Jump to ratings and reviews
Rate this book

Quasi: Afroqueerer Roman

Rate this book
Die queere Dominikanerin Wendolyn arbeitet in einer Werkstatt und versucht wie alle in Berlin nebenbei Projekte zum laufen zu bringen. Ihre Schwester Sarah landet in Spanien, bereit im Land ihrer Unterdrücker ihren Facharzt zu machen. Ihr Cousin Sebastian gibt in Santo Domingo alles um mit antirassistischen Videos berühmt zu werden. Als die dominikanische Republik ihnen und tausenden anderen die Staatsbürgerschaft aberkennt, sehen die drei ungleichen Verwandten sich gezwungen ihre Unterschiede zu überwinden um sich der Gefahr der Staatenlosigkeit zu stellen.

Diese Novelle bringt nahe wie Migration die Perspektive auf die Heimat verändert und Familiengefüge sich über Kontinente verbinden können. Wie unterschiedlich Schicksalsschläge über Sprachbarrieren hinweg das Leben der drei beeinflussen ist der Kern, um den den herrum sich die afroqueere Erzählung spinnt, welche sich einer Moral, Lehre oder Antwort verwehrt.

58 pages, Kindle Edition

First published January 1, 2015

2 people are currently reading
88 people want to read

About the author

Ratings & Reviews

What do you think?
Rate this book

Friends & Following

Create a free account to discover what your friends think of this book!

Community Reviews

5 stars
22 (40%)
4 stars
23 (41%)
3 stars
9 (16%)
2 stars
1 (1%)
1 star
0 (0%)
Displaying 1 - 11 of 11 reviews
Profile Image for Emma.
765 reviews30 followers
June 30, 2021
Aus dem Vorwort: "... das Klassenzimmer, diese Fähigkeit auszubauen, die Realitäten anderer nicht unverzülich zu kommentieren und einzuordnen, sondern wahrzunehmen, um diesem tiefergehenden Gefühl des Ausgelassen-Werdens aus der Geschichte der Welt so viel Raum zu geben, wie es mir möglich ist" (S. 23f.).

Diese Novelle ist nur ein kurzer Einblick, aber doch sehr eindringlich und sie zeigt einen Teil der Geschichte, der mir bislang vollkommen unbekannt war. Ich fand es sehr gut, dass nicht nur das Vorwort viel einordnet und eine Erklärung bietet, sondern auch die weiterführenden Literaturhinweise. Mich hat es sehr nachdenklich gemacht und ich will mich auf jeden Fall weiter einlesen in die Geschichte der dominikanischen Republik.

Achtung: Deadnaming eines trans Charakters in der Novelle.
Profile Image for June Michael.
Author 7 books3 followers
May 1, 2021
Ich schleiche oft sehr lange und sehr ausdauernd um Bücher herum, ehe ich sie mir dann kaufe. Meist merke ich sie mir schon vor dem Erscheinen vor und brauche dann doch wieder ein paar Monate (bis Jahre). Besonders bei Büchern, bei denen ich einen gehörigen Respekt vor dem habe, was drinstehen könnte, sodass eine gewisse Scheu mit im Spiel ist.
Werde ich diesem Buch überhaupt gewachsen sein?
"Quasi" ist eine solche Lektüre. Eine, die trotz der Kürze einen gewissen Grundrespekt erzeugt und eine gewisse Scheu.

Und ja, als ich fertig mit dem Buch war, musste ich erst einmal weinen.

Die Novelle beginnt sehr nüchtern. Zunächst eine Einordnung, zeitlich und geschichtlich. Dann ein paar Literaturempfehlungen. Mit einer gewissen sachlichen Distanz.
Dann erst beginnt die eigentliche Geschichte und hat mich.

Mein eigenes Erleben ist nicht vergleichbar (ich werde weiß gelesen und habe allein dadurch einige Privilegien, auch wenn Antisemitismus und Antislawismus a thing ist), aber liefert genug Anknüpfpunkte, dass die Geschichte schmerzhafte Enterhaken in mich schlagen kann.
Spätestens ab dem zweiten Kapitel sowieso nicht mehr.
Distanzhalten unmöglich.

Situationen werden aufgebaut und dann nicht aufgelöst. Die Figuren bleiben lange mit ihren Hürden, ihren Problemen, ihren Missverständnissen alleine. Ich habe beim Lesen gemerkt, wie ich gerne erklären würde. Also den Figuren die scheinbar unverständlichen Reaktionen der jeweils anderen. Dass es inmitten einer riesigen Katastrophe manchmal der aberwitzigste Aspekt ist, der gerade den Boden unter den Füßen am nachhaltigsten wegzieht.
Das geht natürlich nicht.

Am Ende saß ich da und habe mehrere Minuten einfach nur geweint.

Die Geschichte ist ungeschönt. Hier wurde nicht einmal versucht, die Geschichte so umzuschreiben, dass sie für weiße Menschen, in einigen Aspekten auch für cis Menschen, leichter verdaulich wäre oder irgendwie besser konsumierbar.
So, dass wesen das Buch am Ende weglegt, denkt "Hach, die armen Leute da drüben, die haben es schon irgendwie schwer" und mit dem Gefühl, allein schon durch das Kaufen und Lesen wunderwas für die Menschen getan zu haben, wieder in den eigenen (privilegierten) Alltag zurückgeht.
Das ist hier nicht passiert.
Und das ist gut. Davon braucht die Welt mehr. Geschichten, die nicht für den privileged Gaze zurechtgestutzt wurden, sondern die beim Lesen kratzen und stecken bleiben und so.

Ich erwische mich jedenfalls sehr oft dabei, wie ich mich frage, was die Figuren nun eigentlich machen, wie es weiterging nach einem ungeheuerlichen, alles verändernden Ereignis.
Und ich merke, wie ich allein beim Versuch, das Buch zu rezensieren, wieder weinen möchte.

Sehr wichtiges, sehr intensives Buch über einen mir bisher unbekannten Aspekt der neueren Weltgeschichte.
Profile Image for Waleed Khan.
14 reviews
January 15, 2021
Als Deutschlerner musste ich ab und zu das Wörterbuch aufsuchen, aber die Mühe hat sich gelohnt. Emotional, geht Tief in die Gefühle von Charakteren aber gleichzeitig auch kurz und knapp. In short, moving. Loved it!
Profile Image for Buchdrache.
338 reviews19 followers
December 21, 2023
Eindrückliche Novelle, die unter die Haut geht und mich definitiv dazu verleitet hat, mich mit der Dominikanischen Republik auseinandersetzen. Nur das Deadnaming der trans Frau hätte nicht sein müssen.
17 reviews5 followers
January 10, 2021
Eine emotionale queere Geschichte.

Zum Schluss hatte ich Tränen in den Augen. Ich wünsche mir, dass mehr solche Romane und Novellen geschrieben werden.
Profile Image for Manuel Espinoza Proudinat.
73 reviews5 followers
June 21, 2024
Being Latinamerican and a Germanist, Quasi looked like the perfect concoction of a literary experience to get a deeper and (an almost desperately sought) different connection with German culture and language that only an intercultural perspective could provide, although I've been hanging around different epochs of German, Austrian, and German-Swiss literary tradition for quite some time. Nevertheless, works by Latinxgermans are less than seldom. In this respect, SchwarzRund was a very welcome discovery and I'm looking forward to read Biskaya. Quasi brands itself as a Novelle, a gender I'm especially fond of and whose structural and thematic features for the German tradition (less actional roles of the central characters, destiny as something preestablished, as though determined by unfathomable supernatural forces, a Dingsymbol, etc.) are more or less solidly established since the 19th century. As I began to read, the expectation of seeing these traditional features confirmed or rebutted by new POVs grew bigger, and (after a great preface) the nearer I got to the end of the book I had to accept that the story worked more as an example worked into fiction: three life-stories framed in the racial-political conflicts in DR's recent history that are treated and presented as conflicts captured in the moment of their happening, but never find a textual conclusion; this might try to hint at the currentness of these problems on the island and their consequences abroad but, as a text, it remains unresolved and gives more a flashing impression than an integral one. I'm convinced that I found talented and necessary writing here, might it gain more structure in works to come.
Editors should pay more attention to typos.
Profile Image for Kat.
50 reviews18 followers
July 18, 2021
Auf wenigen Seiten hochgradig aufwühlend.
Displaying 1 - 11 of 11 reviews