"Zeit des Verschwindens" erzählt zwei Geschichten, von Philipp und Christina, sie kennen einander nicht, aber etwas verbindet sie. Beide haben traumatische Verluste erlitten, mit denen sie umgehen lernen müssen. Und beide wollen verschwinden. In den Kapiteln wechseln sich ihre Perspektiven ab, wobei die Philipp-Kapitel stark überwiegen. Das wäre auch mein einziger Kritikpunkt, denn Christina bleibt im Vergleich zu ihm etwas blass. Beeindruckt hat mich, dass die Sprache, die ich anfangs als monoton und beiläufig empfand, schon nach wenigen Seiten einen starken Sog entwickelt, der mich nicht mehr losließ. Sehr nachdenkliches, trauriges Buch.
Sehr gut gefällt mir mal wieder sein Schreibstil. Er ist ein wahrer Dramaturg. Das Ende gefiel mir so gar nicht. Aber das Leben ist voll Überraschungen. Und so kostbar.