Wer mit Kindern Papier schöpfen will, muss mit der Frage rechnen, wozu das gut sein soll und was mit dem kostbaren Kunstwerk später anzufangen ist. Bakkers Papierbuch bietet eine Schnittstelle zwischen Papierherstellung, Papierfalten und Buchbinden. Zunächst wird die Papierherstellung aus Altpapier, Gräsern, Blättern und weiteren pflanzlichen Materialien erklärt. Fortgeschrittene können gepresste Pflanzen gleich in den Papierbrei einbetten, sowie durch das Anpressen von Blättern oder Farnen dem Papier ein individuelles Wasserzeichen geben.
Eine einfache Möglichkeit, den selbst geschöpften Bogen weiterzuverarbeiten, ist die Anfertigung von Briefumschlägen, einfachen Heften oder Büchlein. Für das Schneiden von Briefcouverts sind mehrere Schablonen gezeigt, die sich jeder selbst aus Pappe, Sperrholz oder Linoleum anfertigen kann. Mit ungewöhnlichen Papiermaßen wie 5 13/16inch braucht sich im nicht-englischsprachigen Europa niemand aufzuhalten: einfach einen Standardumschlag auf Schablonen-Entwurf oder Schmuckpapier legen und die Seitenteile selbst dazu zeichnen. Bakker zeigt Glückwunschkarten und deren stilgerechte Verpackung als Geschenk, sowie verschiedene Leporelloformen für Bücher und Alben. Aus einem Buchdeckel und mehreren quadratischen Papierstücken entsteht ein Büchlein mit Ziehharmonika-Faltung. Geleimt wird mit einem simplen Kleber aus Weizenstärke. Die vorgestellten Heftmethoden sind teilweise recht rustikal und passen gut zum handgeschöpften Papier. Auch wenn Sie sich noch nicht selbst mit dem Hackebeil bei der Bambus- oder Agavenernte sehen (pflanzliche Fasern!), bietet das Buch genug Anregungen für Papier-Freaks, die mit wenigen einfachen Werkzeugen durchzuführen sind.