What do you think?


Ganz normale Tage: Geschichten von Träumen und Traumata
In klarer wie poetischer, emotionaler wie analytischer Sprache erzählt Anna Irmgard Jäger über eine Kindheit und ein Erwachsenwerden, über Erika, das Kind verrückter Eltern, das irgendwann selbst verrückt wird. Die Mama schizophren und bipolar, der Papa Alkoholiker. Zwischen Griechenland und Deutschland, Athen und Bremen, ein ständiges Hin und Her. Großwerden im Zigarettenrauch der Eltern; ein Schluck Bier zum Einschlafen, wenn "Lalelu" nicht wirkt. Wie Erika eine Tablettensucht entwickelte; wie sie morgens als Deutschlehrerin und abends als Tabledancerin arbeitete. Für Erika waren es ganz normale Tage, für andere eine besorgniserregende Kindheit. Der Fluch ihrer schizophrenen Mutter, ein Kind mit Behinderung zu bekommen, ist Teil von Erikas Heilung. Ein Fluch, der zum Geschenk wurde. Die Autorin glaubt, dass jede Seele ein Anliegen hat. Ihres ist das Teilen von Geschichten: Es gibt einen Weg raus aus dem Dunklen, zu einem Leben, das weiterhin lebenswert ist.
244 pages, Paperback
First published January 26, 2023
Ratings & Reviews
Friends & Following
Create a free account to discover what your friends think of this book!
Community Reviews
Displaying 1 - 5 of 5 reviews
April 5, 2024
Erika ist in Deutschland geboren, hat aber einen großen Teil ihres Lebens in ihrer Heimat Griechenland verbracht. Wenn sie nicht dort war, lebte sie in Bremen. Erikas Lebenslauf ist geprägt durch traumatische Ereignisse, die eine*n regelmäßig fragen lassen, wie viel ein Mensch eigentlich ertragen und aushalten kann. Dennoch gelingt es ihr, positiv und hoffnungsvoll durch das Leben zu gehen.
„Ganz normale Tage“ erzählt in verschiedenen Kurzgeschichten von kurzen Momenten oder längeren Episoden aus Erikas Leben. Die Sequenzen sind dabei teilweise chronologisch angeordnet. Auf den ersten Blick wirkt das Erzählte schwer und lässt eine*n sehr mitfühlen. Dennoch gelingt es der Autorin eine Menge Humor und Leichtigkeit in die Geschichte zu bringen. Besonders gut hat mir der Schreibstil gefallen, den ich gar nicht so genau beschreiben kann. Es ist einfach die Art und Weise, wie sie Begriffe benutzt um Situationen zu beschreiben und ich glaube das ist es auch, was den schweren Inhalt erträglich macht. Für mich war dies kein leichtes Buch, aber es hat mich berührt und sticht durch seinen besonderen Stil hervor. Bitte beachtet die Contentnotes, bevor ihr es lesen solltet. In Anbetracht dieser kann ich euch dieses Buch aber nur ans Herz legen 🧿
CN: Alk0holismus, s3xuelle Übergriffe, Dr0gen- & Medikamentenmissbrauch, Ableismus, Rassismus
„Ganz normale Tage“ erzählt in verschiedenen Kurzgeschichten von kurzen Momenten oder längeren Episoden aus Erikas Leben. Die Sequenzen sind dabei teilweise chronologisch angeordnet. Auf den ersten Blick wirkt das Erzählte schwer und lässt eine*n sehr mitfühlen. Dennoch gelingt es der Autorin eine Menge Humor und Leichtigkeit in die Geschichte zu bringen. Besonders gut hat mir der Schreibstil gefallen, den ich gar nicht so genau beschreiben kann. Es ist einfach die Art und Weise, wie sie Begriffe benutzt um Situationen zu beschreiben und ich glaube das ist es auch, was den schweren Inhalt erträglich macht. Für mich war dies kein leichtes Buch, aber es hat mich berührt und sticht durch seinen besonderen Stil hervor. Bitte beachtet die Contentnotes, bevor ihr es lesen solltet. In Anbetracht dieser kann ich euch dieses Buch aber nur ans Herz legen 🧿
CN: Alk0holismus, s3xuelle Übergriffe, Dr0gen- & Medikamentenmissbrauch, Ableismus, Rassismus
December 29, 2023
"Ganz normale Tage" ist das Erstlingswerk von Anna Irmgard Jäger.
Ein phänomenal - starkes Debüt zwischen Deutschland und Griechenland.
Es handelt von Erika, deren Kindheit nicht nur von einer ständigen Zerrissenheit zwischen den beiden Ländern, sondern auch von einer immerwährenden Suche nach Liebe und Geborgenheit geprägt ist.
Es ist das bedrückende Leben der Tochter eines Alkoholikers und einer schizophrenen Mutter mit bipolarer Störung.
Es ist ein Erwachsenwerden zwischen patriarchaler Unterdrückung, Tablettensucht und Rassismus.
Sie arbeitet rastlos in den verschiedensten Jobs und wird Mutter eines Kindes mit Behinderung, welches sie liebevoll Wüstenfuchs nennt.
Es ist die emotionale Reise einer jungen Frau zu ihren familiären Wurzeln und am Ende auch zu sich selbst. So beschreibt Erika - fast schon resignativ - ihren von Verlustängsten und Tabus gezeichneten Alltag, der sich wie eine Aneinanderreihung von "ganz normalen Tagen" anfühlt.
Manchmal liegen Träume und Traumata sehr nah beieinander.
Man fühlt sich verleitet der Autorin - bedingt durch die deprimierende Geschichte - eine jammernde Erzählweise zu unterstellen, aber das ist nicht so.
Stattdessen wird der Leser durch einen frechen, humorvollen und sehr authentischen Stil überrascht.
Ihre Sprache ist gleichzeitig realistisch und märchenhaft, kryptisch und analytisch, sachlich und gefühlvoll, lyrisch und nüchtern.
Sie weckt beim Leser ein Feuerwerk an Emotionen, welches ich in der Form selten gesehen habe und fesselt ihn ab dem ersten Wort.
An vielen Passagen fühlte ich mich angesprochen, viele Szenen kamen mir sehr bekannt vor und so konnte ich viele Parallelen entdecken.
Für mich DAS Jahres - Highlight einer jungen Autorin, die geboren ist um zu schreiben.
Es ist Literatur, für die man tatsächlich ein neues Genre erfinden müsste.
Liebe Anna, ich danke Dir, dass du die richtigen Worte findest. Filterlos. Ohne Schnörkel.
Denn obwohl Träume und Traumata oft nah beieinander liegen, zeigst du wie ein Fluch zum Geschenk wird.
Eine klare Empfehlung sowohl das Buch als auch der Account der Autorin - lohnt sich.
Ich freue mich dich bald live zu sehen.
Ein phänomenal - starkes Debüt zwischen Deutschland und Griechenland.
Es handelt von Erika, deren Kindheit nicht nur von einer ständigen Zerrissenheit zwischen den beiden Ländern, sondern auch von einer immerwährenden Suche nach Liebe und Geborgenheit geprägt ist.
Es ist das bedrückende Leben der Tochter eines Alkoholikers und einer schizophrenen Mutter mit bipolarer Störung.
Es ist ein Erwachsenwerden zwischen patriarchaler Unterdrückung, Tablettensucht und Rassismus.
Sie arbeitet rastlos in den verschiedensten Jobs und wird Mutter eines Kindes mit Behinderung, welches sie liebevoll Wüstenfuchs nennt.
Es ist die emotionale Reise einer jungen Frau zu ihren familiären Wurzeln und am Ende auch zu sich selbst. So beschreibt Erika - fast schon resignativ - ihren von Verlustängsten und Tabus gezeichneten Alltag, der sich wie eine Aneinanderreihung von "ganz normalen Tagen" anfühlt.
Manchmal liegen Träume und Traumata sehr nah beieinander.
Man fühlt sich verleitet der Autorin - bedingt durch die deprimierende Geschichte - eine jammernde Erzählweise zu unterstellen, aber das ist nicht so.
Stattdessen wird der Leser durch einen frechen, humorvollen und sehr authentischen Stil überrascht.
Ihre Sprache ist gleichzeitig realistisch und märchenhaft, kryptisch und analytisch, sachlich und gefühlvoll, lyrisch und nüchtern.
Sie weckt beim Leser ein Feuerwerk an Emotionen, welches ich in der Form selten gesehen habe und fesselt ihn ab dem ersten Wort.
An vielen Passagen fühlte ich mich angesprochen, viele Szenen kamen mir sehr bekannt vor und so konnte ich viele Parallelen entdecken.
Für mich DAS Jahres - Highlight einer jungen Autorin, die geboren ist um zu schreiben.
Es ist Literatur, für die man tatsächlich ein neues Genre erfinden müsste.
Liebe Anna, ich danke Dir, dass du die richtigen Worte findest. Filterlos. Ohne Schnörkel.
Denn obwohl Träume und Traumata oft nah beieinander liegen, zeigst du wie ein Fluch zum Geschenk wird.
Eine klare Empfehlung sowohl das Buch als auch der Account der Autorin - lohnt sich.
Ich freue mich dich bald live zu sehen.
September 15, 2024
Authentische Geschichten und Dialoge eines Mädchens mit zwei Identitäten. Von Bremen nach Athen und umgekehrt. In diesen Kurzgeschichten zeigt uns Anna Jäger, dass es möglich ist, mit mehreren Identitäten oder mit einer völlig einzigartigen, wie der ihren – der deutschen Orthodoxen – in Frieden zu leben. Der Text spricht direkt zu dir, und wenn du das Buch beendet hast, hast du das Gefühl, Erika seit ihrer Geburt zu kennen, als hättest du ihr Leben Schritt für Schritt miterlebt. Es gibt so viele Gefühle in diesem Buch, so viel Leben darin, dass du alles hinter dem intelligenten Humor von Anna Jäger siehst. Es ist ein Buch, das dich lehrt, in Harmonie mit dir selbst zu leben. Es lehrt dich, dich selbst zu lieben – deine Vergangenheit, deine Gegenwart, aber vor allem deine Zukunft. Und nicht zuletzt: Wer du wirklich bist, hängt nur davon ab, wie du dich fühlst!
April 2, 2024
So überraschend fesselnd und so gut geschrieben! Die Tage kommen einem wirklich "normal" vor aus der Perspektive der Protagonistin und dennoch war ich immer wieder schockiert, wie viel einem Menschen passieren kann. Ich mochte die Teile, die sich fast wie Gedichte lasen sehr. Das Ende war berührend und schön.
April 12, 2024
Ein Buch mit einer wunderbaren, präzisen Sprache, das mich sehr berührt hat.
Displaying 1 - 5 of 5 reviews




