2030, mitten im Die 17-jährigen Zwillinge Danilo und Malika sind an Bord des Spezialschiffes von Benjamin Lesser. Der Milliardär will den Müllstrudel im Meer recyceln. Doch »Floaters« und andere Müll-Piraten haben längst begonnen, die Abfälle auszubeuten und verteidigen erbittert ihr Revier. Lessers Schiff wird angegriffen und die Crew auf eine alte Bohrinsel verschleppt. Unter den Entführern ist der junge Arif – er scheint Malika beschützen zu wollen. Kann sie ihm vertrauen?
Ich bin Jahrgang 1970, habe in Frankfurt Amerikanistik, Anglistik und Germanistik studiert und ein Volontariat im Lektorat des Campus-Verlages absolviert. Mehrere Jahre lang war ich erst freie Journalistin, dann Redakteurin des Magazins changeX, das sich mit Wandel in Wirtschaft und Gesellschaft beschäftigt. Mit meinem Mann und 2006 geborenen Sohn lebe ich in der Nähe von München und arbeite als Autorin und Lektorin. Wenn ich nicht gerade Bücher schreibe (meine Lieblingsbeschäftigung), halte ich Schreibworkshops und Lesungen.
Veröffentlicht habe ich unter meinem richtigen Namen neben unzähligen Artikeln (viele davon in der Süddeutschen Zeitung) und Kurzgeschichten (z.B in Anthologien von Carlsen, cbj/Random House und Ueberreuter) zahlreiche Sachbücher für Kinder, Jugendliche und Erwachsene, die meine breit gefächerten Interessen widerspiegeln. Seit der Geburt meines Sohnes schreibe ich auch Bilder- und Vorlesebücher.
Unter dem Pseudonym Katja Brandis habe ich eine ganze Reihe von Jugendromanen verfasst, hauptsächlich Abenteuerromane, Thriller und Fantasy ab 12, wie zum Beispiel Gepardensommer (Ueberreuter Verlag), Ruf der Tiefe, Vulkanjäger sowie Und keiner wird dich kennen (alle Beltz & Gelberg). Unter dem Namen Siri Lindberg ist mein erster Erwachsenenroman (Fantasy) beim Piper Verlag herausgekommen.
Als ich das letzte Mal nachgezählt habe, bin ich auf über 50 veröffentlichte Bücher gekommen. Hat mich auch ein bisschen erstaunt. Aber wenn man sein Hobby zum Beruf gemacht hat, dann freut man sich Montag früh darauf, dass die Arbeitswoche nun wieder losgeht …
Inhalt: Piraten, die damit Geld machen, Umweltaktivisten, die nicht nur dem Müll trotzen: Katja Brandis aufwühlender Roman über die Bedrohung unseres Ökosystems. 2030, mitten im Pazifik: Ein gigantischer Teppich aus Plastikmüll. Der Milliardär Benjamin Lesser will diesen Müllstrudel recyceln. Mit an Bord seines Spezialschiffes sind die Zwillinge Danilo und Malika. Doch »Floaters« und andere Müll-Piraten haben längst begonnen, die Abfälle auszubeuten und verteidigen gewaltsam ihr Revier. Lessers Schiff wird angegriffen und die Crew auf eine alte Bohrinsel verschleppt. Unter den Entführern ist der junge Arif – er scheint Malika beschützen zu wollen. Kann sie ihm vertrauen? (Quelle: Verlag) Meine Meinung: Floaters liegt hier schon sehr lange herum. Erst zum Lesen auf meinem Nachttisch und dann zur Rezension auf meinem Schreibtisch. Jetzt, nach Wochen, setze ich mich endlich dran und versuche meinen Eindruck zum Buch in Worte zu fassen. Und wenn ihr wüsstet, wie schwer mir dies fällt und wie unschlüssig ich jetzt immer noch bin, dann würdet ihr wahrscheinlich verstehen, wieso ich so lange für meine Rezension gebraucht habe. Das Thema der Meerverschmutzung durch Plastikmüll interessiert mich schon sehr lange. Ich war noch gar nicht so alt, konnte das Ganze nur sehr schwer fassen und trotzdem hat es mich zutiefst berührt. Und da bis heute. Katja Brandis hat mit Floaters ein so unendlich wichtiges Thema aufgegriffen denn auch wenn man sich nicht sonderlich für Umweltschutz und Co. interessiert, irgendwann landet das Plastik über die Fische und Meeresfrüchte, die wir zu uns nehmen, auch wieder in unseren Mägen. Als ich von Floaters gehört habe, war ich sofort Feuer und Flamme. Ein für mich sehr wichtiges Thema wurde mit einer Zukunftswelt und einer ordentlichen Brise Abenteuer vermischt. Dennoch war der Einstieg in Floaters sehr schwer. Nach einem interessanten Prolog wollte ich nicht so wirklich in die Geschichte einfinden. Am Anfang geht es noch sehr langsam zu bei Danilo und Malika. Allein Arif, aus dessen Perspektive das Buch ebenfalls erzählt wird, sorgt für ein bisschen Action, als er von Piraten entführt wird und fortan auf deren Schiff arbeiten muss. Tatsächlich bleibt das Buch, jedenfalls für mich, noch weit über die Hälfte relativ ruhig und fast schon viel zu unspektakulär. Später wurde es dann noch einmal richtig spannend und konnte mich auf den letzten Seiten noch einmal fesseln. Durch den ersten Teil habe ich mich jedoch ein bisschen gequält. Das Buch ist aber auf jeden Fall auch etwas für Jungs muss ich sagen. Themen wie Liebe und Freundschaft, die man in fast jedem Buch findet, zu dem ich greife standen hier nicht im Vordergrund sondern es wurde sehr viel Fokus auf das Abenteuer und das Müllprojekt bzw. das Piratenleben gelegt. So hat mir auch an dieser Stelle etwas gefehlt. Mit den drei Erzählern, Malika, Danilo und Arif konnte ich auch nicht wirklich warm werden, was das Ganze noch einmal erschwert hat. Aber ich kann nicht nur meckern. Am Ende wurde es noch einmal richtig spannend und ich habe die letzten 150 in einem Rutsch gelesen. Das konnte zwar nicht mehr alles gut machen, was ich an den ersten 300 Seiten zu bemängeln hatte aber es hat doch ein wenig gut gemacht. Außerdem mochte ich den Schreibstil von Katja Brandis sehr. Man merkt, dass sie schon so viel Schreiberfahrung hat denn das ganze Buch war sehr flüssig und angenehm zu lesen. Was mir aber mit am meisten gefallen hat, war die tolle Recherche, die sie betrieben hat. Es muss so viel Arbeit hinter einem Roman stecken, der ein so ernstes und ein so wahres Thema hat und der so penibel recherchiert wurde. Die ganze Idee war sehr gut ausgefeilt und man hat viel gelernt und vor allen Dingen: Man wurde zum Nachdenken angeregt. Man muss nicht gleich, wie Malika und Danilo, komplett auf Plastik verzichten aber jeder von uns kann einen kleinen Teil davon beitragen und kann versuchen weniger Plastik zu verbrauchen. Floaters öffnet die Augen zu diesem wichtigen Thema und leistet meiner Meinung nach ebenfalls einen kleinen Beitrag zur Verbesserung. Wenn ihr euch also für dieses Thema interessiert, dann ist es die Anschaffung dieses Romans auf jeden Fall wert. Bewertung: Floaters lässt mich sehr unschlüssig zurück. Für mich hat sich der Roan ein wenig zu sehr auf Umwelt und Piraten konzentriert worunter die Spannung und andere Themen wie Liebe und Freundschaft ein wenig gelitten haben. Auch mit den Charakteren kam ich nicht unbedingt zurecht. Dafür aber mit Katja Brandis Schreibstil, ihrer tollen Idee und vor allen Dingen der grandiosen Recherche. Ein Buch, das wunderbar um Nachdenken anregt aber ansonsten etwas schwächelt. Dafür gibt es von mir 3 von 5 Füchschen. Vielen Dank an Beltz & Gelberg für das tolle *Rezensionsexemplar.
2030, mittlerweile gerade mal acht Jahre von uns entfernt: Der Great Pacific Garbage Patch muss aufgeräumt werden - und genau daran machen sich die beiden Hauptfiguren dieser Geschichte, die Zwillinge Danilo und Malika. An Bord eines Schiffs mit der Mission, den Müll aus dem Meer zu recyceln, fahren sie hinaus. Doch Piraten und Floaters - Leute, die von dem Müll des Pazifiks leben - machen die Fahrt viel aufregender, als die Geschwister und restliche Crew je erwartet hätten oder wollten.
Das Buch ist spannungsgeladen von der ersten bis zur letzten Seite und ich habe es in Nullkommanichts verschlungen. Dabei spricht die Geschichte aber auch sehr ernste Themen an und ruft einem ins Gedächtnis, wie viel mehr wir für die Umwelt tun müssen. Toll fand ich auch, dass Floaters von zwei Geschwistern erzählt wird, deren Beziehung einen wichtigen Punkt der Geschichte darstellt.
Das Cover gefällt mir recht gut. Man sieht ein unruhiges Meer und darauf ein Segelschiff, was ja auch zum Inhalt passt. Einzig die Schrift ist nicht so meins, obwohl sie rein optisch dazu passt. Was den Titel selber angeht passt er irgendwie schon, da es im Buch auch um die "Floaters" geht, allerdings finde ich ihn nicht sooo gelungen, da es ja nicht hauptsächlich darum geht. Die Kapitel sind mittellang.
Meine Meinung:
Wie ihr ja warscheinlich durch meinen "Gemeinsam Lesen"-Post mitbekommen habt, ist mir Umweltschutz, gerade was Plastikmüll angeht, sehr wichtig, weshalb mich dieser Roman natürlich interessiert. Ich bin froh, sagen zu können, dass Floaters mich kein klitzekleines Bisschen enttäuscht hat, eher im Gegenteil: Es gehört wohl ziemlich sicher zu meinen bisherigen Jahreshighlights! Zum einen ist natürlich die Geschichte drumherum schon toll. Ich stehe ja seit Das Herz von Libertalia (übrigens auch von Beltz & Gelberg) total auf Piratengeschichten, und bei Floaters geht es auch darum. Brandis hat die Piraten meiner Meinung nach genauso dargestellt, wie ich mich Piraten vorstelle: schmutzig, roh und gewaltbereit. Arif, einer der Protagonisten, wird von ebendiesen Piraten entführt, als diese sein Schiff überfallen und zerstören. Der Junge ist eigentlich gar nicht zum Piratendasein geschaffen, weshalb er sich zuerst auch nicht wohl auf deren Schiff fühlt. Als Leser kann man sich gut in seine Lage hineinversetzen, da die Schilderungen Brandis´ seiner derzeitigen (Gefühls-)Lage und die Handlungsweise der Piraten sehr anschaulich und greifbar sind. Dadurch, dass man also erfährt, wie sie so sind, fühlt man mit Arif mit. Obwohl allerdings nicht alle Piraten gleich "böse" sind, und es auch welche gibt, die der Leser hin und wieder sympathisch findet, weiß der Leser trotz allem natürlich, dass auch diese genauso roh und gewaltbereit sind wie die anderen. So schafft die Autorin also nicht nur Facettenreichtum unter den einzelnen Figuren, sondern auch Spannung, da man ja nicht will, dass Arif etwas passiert. Schließlich ist dieser, wie erwähnt, kein geborener Pirat, und wird auch dementsprechend von der Besatzung behandelt.
"Befehlen darf man nicht folgen, wenn sie gegen das eigene Gewissen gehen!"
(S. 244 - Malika zu Danílo)
Primär geht es bei Floaters allerdings natürlich um den Umweltschutz und die Verschmutzung der Ozeane und Gefährdung der dort lebenden Tiere durch Plastikmüll - der Grund, weshalb ich mir das Buch eigentlich ausgesucht hatte. Hier kommt dann die andere Protagonistin - Malika - ins Spiel, die, wie Arif, sympathisch ist. Obwohl ich da sagen muss, dass ich, wenn ich auch kein Problem mit ihr hatte, mich nicht so richtig "verbunden" mit ihr gefühlt habe. Dennoch erhält der Leser einen Einblick in ihre Gefühlswelt und kann ihre Handlungen nachvollziehen. Sie ist ebenfalls ein Charakter mit Tiefe, was ein weiterer Punkt ist, der mir an diesem Buch sehr gut gefallen hat. Malika jedenfalls setzt sich sehr für den Umweltschutz ein, da sie und ihr Bruder, dadurch, dass ihre Eltern Segler sind, auf dem Meer quasi aufgewachsen sind. Sie will den Müll aus dem Ozean fischen, und wie es der Zufall will, trifft sie auf einen Millionär, der genauso ein Projekt startet (das klingt jetzt vielleicht etwas doof und irgendwie unwahrscheinlich, ist im Buch aber alles andere als das dargestellt, also keine Sorge! ;) ). Was ich wirklich, wirklich gut finde, ist, dass man merkt, dass sich die Autorin mit dem Thema Müllteppich usw. auseinandergesetzt hat. Sie verbindet schreckliche Wahrheiten mit einem Fünkchen Fiktion und regt dadurch vielleicht sogar die Leute zum Nachdenken an, die sich vorher nie dafür interessiert haben. Denn auch wenn man es nicht weiß: Im Meer existieren wirklich riesige Müllteppiche und -strudel aus Plastik, die auch dort bleiben, weil Plastik nicht verschwindet sondern nur in immer kleinere und kleinere Partikel zerfallen. Und dabei werden nicht nur die größeren Plastiktüten u. Ä. von Meerestieren und Vögeln gefressen, weil sie sie mit Nahrung verwechseln, auch diese kleinsten Plastikteile verwechseln die Tiere mit Plankton. Das hat zur Folge, dass die Innereien der Tiere, dadurch, dass diese das Plastik nicht verdauen können, damit "verstopfen" und die Tiere sozusagen mit vollem Magen verhungern. All dies wird in Floaters super aufgenommen und mal mehr mal weniger subtil zur Sprache gemacht. Wer beim Lesen glaubt, dies sei alles Fiktion der Autorin, wird in ihrem Nachwort, in dem sie die traurigen Fakten aufzählt, eines Besseren belehrt. Und hier kommen wir zu dem Punkt, der mir am meisten gefallen hat: Die Autorin versteht es, harte Realität so mit Fiktion und Spannung zu vermischen, dass man gar nicht anders kann, als sich damit auseinanderzusetzen und über die Probleme nachzudenken. Dabei hat mir auch der Zukunftsaspekt gefallen: Bereits jetzt, 2015, ist die Situation was das angeht schon schlimm, aber Brandis hat das in ihrem Roman glaubwürdig weitergesponnen; Was passiert, wenn wir nichts unternehmen? Denn wir haben nun einmal Meere voller Plastikmüll. Wenn wir daran nichts ändern, werden vielleicht irgendwann keine Tiere mehr in den Ozeanen leben. Falls wir dann überhaupt noch Ozeane haben und nicht riesige Müllhalden. Dadurch, dass die Autorin also einen Blick in die - nahe, nebenbei bemerkt - Zukunft wirft, ist die Wahrscheinlichkeit vielleicht sogar noch größer, dass mehr Menschen die Augen öffnen.
Fazit:
Ein wirklich toller Roman, in dem die Autorin dem Leser, ob dieser nun will oder nicht, die Augen öffnet. Sie vermischt Sachbuch mit Abenteuergeschichte, sodass man gar nicht mehr aufhören kann zu lesen und zwangsläufig mit dem Problem Plastikmüll in den Meeren konfrontiert wird. Floaters ist nicht nur spannende Lektüre mit facettenreichen Charakteren und einem tollen Plot, sondern regt auch zum Nachdenken an und lässt einen auch lange, nachdem man das Buch beendet hat, nicht mehr los. 5/5 Lesehasen.
Malika und Daníelo Teichmann haben erst für ihren Schulabschluss wieder festen Boden in Deutschland betreten. Ihre Kindheit verbrachten die Zwillinge gemeinsam mit den Eltern auf See an Bord eines Katamarans. Die Handlung findet in der Zukunft statt: Der Prolog führt zunächst ins Jahr 2024, als die beiden Boatkids im Pazifik in Augenhöhe mit der riesigen Müllinsel aus Plastikabfällen und Resten von Fischernetzen konfrontiert werden; die eigentliche Handlung beginnt im Jahr 2030. Man kann sich leicht vorstellen, dass die Entscheidung für einen Beruf und ein Leben an Land den Geschwistern nicht leicht fällt. Deshalb will Malika unbedingt an Bord eines der drei Schiffe arbeiten, mit denen der Unternehmer Benjamin Lesser den Müll des pazifischen Müllstrudels einsammeln, sortieren und möglichst weiterverwenden will. Lessers Plan scheint finanziell lohnend zu sein, weil in Brandis Szenario durch die gestiegenen Ölpreise der Zukunft Plastikmüll wieder zum Wertstoff geworden sein wird. f Beim Einsammeln des Plastikmülls kommt es fern aller Schiffartswege unerwartet zu einer Begegnung mit Piraten des Pentamarans „Mata Tombak“, die vier Besatzungsmitglieder als Geiseln nehmen und ein hohes Lösegeld für den wohlhabenden Lesser fordern wollen. Auf dem Schiff der Piraten wird der junge Indonesier Arif zum Dienst gepresst, der von der Besatzung als einziger Überlebender aus dem Wasser gefischt worden war, nachdem sie sein Boot versenkt hatten. Arifs größte Sorge ist bisher, wie er seinen Eltern auf Java eine Nachricht zukommen lassen kann, dass er noch am Leben ist. Arifs Schicksal bietet Einblick in die Motive moderner Piraten und war für mich das Hauptspannungselement der Geschichte. Die Piraten nutzen für die Entführung u. a. Floater Town, einen Kleinstaat auf einer ehemaligen Bohrinsel, der sich keiner Nation zugehörig fühlt. Der Käptn hat mit den Floatern schon immer regen Handel getrieben mit Waren, die „irgendwie“ von Schiffen gefallen sind. Er ist sehr geschickt darin, an komplette Container zu gelangen, deren Inhalt sich hier leicht absetzen lässt.
Das lebensgefährliche Piratenabenteuer wird kompliziert durch Liebesbeziehungen, die sich zwischen den jungen Leuten anbahnen. Shana verliebt sich in Daníelo, der nur Augen für Kira hat. Malika war bisher noch nie von ihrem Bruder getrennt und muss sich damit abfinden, dass Daniélo längst erwachsen ist. Auch zwischen Malika und Arif funkt es kräftig. Sehr interessant finde ich hier die Gruppenprozesse in beiden Besatzungen und wie das deutsche Team plötzlich ohne Projektleitung klarkommt. Zum Zünglein an der Waage entwickelt sich Arif, der sich entscheiden muss, welchen persönlichen Tribut er zu zahlen bereit ist, um Malika und ihre Kollegen zu retten.
Das aktuelle Thema Müllstrudel im Pazifik und Zerstörung ganzer Ökosysteme durch Microplastik liefert die Rahmenhandlung für eine spannende Abenteuergeschichte der Zukunft. Die Handlungsteile sind verknüpft durch die Liebesbeziehungen zwischen jungen Erwachsenen. Der Indonesier Arif ist mit gerade 17 Jahren der jüngste, die Zwillinge sind etwas älter, das Team an Bord der Müllsammlerboote hat bereits Berufserfahrung. Da mich die Beziehung zwischen Arif und Malika nicht überzeugt hat, fand ich Katja Brandis Jugendroman leider nur mäßig spannend. Gut gefallen haben mir das dystopische Szenario von Floater Island und die technische Ausstattung der Zukunft mit Tarnkappentechnik, DNA-Scan an Grenzübergängen, Gemüsefarmen in Hochhäusern und der Ausspähung durch google minds. Liebhabern von Piratengeschichten und Lesern von Dystopien empfehle ich das Buch trotz meiner Kritik am Spannungsbogen.
Die Zwillinge Danilo und Malika haben schon ihr ganzes Leben auf dem Meer verbracht und es lieb gewonnen. Umso schlimmer trifft es sie, dass immer mehr Plastikmüll im Meer landet, es verschmutzt, die Fische krank macht und mit einem vollen Plastikmagen verhungern lässt. Da kommt doch die Mission von Millionär Benjamin Lesser, der den Plastikmüll aus dem Meer fischen und recyceln will, wie gerufen. Was sie allerdings noch nicht ahnen: Müllfischer und Piraten, die das Plastik für sich beanspruchen, treiben dort schon ihr Unwesen. Darunter auch der unfreiwillige Pirat Arif. Nach einem schweren Schicksalsschlag ist er auf dem schier unbesiegbaren Piratenschiff gelandet. Umweltschützer und Piraten befinden sich unausweichlich auf Kollisionskurs…
Schon zu Beginn dieser Geschichte wird klar, dass es sich nicht nur um ein unterhaltsames und spannendes Buch handelt, sondern dass es auch noch ein ziemlich wichtiges Buch ist. Denn auch wenn diese Geschichte in der nahen Zukunft spielt, den pazifischen Müllstrudel gibt es jetzt schon. Schildkröten verfangen sich in Plastiktüten, Albatross-Küken verhungern mit einem Bauch voller Plastik, weil ihre Mütter Plastik und echte Nahrung nicht voneinander unterscheiden können. Die Gefahr durch den Plastikmüll ist ein großes Thema in dieser Geschichte und man erfährt zwischendurch immer wieder erschreckende Fakten und Konsequenzen, die von der Autorin Katja Brandis sorgfältig recherchiert und glaubwürdig in die Geschichte eingearbeitet wurden.
Und doch ist Plastik natürlich nicht das einzige Thema. Es geht um das Leben auf dem Meer, um die Atmosphäre und den Zusammenhalt auf den Schiffen, sei es nun bei den Umweltschützern oder bei den Piraten. Es ist außerdem eine Coming of Age-Geschichte. Besonders die Zwillinge und auch Arif erleben eine beeindruckende charakterliche Entwicklung. Zudem ist Floaters auch noch durchweg spannend: Piratenabenteuer (mit bösen Piraten!) erleben wir hier von beiden Seiten, die der Täter und die der Opfer; zarte Liebesgeschichten entwickeln sich inmitten all der Gefahr (die mir allerdings zweitweise ein wenig zu gehetzt erschienen); Lebensweisen und -gemeinschaften mitten auf dem Meer, die man sich als Landratte kaum vorstellen kann, werden hier spürbar und mitreißend gezeigt.
Katja Brandis hat hier eine brandaktuelle, wichtige und spannende Geschichte geschaffen, die ich mit bestem Gewissen weiterempfehlen kann.
Inhalt-in-3-Sätzen: Die Weltmeere sind voller Plastikmüll. Umweltaktivisten wollen ihren Teil dazu beitragen und das Meer reinigen. Doch Piraten sehen die Umweltaktivisten als leichte Beute – und Malika ist eine von ihnen.
Lenas Meinung: Katja Brandis trumpft mit ihrem neuen Okö-Thriller für junge Erwachsene. Ich empfand die Thematik als unglaublich fesselnd und dabei sind die vermüllten Ozeane wirklich unser Problem. Die Autorin mischt gekonnt dieses brennende Thema mit einer spannenden Geschichte und sympathischen Protagonisten. Ein bisschen erinnert das ganze an ein „Waterworld“, aber an ebene eines, dass in der nahen Zukunft eintritt. In jedem Fall ein Lesetipp.