sallow son Hans-Jörg with his Brazilian wife Silvi, failing life as well as the expectations of his father in every way. Then there's Josef Salam, an extrovert self-conscious Arab businessman and Helga Stolzier, factotum of Rosemarie Hopsten. They all come to life in Mosebach's miniatures.

They mingle in changing constellations, drift away, break up. The comparison with Elective Affinities is apt. Mosebach's style strengthens this tie. His writing is calm, old-fashioned, willingly retro. A thin line to being arty. The more I read the more I got drawn in and got more than I expected. Even though Frankfurt doesn't play a prominent role, I felt a relation that wouldn't be there if the author came from any other city.
Profile Image for Daniela.
474 reviews39 followers
November 28, 2015
Das erste Kapitel dieses Buches hat mich verzaubert: Der Autor beschreibt darin einen alten Kastanienbaum, der vor seiner Wohnung wächst und dessen Laubwerk das Licht in seiner Wohnung je nach Tageszeit verwandelt. Eine Nachtigall hat sich darin ihre Heimat geschaffen und ihr Gesang zieht den Erzähler in seinen Bann. Wunderschön ist das beschrieben, doch am Ende des ersten Kapitels wird der Baum gefällt und auch ich erwachte wie aus einem Traum.

Der Rest des Buches war für mich leider eine große Enttäuschung. Der Autor hat zwar einen sehr ansprechenden, gepflegten Stil, aber vom Zauber dieses ersten Kapitels bleibt leider nichts. Die Rahmenhandlung (eine Frau fragt ihren neuen Freund, was geschah, bevor er sie traf) hätte wohl Potential, wirkt bei Mosebach allerdings aufgesetzt und abgeschnitten vom Rest des Romans. Als Leser fragt man sich bis zum vorletzten (!) Kapitel, was das alles mit dem Erzähler und seiner neuen Liebe zu tun hat.

Und in der Tat hat es wenig mit dem Erzähler zu tun. Dieser ist nämlich nur Randperson in einem groß angelegten Gesellschaftsgemälde der Frankfurter Society. Zufällig macht er die Bekanntschaft der Hopstens, einer reichen Familie, deren Partys am Wochenende Treffpunkt für alle sind, die in Frankfurt Rang und Namen haben oder so wie der Erzähler, Außenseiter in diesem Universum sind, sich aber ohne negativ aufzufallen in diesem gesellschaflichen Rahmen bewegen können. In der Folge taucht der Erzähler unter, er wird zum Statisten und Beobachter dieser schönen neuen Welt, deren Hauptpersonen folgende sind:
- Bernward und Rosemarie Hopsten sowie deren Tochter Phoebe (für sie entwickelt der Erzähler anfangs großes Interesse, muss sich aber bald eingestehen, dass er trotz eines kurzen Kusses während einer winterlichen Schlittenfahrt keine Chancen hat),
- die Familie Schmidt-Flex (er einst einflussreicher Politiker, der Sohn Hans-Jörg ein mäßig erfolgreicher Geschäftsmann und dessen Frau Silvi, eine entzückend naive junge Frau, die dem Weißwein gern etwas mehr zuspricht, als angemessen wäre),
- Helga Stolzier, Freundin von Rosemarie und Besitzerin einer Boutique in Frankfurt (das Verhältnis zu Rosemarie ist gespalten zwischen amikabler Eintracht und den Geschäftsinteressen von Helga, die in Rosemarie zugleich eine finanzkräftige Kundin sieht) und
- Josef Salam, Geschäftspartner des jungen Schmidt-Flex mit Connections in den arabischen Raum und als Frauenverführer (er ist ein Mann der Kontraste - fleischiges, gewichtiges, maskulines Äußeres gepaart mit einem zarten, femininen Augenaufschlag) auch das erotische Zentrum des Romans.
Nicht zu vergessen den auf dem Cover dargestellten Kakadu, der im Hopstenschen Salon und zugleich im gesamten Roman eine Schlüsselrolle einnimmt.

Wie bereits erwähnt, tritt der Erzähler völlig in den Hintergrund: Bis ins kleinste Detail beschreibt er mit größter Genauigkeit das Netz, das seine Figuren verbindet und wie es am Ende unversehens völlig auseinanderreißt. In seiner Akkuratesse erinnert der Roman an ein Gemälde von Breughel, haarfein ausgearbeitet und alle Personen nuanciert dargestellt. Leider verliert mit dieser ausführlichen Darstellung und dem wortreichen Stil der Roman auch an Dynamik und wird weitschweifig und gelegentlich sogar etwas langatmig. Die Ausführlichkeit der Erählung wird, wiewohl stilistisch formvollendet, distinguiert und sehr ansprechend geschrieben, zum Hemmnis.

Fazit: Der Roman hätte wohl das Zeug zu großer Literatur, verliert sich aber auf dem Weg dorthin in ausufernden Beschreibungen. Die Rahmenhandlung wirkt fehl am Platz und teilweise sogar störend im großen, feinen Gewebe der Romanhandlung. Ein potentiell großer Gesellschaftsroman, der an der Genauigkeit und Weitschweifigkeit des Autors laboriert.
3 reviews
June 22, 2021
Very slow, beautifully written, sometimes a little boring. I am not at all familiar with the bourgeois Frankfurt milieu that this book portrays (and probably parodies?) and I probably would have appreciated the work a lot more if I were, but the prose, very meandering though it might be, makes for an enjoyable read. I only read this book in English translation and therefore I don't know how much of this is to be attributed to Mosebach and how much credit should go to the translator, but the text feels really energetic and entrancing despite the plot/premise being at times pretty dull.
4 reviews1 follower
December 23, 2016
Very artistic German romantic novel with much symbolism and layers of meaning. I enjoyed reading a book of this type but much of the meaning was beyond me.
Profile Image for Nicolai Levin.
236 reviews3 followers
September 9, 2025
Sehen wir den Tatsachen mannhaft ins Auge: Dieses Buch ist bei aller Finesse am Ende nichts anderes als eine Seifenoper. Es geht um zwei Familien der besseren Gesellschaft und um das Bäumchen-wechsle-dich in den Beziehungskonstellationen.

Da sind die Hopstens, ursprünglich aus dem Rheinland, sie hat das Geld in die Ehe gebracht, er mehrt und sichert es als Vermögensverwalter, die beiden Kinder sind erwachsen, aber immer mit dabei. Jeden Sonntag bitten die Hopstens zu einer Art Jour Fixe oder Salon in ihre prächtige Villa im Taunus. Unter den illustren Gästen (zu denen auch der Icherzähler gehört) finden sich die Schmidt-Flex, der Alte ist Grandseigneur und Doyen, Bundesminister a.D. und mit allem und jedem bestens vernetzt, was nicht bedeutet, dass er alle billigt, mit denen er Umgang pflegt. Sein Sohn Hans-Jörg, auch mit von der Partie, versucht sich geschäftlich aus der Kielwelle des übermächtigen Vaters freizuschwimmen.

Der Titel des Buches und die Beschreibung durch den Verlag sind in hohem Maße irreführend - sie beziehen sich nur auf die unbedeutende Rahmenhandlung; ein Trick, der es dem Autor erlaubt, seinen Icherzähler munter und spekulativ in alle Köpfe der handelnden Personen schlüpfen zu lassen, selbst in den der Tigerkatze! Das ist clever gemacht und gibt dem Text alle Freiheiten, wie sie die großen Erzähler des 19. Jahrhunderts genießen durften, ohne dass es altbacken und piefig wirkt, im Gegenteil, es liegt etwas bewusst Unscharfes über dem ganzen Text, nie können wir sicher sein, dass das, was das Ich seiner Liebsten hier erzählt, tatsächlich so geschehen ist oder ob hier jemand dreist schwindelt und sich nur etwas ausdenkt, damit es sich witzig oder stimmig fügt.

Das Spiel um Gunst und Neid, um Loyalität und Verrat spielt in der High Society von Frankfurt. Martin Mosebach ist mit den Gegebenheiten vertraut, auch wenn sein Alter Ego weder finanziell noch vom Status her mithalten kann (oder will); augenzwinkernd und mit feiner Ironie nimmt er die Spleens der Oberen Zehntausend aufs Korn, aber für eine richtige Gesellschaftssatire ist der Spott dann doch nicht konzentriert genug. Die Geschichte liest sich leicht und beschwingt, die Figuren wirken lebendig und echt, man amüsiert sich ganz wunderbar, aber viel mehr als Unterhaltung lässt sich am Ende nicht herausziehen. Muss ja auch nicht, man darf sich schließlich auch als Arte-Seher und FAZ-Leser mal was zur puren Freude gönnen.

Zumal, wenn es so stark geschrieben ist. In dieser Inszenierung mehr oder weniger sorglosen Daseins kann sich Mosebach ganz auf seine Prosa fokussieren. Und da erreicht er stilistische Höhen, in die ihm so schnell keiner folgen kann! Exakt und doch locker, bei allen kleinen Marotten (wer sonst schreibt noch Telephon mit ph?), vergnüglich zu konsumieren, eine Wonne an Klang und Musikalität, da gibt es wirklich nichts zu bemängeln, das ist einfach nur schön! Leider schießt sich der Autor selbst gewissermaßen ins Knie, weil er sein allerstärkstes stilistisches Prosastück gleich zu Beginn präsentiert: Die Schilderung der Kastanie vor dem Wohnaus, in deren Blattwerk der Icherzähler eine Nachtigall gehört hat. Diese vier oder fünf Seiten sind so unglaublich stark, die darf sich jeder vor Augen führen, der auf Deutsch schreiben will oder muss.
Profile Image for moritz michael.
38 reviews9 followers
April 28, 2024
Some flaws and weaknesses, mostly towards the end. But also some gorgeous passages and some very well constructed developments in terms of plot and motifs. Surely, one of the fine points of German contemporary literature.
Profile Image for steffie.
5 reviews
June 29, 2023
Leider sehr enttäuschend. Am Anfang war ich noch sehr neugierig was kommt, aber das Buch ist leider ein ziemliches Gelaber und hat mit dem Ausgangspunkt und dem Titel rein gar nichts zu tun.
Profile Image for Lisi.
128 reviews5 followers
July 9, 2016
In „Was davor geschah“ lernen wir einen Mann kennen, der von seiner leicht eifersüchtigen neuen Liebe ins Verhör genommen wird. Und zwar wird er gefragt, was er gemacht habe, bevor er ihr begegnet sei.

Wie war deine Frankfurter Welt, bevor du mich gefunden, bevor du sie mit mir geteilt hast?

Der Erzähler, von dem man bis zum Schluss den Namen nicht erfährt, erzählt dass er die erstbeste Wohnung genommen habe, die er finden konnte, dass er von ihr wegen des Lichtes, das durch die Baumkrone einer Kastanie gefiltert werde, fasziniert gewesen wäre. Weiteres gibt es noch eine zweite Wohnung mit dessen Bewohner, den der Erzähler jedoch nie zu Gesicht bekommt, ein seltsamer Nachbar, in dessen Wohnung auch seltsames vor sich geht und von dessen Leben und eventuellen Geheimnissen er jedoch gar nichts mitbekommt.

Bei einem Bier nach Arbeitsende in der Frankfurter Stadt wird er von dem jungen Hopsen zu einem der legendären Wochenendnachmittage eingeladen, die seine Familie am eigenen Swimmingpool in der prächtigen Villa veranstaltet. Es scheint ein angenehmes Wochenende zu sein, das von zwei Generationen, nämlich den Eltern und deren Kindern, verbracht wird.

Die Gäste sind schöne Menschen, die Geschmack und Stil haben, sie können miteinander umgehen und lassen ihre Bosheit nur sehr selten an die Oberfläche. Neuzugänge bei den Gästen werden geprüft, bevor sie eine weitere Einladung erhalten. Im Mittelpunkt steht das Ehepaar Hopsen, sie sind unglaublich reich, er ein Bauernsohn, der zu Reichtum gekommen ist und nie viele Worte verliert und neben seiner Frau fast nicht wahrgenommen wird. Als Gegengewicht gibt es einen Ex-Politiker namens Schmidt-Flex, der alle niederredet mit seinen Lebenserfahrungen und seinen Sohn dabei kategorisch niedermacht. Dessen Frau Silvi, eine entzückende versteckte Alkoholikerin, löst eine Katastrophe aus, als sie sich mit Bernard Hopsen auf eine Liebschaft einlässt, und alle Harmonie zusammenbricht.

Ebenfalls trifft man auf einen Mann namens Salem, der dick ist, aus seinen Anzügen fast heraus platzt und der es dennoch schafft die anfängliche Abneigung von Rosemarie Hopsten zu überwinden und ebenfalls eine Beziehung mit ihr ein geht. Man wird überrascht von der genauen Beobachtung der Personen, es gibt poetische Szenen wie auch hinreißend komische Augenblicke, wie zum Beispiel, wenn der ins sizilianische Ferienidyll vorausgeschickte Schmidt-Flex-Sohn genüsslich eine Zigarre raucht und deren Stummel dann in die Trockenheit wirft, um sie dann panisch zu suchen und den drohenden Brand löschen zu wollen.

Und natürlich kommt auch die Zeit, vor allem deren Vergänglichkeit nicht zu kurz. Dies sieht man, als der junge Schmidt-Flex an einem Denkmal sitzt und die Leute beobachtet, die Stadtstreicher ignorieren ihn, als ein Alter vorbeischlurft, offenbar von einer Pflegerin gekämmt und in den zu großen Anzug verpackt, sieht sich der junge Schmidt-Flex wie in einem dreißigjährigen Vorgriff aus der Zeit schlurfen….

Ich muss ehrlich zugeben, dass ich anfangs etwas enttäuscht war, da ich mir unter dem Titel einfach etwas anderes vorgestellt hatte, aber man wird im Laufe der Geschichte so neugierig auf diese Menschen und wie alles zusammenspielt, dass man fast nicht mehr mitbekommt, dass es so gut wie kein Gespräch gibt und fast die ganze Zeit der Erzähler spricht. Man vergisst zeitweise sogar, dass es überhaupt einen Erzähler gibt. Dieser Roman ist wunderschön geschrieben, man bemerkt kleine Details, die einem zu Beginn vielleicht unwichtig vorkommen, die jedoch im Verlauf der Geschichte noch an Wichtigkeit gewinnen. Alles in allem bin ich sehr froh, dieses Buch gelesen zu haben und ich werde in Zukunft vermutlich noch mehr von diesem Autor lesen.
Profile Image for L.
1,538 reviews31 followers
February 15, 2015
On the surface, a tale of a network of privileged, contemporary Germans as they go though a few months in their interconnected lives. Bits can be read at a deeper level; I'll leave that to the literary folks to handle. While reading, I kept waiting for something to happen. And eventually something did, actually "somethings," plural. None of these were all that earth shattering. The thing is that this book is just beautifully written. Beautifully.
Displaying 1 - 10 of 10 reviews

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