Dieses Buch fasst die Geschichte der Habsburger als Herrscherfamilie auf 627 Seiten zusammen. Angefangen mit der Wahl Rudolfs I zum König des Heiligen Römischen Reiches bis hin zum Tod von Karl I, dem letzten Kaiser von Österreich, wird der Leser hier mitgenommen auf einem Marsch durch die Geschichte, bei dem nicht nur die gekrönten Häupter vorgestellt werden, sondern auch auf deren jeweilige Geschwister, Ehegatten und/oder Verlobten, Kinder und hin und wieder auch Geliebten, Angestellte, Untertanen und Feinde eingegangen wird. Mit viel Liebe zum Detail beschreibt Dorothy Gies McGuigan Liebes- und Ehegschichten, politische Entscheidungen, Freud' und Leid, Skandale, wichtige Ereignisse und Alltag der zahlreichen Kaiser, Könige und Erzherzöge sowie Aufstieg und Niedergang ihrer Herrschaft im Wandel der Jahrhunderte. Herausgekommen ist ein umfangreiches Buch, welches sich flüssig liest, von Anfang bis Ende interessant bleibt, und ganz nebenbei einen kleinen Einblick in die europäische Geschichte des zweiten Jahrtausends liefert, ohne sich dabei in politischen Details festzubeißen. Hier kommen auch die weniger bekannten Mitglieder der Familie Habsburg zu ihrem Recht - auch wenn natürlich Persönlichkeiten wie Maria Theresia, Marie Antoinette, Franz Josef, Elisabeth und Rudolf sowie Ereignisse wie etwa die türkische Belagerung Wiens, der Wiener Kongress oder das Attentat von Sarajewo nicht fehlen.
Das hohe Maß an Recherche, welches hinter diesen Buch steht, ist offenkundig, auch wenn nicht alle Quellen dem Anspruch einer wissenschaftlichen Arbeit genügen würden. Eine wissenschaftliche Arbeit soll es aber auch gar nicht sein. Es ist vielmehr ein überzuegendes Gesamtbild, ein Zwischending zwischen Lehrbuch und Roman, unterhaltsam, interessant und lehrreich. Aus diesem Grund empfehle ich dieses Buch uneingeschränkt jedem weiter, der sich auch für die Habsburger abseits der großen Namen interessiert!
Zitat aus dem Vorwort des Buches:
"keine wissenschaftlich "erschöpfende" Darstellung, trotz aller reichlich investierten Akribie, sondern ein Familienroman reinsten Wassers, vor dem alle Buddenbrooks, Barrings und Forsythes dieser Welt verblassen, denn mit so viel Aufstieg und Niedergang, Glück und Ende kann keine poetische Phantasie Schritt halten."