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Alexander der Grosse: Leben und Legende

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Alexander der Große war Entdecker, Staatsmann und Integrationsfigur für Völker unterschiedlichster Kulturen und Religionen. Seine Lebensgeschichte ist durchwirkt von Heldentaten und Wundererzählungen. Alexander Demandt beschreibt den Weg des Prinzen Alexander zum Herrscher über Makedonien und Griechenland sowie Reich, Gesellschaft und Kultur der Perser. Im Zentrum seiner gleichermaßen spannenden und informativen Erzählung stehen der Alexanderzug durch Kleinasien, die Levante und Ägypten, die siegreichen militärischen Auseinandersetzungen mit dem persischen Großkönig Darius, schließlich der Weg Alexanders bis in das Wunderland Indien und die verlustreiche Heimkehr nach Babylon - der Hauptstadt seines neuen Reiches. Darüber hinaus erhält der Leser einen konzisen Überblick über die Anfänge des Hellenismus, über Grundprinzipien der Herrschaft Alexanders sowie über sein Bild im Spiegel der Rezeption von der Antike bis zur Gegenwart.

654 pages, Hardcover

First published January 1, 2009

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About the author

Alexander Demandt

65 books4 followers
Alexander Demandt ist ein deutscher Althistoriker, der vor allem über Römische Geschichte und Römische Kulturgeschichte sowie über geschichtstheoretische Themen publiziert. Er lehrte von 1974 bis 2005 als Professor für Alte Geschichte am Friedrich-Meinecke-Institut der Freien Universität Berlin.

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Displaying 1 - 3 of 3 reviews
Profile Image for Timon Böse.
Author 8 books2 followers
September 16, 2017
Alexander Demandt hat mit seinem Buch über seinen Namensvetter Alexander den Großen ein wahrlich umfassendes Werk geschrieben.
Nicht nur gibt er uns einen umfassenden Überblick über das Leben, die Politik und die Feldzüge des großen Makedonen, sondern erklärt uns auch, wie Alexander im Spiegel der Nachwelt, in den unterschiedlichsten Kulturen und Religionen gesehen wurde.
8 reviews3 followers
January 5, 2021
Was soll man zu diesem Werk sagen? Alexander Demandt macht seinem Namensvetter alle Ehre. Es ist ein wahrhaft großes Buch, das einen phänomenalen Einblick in das Leben einer Legende gibt und dabei sehr gut vor Augen führt, was an dieser Legende wahr und was eben Legende ist. Und all das wird dargelegt in einem sprachlich sehr angenehmen Stil, der zum Weiterlesen einlädt und dabei dennoch wissenschaftlich gründlich bleibt. Beides zu verbinden, ist eine nicht immer anzutreffende Kunstform, die Demandt allerdings beherrscht.

Gleichwohl gilt es, einige Darstellungen kritisch zu hinterfragen. Diese betreffen zwar nicht das Leben des Alexanders direkt, sollten aber trotz der thematischen Nebensächlichkeit in einem wissenschaftlichen Werk exakt wiedergegeben werden. Da sie der Hauptgrund für die Abzüge innerhalb der Bewertung sind, hier eine nähere Ausführung dazu:

Demandt nimmt an mehreren Stellen Bezug auf die Verbindungen, die die Bibel an unterschiedlichen Stellen zu Alexander zieht, allen voran die Verbindungen, die im alttestamentlichen Buch Daniel vorzufinden sind. Ganz selbstverständlich stellt Demandt an diversen Stellen dieses biblische Buch als ein Buch vor, welches NACH dem Leben Alexanders um das Jahr 164 v. Chr. entstanden sei (S. 157.184.420.577). Dass diese These existiert, ist nicht zu leugnen und dass sie von einigen Personen vertreten wird, ebenso wenig. Allerdings ist die in seinem Satz „Der Bibeltext [Daniel] […] ist bekanntlich ex eventu 164 v. Chr. verfaßt“ (S. 184) suggerierte „Bewiesenheit“ dieser These alles andere als belegt! Genügend anerkannte (!) Akademiker sind an diesem Punkt anderer Meinung (Bspw. Helmuth Egelkraut. Altes Testament: Geschichte, Entstehung, Botschaft. Brunnen: Gießen, 20176. S. 1006-1035.). Unabhängig davon, welche Meinung selbst vertreten wird, gehört die Erwähnung solcher Gegenansichten zum wissenschaftlichen Arbeiten. Die Unterschlagung dieser Positionen bei Demandt ist inakkurat. Ebenso deuten Sätze wie „Das Gefühl für zeitliche Distanz fehlt […] in der Bibel. Sie kennt keine Zeitrechnung.“ (S. 157) eher auf eine unzureichende Auseinandersetzung mit der Hauptschrift der Christen.
An anderen Stellen jedoch scheint Demandt das Gegenteil zu beweisen, wenn er z. B. auf S. 468 gut, fair und sauber zwischen christlicher Lehre und dem, was Menschen (bspw. während der Kreuzzüge) daraus gemacht haben, trennt oder auf S. 482f. gleichfalls fair die biblische Überlieferung des Turmbaus zu Babel wiedergibt, ohne eine endgültige Wertung darüber abzugeben. Diese Fairness wäre im gesamten Buch, gerade an oben genannten Stellen, wünschenswert gewesen. Lediglich an einer Stelle (S. 472) wird erwähnt, dass bezüglich der Deutungen des Buches Daniel ebenso in gegenwärtiger Zeit gegenüber den von Demandt geteilten und dargestellten Ansichten noch andere existieren, doch werden als Beispiel hierfür nur Jehovas Zeugen angegeben. Es muss stark hinterfragt werden, ob diese als Repräsentanten, noch dazu als einzige Repräsentanten, einer alternativen Position geeignet sind, gerade wenn es daneben viele andere Menschen aus dem akademischen und wissenschaftlichen Bereichen gibt, die die gleiche Meinung vertreten. Als Wissenschaftler hätte Demandt an solchen Stellen die gleiche Objektivität walten lassen müssen, die in anderen Passagen vorbildlich anzufinden ist.

Meine Gipfelpunkte des Buches:
Als Liebhaber von Fantasiegeschichten bildet für mich das Kapitel „Alexander im Wunderland“ mit den unterschiedlichen und zum Teil sehr abstrus ausgeschmückten Legenden Alexanders den Höhepunkt des Buches.

Ebenso wunderbar, jedoch auf der Ebene der Historizität vorzufinden, fand ich diese Aussage zu meinem eigenen Namensvetter Darius I. bezüglich der Thronfolge nach dem Tod des Königs Kyros – S. 35:
„Kambyses (530 bis 522), der Sohn des Kyros, gewann Syrien und Ägypten, damals das reichste Land der Welt. Während seiner Abwesenheit gelangte Darius (522 bis 486) durch eine Palastrevolution gegen den als Statthalter eingesetzten, angeblich falschen Bruder des Kambyses an die Macht. Seine Version von der Beseitigung des ‚Usurpators‘ verkündete Darius durch Briefe in alle Provinzen und auf seiner dreisprachigen Felsinschrift von Bagastana. Es handelt sich um eine der erfolgreichsten Geschichtsfälschungen aller Zeiten. Seine dubiose Legitimität stützte Darius zusätzlich durch eine ständig wiederholte Berufung auf den Himmelsgott Ahuramazda und auf eine dynastische Fiktion, indem er Kyros und Kambyses zu Angehörigen seiner eigenen Familie, der Achämeniden, erklärte. Die Kyros-Inschriften ‚Ich bin Kyros, der König, ein Achämenide‘ stammen in Wirklichkeit von Darius und dienten der erfundenen Verwandtschaft. Kyros selbst bezeichnete sich auf dem Zylinder von Babylon keineswegs als Achämenide, sondern führte seine Ahnengalerie auf Teïspes zurück.“

Und am Ende und fast gleichauf mit den zwei Dingen zuvor ist folgende These zum Verbleib des Leichnams Alexanders. Sollte sie wahr sein, fände ich das tatsächlich äußerst amüsant und famos – S. 352:
„Das Grab Alexanders gehört zu den noch immer ungelösten archäologischen Rätseln von höchster Brisanz. […] Sollte das Grab eines Tages gefunden werden, und damit ist sicher zu rechnen, so wird es leer sein, so leer wie das Grab auf Golgatha […]. Wenn die Pharisäer behaupteten, der Leichnam Jesu sei entwendet worden [Matthäus 27,62ff.], so ist das für die Mumie Alexanders durchaus denkbar. Wo aber ist sie geblieben?
Eine kühne These gibt die erlösende Antwort. Bekanntlich wurde im Jahr 828 die angebliche Mumie des Evangelisten Markus von zwei venezianischen Kaufleuten aus Alexandria nach Venedig geschmuggelt. […] Aber haben die Urchristen ihre Toten mumifiziert? Vielleicht hat während der Ausschreitungen unter dem rabiaten Patriarchen Theophilos gegen die Heiden um 400 ein Lokalpatriot Alexandrias die Mumie des Stadtgründers vor dem christlichen Mob retten wollen, sie geborgen und auf den Evangelisten umgetauft. Sie also kam nach Venedig! Man sollte das Evangelistengrab unter dem Hochaltar öffnen und die Nasenprobe vornehmen [der Mumie Alexanders wurde die Nase abgebrochen]. Kirchenamtliche Bedenken dagegen sind nachvollziehbar.“
Profile Image for Susu.
1,789 reviews21 followers
May 29, 2013
More than a biography - more than a history book - a review of Alexander's importance in historical, cultural contexts. Not an easy read, but fully packed with info. Impressive that the author managed to get all this between two covers.
Displaying 1 - 3 of 3 reviews

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