Jump to ratings and reviews
Rate this book

Die Kinder der Luftbrücke

Rate this book
Eine junge Frau kämpft um das Überleben ihrer hungernden Kinder Berlin, Westsektor, 1948. Nora schafft es kaum noch, ihre Kinder mit genügend Lebensmitteln zu versorgen, geschweige denn sich selbst. Westberlin ist abgeriegelt. Ihr Ehemann gilt seit Jahren als vermisst. Wird er je zu ihr zurückkommen? Noras Verzweiflung wächst mit jedem Tag, den ihre hungernden Kinder schwächer werden. Sie hört nicht auf zu kämpfen, bis sie endlich Arbeit als Übersetzerin bei den US-Alliierten am Flughafen Tempelhof findet. Dort trifft sie auf den amerikanischen Piloten Matthew, in den sie sich unerwartet und heftig verliebt. Hin- und hergerissen zwischen Schuldgefühlen gegenüber ihrem verschollenen Ehemann und der Hoffnung, ein besseres Leben für ihre Kinder zu ermöglichen, stellt sie sich ihren Gefühlen. Bevor sie Matthew ihre Entscheidung mitteilen kann, stürzt dieser mit seinem Rosinenbomber vom Himmel …

449 pages, Kindle Edition

Published April 27, 2023

1 person is currently reading
18 people want to read

About the author

Juliana Weinberg

15 books4 followers

Ratings & Reviews

What do you think?
Rate this book

Friends & Following

Create a free account to discover what your friends think of this book!

Community Reviews

5 stars
20 (36%)
4 stars
23 (41%)
3 stars
10 (18%)
2 stars
1 (1%)
1 star
1 (1%)
Displaying 1 - 24 of 24 reviews
Profile Image for Pocahontas.
214 reviews10 followers
May 1, 2023
Berlin, Westsektor, 1948. Nora schafft es kaum noch, ihre Kinder mit genügend Lebensmitteln zu versorgen, geschweige denn sich selbst. Westberlin ist abgeriegelt. Ihr Ehemann gilt seit Jahren als vermisst. Wird er je zu ihr zurückkommen? Noras Verzweiflung wächst mit jedem Tag, den ihre hungernden Kinder schwächer werden. Sie hört nicht auf zu kämpfen, bis sie endlich Arbeit als Übersetzerin bei den US-Alliierten am Flughafen Tempelhof findet. Dort trifft sie auf den amerikanischen Piloten Matthew, in den sie sich unerwartet und heftig verliebt. Hin- und hergerissen zwischen Schuldgefühlen gegenüber ihrem verschollenen Ehemann und der Hoffnung, ein besseres Leben für ihre Kinder zu ermöglichen, stellt sie sich ihren Gefühlen. Bevor sie Matthew ihre Entscheidung mitteilen kann, stürzt dieser mit seinem Rosinenbomber vom Himmel …
Meinung
Die Geschichte ist leicht und flüssig geschrieben.
Sodass ich keinerlei Mühe hatte in den Roman zu kommen.
Die Zeit in der das Buch spielt fand ich sehr spannend, der Krieg ist zwar zu Ende, aber trotzdem kämpfen die Leute noch um ihr überleben. Viele Ehemänner und Brüder gelten als verschollen, dir meisten sind wahrscheinlich tot.
Es gibt kaum zu essen und überall liegen noch Trümmer.
Ich fand alle Charaktere durchweg authentisch und liebenswert.
Die Geschichte ist außerdem sehr gut recherchiert, geschichtliche und fiktive Elemente wurden gut miteinander verwoben.
Die Liebesgeschichte fand ich gut aufgebaut.
Große Lese Empfehlung
Profile Image for Steffi.
3,282 reviews183 followers
June 5, 2023
"Die Kinder der Luftbrücke" hat mich vor allem mit der Thematik rund um die Berliner Luftbrücke neugierig gemacht. Außerdem habe ich bereits die Gut Erlensee Reihe der Autorin sehr gerne gelesen.

Der Krieg ist vorbeit und eigentlich sollte das Leben langsam besser werden, aber Berlin ist in die einzelnen Besatzungszonen unterteilt und plötzlich stellen die Sowjets die Versorgung ein. Es gibt kaum noch Strom, Bahnverbindungen sind gekappt und auch Lebensmitteltransporte kommen nicht mehr durch. In dieser Zeit lebt Nora mit ihren zwei Kindern, ihrer Mutter, ihrer Schwester und derem Verlobten in West-Berlin. Ihr Ehemann gilt bereits seit 5 Jahren als vermisst.

Ich fand das Setting mit den Besatzungszonen, aber auch mit der Luftbrücke thematisch sehr interessant. Zwar ist es mir noch grob aus dem Geschichtsunterricht bekannt, aber vieles war mir gar nicht mehr so bewusst und daher historisch sehr interessant.

Auch die Geschichte rund um Nora und ihre Familie konnte mich sehr gut unterhalten. Es war spannend wie sie in dieser Zeit ihren Alltag bestreiten und ebenso Noras Arbeit beim US-Militär, wo sie auf den Piloten Matthew trifft. Die Liebesgeschichte nimmt dann einen großen Teil der Handlung ein und ich habe mcih hier sehr gut unterhalten gefühlt.
Nora fand ich als Protagonistin sehr sympathisch und auch die anderen Charaktere haben mir gefallen, wie zum Beispiel Matthew, ihre Mutter und ihre beste Freundin Ella.

Hier und da gab es ein paar Kleinigkeiten, die mich gestört haben, aber insgesamt war das Buch ein wirklich interessanter und historisch realitischer Roman, der viele interessante Einblicke in das Leben der Nachkriegszeit geliefert hat.
Profile Image for Dani_liest.
430 reviews29 followers
May 4, 2023
Da mir die „Gut Erlensee“ Reihe so gut gefällt, wollte ich Juliana Weinbergs neuen Roman unbedingt auch lesen.
„Die Kinder der Luftbrücke“ habe ich im Großen und Ganzen auch gerne gelesen, auch wenn die Geschichte nicht ganz so abwechslungsreich und kurzweilig ist, wie „Gut Erlensee“. Die Autorin erzählt von der Zeit der sowjetischen Blockade Berlins und der Versorgung durch die Luftbrücke. Mir war nicht bewusst gewesen, wie viele Monate dieser Zustand sich hinzog und der Roman beschreibt anschaulich und erschreckend die Nöte der Bevölkerung. Noch größere Nahrungsmittelnot als ohnehin schon, Jobverlust und die Angst vor einem neuerlichen Krieg.

Die Hauptfigur Nora ist eine sehr sympathische junge Frau. Ihr Ehemann wird seit Jahren vermisst und sie arbeitet hart, um ihren Kindern das Leben so angenehm wie möglich zu gestalten. Auch ihre Mutter und ihre Schwester Hannah können immer auf sie zählen. Als sie sich in den amerikanischen Piloten Matthew verliebt, ist sie hin und her gerissen zwischen ihrem Pflichtbewusstsein und ihren Gefühlen.

Die Liebesgeschichte ist der zentrale Punkt des Romans und zwar nicht nur die von Nora, sondern auch alle ihre Kolleginnen aus dem Übersetzungsbüro gehen Beziehungen zu amerikanischen Soldaten ein. Das war für mich etwas viel auf einen Haufen. Die einzige Beziehung, die ich wirklich nachfühlen konnte, war die zwischen Ella und Tyler. Alle anderen, auch Noras waren sehr von jetzt auf gleich. Gesehen, Liebe auf den ersten Blick, Verlobung.
Generell fand ich die Charaktere und Situationen teilweise sehr überspitzt dargestellt.
Zum Beispiel gibt es Inga, eine intrigante Kollegin, die es mit ihrem Neid und ihren Spielchen völlig übertreibt und jede Konsequenz in Kauf nimmt. Die Geschichte spielt zu einer Zeit, in der jeder froh war, einen Job zu haben, insbesondere so einen. Ich weiß nicht, ob es jemand in dieser Situation wirklich dermaßen auf die Spitze treibt.
Auch die Schwestern Hannah und Nora legten teilweise ein Verhalten an den Tag, dass übertrieben selbstlos, bis hin zur Selbstaufgabe war.
Besonders extrem fand ich, dass Nora ihre 7-jährige Tochter entscheiden lässt, ob sie eine neue Beziehung eingehen soll. Selbstverständlich ist es für ein Kind schwierig, wenn ein Elternteil einen neuen Partner hat, aber über manche Themen kann man einfach nicht seine Kinder bestimmen lassen. Ende der 40er Jahre herrschte zumal noch ein anderer Erziehungsstil als heute, deswegen kam mir diese Situation noch unrealistischer vor. Auch der komplette Richtungswechsel der Tochter – um das Buch zu beenden – macht es nicht besser.

Was den Schreibstil anbelangt, hat sich „Die Kinder der Luftbrücke“ wirklich angenehm und flüssig gelesen. Viele Charaktere waren mir sympathisch, nur ihre Handlungen konnte ich leider oft nicht nachvollziehen.
Profile Image for Magnolia .
576 reviews3 followers
May 8, 2023
Zwischen hoffen und bangen

„Eine junge Mutter und ein amerikanischer Pilot zwischen Liebe, Schuld und Hoffnung.“ Diese Info lese ich vorab, die Routen der Berliner Luftbrücke in den Jahren 1948/49 zu den einzelnen westlichen Stützpunkten sind am hinteren Klappeninneren anschaulich dargestellt und auch das Cover veranschaulicht die Zeit der Rosinenbomber, die ihre von den Kindern sehnlichst erwarteten Schätze abwerfen.

Nora lebt mit ihren zwei Kindern im Westsektor Berlins zusammen mit ihrer Mutter und ihrer Schwester, auch ist deren Lebensgefährte die meiste Zeit bei ihnen. Die Wohnverhältnisse sind beengt, die Lebensmittel immer zu wenig, der tägliche Kampf ums Überleben gestaltet sich zunehmend schwierig. Sie schöpfen neue Hoffnung, als Nora als Übersetzerin bei den US-Alliierten am Flughafen Tempelhof arbeiten kann.

Der Alltag der Familie wird anschaulich geschildert. Durch ihre Arbeit bekommt Nora exklusive Einblicke in die Versorgungslage Berlins und als die Sowjets Berlin abriegeln, fehlt es an allem. Erst die von den Amerikanern organisierte Luftbrücke ermöglicht halbwegs ihr Überleben.

Die Piloten fliegen nonstop ihre Routen, bei den Pausen zwischendurch begegnet einer davon - Matthew - Nora. Beide fühlen sich zueinander hingezogen, was auch Noras Kolleginnen, allen voran eine neidische Intrigantin, nicht verborgen bleibt. Noch dazu ist Nora verheiratet, ihr Ehemann gilt seit Jahren als vermisst und doch will sie Matthew ihrer Familie näherbringen. Ihr kleiner Sohn ist gleich hin und weg von dem Piloten, die neunjährige Tochter dagegen lehnt in durchweg ab.

Neben den privaten Schicksalen erfahre ich so einiges über die Arbeit der Alliierten. Diese Infos sind gut verpackt in das tägliche Allerlei, geprägt von Momenten des Glücks, aber auch von Hoffnung und gleichzeitiger Hoffnungslosigkeit, von Schuldgefühlen und Pflichtbewusstsein. Es ist ein Auf und Ab der Gefühle und irgendwann trifft Nora eine weitreichende Entscheidung.

Die Charaktere sind eindrucksvoll geschildert, jeder einzelne ist lebensnah und glaubhaft dargestellt. Die damalige Situation kann ich aus heutiger Sicht dank der eindringlichen Beschreibung zwar nachvollziehen, hoffe aber gleichzeitig, dass dies endgültig der Vergangenheit angehört. Der einnehmende Schreibstil hat mich schnell in die Geschichte eintauchen lassen, ich habe mit Nora und den ihren gebangt, habe gehofft, dass sich trotz der widrigen Umstände doch noch alles zum Guten wenden möge. Auch wenn es vordergründig um eine Liebe geht, die auf dem Prüfstand steht, so sind die historischen Fakten mit eingeflossen, sie sind stets präsent, bilden das Gerüst, um das sich der Roman rankt. Eine fiktive Geschichte vor gut recherchiertem, geschichtlichem Hintergrund, den ich gerne weiterempfehle.
689 reviews11 followers
May 9, 2023
Rosinenbomber und Nachkriegsliebe im geteilten Berlin

Entbehrungen in der Nachkriegszeit zur Zeit der Währungsreform und der Berliner Luftbrücke sind der historische Mantel der Liebesgeschichte zwischen einer jungen deutschen Übersetzerin und einem US-Piloten in Juliana Weinbergs "Die Kinder der Luftbrücke". Nora lebt mit ihren beiden Kindern und ihrer Mutter und Schwester im amerikanischen Sektor von Berlin - für Nachkriegsverhältnisse hat sie es also gut getroffen, umso mehr, als sie einen Job als Übersetzerin auf dem Berliner Flughafen Tempelhof bei der amerikanischen Militärverwaltung bekommt.

Noras Mann ist seit Jahren vermisst, Nachforschungen beim Roten Kreuz haben nichts ergeben, ob er irgendwo in Kriegsgefangenschaft ist oder längst nicht mehr lebt. Vor allem Noras achtjährige Tochter Veronika idealisiert den abwesenden Vater, an den sie nur noch vage Erinnerungen hat, während Nora allmählich die Hoffnung aufgibt. Und nicht nur das - mit dem US-Piloten Matthew hat sie schon bald einen aufmerksamen Verehrer und ist hin und her gerissen zwischen Pflichtgefühl und Emotionen.

Als die sowjetische Militärverwaltung alle Transportwege nach West-Berlin und die Kraftwerksverbindungen aus dem Ostteil der Stadt kappt, befindet sich Nora plötzlich an einem Ort, an dem Geschichte geschrieben wird, protokolliert sie doch die Sitzungen mit dem Berliner Regierenden Bürgermeister Reuter ("Völker der Welt, schaut auf diese Stadt...!") und den Alliierten, die zunächst bereit scheinen, die Stadt ihrem Schicksal zu überlassen. Doch dann: Luftbrücke, Rosinenbomber und die Hoffnung, auch in Berlin vom Aufschwung im Westen zu profitieren, wenn die D-Mark auch dort wie von Zauberhand Mangelware in die Regale der Geschäfte zaubert. Auch historische Figuren wie der Pilot Halvorsen, der mit seinen Fallschirmen mit Süßigkeiten zum Liebling Berliner Kinder wurde und noch in hohem Alter immer wieder nach Berlin kam, werden beschrieben.

Für mich am spannendsten sind an diesem Buch die Krisengespräche, denen Nora als stumme und mitschreibende Zeugin beiwohnt. Da hat die Autorin offenbar gut recherchiert, auch die aufgeheizte Stimmung der Zeit wird spürbar. Die irgendwie recht vorhersehbare Liebesgeschichte dürfte romantische Leserinnen-Herzen erfreuen. Vieles wie der Umgang mit der NS-Vergangenheit, dem immer noch vorhandenen Gedankengut des Dritten Reichs und das Leben in der geteilten Stadt außerhalb des US-Sektors ist nur angerissen. Und auch der Zickenkrieg im Schreibbüro nach dem Motto "Wer angelt sich den besten Amerikaner" hätte ruhig weniger ausführlich ausfallen können.

Dennoch leicht zu lesen und eher leichte Unterhaltung bei allem historischen Drama.

486 reviews
June 9, 2023
Zarte Romanze vor dramatischem historischem Hintergrund

Nora lebt mit ihren beiden Kindern Veronika und Jörg, ihrer Mutter und ihrer jüngeren Schwester Hanna 1948 in beengten Wohnverhältnissen in Berlin. Noras Mann Joachim ist nicht aus dem Krieg zurückgekehrt und gilt seit fünf Jahren als vermisst. Täglich muss sich die Familie Sorgen machen, ob das Essen für alle reicht. Als Nora eine Arbeit als Übersetzerin bei der US Air Force annimmt, lernt sie den Piloten Matthew kennen. Die beiden verlieben sich, doch eine Beziehung scheint unmöglich, schließlich ist Nora verheiratet. Außerdem lehnt Veronika Matthew ab. Ob das Paar dennoch eine gemeinsame Zukunft hat?

Juliana Weinberg erzählt in leicht verständlicher, einfacher und flüssiger Sprache. Es war für mich kein Problem, mich in Noras Situation hineinzufinden. Die Geschichte wird chronologisch erzählt.
Das Cover zeigt - passend zum Buchtitel- ein Mädchen und einen Jungen, die ein Versorgungsflugzeug der Luftbrücke beobachten.

Hauptfigur Nora ist bodenständig, fleißig, empfindsam, sehr pflichtbewusst und gewissenhaft. Für ihre Familie, ihre Kinder und ihre Schwester würde sie alles tun. In den smarten Matthew verliebt sie sich auf den ersten Blick. Dass Tochter Veronika immer noch an die Rückkehr des verschollenen Vaters glaubt, bereitet Nora große Sorgen. Sie möchte Veronika nicht verletzen und unglücklich machen.
Noras Schwester Hanna kann Ungerechtigkeiten nicht mitansehen und versucht auf eigene Faust, sie zu ändern, doch nicht immer hält sie sich dabei an die geltenden Regeln. Das macht Nora zu schaffen, zumal Hannas Verlobter Friedrich über keiner sicheres Einkommen verfügt.
Noras intrigante Kollegin Inga legt Nora zusätzlich Steine in den Weg.
Insgesamt werden die Figuren recht schlicht und eindimensional gezeichnet, haben ein paar ausgeprägte Eigenschaften, aber keine ausgeprägte Persönlichkeit. Vor allem Matthew wirkt als Charakter recht blass und glatt.

Werden Matthew und Nora gemeinsam glücklich werden?
Sie müssen vor kompliziertem historischem Hintergrund mit einigen Widrigkeiten kämpfen. Während die russischen Besatzer Land-und Wasserwege durch die Berlin-Blockade sperren, wird die Berliner Bevölkerung von den Alliierten über die Luftbrücke versorgt. Ob das auch langfristig gilt, ist allerdings ungewiss. Auch ist das Verhältnis zwischen Deutschen und Amerikanern natürlich nicht unbelastet.
Die Hauptrolle spielen in diesem leichten, unterhaltsamen Roman allerdings nicht die historischen Verhältnisse, sondern die zarte Romanze zwischen Nora und Matthew. Ich habe ihre Geschichte gerne verfolgt, lange nachwirken wird der kurzweilige, aber nicht besonders tiefgründige Roman vermutlich eher nicht.
217 reviews
May 12, 2023
In ihrem neuen Roman ,, Die Kinder der Luftbrücke " nimmt die Autorin Juliana Weinberg den Leser mit nach Berlin ins Jahr 1948.
Berlin , nach dem Kriegsende in vier Sektoren aufgeteilt , wird durch die Sowjetunion auf allen Zufahrtswegen abgeriegelt. Die Situation der Bewohner, sich mit lebensnotwendigen Dingen und Lebensmitteln zu versorgen wird immer schwieriger.
Auch für Nora, die mit ihrer Mutter, ihren beiden Kindern Veronika und Jörg , sowie ihrer Schwester Hanna zusammen in einer Wohnung im amerikanische Teil lebt, wird die Ausbeute beim Einkaufen immer spärlicher. Ihr Ehemann ist noch immer vermisst. Wird er wieder nach Hause kommen?
Nora gibt die Hoffnung auf ein besseres Leben für ihre Kinder nicht auf . Sie bewirbt sich bei den US-Alliierten als Übersetzerin am Flughafen. Sie ist überglücklich, als sie die Stelle bekommt. Die alliierten Streitkräfte organisieren eine Versorgung über Luftwege , mit den Rosinenbombern werden aus den anderen Gebieten Deutschlands dringend benötigte Lebensmittel eingeflogen und über Berlin abgeworfen. Auf dem Flughafen begegnet sie dem Piloten Matthew und verliebt sich in ihn . Darf diese Liebe sein? Wo sie doch verheiratet ist? Als sie ihre Entscheidung trifft , passiert das Unvorstellbare. Matthew stürzt mit seinem Rosinenbomber ab.
Der gewohnt flüssige und brillanter Schreibstil von Juliana Weinberg ließ mich schnell in Noras Geschichte eintauchen. Schon nach wenigen Seiten hat mich die eindrucksvoll lebensnahe und authentische Darstellung der Charaktere gefesselt. Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen, da ich unbedingt wissen wollte, wie es weitergeht. Die detailreichen Beschreibungen des zerbombten Berlins, ließen Bilder vor meinen Augen auftauchen, die Verzweiflung der Bewohner ist deutlich zu spüren.
Das Buchcover passt perfekt zur Geschichte: die Rosinenbomber werfen die Pakete ab, die Kinder schauen sehnsüchtig in den Himmel. In den Klappeninnenseiten befindet sich eine Landkarte Deutschlands, in der die Strecken der Luftbrücke eingezeichnet sind. Das finde ich sehr gut gelungen und interessant.
Die historischen Fakten sind wunderbar mit der fiktiven Geschichte verwoben.
Von ganzem Herzen empfehle ich diese emotionale und berührende Geschichte allen weiter, die historische Geschichten und auch Liebesgeschichten mögen.
35 reviews
April 24, 2023
Schöner Roman, geschichtlich gut recherchiert

Berlin 1948
Nora lebt mit ihren Kindern, ihrer Schwester und Mutter in Berlin. Ihr Mann Joachim gilt seit Jahren als verschollen. Deutschland ist vom Krieg gezeichnet, die Lebensmittel mehr als knapp in den fast leeren Geschäften und jeder Tag ist ein Kampf ums Überleben. Umso glücklicher ist Nora, eine Stelle als Übersetzerin bei den Amerikanern im Flughafen Tempelhof zu ergattern, damit sie zuhause etwas beisteuern kann. Dort lernt sie dann den Piloten Matthew kennen und entwickelt Gefühle für ihn. Doch Nora plagen Zweifel. Darf sie sich verlieben, wo sie doch nicht sicher weiß, ob ihr Mann noch lebt? Und was würden ihre Kinder sagen? Besonders Tochter Veronika klammert sich verzweifelt daran, dass ihr Vati hoffentlich bald wieder heim kommt. Darf Nora sich dieses Glück gönnen, egal was ihre Familie denkt?


Der Schreibstil dieses Romans ist flüssig und leicht zu lesen. Deswegen war ich auch gleich in der Geschichte drin. Die Kapitel sind in Monate unterteilt, was mir sehr gut gefallen hat.
Ich finde es immer toll, wenn mich ein Roman unterhält und ich dabei auch noch etwas lerne. Das ist hier genau der Fall. Der geschichtliche Hintergrund zur Luftbrücke zu Berlin und den Rosinenbombern ist gut recherchiert und fügt sich wunderbar in die Geschichte ein. Auch unter welchen Umständen die Menschen damals lebten, ihre tagtäglichen Sorgen, Hoffnungen und Träume haben mich sehr berührt. Wie besonders für die Kinder damals eine kleine Süßigkeit war fand ich herzzerreißend in Anbetracht dessen, in welchem Überfluss wir heute leben.

Die Charaktere waren alle - bis auf Inga - liebenswert, sympathisch und authentisch. Ich habe oft mit Nora mitgefühlt, aber auch Matthew ist mir schnell ans Herz gewachsen. Die Entwicklung ihrer Geschichte hat mir gefallen und mich berührt. Ich konnte Nora's Zweifel teilweise verstehen, andererseits war ich der Meinung, dass ihre Familie nur wirklich glücklich sein kann, wenn sie auch selbst glücklich ist. Vieles aus ihrer Gefühlswelt hat sich mehrfach wiederholt, da wäre vielleicht etwas weniger letztlich mehr gewesen.
Aber alles in allem war Die Kinder der Luftbrücke ein schöner Roman, der mich gut unterhalten hat.
1,292 reviews2 followers
June 17, 2023
1948 im Westsektor von Berlin schafft Nora es kaum noch ihre Kinder satt zu bekommen. Ihr Mann gilt seit Krie§sende als vermisst und für sie und ihre beiden Kinder sind es harte Zeiten. Noras Verzweiflung wächst mit jedem Tag und so ist sie besonders glücklich, als sie eine Arbeit als Übersetzerin bei den US-Alliierten am Flughafen Tempelhof findet, die ihr sogar sehr viel Spaß und Freude bereitet. Dort trifft sie auch auf den amerikanischen Piloten Matthew, in den sie sich unerwartet und heftig verliebt. Nun ist sie hin- und hergerissen wegen den Schuldgefühlen gegenüber ihrem verschollenen Ehemann. Und auch ihre Kinder scheinen von einem neuen Mann im Leben der Mutter alles andere als begeistert zu sein...

Seit ich damals im Fernsehen den Film "Die Luftbrücke" gesehen habe, war ich fasziniert von der Zeit der Luftbrücke und der Rosinenbomber! Deshalb wollte ich diesen Roman auch unbedingt lesen und mich noch einmal-nun in Romanform-in diese Zeit versetzen lassen. Der Schreibstil war sehr flüssig zu lesen, und so sind die Seiten, trotz der dicke des Buches, nur so dahin geflogen! Dabei ist es der Autorin sehr gut gelungen das Nachkrie§sdeutschland im Westsektor von Berlin zum Leben zu erwecken und diese wichtige Zeit einzufangen! Sehr authentisch und bildhaft wurde die Arbeit der Übersetzerinnen, die Luftbrücke mit ihren Piloten und auch den Unfällen, und das Strahlen der Kinderaugen, wenn sie Schokolade ergattert haben, beschrieben!

Nora war eine sehr sympathische Protagnistin, mit der ich von Anfang an mitfiebern konnte! Sehr gerne habe ich sie von ihrem Weg zum Vorstellungsgespräch bishin zu ihrer Liebesgeschichte begleitet. Aber auch Noras Schwester und alle die anderen Übersetzerinnen wurden sehr realistisch dargestellt und haben diesen Roman richtig zum Leben erwecken können! Man hat mitgelitten, die Daumen gedrückt und sich gemeinsam mit den Protagonisten gefreut! Mir persönlich wurde es ab der Mitte des Romans etwas zu liebeslastig, aber dies ist natürlich auch immer Geschmackssache.

Fazit: Ein sehr schöner und empfehlenswerter Roman um die Zeit der Berliner Luftbrücke und die Rosinenbomber
Profile Image for woerteraufpapier.
77 reviews6 followers
April 30, 2023
Leben mit der Luftbrücke

Juliana Weinberg versetzt uns in das Berlin des Jahres 1948 und lässt uns teilhaben am Leben der Familie Thalfang. Ihr Schreibstil ist flüssig und lässt sich sehr gut lesen. Das Buchcover ist hervorragend gewählt, ein richtiger Eyecatcher, und hat dazu geführt, dass ich mir das Buch näher angesehen habe. Die Geschichte hat mich völlig in ihren Bann gezogen, so dass es mir schwerfiel, das Buch aus der Hand zu legen. Sehr eindringlich schildert die Autorin das Leben in Berlin nach Ende des zweiten Weltkrieges; die beengte Wohnsituation, das Anstehen nach Lebensmitteln zum Leben zu wenig, zum Sterben zu viel -, keine Arbeit und mittendrin die Schwächsten, nämlich die Kinder. Als die Protagonistin endlich Arbeit findet und sich in einen Piloten der US Air Force verliebt, wird ihr dieses Glück nicht gegönnt. Die unverheirateten Kolleginnen glauben, dass ihr, der verheirateten Frau, deren Mann seit fünf Jahren als vermisst gemeldet ist, dies nicht zusteht. Eifersucht, Neid und Missgunst werden hier sehr plastisch beschrieben. Hier gelingt es der Autorin sehr gut, die unterschiedlichen Charaktere glaubwürdig zu beschreiben. Aber auch ihre Tochter kann sich mit dem neuen Mann an ihrer Seite nicht abfinden und hofft auf die Rückkehr des Vaters. Gerade dieser Teil der Geschichte hat mich sehr berührt. Als der Familie weitere Probleme drohen und sie ihre vom Krieg traumatisierten Kinder nicht weiter belasten will, trennt sie sich von ihrem Freund. Den einzigen Schwachpunkt des Buches sehe ich in der Auflösung des Schicksals des vermissten Ehemannes. Hier wollte die Autorin wohl noch unbedingt etwas zu schreiben. Dies hätte sie meines Erachtens aber auch lassen können oder aber etwas Spektakuläres. Was wir jetzt zu lesen bekommen ist einfach überflüssig, schließlich sind nach dem Krieg nicht alle Schicksale aufgeklärt worden.

[Rezension meiner Mutter]
305 reviews2 followers
May 8, 2023
Träume des Westsektors

Nora schafft es kaum noch ihre Kinder zu ernähren als Westberlin auch noch die komplette Abrieglung droht. Dann findet Nora Arbeit als Übersetzerin am Flughafen-Tempelhof, dort trifft sie bald auf den Piloten Matthew und entwickelt Gefühle, die sie schon lange nicht mehr kannte. Kann Nora im Krieg verschollenen Mann Joachim aufgeben und den Schritt in eine neue Beziehung wagen?
Die Kinder der Luftbrücke ist ein emotionaler Roman, der die Perspektive auf den Westsektor, der gespaltenen Stadt Berlins, wirft. Eine Perspektive, die man selten in dem Maße einnimmt und die daher beeindrucken konnte. Gerade die Zeit der „Rosinenbomber“ verdeutlicht die besondere Phase des Westsektors.

Dabei erleben wir die Geschichte ausschließlich aus der Sicht Noras, die mit ihren beiden Kindern, ihrer Mutter, ihrer Schwester und deren Verlobten zusammenlebt. Noras Familie, die einzelnen Charaktere sind schön ausgearbeitet und auch ihre Arbeitskolleginnen haben besondere Charaktereigenschaften, die das Lesen zu einem Vergnügen gestalten.

Gegen Ende ging es mir zu schnell, auch in einer speziellen (Charakter-)Entwicklung. Die ist für mich zwar generell durchaus nachvollziehbar, hätte jedoch tiefer beschrieben werden und mehr Zeit gebrauchen können. Ebenso hätte ich mir an einem Punkt etwas mehr Aktion der Hauptprotagonistin und weniger des Schicksals gewünscht. Dennoch konnte mich der Roman überzeugen und emotional mitnehmen, vor allem der Epilog sorgte für einen schönen Abschluss.

Ich habe mir unter dem Titel einen größeren Fokus auf die Kinder in der damaligen Zeit erwartet, während des Lesens konnte ich diese Erwartungen aber abschütteln und mich vollkommen auf Noras Geschichte einlassen und jede Seite genießen.
655 reviews4 followers
May 14, 2023
Grundsätzlich bin ich nicht so ein großer Fan von Nachkriegs- oder Kriegsgeschichten, aber der Klappentext hörte sich ganz interessant an und die Autorin Juliana Weinberg kannte ich auch noch nicht. Deswegen dachte ich, ich probier es mal mit der Story.
Es geht um eine dramatische Geschichte während der Nachkriegszeit. Westberlin ist abgeschnitten und der Zugang zu Lebensmitteln wird durch eine Blockade der Sowjets deutlich erschwert, dabei gibt es sowieso schon fast nichts in den Regalen. Die Menschen haben die Hoffnung nicht ganz verloren, denn die Amerikaner setzen Rosinenbomber ein und installieren eine Luftbrücke, um die Bewohner des Westsektors mit dem notwendigsten zu versorgen.
Ich fand es faszinierend, wie gut die Autorin recherchiert hat und wie detailliert sie die Umstände und Zustände der damaligen Zeit geschildert hat.
Ein interessantes Setting, in dem Nora versucht ihre beiden Kinder großzuziehen, deren Vater immer noch vermisst wird. Nora schafft es aufgrund ihrer Sprachkenntnisse, einen Job bei den Amerikanern zu bekommen. Matthew ist als Pilot ein Teil der Luftbrücke und irgendwann begegnet er Nora. Die Protagonisten wurden tiefgründig von der Autorin geschaffen und ich mochte Nora und Matthew sehr.
Der mitreißende Schreibstil hat dafür gesorgt, dass ich durch die Seiten geflogen bin. Es entwickelt sich eine zarte Liebesgeschichte, doch Noras vermisster Mann steht im Weg.
Die Story ist packend und authentisch abwechselnd aus der Sicht von Nora und Matthew erzählt. Es geht ums Überleben, um eine zarte Liebe in einer rauen Zeit und um einen Neuanfang. Es ist dramatisch, es gibt unvorhergesehen Wendungen und das ist genau das, was das Buch zu einer kurzweiligen und unterhaltsamen Lektüre macht.
Von mir gibt’s eine absolute Leseempfehlung!
212 reviews
June 7, 2023
„Die Kinder der Luftbrücke“von Juliana Weinberg,war für mich ein unterhaltsames, historisches Leseerlebnis.

Nora, die Protagonistin dieses Buches lebt mit ihren zwei Kindern , ihrer Mutter und ihrer Schwester im abgeschlossenen Berlin des Jahres 1948. Ihr Mann wird seit 6 Jahren vermisst und die Familie kämpft ums Überleben. Als dann die Russen die Stadt abriegeln und keine Waren mehr in die Stadt kommen, versucht Nora die Familie vorm Verhungern zu retten. Sie nimmt eine Stelle am Flughafen Tempelhof als Übersetzerin bei den Amerikanern an und lernt dort den Piloten Matthew kennen, der als amerikanischer Pilot an der Luftbrücke beteiligt ist und Lebensmittel und vieles mehr vom Westen nach Berlin fliegt.

Dieses Buch zeichnet ein gutes Bild der damaligen Verhältnisse im abgeriegelten Berlin und des Lebens der Berliner zu damaligen Zeit.Nachdem es im Westen eine Währungsreform gab und mittlerweile wieder alle Waren zu haben sind, ist Berlin von diesen Maßnahmen abgeschnitten. Die Berliner leiden Mangel und wissen teilweise nicht, wie sie sich und ihre Familien durchbringen sollen. Gott sei Dank werden sie durch die Amerikaner versorgt. Dadurch , dass viele amerikanische Piloten in der Stadt sind, kommen auch amerikanisch- deutsche Beziehungen zustande, die nicht immer einfach sind.

Nora als Protagonistin hat mir sehr gut gefallen. Ihre Rolle als alleinerziehende Mutter, deren Mann vermisst ist, steht sicher stellvertretend für viele Frauen dieser Zeit.Man konnte sich als Leser gut in diese Zeit und ihre Probleme hineinversetzen.

Das Buch liest sich sehr flüssig , ist spannend, informativ und interessant und konnte mich wirklich begeistern.
1,049 reviews9 followers
April 28, 2023
Berliner Leben
1948 lebt Nora mit ihren Kindern, der Mutter und Schwester in Berlin. Die Zeiten sind genauso hart wie in den Kriegsjahren, es fallen zwar keine Bomben mehr und die allgegenwärtige Angst gibt es auch nicht mehr aber dafür ein großer Mangel an allem Lebensnotwendigen. Nora hat Mühe Lebensmittel heran zu schaffen damit die Kinder nicht hungrig schlafen gehen müssen. Ihr Mann wird vermisst, alle Last liegt auf ihren Schultern trotz der Unterstützung durch ihre Familie. Ein Job bei den Amerikanern als Übersetzerin bringt endlich eine Wendung zum Besseren. Dann wird Berlin von den Russen abgeschottet und die anderen Alliierten fliegen Lebensmittel, Brennstoff und andere lebens-notwendige Dinge ein. Nora verliebt sich in einen der Piloten...
Nora war für mich eine Übermutter, sie tut alles für ihre Kinder angesichts der Zeiten zu viel. Denn auch sie hat ein Recht auf Leben. Ihren Kindern geht es besser als den meisten Kindern zu der Zeit. Aber diese Zuwendung ist das Hauptthema in einem Roman in dem es um die Luftbrücke und ihre Rosinenbomber geht. Dadurch hatte die Geschichte Längen die ich gern einfach nur überflogen habe. Die Beschreibung wie die Menschen in Berlin gelebt, überlebt und zum Schluss auch gesiegt haben, die Unterstützung durch die Verantwortlichen, das war dagegen sehr spannend und interessant erzählt.
Die Liebesgeschichte zwischen Nora und Matthew war das Bindeglied zwischen diesen beiden Bereichen, die Berlinerin und der amerikanische Pilot der Lebensmittel in die eingeschlossene Stadt bringt.
108 reviews
July 22, 2023
Ich finde es als Österreicherin, die kurz vor dem Fall des Eisernen Vorhänge geboren wurde, spannend, über Deutschland in der Nachkriegszeit zu lesen. Mich fasziniert die Zeit total, das Kräftemessen von Anfang an. Diese Geschichte hat mich wieder voll in diese Zeit versetzt. Und da die Geschichte in Berlin spielt, hat man das Gefühl, im Epizentrum des Sturmes zu sein. Der Autorin ist raffiniert gelungen, ihre Charaktere so zu entwickeln, dass sie an solch bedeutenden Schnittstellen sitzen, dass man von der Zeitgeschichte jede Menge mitbekommt. Viele entscheidende Szenen spielen in Tempelhof, Bürgermeister und Vertreter der Alliierten treffen sich für Beratungen, immer wieder steht die Luftbrücke auf der Kippe.
Ich fand die Geschichte von Nora so berührend. Ihre Vorgeschichte ist so gewählt, dass sie fast beliebig erscheint. Eine junge Frau, die mit 20 heiratet, nach kurzer Ehe ihren Mann an den Krieg verliert, der vermisst gemeldet ist und wo der Tod nicht bestätigt wurde. Ein Leben in Ungewissheit, die das Leben aber nicht bestimmen darf - denn sie kämpft wie eine Löwenmutter für das Überleben ihrer Familie.
Der Schreibstil des Buches hat mich mitgenommen und eintauchen lassen in die Geschichte. Das Buch wegzulegen, fiel mir schwer, weshalb ich wieder einmal bis tief in die Nacht las und auf ein happy end für die Liebe hoffte. Nebenbei durfte ich auch um das Schicksal der Schwester bangen und die junge Liebe der Kollegin miterleben. Eine gelungene Geschichte, die die Nachkriegszeit vor dem geistigen Auge auferstehen lässt!


Profile Image for Elke Sonne.
525 reviews
April 22, 2023
Hier wird Geschichte lebendig

„Die Kinder der Luftbrücke“ ist ein gut recherchierter und dramatischer Roman der Autorin Juliana Weinberg.

Die Handlung wird chronologisch erzählt, beginnt im Juni 1948 und endet im Mai 1949. Damit wird die Zeit der Entstehung und des Bestehens der Berliner Luftbrücke bis kurz vor Ende umfasst. Nora lebt zu dieser Zeit mit ihren beiden Kindern, ihrer Schwester und ihrer Mutter beengt in einer Wohnung in Westberlin. Ihr Mann wird bereits seit fünf Jahren vermisst und Nora ist auf sich gestellt. Sie arbeitet als Übersetzerin am Berliner Flughafen Tempelhof, wo sie auch Matthew - einen amerikanischen Piloten - kennenlernt.

Noras Leben ist alles andere als leicht. Die Armut und der Hunger sind allgegenwärtig. Mit Matthew kommt die Liebe und ein kleiner Lichtblick in ihren Alltag, allerdings ist sie offiziell noch verheiratet, was die Situation für Nora erschwert.

Der Schreibstil von Juliana Weinberg liest sich trotz der schwierigen und bedrückenden Thematik leicht. Sie versteht es Emotionen nachvollziehbar zu beschreiben und lebendig werden zu lassen, so dass ich mit Nora gelitten habe. Gleichzeitig werden hier interessante historische Details mit Noras Geschichte verflochten.

Der Roman ist dramatisch, steckt voller Emotionen und macht ein Stück deutsche Nachkriegsgeschichte - die nicht vergessen werden sollte - lebendig. Ich habe das Buch gerne gelesen und mit dem Epilog aus dem Juni 1963 rundet die Autorin ihr Werk gelungen ab.
733 reviews5 followers
May 20, 2023
Meine Meinung:
Für mich gibt es nicht schöneres, als einen gut geschriebenen Historischen Roman, der mich in die Historie zu entführen vermag und mich dabei in andere Welten bringt, die mich vergessen lassen, dass ich eigentlich gerade nur eine Geschichte lese.
Genau dies erhoffte ich mir auch von dem Roman "Die Kinder der Luftbrücke", welches sich mit der dramatischen Geschichte einer Familie wenige Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg 1948 beschäftigt und welcher mich sehr begeistern konnte. Die Autorin Juliana Weinberg führt den Leser versiert und mir einem überaus flüssigen und für einen historischen Roman auch durchaus schnelllebigen und kurzweiligen Schreibstil in die Geschichte ein, verliert aber dennoch nicht den sprachlichen Charme eines historischen Romans, was mir besonders gut gefiel. Auch die historischen Ereignisse weiß die Autorin authentisch und intelligent verwoben, anhand weniger Schicksale wiederzugeben und den Leser dadurch zu packen.

Auch die Charaktere sind glaubwürdig und detailliert beschrieben und wuchsen mit durchaus ans Herz. Der einzige kleinere Kritikpunkt war für mich, dass mir manchmal die Nahbarkeit zu den Charakteren und ein wenig mehr Emotionalität gefehlt haben, dies ist aber wirklich nur ein kleiner Kritikpunkt. Ansonsten war dieses Buch wirklich überaus schön zu lesen, 4,5 Sterne.
Profile Image for Karola.
812 reviews7 followers
April 25, 2023
Westberlin 1948/49 – sehr gerne wäre ich bei den Ansprachen des Oberbürgermeisters Reuter dabei gewesen.
Dieser emotionale, historische Roman mit vielen einfühlsamen Details gespickt gibt ein lebendiges Bild wieder mit vielen Nöten um das tägliche Überleben zwischen Ruinen, vor allem Lebensmittel- und Brennstoffknappheit. Die für Westdeutschland und vor allem für Berlin wichtige Zeit des Wiederaufbaus nach dem zweiten Weltkrieg wird äußerst lebendig beschrieben. Als absolutes Lesehighlight würde ich dieses Buch Lesern empfehlen, die diese Epoche deutscher Geschichte nicht miterlebt haben. Der geschichtliche Hintergrund wird sehr unterhaltsam in Schreibstil und Wortwahl angeboten, nicht belehrend. Charakteren waren meist sympathisch, menschlich realistisch in all seinen Nöten beschrieben, nur mit Inga und dem Ladenbesitzer Kluth als negative Gegenpole. Die Gefühlswelt von Nora, hadernd zwischen ihrem verschollenen Ehemann Joachim und dem US-Piloten Matthew, hätte vielleicht etwas rarer ausgebreitet werden können. Das Cover stellt eine wichtige Szene mit den Rosinenbombern dar – gelungen.
Profile Image for _ich. lese_.
849 reviews2 followers
July 12, 2023
Zeitgeschichte

Berlin 1948. Der zweite Weltkrieg ist zuende und trotzdem herrscht an allen Enden ein Mangel. Vor allem um eingekesselten Westsektor.
Nora schafft es kaum noch ihre Kinder zu ernähren, ihr Ehemann gilt immer noch als vermisst, die ist alleine verantwortlich. Sie gibt aber nicht auf und findet einen Job auf beim Flughafen Tempelhof. Dort trifft sie auf den amerikanischen Piloten Matthew und verliebt sich in ihn. Allerdings sind die Schuldgefühle gegenüber ihrem vermissten Ehemann groß.

Das Cover passt sehr gut zur Geschichte, man weiß quasi gleich auf was man sich einlässt. In letzter Zeit habe ich öfter Bücher aus der Zeit gelesen.
Ein sehr angenehmer Schreibstil, gut zu lesen und eine sehr berührende Geschichte. Ich mochte Nora sehr gerne, eine unglaublich starke Frau, die alles für ihre Familie tut. Ich fand es total spannend die Zeit der Rosinenbomber mitzuerleben.
Eine unterhaltsame und erlebnisreiche Story die mich ganz gut unterhalten hat. Für mich ein Stück Zeitgeschichte.

81 reviews
June 3, 2023
Prägende Erlebnisse

Der Roman setzt im westlichen Sektor Berlins 1948 an. Der Krieg ist zu Ende, die Konsequenzen und Nachwirkungen dieser Zeit erleben die Menschen in Form von Not und Elend.
Die Protagonistin ist Nora, eine junge Mutter zweier Kinder, deren Ehemann nach dem Krieg als vermisst gilt und der nicht mehr zurückkehrt. Sie findet trotz der schwierigen Situation auf dem Arbeitsmarkt eine Übersetzertätigkeit bei der Air Force, um ihre Familie halbwegs über die Runden bringen zu können. Dort trifft sie auf den Piloten Matt, bei dem sie ihr neues Glück gefunden zu haben scheint. Wie wird sich das Leben von Nora und ihrer beiden Kinder durch das Eintreten eines neuen Mannes verändern…
Der Schreibstil von Juliana Weinberg ist flüssig und dementsprechend lässt sich das Buch trotz des belastenden Inhalts gut lesen. Nebenbei erfährt der Leser einiges über die Berliner Geschichte.
Profile Image for Hexenaugen.
163 reviews
April 21, 2023
Meinung:

Spannender und fesselnder Roman

Oft ist ein Roman viel zu schnell ausgelesen. So ging mir das bei diesem.
Ich hatte mich tief in die damalige Zeit reinversetzt, die bedrückende Atmosphäre im damaligen Berlin.
Die Angst vor den Russen, kaum was zu essen.
Die Geschichte der Berliner Nachkriegsentwicklung, die wachsende Ost-West-Teilung, mit den Problemen, an die der normale Bundesbürger nicht denkt. Und dann verliebt sich Nora in Matthew.
Eine spannend zu lesende Geschichte mit gut recherchiertem historischen Hintergrund.
Die persönliche Liebesgeschichte trägt zur Spannung bei.

Fazit:

Der Roman war mit ausgezeichnetem Schreibstil spannungsgeladen bis zum Ende, er hatte deutlich und eindringlich dargestellte Protagonisten, die keinesfalls nur einseitig in ihren Rollen beschrieben werden.
Ich hab das Buch gern gelesen und empfehle es genauso gern weiter.
Profile Image for Bibabuch .
231 reviews1 follower
June 4, 2023
Meine Liebe zu historischen Romanen hat mich in letzter Zeit oft in die Jahre in und um den zweiten Weltkrieg geführt. In „Die Kinder der Luftbrücke“ bekam ich das Geschehen aus einem anderen, sehr interessanten Blickwinkel aufgezeigt. Eingebettet in eine zauberhafte Liebesgeschichte,
beschreibt Juliana Weinberg sehr mitfühlend das Berlin der Jahre 1948/49. Bisher war „die Luftbrücke“ für mich nur ein abstrakter Begriff, aber durch dieses Buch konnte ich mitfühlen und mitfiebern und habe mich gefühlt, wie mitten in der Geschichte drin. Während der Lesezeit „war ich ein Berliner“.
Displaying 1 - 24 of 24 reviews

Can't find what you're looking for?

Get help and learn more about the design.