Johanna Rübenstrunck ist 26, Redakteurin bei einer Frauenzeitschrift und aus Überzeugung und Zeitmangel Singe, was ihr eine Menge Ärger und unnötige Komplikationen erspart, bis zu dem Tag, als sie ich Chef dazu zwingt (natürlich zu Recherchezwecken) im Internet einen Mann aufzureißen. Sie trifft Boris im Chat. Nachdem sie ihn einen Partnerschaftstest machen lässt und sie die unglaubliche Übereinstimmung von 397 von 400 Punkten erreichen, steht für sie fest: Er könnte ihr Traummann sein. Dumm nur, dass Boris, eine anmutige Gazelle erwartet. Was wird er dazu sagen, wenn stattdessen ein trächtiges Nilpferd vor ihn tritt? Zum ersten Mal sieht sich Johanna mit dem Problem einer Diät und Selbstzweifeln konfrontiert.
Ab einem bestimmten Alter ist das Singledasein wie eine Krankheit (S. 36) Gerade heute, wo der Trend wieder mehr hin zur Familie geht, steht eine Frau unter großem gesellschaftlichem Druck. Schon mit Mitte zwanzig muss man sich dafür rechtfertigen, Single zu sein. (S. 51).
Das stimmt leider und Johanna muss sich diesem Thema zum ersten Mal in ihrem Leben stellen. Aus einer patenten Jungen Frau, die gewöhnt ist Probleme anderer zu lösen, wird dadurch eine unsichere junge Frau, die sich mit Diäten und Zwangsjoggen selbst quält und darin von ihren gertenschlanken Freundinnen unterstützt wird.
Prinzipiell ein tolles und wichtiges Thema, aber leider zerfasert sich das Buch in verschiedenen Ansätzen und Handlungen statt sich witzig auf einen Aspekt zu fokussieren. Zur E-Mail Bekanntschaft (wirklich nichts Neues, das kennt man schon aus E-Mail für Dich und Gut gegen Nordwind: Roman), kommt noch Verliebt in den Chef und verrückte, drogensüchtige Freundin des kleinen Bruders, gestresste übernächtigte Mutter von 3 Kindern und Sex in the City Freundinnen. Ein wenig zu viel des Guten für meinen Geschmack.
Auf S 140 war bei meiner Ausgabe von 2007 zudem ein lustiger Tippfehler "Marianne war zur Salzsäure erstarrt".
Wirklich romantisch war die Szene mit den zwei beschrifteten Schnecken, obwohl sie ein wenig bemüht wirkte.
Fazit: Das Buch versucht zu viele Themen auf ein Mal aufzugreifen und wirkt dadurch unfokussiert und teils doch etwas bemüht. Dennoch liest es sich locker, leicht und witzig. Insgesamt sehr vorhersehbar, leider.