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Die Wiederentdeckung des Gehens beim Wandern: Harzreise

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Rare book

89 pages, Paperback

First published January 1, 1991

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Thomas Rosenlöcher

22 books3 followers

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Community Reviews

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2 (8%)
1 star
2 (8%)
Displaying 1 of 1 review
Profile Image for Andreas.
632 reviews42 followers
September 2, 2021
Ich habe das Buch entdeckt, als ich auf meiner Suche nach möglichen Kurzwanderungen auf den Harz stieß und von dort über Goethe und Heine auf Thomas Rosenlöcher. Dass er seine eigene Harzreise 1990 gemacht hat, kurz nach der Wiedervereinigung, war noch einmal eine zusätzliche Motivation.

Insgesamt weiß ich nicht genau, was ich von dem Buch halten soll. Der Schreibstil ist sehr blumig, allerdings gibt es auch lange Passagen, wo viele Sätze mit "Und" anfangen oder Verben fehlen. Diese hätte man besser wie ein Gedicht darstellen sollen, weil es in fortlaufender Form ermüdend ist.

Den Zusammenprall von DDR und BRD in dieser speziellen Übergangsphase 1990 löst der Autor auf satirische Weise, aber vieles bleibt oberflächlich. Am lustigsten fand ich noch, wie er mit einem alten 100 Mark Schein bezahlen wollte, oder wie sich die Leute plötzlich in der neuen Marktwirtschaft verhalten. Die Dialoge mit der nicht anwesenden Ehefrau waren auch köstlich.

Der Versuch, sich bei der Wanderung wie Goethe zu fühlen, scheitert auf mehreren Ebenen. Natürlich ist der Harz nicht mehr derselbe, was ein Wanderer an allen populären Orten zu spüren bekommen wird. Außerdem ist der Autor weder physisch noch psychisch auf so eine Reise eingestellt und ich hatte beim Lesen das Gefühl, dass er gar keine Lust hatte. Das kann natürlich auch an der Melancholie liegen, die im Buch durchscheint. Mich würde es nicht wundern, wenn sich herausstellt, dass das ganze Projekt eine Kneipenwette gewesen ist.

Spätestens bei der Stelle, wo sich ein Wanderer brüstet, dass er jeden Tag 50-60km geht, wusste ich nicht mehr, was ich von dem Buch halten soll. Wenn das alles eine Satire sein soll, dann ist es nicht lustig genug. Für eine klassische Wanderung ist es erstaunlich einseitig auf die negativen Seiten fokussiert. So kann man nur sagen, dass es einen kurzen Moment in der deutschen Geschichte einfängt, mit dem alle nach 1975 geborenen Leser wenig anfangen werden können.

2.5 von 5 Sterne, abgerundet auf 2
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