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VILM #1

Der Regenplanet

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Eigentlich hatten sich die Siedler an Bord der VILM VAN DER OOSTERBRIJK das ganz anders vorgestellt. Doch anstatt sie wohlbehalten zu einer entfernten Kolonialwelt zu bringen, war der Weltenkreuzer auf einen namenlosen Planeten gekracht, auf dem es nur eines im Überfluss zu geben schien: Regen. Die wenigen Überlebenden improvisieren zwischen Schrott und Schlamm eine Zivilisation, der nicht nur Kaffee fehlt.
Der Regenplanet scheint nur auf sie gewartet zu haben - allerdings nicht, um sich erobern zu lassen.

219 pages, Paperback

First published January 1, 2009

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About the author

Karsten Kruschel

20 books5 followers

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Community Reviews

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14 (24%)
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20 (34%)
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19 (32%)
2 stars
4 (6%)
1 star
1 (1%)
Displaying 1 - 9 of 9 reviews
Profile Image for Felicia.
66 reviews2 followers
July 22, 2025
Die Erzählung startet direkt mit dem unerklärlichen Absturz des Weltenkreuzers "Vilm van der Oosterbrijk" auf einem namenlosen und dauerhaft verregneten Planeten und eröffnet auf diesem Wege gleich zu Beginn vielerlei Arten zu sterben. Die wenigen Überlebenden, die sich aus den Trümmern retten können, erkennen schnell, dass sie sich in der feuchten, lebensfeindlichen Umgebung mit unbekannter Flora und Fauna auf einen langen Überlebenskampf einstellen müssen. So entsteht bald eine neue, primitive Zivilisation aus Mensch, Technikbruchstücken und Wildnis, in welcher die ständige Frage nach Rettung und die planetarischen Einflüsse einander abwechseln.

Die Erzählweise ist alles andere als linear. So gibt es keinen festen Stamm an Protagonist:innen, sondern viele verschiedene Figuren, die man episodenartig begleitet. Gleichzeitig spielen sich diese Segmente auch noch in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft ab und werden teilweise von massiven Zeitsprünge verschnitten. Die hinzukommenden kreativen Begrifflichkeiten, die Reparatur-Mechanismen, Gentechnik und außerirdisches Leben und Krankheiten beschreiben sollen, tragen zur Verwirrung und Fremdartigkeit bei. Diese Aspekte stellten zwar mitunter eine ziemliche Lese-Herausforderung dar, gerieten aber durch die spannende klimagetriebene Weltenschöpfung und die beschriebenen menschlichen Abgründe in den Hintergrund. Das bedrückende Bild von Überleben, Umwelteinflüssen und menschlichem Verhalten in Extremsituationen war atmosphärisch sehr dicht und gewann mit der Zeit eine ökologisch-politische Tiefe. Auch die Frage, was „Menschsein“ überhaupt bedeutet, wenn alles sich ändert, fand ich neben den Aspekten von Kolonisierung und Anpassung sehr interessant und war deshalb für den Großteil der Erzählung begeistert.

Und dann kam das letzte Drittel und überschritt für mich eine klare Grenze und das war der Umgang mit der Sexualität von kindlichen und jugendlichen Figuren im Zusammenhang mit den sogenannten Ein-Gesichtern, einer heimischen hundeähnlichen Art. Ich fand nicht nur den fehlenden kritischen Rahmen furchtbar, ohne den die sexuellen Handlungen von Kindern mit tierartigen Wesen zum Teil ästhetisiert beschrieben wurden. Was zur Hölle. Es fand keine moralische Distanz oder Reflexion über Machtverhältnisse, Traumatisierung oder ethische Grenzen statt. Was Kruschel als „natürliche“ Anpassung an den Planeten dargestellt, bei der allerdings nicht klar wird, ob die Kinder selbstständig gehandelt haben oder durch biologische Steuerung oder Schwarmintelligenz manipuliert wurden, war für mich eine krasse Grenzüberschreitung. Es ist mir egal, ob es sich dabei um ein provokantes Gedankenexperiment von Kruschel handelt, bei dem die Ein-Gesichter symbolisch für Entwicklung jenseits der menschlichen Biologie, Moral und Gesellschaftsstruktur stehen sollen. Ich als Leserin bleibe im Hier und Jetzt und lese selbstverständlich mit menschlicher, ethischer Brille. Und dann kann mich diese merkwürdige posthumanistische Perspektive, in der Werte wie Scham, Sexualmoral oder Kindheit aufgelöst oder transformiert werden sollen, nur schockieren. Dieser verantwortungslose Umgang mit heiklen Themen der sonst so reflektierten Geschichte hat mich total abgestoßen, sodass ich mich inzwischen echt frage, was ich da gelesen habe und wie es passieren konnte, dass eine spannende und vielversprechende Geschichte so dermaßen falsch abbiegen konnte.
Profile Image for PetSch.
62 reviews
May 26, 2019
Eher ein Roman, der sich in Kurzgeschichten aufteilt.
Hat mir gut gefallen. Macht Lust auf die Fortsetzungen (bestellt...)
Profile Image for Ntav.
10 reviews3 followers
November 14, 2011
Die ersten Sätze
Hatte das alles nicht mit She Tsi begonnen, dem kleinen stillen Chinesen?
(Band 1. Der Regenplanet)
Eine Runde von Kapitänen saß beisammen, an einem geräumigen Sechsertisch, von dessen Sitzplätzen einer sorgsam freigehalten wurde.
(Band 2. Die Eingeborenen)

Inhalt

Nachdem das riesige Raumschiff aus unbekannten Gründen auf einen Planeten abgestürzt ist, auf dem es andauernd regnet, müssen sich die Überlebenden irgendwie arrangieren. Ihre Versuche, um Hilfe zu rufen, scheitern (zunächst scheint es so …)
Aus den Resten des „Weltenkreuzers“, die wie ein Gebirge aus Schrott auf der Oberfläche liegen, holen sie alles irgendwie Verwertbare heraus … sie versuchen, sich an das miese Wetter zu gewöhnen, was nicht allen gelingt. Sie errichten Siedlungen und finden es irgendwann überflüssig, auf Rettung zu hoffen. Der Planet Vilm mit seiner eigenartigen Fauna und Flora wird allmählich zu ihrer Heimat … für die Kinder der Gestrandeten ist er es von Anfang an. Sie kennen nichts anderes und schliessen Kontakt zu einer einheimischen Lebensform. Sie werden zu etwas, das nicht mehr ganz menschlich ist …

Ein Weltraumlotse, der nicht mehr lange zu leben hat, entdeckt schliesslich den jahrzehntealten Hilferuf. Als auf Vilm endlich Rettungstruppen eintreffen, will sich aber kaum jemand retten lassen … Die Vilmer müssen sich politisch gegen die Fremdbestimmung durchsetzen und tun es auf durchaus schlitzohrige Weise. Sie treten selbstbewußt als neues Volk in einem Kosmos voller seltsamer Völker auf, die alle mal Menschen waren, sich aber auf seltsame Art entwickelt haben. Die Vilmer empfangen Touristen und behandeln sie so, wie sie es verdienen … und am Ende begreifen sie, dass sie mit genau jenen Leuten Bündnisse geschlossen haben, die seinerzeit den Absturz verursachten. Politik, zähneknirschend ertragen.

Fazit

Die beiden Bücher bilden gemeinsam einen Roman, der aus selbstständigen Erzählungen bzw. Kapiteln zusammengesetzt ist. Keine Hauptpersonen, keine durchgehenden Handlungsstränge. Der Planet selbst ist der Protagonist der beiden Bücher … und all die Erzählungen sind auf vielfache Weise miteinander verbunden.
Es macht Spass, die Querverbindungen zu entdecken – wenn etwa ein ganz düsteres Kapitel, in dem Schiffbrüchige mit einem schrottreifen Fluggerät aufsteigen, um einen Hilferuf abzusetzen, später aufgegriffen wird, als der Lotse den Ruf wider Erwarten auffängt … und nochmals ganz am Ende, als das Wrack desselben Flugzeugs unter seltsamen Umständen aufgefunden wird.
Die Nachricht, die ein Raumfahrer während des Absturzes praktisch im Moment seines Todes absetzt, langt am Ende des Romans doch noch an … Jahrzehnte verspätet.

Die Figuren machen dramatische Entwicklungen durch: Aus der snobistischen Eliza wird eine tapfere Frau, als sie ihren Arm einbüsst, um die Überlebenden zu retten … später eine taffe Eingeborene.
Der starrsinnige Knabe Will mausert sich zum Regierungschef. Und die Kinder auf Vilm entwickeln sich zu seltsamen, faszinierenden Wesen, die vertraut und doch fremd wirken.
Insgesamt sind die beiden Bücher (unbedingt zusammen lesen) eine Fernsehserie ohne Bilder … die Dinge, die geschehen, haben im Hintergrund alle mehr oder weniger miteinander zu tun … die Bilder dazu macht sich LeserIn selbst …
… so man es ertragen kann, auch mal eine ungewohnte, mosaik-ähnliche Erzählstruktur zu entschlüsseln, in der trockene Erklärungen absolute Mangelware sind. Stattdessen malt der Autor starke Bilder… Kopfkino halt.
Gesamteindruck

5 Sterne: Spannende, originelle, intelligente Unterhaltung mit Tiefgang und Suchtpotential.

(… die offen bleibenden Rätsel im Hintergrund sind ein geschickter Schachzug, denn LeserIn wie meinereiner denkt noch lange darüber nach, was es mit den Päpstinnen auf sich hat … mit der goldenen Bruderschaft, den Karnesen und dem epsilonischen Raumschiff … der Strahlung, die Leute versteinern lässt … und den Regendrachen.)

… ausgezeichnet mit dem Deutschen Science Fiction Preis 2010 als bester Roman.
Profile Image for Reinhard.
1 review
February 29, 2012
Wenn man in die von Karsten Kruschel erschaffene Welt eintaucht hat man anfänglich das Gefühl alles spiele sich nicht nur in einer anderen Zeit ab, sondern ist völlig fernab jeglichem menschlichem Verständis. Mir missfiel die anfängliche Wortschaffung für alle möglichen Begriffe die oft nicht handlungsrelevant sind (damit meine ich nicht jene neuen Namen am Planeten, welche ich für das Begreifen des Buches durchaus wichtig finde). Diese Worterfindungen zu technischem Schnigg-Schnagg muss man aber lassen sind sehr kreativ und klanghaft und zu meines Begeisterung nicht an das Englsiche angeneigt. Denn obwohl ich englische Science Fiction bevorzuge finde ich es in Deutschen SciFi nicht sinnvoll zwanghaft englische Worte einzubauen.
Zur schreibweise selbst ist vor allem zu betonen, dass das Buch nicht aus der Ich-Perspektive erzählt, oder einen Hauptcharakter vertritt. Wer die Hauptrolle in dem Buch spielt darf sich der Leser mehr oder weniger selbst aussuchen. Dennoch gibt es aber einen geschlossenen Handlungsstrang der sich durchzieht und das Lesen sehr spannend gestaltet. Das "Was wäre, wenn..." SciFi-Gedankenspiel wird in diesem Buch ausreichend praktiziert, jedoch nicht üebrstrapaziert.
Obwohl ich anfänglich eher wenig mit dem Buch anfangen konnte, da ich nicht unbedingt Fan von SciFi ern der Realität bin, fühlte ich mich schnell in die Erzählungen über den Planeten und seine neue Bevölkerung ein und vermisste den Lebensweltlichen Bezug nicht mehr so sehr. Unter anderem auch deswegen, weil dieser sich ohnehin mehr und mehr aufbaut. Meines Empfinden nach wird der Verständniskonflikt zwischen den Generationen sehr gut dargestellt und findet durchaus realistische Parallelen.
Profile Image for Telaara Dunwin.
151 reviews4 followers
May 3, 2022
Da dies der 1. Teil eines 2bändigen Werkes ist, kann ich es schlecht bewerten. Was ich allerdings jetzt schon sagen kann, ist, dass Karsten Kruschel den Kurd-Lasswitz-Preis zu Recht erhalten hat. Eine großartig erzählte Geschichte mit einem derartig spannenden Unterbau, dass man unbedingt mehr aus diesem Universum lesen möchte. Bin nun auf den 2. Teil gespannt ... und ich glaube, mittlerweile gibt es sogar schon einen dritten.
Profile Image for Philipp.
704 reviews225 followers
March 30, 2017
Fairly straightforward SF, nothing different - a ship full of settlers is stranded on the wrong planet after sabotage, the children become used to the planet and 'merge' with the local flora/fauna, the parents mostly do not really cope. After the intro it's more of a collection of connected short stories than a novel. The last chapter on all the drugs is a rather dry list of what fruit can do what, not sure what the point of that was.

Overall, this reminded me of the Perry Rhodan books, I still have a pile from the 60s and 70s - lots of straightforward narrative with lots of exposure, many unresolved questions to make the reader buy subsequent issues.
Profile Image for Frank Becker.
248 reviews4 followers
January 29, 2023
Eine etwas verwirrende Sammlung von zusammengehörenden Geschichtchen; nicht wirklich schlecht, aber auch nicht richtig gut. Die handelnden Personen wechseln und verschwinden zum Teil wieder. Die Zeit schreitet in Sprüngen voran, es fehlt mir aber ein bisschen der Faden...
Profile Image for Quiver.
1,135 reviews1,353 followers
April 19, 2016
Die Idee dahinter ist interessant, aber die Handlung entwickelt sich viel zu langsam. Es hilft nicht, dass manche Szenen in Zeitlupe vergehen. Auch die Erzählperspektive ändert sich oft, was die potenzielle Verbindung zwischen Lesern und Hauptfiguren bricht.
Displaying 1 - 9 of 9 reviews

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