Auf fünf Erdteilen war Roger Willemsen unterwegs, um seine ganz persönlichen Enden der Welt zu finden. Manchmal waren es die großen geographischen: das Kap von Südafrika, Patagonien, der Himalaja, die Südseeinseln von Tonga, der Nordpol. Manchmal waren es aber auch ganz einzigartige, individuelle Endpunkte: eine Bahnstation in Birma, ein Bett in Minsk, ein Fresko des Jüngsten Gerichts in Orvieto, eine Behörde im kriegszerrütteten Kongo. Immer aber geht es in diesen grandiosen literarischen Reisebildern auch um ein Enden in anderem Sinn: um ein Ende der Liebe und des Begehrens, der Illusionen, der Ordnung und Verständigung. Um das Ende des Lebens – und um den Neubeginn.
»Heute waren die Wolken eine Sehenswürdigkeit, nicht geringer als die Berge. Von ihrem Anblick ruhte ich mich aus, bis ich hungrig wurde. Da war es vier Uhr früh, alles schlief, und ich tappte durch die Gänge. Um halb sieben Uhr fiel mir eine Frau aus dem Aufzug entgegen, betäubt von Insektenspray. Ich hielt sie kurz im Arm. Glücklich fühlten wir uns beide nur, weil der Insektenspray so stark war. ›In dieser Gegend‹, sagte sie, ›entwickeln sich alle Dinge dramatisch.‹«
Roger Willemsen was a German author, journalist, TV presenter, and public intellectual.
He studied German philology (Germanistik), philosophy and history of art in Bonn, Munich and Vienna and was awarded a scholarship by the Evangelisches Studienwerk. He did his postgraduate studies on Robert Musil and received his PhD.
Willemsen started his TV career in 1991 as head interviewer at "0137", a daily talkshow and signature programme at newly founded German pay-TV Premiere. He performed about 1.000 interviews, including some with imprisoned members of the Red Army Faction, a fugitive bank robber, a leftover cosmonaut in space station MIR and a cannibal. He also interviewed Audrey Hepburn, Jesse Jackson, Yasser Arafat, Lech Wałęsa, Dame Edna Everage and Madonna. Driven by Willemsen, the show won numerous prestigious awards. Willemsen was praised for his intellect, charm and wit. 1994 Willemsen got his own show "Willemsens Woche" on public broadcaster ZDF. In 2006 he ended his career in mass-TV.
In 1999, he interviewed one of the most famous German musicians, Herbert Grönemeyer, for Stern magazine after Grönemeyer's wife Anna had died of cancer. Willemsen wrote newspaper columns in Zeit Magazin and Die Woche. He authored about 50 books, many of them inspired by travelling such as "Die Enden der Welt" (The Ends of the Earth). His last bestseller, published in 2014, is "Das Hohe Haus: Ein Jahr im Parlament", reflecting on a year sitting in meetings of the German parliament Bundestag.
Roger Willemsen hat die Enden der Welt bereist. Nicht „das Ende“, also womöglich unseren Antipoden, sondern verschiedene Punkte auf der Welt, die vermeintlich abgelegen, unwirklich, zumindest nicht touristisch erschlossen sind. Es beginnt in der Region, in der er aufwuchs, die Eifel, und geht dann Querbeet über alle Kontinente. Von wirklich geographischen Enden wie Patagonien, Kamtschatka und Südafrika, bis zu weit entfernten Orten wie Mandalay und Tongo und zu trostlosen Orten wie Minsk oder Bombay.
Aber im Grunde ist es egal, wo Willemsen uns hinführt, denn es ist keine Hitliste der besten Enden der Welt, sondern vielmehr eine sehr subjektive Auswahl von Reisezielen eines rastlosen Intellektuellen. Das Buch erzählt selten Geschichten, sondern entwirft literarische Reisebilder, die in wohl formulieren Worten gemalt sind. Und das konnte Roger Willemsen halt auf unnachahmlicher Weise. Einerseits sind seine Satzkonstruktionen bewundernswert und seine Detailverliebtheit in den Beschreibungen beachtlich, andererseits stellten die Bilder auch eine Art textliche Reizüberflutung für mich dar, und so konnte ich das Buch nur häppchenweise lesen. Tatsächlich war es mein erstes Buch, das ich von ihm gelesen habe, denn ansonsten bewunderte ich ihn nur im Fernsehen, als Journalist oder live auf der Bühne. Für mich ist es immer noch ein großer Verlust, dass so ein intelligenter Mensch so früh von uns gegangen ist.
Auch wenn das Buch sprachlich für mich auf höchstem Niveau war, kann ich doch keine fünf Sterne vergeben, denn letztlich kommt für mich aus den Berichten nicht deutlich genug hervor, warum er diese Reisen, genau an diese Orte gemacht hatte und welche Schlüsse er daraus zog. Wie kamen die Kontakte zu den Einheimischen zustande? Wie hat sich Willemsen gefühlt in den jeweiligen Situationen? Das war mir teils zu distanziert und zu sehr Reportage. Sollte es ein Buch übers Reisen sein? Wohl kaum, denn keiner von uns möchte ein Krankenhaus in Weißrussland besuchen. Ein Buch über andere Kulturen? Schon eher. Leider bekam ich nähere, für mich wichtige Informationen erst aus einem mit ihm geführten Interview auf der Website des Verlags. Diese Informationen hätte ich mir in den Texten gewünscht. Ehrlich gesagt, ich brauche die Enden der Welt nicht zu sehen, aber schön, dass Roger Willemsen mich daran teilhaben ließ.
09.08.2014 Ich habe bereits die ersten Seiten gelesen und weiß jetzt schon, dass ich mit diesem Buch viel Freude haben werde. 23.08.2014 Dieses Buch hat es mir nicht leicht gemacht. Zuerst finde ich dass es einen grauen Schattenton hat,eine Trauigkeit die ich aber nicht festmachen kann. Dann ist es manchmal ganz schön viel was Willemsen da auspackt, und nicht allen mäandernden Gedanken konnte ich voll umfänglich folgen. Aber völlig egal - es ist so amüsant, immer wieder überraschend und so voller unglaublicher Methaphern und Verbildlichungen dass einem das Herz aufgehen muss. Viele dieser Gedankenbilder müssen dem Autor zufallen, von woher auch immer - mit nachdenken geht das sicher nicht. Entsetzt war ich von den teilweise bösen Kritiken auf Amazon - gerade die viel kritisierte Nordpol Geschichte ist mir fast die liebste. Mir haben diese Texte großes Vergnügen bereitet. Ein Zitat aus dem Buch sei mir erlaubt: "Das Schiff brodelt leise, es zittert wie unter Krämpfen, es schüttelt sich, es schwankt. Manchmal fühlt es sich an, als bewohne man einen schlafenden Hund".
Roger Willemsen bereist fünf Kontinente - das ist bei ihm natürlich kein Selbsterfahrungs- oder, schlimmer noch, Selbstoptimierungstrip. Ob in Timbuktu, am Nordpol oder in der Eifel: Er ist entschlossen, sich der Welt ganz und gar zuzuwenden, zu sehen, zu fühlen, zu erleben und dabei in der Erfahrung zu verschwinden. Er trifft einen schielenden Tuareg-Jungen, beobachtet Alkoholiker durch sibirische Hochhausfenster, kauft Socken bei einer armen Witwe in den Weiten Patagoniens und wohnt konspirativen Treffen in weißrussischen Gehölzen bei, und man wäre einfach immer gerne dabei gewesen.
Der Vortrag ist witzig, klug und charmant - das Programm ist eigentlich viel zu kurz. Vorsicht, Nebenwirkung: Nach Genuss dieses Hörbuchs vermisst man Willemsen ganz schrecklich.
Ich bin durch die wunderbaren Berichte von Michael Palin sehr verwöhnt, was Reiseberichte angeht. Deshalb bin ich mit gemischten Gefühlen an Die Enden der Welt heran gegangen. Kann Roger Willemsens Buch denen von Palin das Wasser reichen? Er kann, auch wenn der Stil und der Focus ein ganz anderer ist.
Beide beschreiben ihre Erlebnisse sehr eindrucksvoll, aber Willemsen schreibt eindringlicher wo Palin immer ein Augenzwinkern zu sehen ist. Palin beschreibt was er sieht und dabei fühlt also in der Gegenwart, während Willemsen alles mit persönlichen Erlebnissen aus der Vergangenheit verbindet. Bei ihm wirkt es fast so, als ob ich in seinem Tagebuch lesen würde.
Eigentlich eignet sich das Buch zum immer-wieder-lesen. Am liebsten natürlich, wenn ich vor Ort wäre. Aber auch wenn das wohl nicht passieren wird, werde ich bestimmt noch einmal zu dem Buch greifen.
Roger Willemsen nimmt den Leser mit an die « Enden der Welt », er schildert Eindrücke seiner Reisen aus dreißig Jahren an einige der ungewöhnlichsten, unwirklichsten und unglaublichsten Orte, die ein europäischer Reisender zu Gesicht bekommen kann. Er ist dabei niemals vorüber gehender Tourist, sondern immer auf irgendeine Weise eingebunden in die Kultur und die Landschaft, verbunden mit den Menschen vor Ort.
Die Reise beginnt fast banal in der Eifel, wo er einem todkranken Jungen, der den Wunsch hat, ans Ende der Welt zu reisen, die Welt, die er nicht mehr sehen wird, in Worten ausmalt. In fast jedem der anschließenden Reiseberichte, die weder chronologisch noch sonst irgendwie im Zusammenhang zu stehen scheinen, bezieht sich Roger Willemsen nun auf irgendeine Weise auf die Frage, ob er an einem Ende der Welt angekommen ist. Isafjördur: „Kaum einer merkt, dass hier die Welt zu Ende ist, denn kaum einer kommt her, außer mal ein paar Handelsreisende, die im einzigen Hotel ihr „Continental Breakfast“ verschlingen und dann nicht weiterwissen“. Patagonien: „Zu teuer, zu laut, zu dreckig wird es werden, und die Ahnung, dass man hier an ein Ende der Welt gelangt sein könnte, wird sich wohl nur kurz kapitalisieren lassen.“. Und in einem der letzten Berichte, Hongkong: „Das Ende der Welt, wurde mir gerade bewusst, das ist auch das eigene Zuhause, von einem bestimmten Standpunkt der Fremde aus betrachtet, und weil es so ist, sind diese entlegenen Stätten, die Enden, keine Tore, durch die man aus der Welt hinausgelangt.“ Die Landschaftsbeschreibungen von Roger Willemsen sind bemerkenswert und bringen den Leser regelrecht vor Ort; seine Beobachtungsgabe und die Fähigkeit, diese in Worten umzusetzen, machen diese Reiseberichten zu einem hautnahen Lesevergnügen. Er hat eine mitreißende Art, Menschen und Situationen mit Worten einzufangen. Der Leser lernt dabei fast nebenher auch viel über die Traditionen anderer Kulturen. Ich habe mich mehrmals gefragt, wie Roger Willemsen es offensichtlich überall schafft, genau die richtigen Bizarren, die Besonderen zu treffen, die oftmals Mittelpunkt seiner Berichte sind.
Mein persönlicher Favorit ist eindeutig „Kamtschatka – Asche und Magma“ und ich würde diese Geschichte als Einstieg oder letzte Chance jedem empfehlen, der anfangs oder länger bei der Lektüre dieses Buch zweifelt. “… Ein Ort für Wunderlichkeiten also, für Geheimnisträger und Sektierer, ein Ort ohne Öffentlichkeit. Und dann fasst dich die Fremde an, und du bist plötzlich sehr weit weg, unüberbrückbar entrückt wie in einem Exil, ohne die Möglichkeit einer raschen Heimkehr, ausgesetzt und abgeschoben.“
„Die Enden der Welt“ bedeuten auch andere Enden als länderspezifische und so geht es in vielen Geschichten auch um Beziehung, Liebe, Erwartungen, Hoffnung, Illusion. Trotzdem scheint Roger Willemsen meist über den Geschehen, in die er doch aktiv involviert war, zu schweben. Er beschreibt, aber er wertet nicht und bringt keine persönlichen Gefühle in seine Erzählung. Dies macht seine Berichte vielleicht universell, dabei leider aber etwas unpersönlich.
Pretentious. As in "pretending to be good literature, but it is really really not."
I also don't think that a Golden Shower is what Mr. Willemsen thinks it is. The question is: what was it doing on page 22 at all?
[Please note that this was going to be the last sentence of my review. But then I thought, hey, lacking moving pictures (cause they still have not banned gif-files from the internets) and annoying sound effects, I need to find SOME method to get people to read my reviews. And nothing's better than references to kinky sex! Okay, now that you are actually reading this review, I have to disappoint you. This book is not about any kind of kinky sex. Unless you count literary masochism.)
I actually found myself saying "Oh my GOD but this is HORRIBLE!" out loud, to myself, when I tried reading this. And I don't usually talk to myself. (much)
I don't know who this Willemsen guy is (I think he is on TV, but I haven't owned a TV for more than 15 years now), but I can tell you who HE thinks he is. He is, and in this he is not alone in Germany, under the mistaken impression of being some kind of intellectual. Or wait, let me rephrase that: he is under the mistaken impression that in writing like a pompous first-grader who has been given his first Duden for christmas, he is behaving like the intellectual that he may or may not be (as I said, I don't know him.)
In other words (and I'm under the probably not-so-much-mistaken impression that Mr. Willemsen would need other words to grasp my meaning): his writing is pretentious bullshit.
I was ready to put the book down (both literally and figuratively, had the latter been possible) after the first page. Here they say that you shall not judge a book by its cover, and I heartily agree, but has anyone ever said that you shall not judge a book by its first page?
Because you so, so should. at least in this case.
I cannot even describe what made the first page so horrible: the deranged changes between past and present tense, the ostentatious language? The complete lack of SENSE in the strings of words he randomly puts together? It's hard to find the cause in the middle of a desaster area.
If his book had been translated into English (no surprise that it hasn't), I'd give you an example. As it is, I'm afraid that translating the first page to illustrate its complete lack of decent writing would break my brain.
Still, I managed to read through 50 more pages, cried out " but...but that's HORRIBLE!" a number of times, decided to at least skip to the chapter about Kamtschatka (since I'm going there next year) and then threw the book away.
Okay, I didn't. It's on the give-away pile, because no matter how bad, I can't ever throw a book away. Plus, this city is full of pretentious pseudo-intellectuals who can analyse Mr. Willemsen lack of writing skills in their literary circles and feel...intellectual...while they do it.
Über Reisen aus 30 Jahren schreibt Roger Willemsen in diesem Buch, Reisen an Orte, die man aus den verschiedensten Gründen unter dem titelgebenden Aspekt "Die Enden der Welt" zusammenfassen kann. Darunter sind exotische Ziele wie Mandalay, God's Window in Südafrika, das Inselreich Tonga, Toraja in Indonesien, Birma oder Nepal, aber auch Kamtschatka, Gibraltar, Minsk der Fuciner See in Italien (der eigentlich gar kein See mehr ist) und, als vielleicht buchstäblichstes Ende der Welt, der Nordpol.
Darum, was er auf diesen Reisen erlebt hat, geht es aber gar nicht immer unbedingt primär, auch wenn er natürlich über abenteuerliche Fahrten über Passstraßen im Himalaya oder in vollgestopften Bussen in Borneo berichtet, vom Opiumrauchen in Chiang Mai oder Picknicks in Russland. Auch Land und Leute stehen nur teilweise im Fokus - wenn, dann meist in Form persönlicher Begegnungen, die er schildert. Es sind tiefsinnige Betrachtungen über das Reisen und das, was es mit dem Reisenden macht, die das Buch ebenso prägen, manchmal aber auch recht ermüdend wirken können.
Sprachlich kann das Buch ebenfalls etwas anstrengend sein. Willemsen war natürlich ein eloquenter, gebildeter Mensch, was er auch in seinen Fernsehauftritten vermittelte, dort wirkte es aber auf mich ungezwungener. Sein Schreibstil ist sehr blumig, voller ungewöhnlicher Metaphern (gerne aus der Welt der Musik), mit einem sehr breit gefächerten Vokabular. Wahrscheinlich einfach seine Art, sich auszudrücken, doch teilweise war mir das etwas zu viel des Guten.
Die Kapitel, in denen er konkrete Begegnungen und Erlebnisse beschreibt, konnten mich dann auch mehr überzeugen als die, die versponnen und philosophisch bleiben und deren Sinn sich mir nicht immer ganz erschlossen hat.
Womöglich ein Buch, dass sich besser zum häppchenweisen Lesen eignet, weil der Stil dann weniger anstrengt. Als "Augenöffner" für Ecken der Welt, die sich sonst eher den Blicken der breiten Öffentlichkeit entziehen, ist es nämlich durchaus empfehlenswert. In dem Zusammenhang ist auch die abgedruckte Weltkarte hilfreich, auf der die bereisten Orte markiert sind.
Viele Kurzgeschichten von Enden der Welt - von einem widerwärtigen Keller voller Huren in Indien bis zu einer tragischen Fahrt zum Nordpol. Dabei ist jeder Satz künstlerisch verschachtelt mit teilweise tollen Bildern und Metaphern, die Willemsen auf den Leser loslässt. Allein: Wenn jeder Satz ein intellektuelles Kunstwerk sein will, wird das Lesen manchmal anstrengend und Willemsen hat einfach, das muss man sagen, eine etwas überheblich arrogante und etwas unsympathische Art an sich.
Wunderbare Sammlung von besonderen Reiseberichten. Erstaunlich, wie weit Roger Willemsen tatsächlich rumgekommen ist, noch erstaunlicher, wie er seine Reisen in entlegenste Ecken der Welt schildert. Mal mit viel ortsbezogener Historie angereichert, mal Land und Leute fokussierend, mal den Ort der Reise fast vollständig ausblendend und stattdessen das eigene Erleben in den Blick nehmend. 'Die Enden der Welt' ist abwechslungsreich und erbaulich.
Es ist, als ob man mit Roger Willemsen zu diesen teilweise entlegenen Orten reisen würde. Dadurch, dass der Autor das Hörbuch selbst eingelesen hat, wird dieser Eindruck noch verstärkt. Man reist an den Nordpol oder nach Patagonien, obwohl man doch nur in den eigenen vier Wänden sitzt und lauscht.
Wer bereits “Deutschlandreise” von Roger Willemsen gelesen hat, wird hier viele Parallelen feststellen. Denn neben der Inspiration für neue Reiseziele und der sprudelnden Neugier des Autors gegenüber Menschen, Kulturen und Orten abseits des Massentourismus lässt sich auch wieder der satirische, analytische und teils akademisch herablassende Blick auf andere Reisenden wiederfinden. Genau das richtige Buch für alle, die nach Kirgistan oder Timbuktu fliegen, weil sie kein “Massentourist” sind, und dies bereits Wochen vorher allen unter die Nase reiben
This is a collection of travel essays from a former German TV personality. While he brings out of each of these 22 far-flung places fully, he never seems to make connections with his fellow travelers or the locals who live in these places. In addition, the essays didn't have much of an arc of a story to them so in the end you were left feeling empty, not having connected with anyone and wondering why he wrote the essay.
Ich verehre Roger Willemsen und halte ihn für einen begnadeten Erzähler. Es ist beeindruckend und macht Spaß, beizuwohnen, wie er sich von einer Pointe zur nächsten hangelt und die gleichen Geschichten auch nach x-mal erzählen Spaß bereiten. Und weil ich ihn so verehre, tut es umso mehr weh, dass dieses erste Buch auch das letzte gewesen sein wird, was ich von ihm in die Hand genommen habe. Dieses Buch ist vor allem eins – eine Bildbeschreibung. Und diese ist stark im Moment verhaftet, und damit zeitlich wie räumlich sehr spezifisch. Erzählt wird geschichtslos und subjektiv aus Willemsens eigener Perspektiv, aber man erfährt wenig darüber, was das für eine Perspektiv ist. Dadurch wird das Geschriebene gleichzeitig wahnsinnig allgemein und beiläufig. Mehrere Jahre lang habe ich das Buch immer mal wieder in die Hand genommen – was kein Problem darstellt, denn es ist in Episoden erzählt. Aber nie hat die Sprache und nie hat der Inhalt einen Sog entwickelt: Die Benutzung vieler Adjektive ist einfach nicht deutungsgleich mit Reflektion und Tiefe. Generell ist den Episoden der umständliche Umgang mit Sprache gemein; Was im gesprochenen Wort spontan und voller Begeisterung ist, wirkt verschriftlich mühselig geplant und unnötig verkopft. Man erhält dadurch kein besseres Bild der Dinge, man arbeitet sich an Profanitäten ab. Es gibt auch Ausnahmen davon, sogar mehrere: Bombay, Kamtschatka, Tonga. Und doch ist das Beste am Buch, und der Grund, über dessen Existenz froh zu sein, das vor dessen Veröffentlichung darüber geredet wurde und die gleichen Geschichten auf das wesentliche eingedampft und voller Enthusiasmus in die Welt getragen wurden.
Inspirierende Erzählungen, mit denen man sich mal mehr, mal weniger identifizieren kann, die jedoch alle mit wunderbaren Worten beschrieben sind und Lust aufs Reisen machen. Man lernt viel dazu und kann sich hoffentlich ein paar Scheiben des fulminanten Wortschatzes abschneiden.