In der Reihe Piper Porträt ist 1985 dieses schmale Bändchen (69 Seiten inklusive 13 ganzseitigen Abbildungen plus Anhang) erschienen, das mir beim damalig ersten Lesen immerhin so gut gefallen hat, dass ich aus der Erinnerung heraus vier Sterne vergeben hatte. Beim Wiederlesen dann die herbe Enttäuschung: Amann schreibt im Ton des bescheid wissenden verständnisvollen Märchenonkels über Walser, und siehe da: alles fügt sich zu einem Bild, zu einem Leben, voila! Wo Walser vielschichtig, ironisch gebrochen, subversiv ist, erzählt Amann poetisierend und pathetisch von einem Leben, das er mit psychologisch oberflächlichen Erklärungen vielfach seiner Würde beraubt. Und ich kann mich nicht des Eindrucks erwehren, dass Amann sich mehr von seinem eigenen Sprachfluss mitreißen lässt, als sich an Walsers komplexen Texten behutsam heranzutasten an das Leben des Autors. Was mich damals sehr bewegt hat, befremdet mich heute: "Da wird er endlich gefunden. Zuerst von einem Hund. Dann von den Leuten vom nächsten Hof. Zuletzt von der Welt." Walser ist tot, es lebe Walser ...
La millor biografia que he llegit. Allunyada d'un banal repàs d'una vida, aquesta la fa d'una forma literària, poètica, repassant breument episodis claus de la vida de l'autor i complementant-los amb fotografies i textos de l'autor per a comprendre plenament cada text, cada idea concebuda en la ment més lúcida de l'Europa dels segles XIX i XX.