Der renommierte Krebsarzt und -forscher Wolfram Gössling war Mitte vierzig, als bei ihm ein extrem seltener, extrem tödlicher Krebs diagnostiziert wurde. Der Krebs, den zu bekämpfen er sich zur Lebensaufgabe gemacht hatte, bestimmte nun sein eigenes Leben. Hier erzählt er von der traumatischen Behandlung und seiner unwahrscheinlichen Heilung; von seiner Arbeit als Arzt und seinem Dasein als Patient, Ehemann und Vater von vier Kindern. Er spart dabei auch seine Ängste, die Trauer und die Wut nicht aus und erzählt, wie sehr diese Erfahrungen sein Handeln als Arzt beeinflusst Er weiß nun, was seine Patienten durchmachen. Wolfram Gössling berichtet, wie seine Erkrankung der Arbeit in seiner Forschungsgruppe eine neue Richtung gegeben und die Ausbildung seiner Medizinstudenten verändert hat. Vor allem aber ist Gösslings Buch ein Plädoyer für die Hoffnung. Denn er weiß: Betroffene brauchen Positivgeschichten. Trotz und alledem.
Es lohnt sich zu kämpfen Wolfram Gössling beschreibt im Detail seine eigenen Erfahrungen dazu, was passiert, wenn ein Arzt plötzlich selbst zum Patienten wird. Ganz offenbar ist er nicht nur ein guter Arzt und Familienvater, sondern auch ein großartiger Autor. Zweimal nacheinander in Angiosarkom im Gesicht, das ist schon ein grausames Schicksal. Gössling schafft es in seinem Buch, nicht nur genau, verständlich und sehr persönlich zu schreiben, besonders auch darüber, was der Krebs mit der Psyche eines Patienten macht, über Ängste, Hoffnung und Verzweiflung, ohne dabei sentimental zu werden. Sehr ehrlich schreibt er auch über die Grenzen der Medizin – warum sich Ärzte scheuen, bei Krebs von Heilung zu sprechen, sondern ggf. von einer Totalremission, obwohl Heilung das Wort ist, was Patienten Mut macht. Es werden aber auch keine falschen Hoffnungen beim Leser geweckt, denn die Krankheit ist tückisch und entfaltet sich individuell sehr verschieden. Am besten aber ist das letzte Kapitel – nein, die Krankheit dient keinem höheren Zweck, und die Lösung für Krebspatienten ist auch nicht, jeden Tag so zu leben, als wäre es der letzte. Sich Zeit für Menschen, nehmen, niemals Routine im Umgang mit Patienten aufkommen lassen, und in Familie und Freundschaften zu investieren, das ist es, was zählt und zufrieden machen und Spuren hinterlässt. Besonders erwähnenswert ist die ausgezeichnete Übersetzung von Doris Mendlewitsch. Erst am Ende habe ich gelesen, dass es überhaupt eine Übersetzung ist – das hat man an keiner Stelle gemerkt.
er hat die experience, krebs im gesicht zu haben, und alles, was damit einhergeht, gut auf den punkt gebracht und mir oft aus der seele gesprochen. zusammen mit seinem ärztlichen hintergrundwissen, ist es auch ein sehr gutes buch für angehörige und interessierte und am liebsten würd ichs meiner ganzen familie unauffällig schenken 🙃