Wang Shuo(王朔) is a Chinese author, director, actor, and cultural icon. He has written over 20 novels, television series and movies. His work has been translated into Japanese, French, English, Italian, and many other languages. He has enormous cultural status in China and has become a nationally celebrated author.
In der Bibiliothek nach David Foster Wallace gesucht und zufällig auf einen der beliebtesten Autoren Chinas gestoßen: Wang Shuo.
»Oberchaoten«, in den 1980er Jahren geschrieben, gibt einen guten Eindruck davon, was man in China als Rowdy- oder Hooliganliteratur bezeichnet. Da geht es um Gruppen von Nichtstuern und -nutzen, von Gaunern und Faulpelzen, die die Regeln brechen, nach ihrer Fasson leben und sich gerne auch mal über andere lustig machen.
Weil nichts klappt, beschließt in »Oberchaoten« so eine Gruppe ihr Geld schließlich mit der Literatur zu verdienen. Die Ressorts werden ausgewürfelt: einer bekommt »Bauernliteratur«, der andere »Moderne« und auch der Literaturkritik (das heißt, der lobhudelnden Besprechung der Kollegen-Werke) darf sich jemand widmen. Aber statt was aufs Papier zu bringen, zocken die »Schriftsteller« bis in die Morgenstunden Mahjongg und schwätzen über den Literaturbetrieb - oder zumindest über das, was sie für den Literaturbetrieb halten.
Irgendwann kommt dann doch Bewegung ins Spiel, als die Clique beschließt eine bankrotte Zeitschrift aufzukaufen - wie auch immer das ein Häufchen an Habenichtse bewerkstelligen soll. Wie dem auch sei, die okkupierte Zeitschrift bringt ihre qualitativ zweifelhaften Texte an den Mann und mehrt ihren Ruhm. Alles scheint prächtig zu laufen, bis schließlich Neider auf den Plan treten und die Clique vor dem Richter landet...
Eine über weite Stellen unterhaltsame und oft auch witzige Lektüre, der er es an einem befriedigenden Plot mangelt. Leicht zu lesen, aber ob die Episoden von Wang Shuos »Oberchaoten« lange im Gedächtnis bleiben, ist zu bezweifeln.