Goodreads helps you follow your favorite authors. Be the first to learn about new releases!
Start by following Hartmann von Aue.
Showing 1-9 of 9
“He who helps in the saving of others, saves himself as well.”
―
―
“verligen-Szene
Êrec was biderbe unde guot,
ritterlîche stuont sîn muot
ê er wîp genaeme
und hin heim kaeme:
nû sô er heim komen ist,
dô kêrte er allen sînen list
an vrouwen Ênîten minne.
sich vlizzen sîne sinne
wie er alle sîne sache
wante zuo gemache.
sîn site er wandeln began.
als er nie würde der man,
alsô vertreip er den tac.
des morgens er nider lac,
daz er sîn wîp trûte
unz daz man messe lûte.
sô stuonden si ûf gelîche
vil unmüezeclîche.
ze handen si sich viengen,
zer kappeln si giengen:
dâ was ir tweln alsô lanc
unz daz man messe gesanc.
diz was sîn meistiu arbeit:
sô was der imbîz bereit.
swie schiere man die tische ûf zôch,
mit sînem wîbe er dô vlôch
ze bette von den liuten.
dâ huop sich aber triuten.
von danne enkam er aber nie
unz er ze naht ze tische gie.
(Erec war rechtschaffen und gut, sein Geist war ritterlich gewesen, bevor er eine Frau genommen hatte und nach Hause zurückgekehrt war. Nachdem er jetzt zu Hause ist, wendete er alle seine Gedanken an die Liebe Enites. Sein Verstand richtete sich nur darauf, wie er alles zu seiner Bequemlichkeit einrichten könne. Er änderte seine Gewohnheiten. Als sei er nie ein Mann geworden, so vertrieb er den Tag. Morgens legte er sich nieder, um seine Frau zu lieben, bis man zur Messe läutete. Dann standen sie beide eilig auf. Sie nahmen sich bei der Hand und gingen zur Kapelle; dort blieben sie gerade so lange wie man die Messe sang. Das war seine größte Mühe; dann war schon das Essen fertig. Sobald man die Tische hochgezogen hatte, eilte er mit seiner Frau von den Leuten weg ins Bett. Da ging die Liebe von neuem an. Von dort kam er nicht mehr weg, bis er zum Abendessen ging.)”
― Erec
Êrec was biderbe unde guot,
ritterlîche stuont sîn muot
ê er wîp genaeme
und hin heim kaeme:
nû sô er heim komen ist,
dô kêrte er allen sînen list
an vrouwen Ênîten minne.
sich vlizzen sîne sinne
wie er alle sîne sache
wante zuo gemache.
sîn site er wandeln began.
als er nie würde der man,
alsô vertreip er den tac.
des morgens er nider lac,
daz er sîn wîp trûte
unz daz man messe lûte.
sô stuonden si ûf gelîche
vil unmüezeclîche.
ze handen si sich viengen,
zer kappeln si giengen:
dâ was ir tweln alsô lanc
unz daz man messe gesanc.
diz was sîn meistiu arbeit:
sô was der imbîz bereit.
swie schiere man die tische ûf zôch,
mit sînem wîbe er dô vlôch
ze bette von den liuten.
dâ huop sich aber triuten.
von danne enkam er aber nie
unz er ze naht ze tische gie.
(Erec war rechtschaffen und gut, sein Geist war ritterlich gewesen, bevor er eine Frau genommen hatte und nach Hause zurückgekehrt war. Nachdem er jetzt zu Hause ist, wendete er alle seine Gedanken an die Liebe Enites. Sein Verstand richtete sich nur darauf, wie er alles zu seiner Bequemlichkeit einrichten könne. Er änderte seine Gewohnheiten. Als sei er nie ein Mann geworden, so vertrieb er den Tag. Morgens legte er sich nieder, um seine Frau zu lieben, bis man zur Messe läutete. Dann standen sie beide eilig auf. Sie nahmen sich bei der Hand und gingen zur Kapelle; dort blieben sie gerade so lange wie man die Messe sang. Das war seine größte Mühe; dann war schon das Essen fertig. Sobald man die Tische hochgezogen hatte, eilte er mit seiner Frau von den Leuten weg ins Bett. Da ging die Liebe von neuem an. Von dort kam er nicht mehr weg, bis er zum Abendessen ging.)”
― Erec
“Die Hochzeitsfeierlichkeiten begannen. Der Tote ist vergessen, der Lebende hat sein Land und seine Ehre in Besitz genommen. Das war bei ihm gut aufgehoben.”
― Iwein
― Iwein
“Jetzt stürzte sich der Löwe wild auf dessen Kampfgenossen, die manchen schweren Schlag ausgeteilt und empfangen hatten. Wenn sie jetzt um ihr Leben kämpften, so schützte sie das vor dem Tode, denn sie gerieten in große Gefahr. Jetzt waren es zwei gegen zwei, denn Her Iwein konnte den Löwen nicht verscheuchen, da ließ er es halt bleiben.”
― Iwein
― Iwein
“Artus führte die Frau und den Mann und doch folgten ihm beide nicht, wie ich euch jetzt erklären will: sie tauschten beide untereinander die Herzen, die Dame und Herr Iwein: Artus folgten ihr Herz und er selbst, und zurück blieben sein Herz und die Frau.”
― Iwein
― Iwein
“Da gesellte sich bei ihnen höchste Freude zum tiefen Kummer. Sie waren beide von Herzen glücklich, dass sie zueinander gefunden hatten. Dass einer dem andern solche Not verursacht hatte, darüber waren sie tief traurig. Aber sowohl Traurigkeit wie Feindschaft räumten eilig das Gefäß ihres Herzens, und es herrschten Glück und Liebe darin. Das zeigten sie einander deutlich: Sie warfen die Schwerter weg und liefen aufeinander zu. Kein Mensch hat je einen glücklicheren Tag erlebt, und ich weiß auch nicht, ob überhaupt jemand einen so glücklichen erleben kann, wie Gott ihnen geschenkt hatte. Sie küssten sich gegenseitig tausend Mal Augen, Wangen und Mund.”
― Iwein
― Iwein
“Die Toren wurden geschlossen, als sie hindurchgegangen war, und auf diese Weise war er gefangen, so dass ihm der Ausweg zum zweiten Mal versperrt wurde. Das war ihm jedoch gleichgültig, denn wären beide Tore weit aufgesperrt worden und hätte man ihm dazu alle seine Schuld vergeben, so dass er mit guten Wünschen auf den Weg hätte gehen können, wohin es ihm beliebte, so hätte er doch keinen andern Wunsch gehabt als dazubleiben, und wäre er woanders gewesen, so hätte er doch wieder dahin zurückgewollt.”
― Iwein
― Iwein
“Eins ist zu beklagen: da doch die Minne solche Macht hat, dass sie Besitz ergreift, von wem sie will, und alle Könige, die es gibt, leichter bezwingt als ein Kind, so ist sie doch von niedriger Natur, dass sie sich so gedemütigt hat, sich gemein zu machen, und so niedrige Stellen aufsucht, die ihr von Rechts wegen verächtlich und zu gering sein müssten. Sie ist mit ihrer Lieblichkeit oft unter die Füße der Schande geraten, wie wenn man süßen Honig in die Galle gießt oder wie wenn man Balsam mit eigner Hand in die Asche laufen lässt, denn der könnte wahrhaftig besser verwendet werden.”
― Iwein
― Iwein




