Wohin mit dem plötzlichen Geld? Als sein Vater stirbt, nimmt der Taugenichts Meise das unerwartete Erbe und begibt sich auf Reisen. Die Ausgeben statt horten. Er hat sich geschworen, alles anders zu machen als sein Vater. Doch zurück in Berlin findet er nicht mehr in sein altes Großstadtleben zurück. Von dem verbliebenen Geld unternimmt Meise eine letzte in die tiefste westdeutsche Provinz – auf ein Weingut im Moseltal. Dort erwartet ihn ein Kulturschock sondergleichen, auf den er nicht vorbereitet ist. Und er muss sich ein paar unbequemen Fragen stellen, die sich nicht mehr beiseite schieben lassen. Wie will ich (nicht) leben, wie will ich (nicht) arbeiten, welche Beziehungen will ich (nicht) führen? Auf dem dörflichen Großereignis des Sommers, dem Weinfest, kommt es schließlich zum großen Showdown. Tragisch und komisch, mit präzisen Beobachtungen und jeder Menge schwarzen Humor lässt Nagel seinen Helden Meise scheitern – mal an sich selbst, mal an den Anderen.
Thorsten Nagelschmidt, 1976 in Rheine geboren, ist Schriftsteller, Musiker und Künstler.
Bis 1993 bis 2009 war er Sänger, Texter und Gitarrist der Band Muff Potter, die in dieser Zeit ein Demotape, sieben Alben und mehrere Singles veröffentlichten und über 600 Konzerte spielten. Von 1993 bis 1998 brachte er das Fanzine Wasted Paper heraus. Als Gastmusiker arbeitete er mit Künstlern wie Chuck Ragan, Kreator, Oliver Koletzki und dem hr-Sinfonieorchester. Mit seiner Linoldruckserie „Raucher“ hatte er seit 2011 deutschlandweit zahlreiche Ausstellungen.
Unter seinem Künstlernamen Nagel veröffentlichte er die Romane »Wo die wilden Maden graben« (2007, Ventil Verlag, das Hörbuch wurde von Farin Urlaub, Axel Prahl und Nagel eingelesen) und »Was kostet die Welt« (2010, Heyne Hardcore, beim Label Audiolith erschien eine musikalische Umsetzung des Romans) sowie die Sammlung von Fotos&Stories »Drive-By Shots« (2015, Ventil Verlag).
Seit 2007 gab er Hunderte von Lesungen in Deutschland, Österreich und der Schweiz und unterstützte internationale Autoren wie Irvine Welsh und John Niven auf deren Lesereisen. Seit Anfang 2017 ist er Gastgeber der Lese-&Labershow »Nagel mit Köpfen« in der Berliner Fahimi Bar.
Im Februar 2018 erschien sein neuer Roman »Der Abfall der Herzen« als Hardcover bei S. Fischer und als ungekürzte Hörbuchfassung bei Grand Hotel van Cleef.
Meise ist jung, Alleinstehende und hat Geld, dass er unbedingt ausgebend möchte. Nachdem er eigentlich die ganze Welt schon gesehen hat, macht er nun Urlaub in Deutschland - an der Mosel. Dort erwartet ihn ein Potpourri an Klischees und Dorfleben. Der Hauptcharakter stellt sich ständig über die Dorf-Klischees und macht sich über die Leute lustig. Natürlich finde ich die Klischees auch witzig, aber es wurde einfach zu viel. Vielleicht war das auch gewollt, dann gefällt es mir jedenfalls nicht. Die Moselregion kommt als Urlaubsziel nicht unbedingt gut weg, was einerseits auch verständlich ist allerdings finde ich das konstante schießen dagegen auch ein bisschen zu stumpf und simpel. Die Handlung war vorhersehbar und wenig überraschend. Das Buch hat mich nicht ergriffen, ich habs nur zu Ende gelesen um mir sicher zu sein, dass es genauso endet, wie es angefangen hat. Geschrieben ist es aus der Perspektive des Hauptcharakters (ich-Erzähler) und trotzdem wird manchmal die Schriftart gewechselt und es kommt sowas wie ein innerer Monolog. Das ergibt für mich an dieser Stelle einfach keinen Sinn, weil wir sowieso schon die ganze Zeit an der Gedankenwelt des Erzählers teilhaben. Vor 5 Jahren hätte ich das Buch bestimmt noch besser bewertet.
Eigentlich gar kein schlechtes Buch der schreibstil war entertaining - aber der Plottwist, der CLEARLY von einem Mann geschrieben wurde, war irgendwie strange (So random ein Buch zu lesen was in der Heimat spielt - vor allem die 20-Seitige Beschreibung von einem Weinfest an der Mosel)
naja also. musste beim lesen zwischendurch zwar öfters herzlichst lachen, aber insgesamt ist es dann doch ein ziemlich beschissenes buch. soll auch so, glaube ich.
The Humorous Journey of the Self-Defeating Man For What It’s Worth by Thorsten Nagelschmidt is a funny novel about the adventurous, but self-defeating Meise, who finds himself easily annoyed and restless by what humanity has to offer. Much of the novel centers on a last trip to a vineyard in West Germany following a long journey through Europe, America, the Middle East, and Africa. During that tour around the Moselle (or Mosel) River vineyards, the reader learns much about Meise’s turbulent relationship with his family, his experiences on the earlier journey, and his romance with Verena. As the first person narrator, Meise is wonderful company, with a sharp, merciless eye for detail and characterization. His running commentaries on worn-out sayings are hilarious as the tired pearls of wisdom often surface in bizarre ways. The ebullient winery host Flo, with his “nonstop babbling,” serves as a touchstone for these clichés, but similar comments were offered in the past by Meise’s deceased father, establishing the narrator’s foundation of suspicion for traditional wisdom. Through a skillful and lively translation by Tim DeMarco, Nagelschmidt effortlessly guides the novel between present and past, imbuing the narrative with a charmingly intoxicating quality, especially given the abundance of wine and vaudevillian one-liners. Along with arch observations, For What It’s Worth is filled with thoughtful ruminations. Meise is avidly determined to search and explore, but not to achieve success in any traditional way. His ne’er-do-well existence is driven both by his compulsions (aversions to anything from grubby five euro bills to the dregs in a glass) as to his sensitivities: “Everything that seemed picturesque yesterday comes across as oppressive. Everything that was beautiful is now just menacing.” Nagelschmidt’s fills For What It’s Worth with Meise’s many misadventures, romantic and otherwise, which I will not spoil for the reader here. Let’s just say the climax is disarmingly disturbing and amusing as Meise’s emotions turn in surprising ways. A funny, smart novel, For What It’s Worth is a fascinating story of one man who embraces possibilities, but rejects success. DeMarco does a wonderful job of capturing Nagelschmidt’s sly wit and his gift for language, not easy qualities to translate. I highly recommend this novel and DeMarco’s translation.
Wenn man amüsantes Buch im Lexikon sucht, ist da bestimmt ein Bild von diesem hier (Insider für die, die das Buch gelesen haben).
Was kostet die Welt veranschaulicht wirklich sehr gut die eigene Welt, achwas den eigenen Kosmos der Dorfgemeinschaft und deren Sitten. In allen schlechten Seiten. Nagel lässt wirklich kein gutes Haar an den Provinzen im Westen Deutschlands inklusive Weinanbau. Dennoch ein Adoleszenzroman mit mehr als einem Gag. Um genau zu sein sehr hintergündiger und verständlicher Humor mit dem Hang zur (Selbst-)Identifikation. Zudem ist "Was kostet die Welt" ein Roman, welches sich getrost mehr als einmal lesen lässt ohne wirklich Langweilig zu werden. Ich habe den Roman quasi inhaliert, in drei Tagen. Danach erstmal Entzugserscheinungen.
Jeder der etwas nicht allzu schweres zur Unterhaltung sucht und nicht auf den Kopf gefallen ist wird es mögen (Es sei denn, die Person denkt, Unterhaltung wäre unter ihrem Niveau). Doch hinter Adoleszenz und (Wahn-)Witz verstecken sich Kritik und eine durchaus respektable Beobachtungsgabe der heutigen Provinzen. Ich als Teil Dorf, teil Stadkind kann ein Lied davon singen.
Gelesen und für gut befunden, zum sehr gut fehlt der Aha-Effekt. "Was kostet die Welt" erzählte mir nur Sachverhalte, die ich bereits wusste, nur noch nicht in Worte gefasst habe, verpackt in einer interessanten Geschichte.
Ich habe dieses Buch geschenkt bekommen, angefangen und eigentlich nur nicht abgebrochen, weil ich es nicht mag Bücher abzubrechen.
Es gibt hier Rezensionen, die sagen, dass es das lustigste Buch ist, das sie je gelesen haben. Ich habe glaube ich gar nicht gelacht, was aber scheinbar daran lag, dass es nicht mein Humor ist.
Die Hauptperson Meise ist mir sogar zu unsympatisch, als dass ich Mitleid mit ihm haben würde. Meise bekommt während des gesamten Buchs irgendwie nichts auf die Reihe und man weiß von Anfang an nicht, worauf die Geschichte hinauslaufen soll, aber eher in einem verwirrt-gelangweiltem als spannendem Sinn.
Das aus meiner Sicht einzig gute an dem Buch war der Schreibstil. Es gibt zwischendurch ewige Aufzählungen und sogar einen Satz der wirklich über vier Seiten geht! Das fand ich dann schon sehr beeindruckend.
Ansonsten nicht meins, aber scheinbar ein Buch, bei dem die Meinungen stark auseinandergehen.
Schreiben kann der Mann. Ich brauch mehr. Um nicht so sehr zu erden. Um ab und zu abheben zu können und mein Leben von außen zu betrachten. Manches kauft man ihm nicht ab. Aber der Rest ist ehrlich und verdammt genial.
Naja. Ich mochte Nagels Art sehr, wie er kein gutes Haar an der Provinz lässt und als Städter*in ist es, als würde einem an vielen Stellen einfach nur aus der Seele gesprochen werden. Jedoch war mir Meise beim Lesen die ganze Zeit über auf eine unangenehme Weise höchstunsympathisch...habe mich teilweise echt super schlecht gefühlt und für ihn fremdgeschämt - eher ein ungeeignetes Buch für Menschen mit Harmonie-Bedürfnis.
Nagel's debut about a fictionalized version of him, the singer of a German punk rock band between tours with his band and his struggle to cope with daily life back home, was a great and highly entertaining book. His second novel is interesting, too, but lacks what made his debut so good. It's alright though, and it was fun to hear him read earlier this week...