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“Schau uns an, wir sind jung. Wir haben so viele Möglichkeiten, aber keine fühlt sich richtig an. Alles ist kaputt und zerfahren und kompliziert. Was ist das für eine scheiß Welt?”
― Und alle so still
― Und alle so still
“Meine Haut roch nach dem Clash ein wenig nach Asche. Ein sehr zarter, kaum wahrnehmbarer Geruch war das, so einer, der ganz am Ende übrig bleibt, wenn alles fort ist. Ich habe die duftendsten Seifen gekauft, die ich finden konnte, mit Zitrone, mit Rosmarin, mit Eisenkraut, das änderte nichts. An Funkenflug ließ der Geruch mich denken, an ein weit entferntes Lagerfeuer, an die fast gewichtslosen Flocken, die zu einer grauen Spur werden, wenn an sie mit dem Finger berührt. Zuerst dachte ich, das wäre nur Einbildung. Aber dann fiel mir ein, was wir in der Schule gelernt hatten über Angst, über den Kampf-oder-Flucht-Mechanismus. Wie der Körper bei Bedrohung Cortisol ausschüttet und Adrenalin, wie der Puls in die Höhe schießt, die Atmung sich beschleunigt, die Bronchien sich weiten, mehr Sauerstoff, mehr, wie all das Blut zum Herzen geht und für einen Moment sämtliche Immunmaßnahmen außer Kraft gesetzt werden, um keine unnötige Energie zu verschwenden. Weshalb der Mensch nicht dazu gemacht ist, allzu oft Angst zu haben. Und dann habe ich gedacht, vielleicht ist ein leichter Geruch nach Asche nur natürlich, nachdem der Körper so ein Feuerwerk abgebrannt hat, um mich zu schützen.”
― Das Licht ist hier viel heller
― Das Licht ist hier viel heller
“Ich bin die Gebärmutter, mich verbinden sie mit Weiblichkeit. Über alles, was mit mir geschieht, entscheiden Männer.”
― Und alle so still
― Und alle so still
“Es tut alles weh, nicht wahr", sagte er, "wenn man siebzehn ist", und ich wollte auflachen, aber es ging nicht, "das hört auch nicht mehr auf", sagte er, und mir blieb das Sprechen im Hals stecken und das Atmen, "du kannst nur einen Weg finden, es auszuhalten", sagte er.”
― Das Licht ist hier viel heller
― Das Licht ist hier viel heller
“Manchmal sieht man sich etwas an, das man selbst gemacht hat, und findet es gut. Das ist ein seltenes Gefühl, ein schönes, nicht zersetzt von Zweifeln und noch nicht in Berührung gekommen mit den Urteilen anderer, eine in sich geschlossene Zufriedenheit.”
― Das Licht ist hier viel heller
― Das Licht ist hier viel heller
“Nuri fragt sich, wie ihr Leben draußen in der Welt aussieht, dass sie es vorziehen, in diesem ranzigen Club zu bleiben, in dem es dann so hell ist, dass sie blinzeln wie Käfigmäuse.”
― Und alle so still
― Und alle so still
“Trotzdem kriecht das, was tagsüber mit ihr im Netz passiert ist, zu ihr unter die Decke.”
― Und alle so still
― Und alle so still
“Denn das Problem, wenn man jemanden liebt, der einen nicht zurückliebt, ist, dass man sich nie sicher sein kann. Dass man sich ständig fragen muss, ob man womöglich bloß zu negativ denkt, ob die Liebesbeweise des anderen eventuell nur nicht aussehen wie erwartet, dass man permanent auf der Lauer liegt, Sätze durchleuchtet, jene, die ausgesprochen werden, und jene, die ungesagt bleiben.”
― Die Wut, die bleibt
― Die Wut, die bleibt
“Sein Leben hat andere Schichten als Valentins, Blätterteigwahrheiten.”
― Und alle so still
― Und alle so still
“Schau und an wir sind jung. Wir haben so viele Möglichkeiten, aber keine fühlt sich richtig an. Alles ist kaputt und zerfahren und kompliziert. Was ist das für eine scheiß Welt?”
― Und alle so still
― Und alle so still
“Sie schwimmt zurück zur Treppe, zum Bademantel und zum Land, an dem jeder Schritt ein Gewicht hat und jedes Wort auch.”
― Und alle so still
― Und alle so still
“Sie sind in Wahrheit keine Feministen, diese Männer, sie schaufeln die weibliche Lust beiseite wie etwas, das man erledigen muss, und dass eine Frau Spaß hat, freut sie, weil sie es als ihr Verdienst ansehen.”
― Die Wut, die bleibt
― Die Wut, die bleibt
“Er sieht eine Erschöpfung, auf die er keine Antwort hat.”
― Und alle so still
― Und alle so still
“Je wohlhabender die Leute, desto weniger Trinkgeld.”
― Und alle so still
― Und alle so still
“Und Lola fragt sich, ob eine Revolution so beginnen kann: betrunken, in einer Küche, nachts, mit vier Einzelnen, von denen eine allein zu schwach wäre. Aber dann denkt sie, dass wohl jede Revolution auf eine solche Art begonnen hat.”
― Die Wut, die bleibt
― Die Wut, die bleibt
“Er legt die Hand auf das dicke Holz mit den Metallbeschlägen, hört ein Säuseln und Rascheln, ein Kichern, er fühlt die Müdigkeit des Materials, das zerfallen möchte, sich auflösen, endlich. Ein Baum war das einst, hoch aufragend, den Himmel hat er gesehen, und Jahrhunderte später muss er noch da sein, als Tür, in diese Form, in diese Funktion gepresst.”
― Dunkelgrün fast schwarz
― Dunkelgrün fast schwarz
“In dem Schweigen liegen alle Wünsche, die Elin nicht haben darf.”
― Und alle so still
― Und alle so still
“Als ich sieben Jahre alt war, habe ich gebrannt. Das war in der Volksschule, ich ging in die zweite Klasse. Im Religionsunterricht haben wir einen Sesselkreis gebildet. Hinter mir stand eine Osterkerze, und ich weiß noch, dass ich mich plötzlich wunderte über den Geruch. Er war angesengt, aschig. Ich spürte nichts, noch nicht. Meine langen Locken waren zu einem Zopf geflochten, das Kleid hatte hinten eine Schleife. Als die Kinder anfingen zu schreien und mit dem Finger auf mich zeigten, drehte ich mich um. Ich sah das Flackern. Ich wusste, dass ich es war, die brannte. Aber ich war starr, wie in einem Vakuum, ich konnte nicht reagieren. Das Kleid brannte gut, am oberen Rücken habe ich eine walnussgroße Narbe. Trotz der Schmerzen fühlte es sich an, als würde ich nur zusehen, als wäre ich nicht Teil der Situation, nicht Teil meines Lebens. Und manchmal kommt es mir so vor, als hätte ich diesen Zustand seitdem nicht mehr verlassen.”
― Das Licht ist hier viel heller
― Das Licht ist hier viel heller
“[...] und nicht begriffen, dass Nuri sehr viel lügt, indem er sehr oft schweigt.”
― Und alle so still
― Und alle so still
“Da sagst du dann zum Körper: du bist jung, komm. Da sagst du dann: bitte.”
― Und alle so still
― Und alle so still




