Ich hatte am Ende des Quartals noch drei "offene Posten" bei der Landeszentrale. Da mich nur zwei aktuelle Titel aus dem Katalog angesprochen haben, habe ich nochmal ein Kinderbuch für meine Neffen mitgenommen. Da es sich um ein Sachbuch über Berlin handelt, wird es wohl noch ein paar Jahre dauern, bis das Buch zum Einsatz kommen wird. Zur Zeit stehen nur fiktionale Geschichten hoch im Kurs. ;)
In diesem Buch werden Kinder auf 32 Seiten von Berlo, dem "Berlina Bär", durch Berlin geführt. Im ersten Teil erklärt Berlo kindgerecht die Berliner Stadtgeschichte von der Gründung 1237 als Kaufmannssiedlung, über Berlins Zeit als deutsche Reichshauptstadt und während der zwei Weltkriege, bis hin zur deutschen Teilung und Gegenwart. Im zweiten Teil (Hauptteil des Buches) bringt Berlo den Leser*innen interessante Berliner Sehenswürdigkeiten nahe – natürlich die üblichen Verdächtigen (Siegessäule, Gedächtniskirche, Schloss Charlottenburg & Co.), aber auch Skurriles (Café Achteck und handbetriebene Wasserpumpen) und explizit für Kinder Interessantes (Tierbauernhöfe, MACHmit! Museum und Badeseen). Die bunten Illustrationen von Katrin Merle lockern die kurzen Infotexte zusätzlich auf.
Zwei Dinge, die ich gelernt habe: 1) Der Name "Berlin" stammt aus der slawischen Sprache. Dort heißt "berlo" so viel wie "trockene Stelle im Sumpf" und "-in" ist das slawische Anhängsel für Ortsnamen. 2) 1939 hatte Berlin über 4,5 Millionen Einwohner (also deutlich mehr als heute!), aber nach Kriegsende (1945) lebten nur noch 2,8 Millionen Menschen in der Stadt. Macht total Sinn, aber das Ausmaß der Zahlen war mir so noch nicht unbewusst. Fast ein Drittel der Wohnungen wurden während des Krieges zerstört.
Ich finde den "Reiseführer" schön anzusehen und ich könnte mir auch vorstellen, dass eine gemeinsame Lektüre mit einem Kind Spaß machen würde, vor allem wenn man diese interaktiv gestaltet und sich über das Buch ein gemeinsames Ausflugsziel aussucht. Man wird hier aber keine Geheimtipps finden, demnach wüsste ich nicht, ob sich eine Investition in das Buch lohnt (...im regulären Handel kostet es immer hin 18,00€). Ein wirklicher Lesespaß ist es nicht, da es sich um ein Sachbuch mit kurzen Infotexten handelt.