Eine Generation, die auf die Straße geht, um für ihre Zukunft zu kämpfen, sagt: Es darf kein »Weiter wie bisher« geben. Lena Schilling ist ihre Stimme. Sie erzählt die Geschichte einer Selbstermächtigung der Jugend, warum tausende junge Menschen politisch aktiv werden und die Praxis des Protests für eine klimagerechte Welt leben, warum und wie das politische und wirtschaftliche System in unserem Land grundlegend umgebaut werden muss. Wenn Entscheidungsträger:innen 20 Jahre lang verabsäumen, Änderungen einzuleiten, während die Klimakrise voranschreitet, braucht es radikale Antworten auf Probleme, die wir als Gesellschaft an ihrer Wurzel packen müssen. Weil wir eine Welt zu gewinnen haben.
Ich sitze da, Kaffee in einer Thermoskanne, Bauxit und Plastik, und lese davon, dass SchülerInnen streiken, die es nicht mehr tun. Ich denke an die Plastikflaschen und die Banner und daran, dass jetzt auch Limonade wirklich recycled wird und sich Cola mutig in Glasflaschen verkauft. So gesehen hat sich also doch etwas bewegt. Aber wir kaufen immer noch, wir brauchen immer noch mehr als die Welt hergeben kann und bauen, was sich nicht mehr abbauen kann. Ich sitze da und denke an Autobatterien und Atommüll. Die Uhr tickt einfach weiter und auch ich konsumiere fleißig. Schilling schreibt von der Krise, von Klimakatastrophen, Krieg und dem Unvermögen, das PolitikerInnen spüren. Dass auch sie nichts bewegen können. So wie wir auch. Ich muss schlucken, weil nur die Masse den Konsum bewegen kann und der Konsum bewegt die Wirtschaft und die Wirtschaft bestimmt den Raubbau an der Welt. An unserer Welt, die unser einziger Lebensraum ist. Bio kann sich niemand mehr leisten, abbaubare Plastiksackerl traut sich auch keiner mehr für den Müll zu, weil die Zellulose sich abbaut und der Müll öfter weg getragen werden muss. Jeder kauft Plastik. Alles ist wieder in Plastik. Dabei ist die Welt dich gerade erst rosiger geworden. All die Ersatzprodukte. Soja aus dem Regenwald. Genau so läuft die Welt. Es hört nie auf. Sind wur einfach zu viele? Ich sitze da und weiß, dass Sonnen- und Windenergie und der Aufbau eines passenden Stromnetzes der erste Schritt sein muss und frage mich, was in Photovolteikpanelen steckt. Es dreht sich alles immer im Kreis und demnächst gehen die Rohstoffe einfach aus. Vielleicht extrahiert man dann Lava in Italien seltener Erden wegen? Jedenfalls halte ich hier eine Anleitung vor mir wie man sich empört. Ende.
1. Kein Nestle und kein Coca Cola kaufen, teuer kaufen, mit Recherche kaufen, heimisch konsumieren (aber keine Tomaten aus Österreich im Winter - verzwickt) 2. Öffentliche Verkehrsmittel benutzen, dabei lesen und Kaffee trinken (Wo kommt der Kaffee her? Papier fürs Buch? Himmel, das Kindle hat einen Akku…vielleicht Bio Lavendeltee und ein Buch aus der Stadtbibliothek? - Ausbau öffentlicher Verkehrsmittel stockt - ich denke an Transitbahnen neben Autobahnen, die Pendler an den Staus vorbei in die Stadt befördern könnten, City Skylines mäßig, Schienen über der Autobahn, gerade und schnell zum Ziel) 3. Metallstrohhalme, Bambuszahnbürsten, Stoffsackerl kaufen, reich werden um gezielt zu konsumieren 4. Staatsschulden wichtiger als Klimakrise, Verantwortung wird aus der Perspektive genommen, obwohl seit immer mit fast fiktivem Geld gewirtschaftet wird - ohne Geld geht’s einfach nicht und KlimaaktivistInnen werden auch erwachsen 5. Arbeit nicht zu weit weg suchen, Homeoffice (Kann ich das meinen MitarbeiterInnen ermöglichen?), 12h Arbeitstag wieder aufgeflammt = aus dem 18.Jhr. 6. Machen online Supermärkte Sinn, weil ich nicht mit dem Auto einkaufe? Kann ich mit Leuten gemeinsam einkaufen fahren um Benzin zu sparen? Kann ich jemanden zur Arbeit mitnehmen? Was kann man jedes Monat einführen um klimaneutraler zu leben? - act now 7. Fleischverzicht, möglichst heimische Proteine (Bohnen, Linsen, Soja, Quinoa, Buchweizen,…) 8. Wer Straßen sät, erntet Widerstand, wer Widerstand leistet, kommt ins Handgemenge - und macht sich schmutzig, muss investieren und sich Gedanken machen. Man muss bei Protestkulturen mitmachen und wenn es wenigstens eine Unterschrift ist.
Macht des Konsumenten funktioniert aber nicht immer. So wurde auf die Verweigerung Schweinefleisch zu kaufen damit reagiert, dass Gemüse und billige Produkte wie Haferflocken teurer geworden sind. Sei es, weil mehr Menschen auf gesunde Nahrungsmittel zu setzen begangen, sei es, weil der Supermarkt das Wegwerfen des Fleisches kompensieren wollte. Auf jeden Fall musste die Politik dann Schweinebetriene nterstützen, anstatt auf den natürlichen Bedarf und den Wunsch der KonsumentInnen zu achten und Bauern zu bitten Jobs anzunehmen oder den Betrieb auf ein anderes Produkt umzustellen. So kann eine Wende nicht funktionieren. Übrigens werden Schweine und inzwischen auch viele Hühner zur Betäubung vergast. Das heißt, dass sie beim Kehlschnitt wahrscheinlich wieder aufwachen und zwei Todeskämpfe durchstehen müssen. Das Aufbegehren der KonsumentInnen hat also genau das Gegenteil bewirkt und viele mussten wieder aufwachen Schweinefleisch zurückgreifen, weil gerade die Produkte teurer geworden sind, die satt machen, wodurch die hohe Kalorienzahl von Billigfleisch wieder interessant geworden ist. So einfach ist es also gar nicht. Und dann gibt es so viele Abstufungen. Wo macht man Halt? Nur im See, Fluss oder Meer schwimmen? Ist das Frei- oder Hallenbad in Ordnung? Ist es in Ordnung, wenn man ein Schwimmbecken hat? Macht es die Verschwendung von Grundwasser wett, wenn man einen platzintensiveren Schwimmteich baut? Muss man die NachbarInnen zum frei verfügbaren Schwimmen einladen, damit nicht jeder ein eigenes Becken braucht? Wie viel Privatsphäre braucht der Mensch? Haus, Wohnung, Tiny house? Wo wohnen die Großeltern? Bei Schilling sind es die Tomaten aus Spanien und die Wintertomaten aus Österreich. Bei mir runzelt sich schon verzweifelt und überfragt die Stirn, wenn es um Kekse oder Eis am Stiel geht. Angefangen hat es mit Bananen und ArbeiterInnen in meiner Kindheit. Jetzt frage ich mich sogar, ob Tiefkühlgemüse vertretbar ist. Man muss wohl einfach eine persönliche Grenze ziehen und SünderIn bleiben. Tief beeindrucken tun mich Menschen, die es schaffen ein Gurkenglas Müll im Jahr zu produzieren. Ich glaube, ich kann das einfach nicht bewerkstelligen. Aber wenn sie das schaffen, dann könnte das jeder gut verdienende Haushalt sein. Ich besitze aber bewusst wenig Kleidung gegen Kinderarbeit. Dann stellt sich aber wieder die Frage, ob man die Statur für second hand hat und dass man nur im nötigsten Fall zu Carla gehen kann, weil man dort nach schönen Sachen greift, die dann weg sind für Leute, die einfach keine Wahl haben und bei Carla einkaufen müssen. Zu allerletzt kommt dann aber wieder die Frage auf, was passiert mit den NäherInnen, wenn die Nachfrage sinkt und vielleicht sogar Firmen wieder in Europa und unter besseren Bedingungen nähen ließen? Für mich persönlich bleibt die Welt ein Garten und ein Garten muss bewirtschaftet werden. Was ausstirbt, muss ersetzt oder durch passendere Pflanzen audgeforstet werden. Wo es früher Hamster gab, müssen wieder Feldhamster sein. Man muss sie eben gezielt mit Futterpflanzen ansetzen. Dann entsteht wieder ein Ökosystem drum herum.
Das Buch ist selber zwar nicht so gut, aber der Inhalt zu wichtig.