Die alte Frau Mâ Maliga berichtet in Vertraulichkeiten von ihrem Widerstand gegen die Kolonialmacht, der Unabhängigkeitsbewegung, von Krieg und Armut in Kamerun. Der in der Schweiz lebende Autor Max Lobe hat die redselige schelmische Zeitzeugin in seiner Heimat aufgesucht und hält ihre Schilderungen literarisch fest, dabei zugleich immer die eigene Perspektive des Ausgewanderten reflektierend. Im Gespräch trinkt Mâ Maliga reichlich Palmwein und lässt auch den Besucher davon kosten. In einer Mischung aus leichter Trunkenheit und tiefer Ernsthaftigkeit erfahren wir so auf unvergessliche Weise von der Geschichte der Unabhängigkeit Kameruns.
Max Lobe is a Swiss-Cameroonian novelist, short story writer, and poet. In 2017, he received the Ahmadou Kourouma Prize for his novel Confidences about the Cameroon war of independence. He currently lives in Geneva where he founded GenevAfrica, an association that builds bridges between Swiss and African authors.
Max Lobe ist in Duala, Kamerun, geboren und aufgewachsen und ist als Erwachsener in Genf über den 'geheimen Krieg' gestolpert, der sich in den 1950er Jahren in Kamerun abgespielt hat. Der Unabhängigkeitskrieg, der so viel Leid mit sich brachte, über das aber niemand sprechen möchte. Der Autor beschließt, zurück in die Heimat zu fliegen und der Geschichte, die auch Teil seiner Geschichte ist, auf den Grund zu gehen. Dafür verbringt er einen Tag mit Mâ Maliga, einer alten Frau, die mitten im Wald, abseits der Städte lebt. Sie hatte als junge Frau alles miterlebt und scheut sich nicht, Max Lobe davon zu erzählen.
Das Buch ist eine Mischung aus den Gedanken des Autors, die sich viel um die Fragen seiner Identitätsfindung drehen, und den Erzählungen von Mâ Maliga, die der Autor sprachlich authentisch wiedergibt.
Mâ Maliga schildert ungeschönt einige Gewalterfahrungen im Kriegsumfeld, die schwer zu ertragen sind. Doch sie erzählt auch vieles vom gesellschaftlichen Leben im Dorf damals und heute. Ihr Urteil zu manchen Personen/Situationen oder erzählte Ansichten anderer sind manchmal harsch und für heute nicht zeitgemäß (z.B. Rolle der Frau, Bodyshaming). In Anbetracht ihrer Lebensumstände kann man aber, denke ich, darüber hinwegsehen.
Zu Beginn fiel es mir etwas schwer, in das Buch reinzukommen, da ich kaum Vorwissen zum politischen Kontext hatte. Ich empfehle eine kurze Wikipedia-Recherche 😅. Die Geschichte selbst, der Aufbau des Buchs und auch die authentische, unterhaltsame Sprache von Mâ Maliga hat mich aber stets bei der Stange gehalten. Zudem hat das Buch eine tolle Haptik!
Un excellent livre sur l’histoire récente du Cameroun racontée par une vieille dame ayant vécu les événements précédant l’indépendance. Du coup une histoire qui fait des tours et des détours, qui raconte la vie de cette femme, de sa famille. Intéressant et vivant.
Il est bien écrit comme livre. J'ai aimé l'approche. Mais je suis restée sur ma faim concernant cette période. J'ai appris quelques trucs quand même de ce qui s'est passé pendant la "guerre cachée" d'indépendance du Cameroun. :)