Während einer Pferdeshow verschwindet "Lady", das 29 Jahre alte Pferd eines Teilnehmers. Wurde es entführt? Aber wer könnte Interesse an dem alten Tier haben, das eigentlich keine 100 Dollar mehr wert ist? Der Spürsinn der drei ??? ist geweckt. Schnell werden die Ermittlungen jedoch zu einem gefährlichen Unterfangen, als die drei Detektive aus Rocky Beach bedroht werden - schwarze Federn sind das Warnsignal, das die unbekannten Täter hinterlassen. Bald führt eine heiße Spur die drei Detektive in die "Schlucht der Dämonen", einen unheimlichen Ort mitten in der Wüste. Nur zu Pferd kann das unwegsame Gelände erkundet werden und Justus, Peter und Bob müssen fest im Sattel sitzen, um dieses gefährliche Abenteuer bestehen zu können.
Beginnt echt vielversprechend und das Cover verspricht noch viel, viel mehr, aber das war‘s leider auch schon. Sehr voraussehbar, wer letztendlich die Tat begangen hat. Dass mal wieder Natives in den Dreck gezogen werden, kotzt mich einfach nur an. Warum machen die das immer? Ich versteh‘s einfach nicht, und kann allein deswegen nicht besser bewerten. Hab nur das Wort „Rothaut“ gehört und der Fall war für mich gelaufen.
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Es ist immer wieder enttäuschend, dass die "Drei Fragezeichen" Reihe nicht davon abzukommen scheint, Indigenous People von Turtle Island als Plotpunkt zu benutzen. Selbst in diesem Fall, wo am Ende herauskommt, dass gar keine Natives in den Diebstahl, um den es geht, involviert waren, wird ihre Kultur als ein Mittel verwendet. Es werden ausschließlich Slurs verwendet ("Rothaut" und "Indianer") anstelle der Begriffe „Native“ oder „indigen“. Indigene Menschen werden als leichtgläubig dargestellt, weil sie an Legenden glauben. Peter bezeichnet die Kitanemuk als "blutrünstige Indianer" und fürchtet sich, dass diese über die Gruppe herfallen könnten. Für den Großteil des Buches sieht es so aus, als wären die Natives Diebe und gefährlich. Die titelgebende „Schlucht der Dämonen“ soll Schauplatz einer blutigen Schlacht gewesen sein, in der Natives die Siedler abgeschlachtet haben – die Geschichte zeigt uns, dass solche Schlachten generell genau andersherum verliefen. Ein indigener Mensch wird als Säufer dargestellt. Interessanterweise wurde wenigstens ein Stamm genutzt, der tatsächlich in Kalifornien beheimatet ist, anstatt nur generell "Indianer" zu sagen, wie es bei 3??? oft der Fall ist. Allerdings bin ich unsicher, wie viel mehr Recherche in die Darstellung der Natives eingegangen ist - beispielsweise wird ein männlicher Native, der in den Bergen den Einsiedler für Touristen spielt, als "mit Kriegsbemalung und Tomahawk" beschrieben. Ich bin bei Weitem kein Experte für Kitanemuk, aber laut dem, was eine schnelle Suche ergibt, war Bemalung eher etwas, was die Frauen dieser Kultur tun oder taten. Gut, zugegeben, dieser spezifische Charakter trägt auch einen Federschmuck ‚made in Korea‘, aber was hier offenbar nicht beachtet wurde, ist, dass Natives ihre Kultur sehr hochhalten. Nicht umsonst gibt es den Spruch „My culture is not your costume“. Ich wage zu bezweifeln, dass ein echtes Mitglied der Kitanemuk seine Kultur so miss-repräsentieren würde (oder auch ein Mitglied jedes anderen indigenen Stammes). Dieser Plotpunkt war also… ungeschickt gewählt. Weiterhin konnte ich zu dem ganzen Ding mit der "Feder-Drohung" – die zwar im Buch durch die Weißen orchestriert ist, jedoch als echter Kitanemuk-Brauch dargestellt wurde - nichts finden. Tatsächlich war der einzige Verwendungszweck, über den ich gelesen habe, der von Adlerfedern in Zeremonien zu Sommer- und Winteranfang.
Es ist immerhin schön, dass es am Ende rauskommt, dass die Natives gar nicht involviert waren - das ändert aber nichts daran, dass ein Großteil des Buches extrem rassistische Stereotype benutzt, und dass die Natives, anstatt echte, ausgearbeitete Charaktere zu sein, mehr ein Trope sind.
Man muss auch anmerken, in aller Fairness, dass oft in diesem Fall gute Ansätze genannt werden - so wird zum Beispiel darüber gesprochen, dass Natives in den USA stark sozial benachteiligt werden, es wird mehrfach von dem Gebiet als das Land der indigenen Menschen gesprochen, aus dem sie von den Weißen vertrieben wurden, und es gibt einen Moment, in dem Justus einem sich über die Natives lustig machenden Peter über den Mund fährt und ihm klarmacht, dass es nicht witzig ist, aber das kann nicht gegen den Rassissmus und die Stereotypisierung aufwiegen, zumal die eigentlichen „bad guys“ nicht etwa für ihre rassistischen Aktionen angeprangert wurden, sondern nur dafür, ein Pferd gestohlen zu haben. Hätte das Buch wenigstens acknowledged, wie gefährlich und rassistisch Begriffe wie „Rothaut“ und die falsche Darstellung von Natives sind, wäre ich vielleicht willens gewesen, besser zu bewerten. Ich rechne dem Autoren an, dass zumindest scheinbar recherchiert wurde, denn so bitter es ist, bei 3??? ist das meistens nicht der Fall, wenn eine fremde Kultur verwendet wird. Dennoch, dieses Buch ist rassistisch, absolut nicht zeitgemäß, und es muss sich etwas an dieser Herangehensweise ändern.
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