Das Buch "70 Meilen zum Paradies" beschäftigt sich mit dem Thema Flucht. Es geht um Siad und seine Tochter Shara, die von Somalia flüchten. Die Geschichte startet in Tunesien, wo die beiden mit anderen afrikanischen Flüchtlingen auf einen Schlepper warten, nachdem sie bereits fast ihre Ersparnisse dafür geopfert haben. Dieser soll sie nach Lampedusa bringen, was der Start für ein neues Leben in Europa sein soll. Auf dem Schlepper geht jedoch einiges schief, sodass die Flüchtlinge um ihr Leben kämpfen müssen.
Auch in Lampedusa angekommen, verläuft das Leben von Siad und Shara anders als erwartet.
Die Thematik und die Geschichte ansich ist sehr ergreifend und mit Sicherheit gut geeignet für Jugendliche, die sich mit dem Thema: "Flucht" auseinandersetzten wollen bzw. sollen. Es werden zum Teil die schrecklichen Bedingungen auf den Schleppern geschildert und ebenso der lange Weg und die vielen Hindernisse, die Flüchtlinge überwinden müssen.
Persönlich muss ich jedoch sagen, dass ich mir von dem Buch mehr Tiefgang gewünscht hätte. Obwohl mich das Thema sehr berührt, spüre ich trotzdem eine gewisse Distanz zu den Protagonisten. Leider kann ich nur schwer erklären woran das liegt. Ist die Schreibweise vielleicht für meine Altersgruppe nicht mehr so passend? Wäre es besser gewissen die Protagonisten näher zu charakterisieren? Wäre es besser gewesen, die Geschichte auszudehnen? Sollte die Handlung zu einem viel früheren Zeitpunkt beginnen?
Ich weiß es nicht.
Nichtsdestotrotz empfehle ich vor allem jüngeren LeserInnen einen Blick darauf zu werfen! Das Buch ist wirklich nicht schlecht und verdient auch für seine thematische Aufarbeitung Anerkennung.