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Meeresstille

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Robert liebt Ana, und Ana liebt Robert. Doch etwas gerät zwischen sie, worüber Ana nicht sprechen kann. Etwas ist vorgefallen, damals, im Jugoslawien-Krieg, als sie noch ein Mädchen war. Eine ungeklärte Schuld ihres Vaters, die sie, weit weg von ihrer Heimat, bis nach Berlin verfolgt.
Der serbische Kriegsverbrecher Zlatko Šimic steht in Den Haag vor Gericht. Im Zuschauerraum sitzt Robert und versucht, sich ein Bild von dem Mann zu machen, über den Ana so liebevoll erzählt hat. Wie konnte dieser Mann schuldig werden an einem teuflischen Verbrechen, bei dem 42 Menschen qualvoll verbrannten, ausgerechnet er, der Professor für Anglistik war und ein hochgebildeter und angesehener Shakespeare-Liebhaber? In Deutschland geboren, hat sich Robert für seine kroatische Abstammung nie interessiert, bis er eines Tages Ana begegnet, einer serbischen Studentin. Die Liebe zu ihr führt ihn in die Vergangenheit seiner Familie und die eines ganzen Volkes.

192 pages, Hardcover

First published January 1, 2010

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About the author

Nicol Ljubić

13 books3 followers

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Community Reviews

5 stars
33 (23%)
4 stars
59 (41%)
3 stars
41 (29%)
2 stars
7 (4%)
1 star
1 (<1%)
Displaying 1 - 11 of 11 reviews
Profile Image for Semjon.
768 reviews505 followers
July 5, 2021
Der Titel sowie das Cover dieses kleinen Buchs leiten einen hinsichtlich des Themas in eine falsche Richtung. In Meeresstille geht es nicht um mediterrane Schauplätze oder sommerliche Gefühle. Das für den Deutschen Buchpreis im Jahr 2010 nominierte Werk ist vielmehr ein sehr ernstes Buch über die Fragen nach Schuld und Sühne über Generationen hinweg. Geschichtliche Grundlage ist der Balkankrieg in Bosnien in den Jahr 1992/93.

Ljubić erzählt seine Geschichte aus Sicht von Robert, einem Deutschen, dessen Vater Kroate ist und der sich in die in Berlin lebende Serbin Ana verliebt. Während Ana im ehemaligen Jugoslawien geboren wurde und aufgrund des Kriegs mit ihren Eltern nach Deutschland flüchtete, ist Robert seinen kroatischen Wurzeln kaum bewusst. Er wurde in Deutschland geboren, und sein Vater wollte nicht, dass sein Sohn seine Muttersprache lernt. Kann es eine Generation nach dem Balkankrieg schon gelingen, dass eine Serbin und ein Kroate sich lieben und eine Beziehung eingehen? Ana fühlt sich stets unwohl, wenn im Freundeskreis das Thema auf den Balkan kommt. Sofort fühlt sie sich als Serbin angeklagt, muss sich verteidigen für Dinge, die sie nicht zu verantworten hat. Das belastet die Beziehung, auch wenn der sehr sensible Robert ihr immer wieder das Gefühl, dass die Herkunft nicht zwischen ihnen steht. Doch dann erfährt Robert, dass Anas Vater in Den Haag vor dem Kriegsverbrechentribunal steht. Die Beziehung zerbricht, da Robert das fehlende Vertrauen in seine Person auch verletzt. Er will Ana verstehen, die er vermisst. Also reist er nach Den Haag und setzt sich in den Zuschauerraum bei der Gerichtsverhandlung.

Ljubić erzählt die Geschichte nicht linear, sondern springt stets zwischen Den Haag, den Rückblicken der Zeugen auf die Kriegshandlungen und der Beziehung zwischen Ana und Robert. Robert begegnet Anas Vater zunehmend mit Nachsicht, weil er merkt, wie begrenzt Gewissheiten und Überzeugungen sind, die man von anderen Menschen vermittelt bekommt, und wie wenig sie mit den eigenen Erfahrungen zu tun haben. Die fehlende Erfahrung warf Ana auch Robert vor, z.B. in dem sie ihr Unverständnis äußerte, dass er noch nie in Bosnien war. Am Ende holt Robert dies nach.

Ich habe beim Lesen auch gemerkt, wie wenig Bezug ich zu diesem Krieg vor den Toren der EU habe. Vielleicht war ich zu dieser Zeit durch das begonnene Studium und einer intensiven Fernbeziehung zu sehr abgelenkt vom Weltgeschehen. Die Schilderungen der Genozide sind in diesem Buch sehr sachlich, aber auch eindeutig und schonungslos. Da ist nichts von einer verspielten Poesie wie in Sasa Stanisics Wie der Soldat das Grammofon repariert zu spüren und gerade deswegen gefiel mir Ljubics Buch auch wesentlich besser. Das Buch liefert keine Antworten oder Lösungen, geschweige denn irgend eine Form von Hoffnung. Es ist zutiefst traurig und deprimierend. Aber das Buch hat es geschafft, mir den Konflikt zwischen Christen und Muslime in der Region näher zu bringen. Sehr lesenswert.
Profile Image for Anna Catharina.
628 reviews62 followers
February 2, 2023
Es fällt mir schwer, dieses Buch zu bewerten und ich schwanke zwischen 3 und 4 Sternen. Der Teil über Schuld, Verbrechen, Herkunft und Verantwortung und wie sich die Vergangenheit und ihre Verarbeitung noch über nachfolgende Generationen erstreckt, war richtig gut.

Aber die Passagen, die sich besonders auf die sinnlich-körperlichen Aspekte der Beziehung von Ana und Robert bezogen, haben den Leseeindruck massiv gestört. Erst über Kriegsverbrechen und die qualvolle Ermordung von 42 Personen zu lesen und zwei Sätze später geht es darum, wie lustvoll es ist, wenn Robert den Reißverschluss von Anas Jacke öffnet und die Mulde ihres Schlüsselbeins küsst, das fühlte sich so falsch und deplatziert an. Und auch irgendwie respektlos gegenüber der Opfer.
Auch die ständige Fixierung auf ihren Bauch, ihre Zehen und auch sonst die ständige Körperlichkeit hat mich massiv gestört. Dieser Bruch zwischen den wirklich bewegenden und bedeutsamen Stellen und diesen seichten Passagen hat die wichtige Message des Buches sehr beeinträchtigt.
Profile Image for Vagabond Voices.
13 reviews57 followers
January 23, 2013
“Despite the dramatic circumstances of his novel, Ljubic succeeds in creating an atmosphere of fairness and considerateness. Exploiting his skilful plotting, he interweaves poetic love scenes with the clinical court proceedings in The Hague, juxtaposing the dispassionate description of shocking war crimes with the feelings of his hero. Ljubic brings together various arguments, presents the facts and paints a picture strongly opposed to neglect and repression.” – Frankfurter Rundschau

“A thorough poetic-political account of the so-called Balkan conflict.” – Augsburger Allgemeine

“The author successfully blurs the distinctions between the sides so that it remains unclear who is guilty, who needs to repent and who is affected in what way. … Nicol Ljubic is a great narrator who asks difficult moral questions and provides challenging answers”
– Literaturnetz.com
Profile Image for Ludwig VdV.
44 reviews5 followers
July 27, 2021
Beklijvend relaas van een verliefd koppel dat lijdt onder de uitwassen van de Balkanoorlog in de jaren negentig. Is schuld overdraagbaar naar andere generaties? Kun je houden van de dochter van een oorlogsmisdadiger? Kan een dochter van een oorlogsmisdadiger houden van iemand van het 'andere kamp'? Hoe krijgt alles een plaats tussen al die horror-fictie- feiten? Ingetogen geschreven, maar voor een zondagskind zoals ik blijft het on(be)grijpbaar. En zeg nooit meer 'Servo-Kroatisch', dat is nogal ongepast, die twee per se te willen samenvoegen.
Profile Image for Arina.
187 reviews
Read
June 19, 2024
"'Je ziet het allemaal op televisie en je doet niets, dat kan toch niet,' zei hij.
'Natuurlijk kan dat,' zei Alija, 'dat doen we allemaal voortdurend.'"
Profile Image for Jai Lau.
81 reviews
July 17, 2021
Gripping read. Told from the perspective of Robert, a historian-in-training, the main crux of the book is the trial in the Hague of Zlatko Šimić, for war crimes. Robert is one of many observers but has a vested interest in the outcome as he has been involved in a relationship with Zlatko's daughter, Ana. Through events revealed by the trial and Robert's own memories of his time with Ana, he comes to realise how little he knew her, whilst also raising the question about how much one can understand of another's situation (especially in extreme cases, such as war) if the experience was not shared. In summary, the book might sound a bit standard but what really makes it work on a human level is the utter self-absorption of Robert as he takes Ana's unwillingness to share the most sensitive parts of her life with him personally. Considering the subject matter, it would have been easy for Ljubic to focus on events at the expense of character work but thankfully, this was not the case and the Ana-Robert relationship is just as fascinating as the outcome of the trial.
Profile Image for Emanuela.
764 reviews41 followers
May 30, 2024
Libro piccolo ma carico di emozioni, anche se inizialmente mi ha lasciata un po’ spiazzata per il fatto che si viene subito immediatamente introdotti in una narrazione alternata tra il processo nel presente e la storia d’amore nel passato, che narra principalmente di un altro passato diverso: quello della storia dei due ragazzi, una serba e un croato, innamorati.
E fin qui non ci sarebbe niente di strano, è una delle tecniche di narrazione che preferisco quella di saltare da un tempo narrativo all’altro, senza dover fare troppe inutili introduzioni iniziali per farci conoscere i protagonisti, ma entrando da subito nel vivo della storia, anche se questo richiede molto più impegno per comprendere bene e fare proprie le diverse storie e tutti i particolari relativi e associare i nomi alle persone.
Il problema per me è sorto dal fatto che, pur avendo studiato (un po’ sommariamente ma in un esame che ricordo con molto piacere) la storia della ex Jugoslavia e del suo frammentarsi negli anni, non sapevo granché delle persecuzioni da parte di un popolo all’altro, in particolare dei serbi ai danni dei musulmani.
Quindi, oltre a non poter empatizzare fino in fondo con la difficoltà di questa storia d’amore, nonostante il ragazzo sia cresciuto in Germania e stia ritrovando solo da poco le proprie origini, ma soprattutto, mi sono un po’ persa in tutti quei racconti di scene di scontri, e nei racconti dei vissuti dei vari popoli.
A parte questo, pur con queste premesse, non è stato difficile percepire il clima di sospensione e di divisione, di separazione, che regnava in tutto il libro, tra i diversi personaggi oltre che tra i due ragazzi, reso in maniera emblematica dal processo a questo uomo che è raffigurato contemporaneamente come torturatore da un lato e come un padre e un marito amorevole, colto e di spessore dall’altro.
E questo perché è qualcosa a mio parere di fin troppo familiare ancor più ai giorni nostri, perché è ciò a cui portano le guerre.
Fare la guerra a un altro popolo, provocare dolore, porta troppo spesso a letture facili e di parte: di un popolo aggressore e di un altro aggredito, di un colpevole e di una vittima.
Purtroppo, o per fortuna, però troppo spesso le cose non stanno esattamente così.
Chi aggredisce troppo spesso è stato aggredito e perseguitato a sua volta, e anche chi viene aggredito, difficilmente è completamente inerme ma reagisce e combatte e compie atrocità a propria volta.
Ma soprattutto: a fare la guerra non è una moltitudine di persone informe ma si tratta di persone, di esseri umani, tutti molto diversi gli uni dagli altri, tutti con una vita più o meno normale prima e ognuno con una famiglia e delle persone a volergli bene.
E a conoscerle meglio, quasi sempre verrebbe da chiedersi chi abbia ragione davvero e a prenderne le difese. Sono rarissimi i casi di veri e propri criminali in questi casi. Troppo spesso a pagarne le spese sono persone comuni, civili che vengono strumentalizzati e che devono trovare, ciascuno, a loro volta, un modo per sopravvivere.
Questo è il dilemma di fronte al quale ci pone questa storia e a cui la risposta viene lasciata in sospeso dal finale.
Ognuno trovi la propria.
486 reviews4 followers
August 20, 2025
Belangrijk onderwerp dat in een boeiend verhaal wordt verteld - ik wilde steeds verder lezen.

Toch krijgt het boek van mij niet meer sterren. Ik vond de roman stilistisch niet opvallend en soms clichématig ('Zij was de vrouw op wie hij altijd had gehoopt'). De opbouw naar hoe hij er uiteindelijk achterkwam dat haar vader verdacht werd vond ik te lang en de chronologie niet duidelijk - ik dacht vaker dat ik informatie gemist moest hebben waardoor ik terug ging bladeren. Bovendien heeft het boek een anticlimax en het staartje dat eerder een reisbeschrijving lijkt en niet bij de rest past. Ook wisselt het vertelperspectief tussen de derde en eerste persoon, waarvan ik de reden niet snapte; de laatste vond ik veel sterker.

Maar: heel fijn om door literatuur in dit thema, deze recente Europese oorlog, te worden meegenomen. Ook nodigt het uit tot verdere verkenning van Balkanliteratuur.
Profile Image for Laura.
21 reviews3 followers
May 5, 2021
Robert ama Ana ed Ana ama Robert. Questo amore riuscirà a sopravvivere ad un segreto pesante? Ad una colpa ereditata? Questo libro mi è piaciuto tanto. Ho imparato tanto sugli eventi di Viségrad, ho un po' viaggiato con il protagonista tra il tribunale dell'Aia, Sarajevo e le montagne bosniache, senza mai mai mai dimenticare la guerra dei Balcani. Una guerra che è sempre lì, che si vede negli occhi di coloro che quei luoghi li abitano e li hanno abitati, mentre bevono un caffè davanti ad un giornale. Robert ama Ana. Ana è una ragazza serba, Ana custodisce un segreto terribile. L'amore sopravviverà?
Profile Image for Grazia Omicini.
83 reviews2 followers
August 10, 2013
Un libro che ricorda un po' l'atmosfera di Der Vorleser (A voce alta, The Reader) per la compresenza nella storia di un processo a un criminale di guerra (serbo) e la storia d'amore tra un ragazzo tedesco-croato e la figlia dell'accusato, serba. Durante la loro intensa storia d'amore il tema della guerra in Jugoslavia affiora saltuariamente ma progressivamente, ed emergono le prime differenze tra Robert, che l'ha vissuta solo da spettatore, avendo solo qualche parente in Croazia, e Ana, che proviene dalla città Bosniaca di Višegrad, da lì è scappata con la madre per rifugiarsi a Belgrado e là ha vissuto i bombardamenti della NATO. La ragazza ama profondamente il padre, accusato del massacro di 42 musulmani e detenuto a Scheveningen, in attesa di processo all'Aja. Quando Robert scopre le lettere del padre dall'Olanda, Ana gli rivela bruscamente la verità e lui decide di seguire il processo, per cercare di capire, e infine di recarsi in Bosnia, per vedere quello che l'Europa non ha ancora potuto/voluto di capire. Per tutto il libro si susseguono riferimenti alla tematica dell'identità: la lingua, la cucina, la famiglia, la musica, la letteratura. Pesa il tema della rimozione collettiva, accanto alla difficoltà di tornare a una convivenza normale: "Erano qui, tagliarono loro la gola e li buttarono in acqua. Uno dopo l'altro. A centinaia. Furono i propri vicini di casa a sgozzarli. E tu vedi qualcosa? Un cippo commemorativo, una targa? Si comportano come se qui non fosse mai successo niente. Hanno persino ricostruito quella moschea di fronte (...) nonostante non abitino più musulmani in questa zona."
This entire review has been hidden because of spoilers.
Profile Image for Kai.
32 reviews
June 8, 2019
Ljubic bringt die Leser*innen zum Nachdenken - über Liebe, Vergangenheit und Zukunft. Über unsere Ignoranz mit der wir Geschehnisse gähnend in den Nachrichten mitverfolgen, ohne berührt zu sein. Über die arrogante Bequemlichkeit, die diese Ignoranz erst zulässt. Manchmal ist Ljubic etwas holprig im Ausdruck und zu gefangen in den eigenen Beschreibungen, aber gerade jetzt ist sein Buch dringend zu empfehlen. Für diejenigen, die große Gefühle nachempfinden und die eigene Weltsicht in Frage stellen möchten.
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