An Kerstin Giers Geschichten mag ich neben dem herausragenden, sehr sympathischen Humor der homodiegetischen Erzähler auch, dass man stets sogleich in die Handlung hereinfindet.
Dies ist das erste Buch für Erwachsene, das ich von der Autorin lese und ich muss sagen, auch der Erwachsenenliteratur steht der unverkennbar spritzige Charme ziemlich gut.
Die Protagonistinnen kommen bei Kerstin Gier ja immer ziemlich ähnlich an: naiv, weltfremd und tollpatschig. Das sehe ich aber nicht negativ, sondern eher als Running Gag oder Markenzeichen.
Die vorliegende Geschichte dürfte besonders für Frauen um die dreißig interessant sein, wenn man sich gerne mit Protagonistinnen identifiziert. Das war für mich in diesem Buch nur bedingt möglich, trotzdem habe ich mit Elisabeth mitgefiebert und mir nicht selten gedacht: Schlimmer kann es immer kommen! Die Geschichte ist echt amüsant, allerdings nicht mitreißend, sie ist erheiternd, aber nicht weltbewegend.
Ein weiterer Punkt, der mich ein wenig gestört hat, ist, dass es an den meisten Stellen leider voraussehbar war. Schon von Anfang an war aufgrund gewisser Andeutungen klar, dass Elisabeth das Glück nicht auf die angestrebte, gutbürgerliche Art finden soll. Und was dagegen sprechen wird, steht sowieso schon fest: Ihr ach so treuer Alex! Aber ich denke, dass Kerstin Gier das gewollt hat und auf andere Qualitäten setzt. Denn stattdessen sitzt man dann da und wartet die ganze Zeit auf den Moment der Untreue. Letztendlich kommt dann aber ganz klischeehaft das eine zum andern. Man kann also zusammenfassend sagen. Auch in diesem Buch wird das Rad nicht neu erfunden.
Aber gute Laune macht es allemal.
Ich habe das Buch als Hörbuch gehört und kann euch erfreut mitteilen, dass wir dieselbe Sprecherin wir in anderen Gier-Romanen haben. Also ein sehr angenehmes Leseerlebnis!