What do you think?
Rate this book


Auf dem verfallenen Landsitz der Adeligen erhält Inchbold von der Lady den Auftrag, ein sehr seltenes Exemplar aus der Bibliothek ihres Vaters für sie wiederzubeschaffen. Es handelt sich um ein 14-seitiges Pergament mit dem Titel "Das Labyrinth der Welt", ein Buch aus dem geheimnisumwitterten Opus Hermeticus. Der Auftrag ist nicht ungefährlich, Vater und Ehemann der Frau haben für dieses Buch bereits mit dem Leben bezahlt. Trotzdem unterschätzt Inchbold die Tragweite dieses Auftrags. Bereits kurze Zeit später ersteigert er auf einer inoffiziellen obskuren Buchauktion in einer verkommenen Londoner Spelunke ein ähnlich geheimnisvolles, verbotenes Buch. Im Katalog des Auktionators findet er dann tatsächlich das gesuchte Buch und scheint schon fast am Ziel. Doch dies ist erst der Anfang eines turbulenten Intrigenwirrwarrs, denn in der Zwischenzeit wurde sein Laden verwüstet, und eines Nachts entkommt er in seinen eigenen vier Wänden nur knapp einigen Männern, die ihn offensichtlich aufspüren wollen.
Die Suche nach dem geheimnisvollen Buch entpuppt sich als ein Wespenstich in eine Welt von Turbulenzen, die von Spionen und Spitzeln, Alchimisten und Gelehrten, Ketzern und Inquisitoren bevölkert ist. Das literarische Abenteuer hat den weltfremden Büchernarr, der sich zudem noch mit einem Klumpfuß herumquält, in ein politisches Ränkespiel verschlagen, und schon bald findet er sich zwischen den Fronten eines bibliomanen Verfolgungswahns, bei der die Inhalte von Büchern gefährliche politische Waffen darstellen.
Das Labyrinth der Welt ist ein Buch über sagenumwobene Bibliotheken, die wie unbekannte Länder beschworen werden, es herrscht die magische Stimmung von unbekanntem Wissen, das von abtrünnigen Mönchen, Hexenmeistern, wahnsinnigen Kabbalisten oder ganz einfach fortschrittlichen Rationalisten verfasst wurde, das allerdings weniger als okkulter Hokuspokus, sondern als Politikum beschrieben wird. Im Mittelpunkt stehen nämlich nur die Gerüchte um die Geheimnisse verbotener Bücher: So beschreibt das Corpus hermeticum ein "gesamtes Universum, einen magischen Ort, an dem sämtliche Bestandteile, [...], das Garn eines unaufhörlich strahlenden Gewebes bildeten, in dem jedes einzelne Atom mit jedem anderen Atom verbunden sei[...]. Diese erstaunlichen Einflüsse könnten mit Hilfe geheimer Zeichen [...] aufgespürt und genutzt werden". Diese wahnwitzig anmutenden Zauberkräfte mit Hilfe okkulten Wissens wird als politischer Machtpoker, vergleichbar dem Bestreben der Alchimisten, Gold zu gewinnen, beschrieben. So ist das Buch auch ein authentisches politisches Sittengemälde jener Zeit, denn mit einer Referenz auf erfundene oder authentische verbotene Schriften sind die Ereignisse um die politische Vorherrschaft zwischen Spanien und England kunstvoll verwoben, so dass man das Gefühl hat, die Hauptfigur würde einmal mehr längst bekannte Ereignisse rekapitulieren.
Das Labyrinth der Welt ist eine flüssig und schnörkellos geschriebene okkulte Kriminalgeschichte um verbotenes Wissen, das die machtbessessenen Intrigen hoch gestellter Politiker und Königsgetreuer offenbart. --Christoph Steven
477 pages, Hardcover
First published January 1, 1998
I had an unpleasant sensation between my shoulder-blades, as if some great bird had perched there and was slowly champing its beak and unfolding a pair of sooty wings. There was something sinister and dangerous about the way the houses in Seething Lane, beyond the gate, seem to crouch together in the darkness. - page 197
As I moved towards the shelves I could see that many of the volumes—or their bindings at least—were of considerable value. Here were fine morocco leathers of every colour, some gold-tooled or embroidered, others decorated with jewels and precious metals. A number of the vellums had buckled, it was true, and the morocco had lost a little of its lustre, but there were no defects that a little cedar wood oil and lanolin couldn’t mend. And the jewels alone—what looked to my expert eye like rubies, moonstones and lapis lazuli—must have been worth a small fortune. -page 21
Books such as those of Galileo and Copernicus were meant to stir up debates among scholars and astronomers, he insisted, to challenge old prejudices and enlighten the ignorant, to work towards a great insaturation of knowledge. Whatever wisdom they might possess became dangerous only when it was hidden away from the rest of the world—hidden away by the secretive few who, like the cardinals in the Holy Office, wished to rule like tyrants over the many. -page 106