Meike’s review of Drei Kameradinnen > Likes and Comments
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Vielen Dank für dein ausführliches Urteil. Meine Lieblingsbuchhändlerin liest es gerade und war ähnlich entrüstet. Wenn ich mich mal aufregen will, dann lese ich es. ;-)
Peter wrote: "Ein sehr schöner Verriss, Meike. Es macht vermutlich mehr Spaß ihn zu lesen als das Buch."
Vielen Dank, Peter! Ich bin aber auch sehr an abweichenden Meinungen interessiert, weil ich die teilweise vorhandene Begeisterung ehrlich nicht nachvollziehen kann. Für gute Argumente, die sich für Qualitäten des Buches aussprechen, bin ich also absolut offen.
Regenfisch wrote: "Vielen Dank für dein ausführliches Urteil. Meine Lieblingsbuchhändlerin liest es gerade und war ähnlich entrüstet. Wenn ich mich mal aufregen will, dann lese ich es. ;-)"
Vielen Dank, Regenfisch! Das beruhigt mich, dass Deine Lieblingsbuchhändlerin ebenso genervt von dem Text war wie ich. Ich kann es kaum erwarten, dieses Buch in den Podcast-Sonderfolgen zum Buchpreis gegen Identitti antreten zu lassen, ich hab mir meine Argumente schon genau überlegt! :-)
Ich habe das Buch vor Monate gelesen, daher erinnere ich mich nicht mehr so sehr an die Einzelheiten. Aber erst als ich dein Review gelesen habe, habe ich gemerkt, dass man das Buch auch komplett anders auffassen kann, ich habe all die Kritikpunkte gar nicht so wahrgenommen und war von dieser Story eher überzeugt als andersrum. Also, vielen Dank für die anderen Sichtweisen, ich kann nachvollziehen, dass das Buch bei all der Provokation (und den Klischees) leider etwas engstirnig sein kann. Übrigens hat meine Schwester dieses Buch gar nicht erst angefangen, weil sie schon "Nachts ist es leise in Teheran" nicht gut fand (ich dagegen fand es total toll... 😂)
Bei dem Buch ist es auch wichtig zu bedenken, an wen sich Kasih richtet. Nämlich nicht unbedingt direkt an die reale Leserschaft, sondern an eine Leserschaft in der Diegese, insbesondere an diejenigen, die den Vorfall ihrer Meinung nach auf eine bestimme Weise, voller Vorteile auslegen wird. Sie stellt sich ja auch vor, wie die mediale Berichterstattung aussehen wird. Das ganze tut sie dann auch noch aus einer frustrierten Haltung heraus. Dabei verallgemeinert sie diese weiße Mehrheitsgesellschaft und dann verschwimmen ja letztlich doch die Grenzen zwischen realer und fiktiver Leserschaft. Ich glaube aber, genau dass will der Roman auch zeigen: Kasih kann sich durch ihre Frustration selbst einer vorurteilsvollen Haltung nicht entziehen. Sie macht das, was sie immer wieder an Saya kritisiert hat.
Dennoch finde ich, ist das ganze nicht wirklich geschickt von der Autorin gestaltet worden. Teilweise war ich mir auch nicht ganz sicher, ob ich de Text eher so zu verstehen habe, wie du ihn gelesen hast. Hab da auch ein wenig geschwankt. Es war wohl aber doch so von der Autorin intendiert, wie ich es anfänglich gedeutet habe: https://www.swr.de/swr2/literatur/shi...
Jin wrote: "Ich habe das Buch vor Monate gelesen, daher erinnere ich mich nicht mehr so sehr an die Einzelheiten. Aber erst als ich dein Review gelesen habe, habe ich gemerkt, dass man das Buch auch komplett a..."
Vielen Dank für Deinen Kommi, Jin! Nachts ist es leise in Teheran habe ich nicht gelesen, aber ich würde es durchaus nochmal mit Bazyar versuchen.
Ceren wrote: "Dennoch finde ich, ist das ganze nicht wirklich geschickt von der Autorin gestaltet worden. Teilweise war ich mir auch nicht ganz sicher, ob ich de Text eher so zu verstehen habe, wie du ihn gelese..."
Vielen Dank für Deine Sichtweise, Ceren! Jetzt finde ich den Roman offen gestanden noch weniger gelungen: An keiner Stelle macht der Text klar, dass sich Kasih in der Diegese nur an engstirnige Leser*innen richtet - zudem ist das die Gruppe, die das Buch in der realen Welt sowieso nicht lesen wird. Und genau die Tatsache, dass Kasih selbst tut, was sie verurteilt, hat mich wahnsinnig gemacht. Ich traue ihr nämlich zu, dass sie sich einer vorurteilsvollen Haltung entziehen könnte, wenn sie es nur wollte, gerade weil sie es besser weiß. Wenn eine Autorin ihren Text erklären muss, damit ihre Intention klar wird, ist es ein schwacher Text.
Sehe ich ähnlich, Meike. Insgesamt fand ich den Text trotzdem lesenswert - vermutlich aus persönlichen Gründen. :)
interessante Diskussion der intra- und extradiegetische Leserschaft auf. Die sich in der Diegese befindende Leserschaft ist eine Tatsache der Literatur. Die Erzählinstanz erwähnt, zum Beispiel, Fakten aus der Wirklichkeit der gemeinten Leser*innen - zB eine rechtsextremistische Gruppe, die letztlich eine Frau am Tag nach ihrer Abitur ermordet hat, und sie ermahnt ihrem Publikum, das selber im Internet nachzuschlagen. Das ist ein von vielen Beispielen, wo starke Differenzierungen zwischen der Realität der intradiegetischen Leserschaft und der der extradiegetischen (unserer!) gemacht werden. Momente wie diese machen den Text um so interessanter meiner Meinung nach. Dass Sie sich so sehr über die Erzählfigur ärgern zeigt auch für mich eine gelungene komplexe Charakterisierung. Perfekte Erzähler sind langweilig, gehören zum 19. Jahrhundert.
Thomas wrote: "interessante Diskussion der intra- und extradiegetische Leserschaft auf. Die sich in der Diegese befindende Leserschaft ist eine Tatsache der Literatur. Die Erzählinstanz erwähnt, zum Beispiel, Fak..."
Dass Erzähler*innen eine bestimmte*n Leser*in nerven heißt nicht, dass sie notwendigerweise komplex sind oder weniger langweilig. Ob Charaktere sympathisch oder unsympathisch, nahbar oder unnahbar, Identifikationsfiguren oder nicht sind, ist vielmehr für die Qualität der Literatur vollkommen unerheblich und hat aus meiner Sicht auch nichts mit der Diegese zu tun. Die wirkliche Frage ist, auf welchem Niveau gesellschaftliche Fragen hier verhandelt werden, und wie sich dies in den Figuren wiederspiegelt.
sehe gerade, dass ich das alles auch auf deutsch hätte schreiben können. sorry für die wut, die man zwischen den zeilen lesen kann.
Mara wrote: "sehe gerade, dass ich das alles auch auf deutsch hätte schreiben können. sorry für die wut, die man zwischen den zeilen lesen kann."
Das ist ja wohl ein Witz, Mara: Wut zwischen den Zeilen? Dein Kommentar ist beleidigend, voll von Unterstellungen, bösartig und absolut peinlich - und zwar für Dich. Dass wenige Tage nachdem die AfD in Sachsen-Anhalt abräumt noch jemand mit solchem selbstgerechten, eitlen, anlasslosen, andere grundlos attackierenden Virtue Signalling im Internet marodiert, ist wirklich die Endstufe von lost. Du bist Teil des Problems, Leute wie Du befeuern mit ihrer Eitelkeit die Kulturkriege. Und dass eine Soziologin so passiv-aggressiv, aber inhaltlich flach formuliert und dann auf ihren Abschluss verweist - hast Du bei Bourdieu gefehlt und/oder die Uni noch nie verlassen?
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Vielen Dank für dein ausführliches Urteil. Meine Lieblingsbuchhändlerin liest es gerade und war ähnlich entrüstet. Wenn ich mich mal aufregen will, dann lese ich es. ;-)
Peter wrote: "Ein sehr schöner Verriss, Meike. Es macht vermutlich mehr Spaß ihn zu lesen als das Buch."Vielen Dank, Peter! Ich bin aber auch sehr an abweichenden Meinungen interessiert, weil ich die teilweise vorhandene Begeisterung ehrlich nicht nachvollziehen kann. Für gute Argumente, die sich für Qualitäten des Buches aussprechen, bin ich also absolut offen.
Regenfisch wrote: "Vielen Dank für dein ausführliches Urteil. Meine Lieblingsbuchhändlerin liest es gerade und war ähnlich entrüstet. Wenn ich mich mal aufregen will, dann lese ich es. ;-)"Vielen Dank, Regenfisch! Das beruhigt mich, dass Deine Lieblingsbuchhändlerin ebenso genervt von dem Text war wie ich. Ich kann es kaum erwarten, dieses Buch in den Podcast-Sonderfolgen zum Buchpreis gegen Identitti antreten zu lassen, ich hab mir meine Argumente schon genau überlegt! :-)
Ich habe das Buch vor Monate gelesen, daher erinnere ich mich nicht mehr so sehr an die Einzelheiten. Aber erst als ich dein Review gelesen habe, habe ich gemerkt, dass man das Buch auch komplett anders auffassen kann, ich habe all die Kritikpunkte gar nicht so wahrgenommen und war von dieser Story eher überzeugt als andersrum. Also, vielen Dank für die anderen Sichtweisen, ich kann nachvollziehen, dass das Buch bei all der Provokation (und den Klischees) leider etwas engstirnig sein kann. Übrigens hat meine Schwester dieses Buch gar nicht erst angefangen, weil sie schon "Nachts ist es leise in Teheran" nicht gut fand (ich dagegen fand es total toll... 😂)
Bei dem Buch ist es auch wichtig zu bedenken, an wen sich Kasih richtet. Nämlich nicht unbedingt direkt an die reale Leserschaft, sondern an eine Leserschaft in der Diegese, insbesondere an diejenigen, die den Vorfall ihrer Meinung nach auf eine bestimme Weise, voller Vorteile auslegen wird. Sie stellt sich ja auch vor, wie die mediale Berichterstattung aussehen wird. Das ganze tut sie dann auch noch aus einer frustrierten Haltung heraus. Dabei verallgemeinert sie diese weiße Mehrheitsgesellschaft und dann verschwimmen ja letztlich doch die Grenzen zwischen realer und fiktiver Leserschaft. Ich glaube aber, genau dass will der Roman auch zeigen: Kasih kann sich durch ihre Frustration selbst einer vorurteilsvollen Haltung nicht entziehen. Sie macht das, was sie immer wieder an Saya kritisiert hat.
Dennoch finde ich, ist das ganze nicht wirklich geschickt von der Autorin gestaltet worden. Teilweise war ich mir auch nicht ganz sicher, ob ich de Text eher so zu verstehen habe, wie du ihn gelesen hast. Hab da auch ein wenig geschwankt. Es war wohl aber doch so von der Autorin intendiert, wie ich es anfänglich gedeutet habe: https://www.swr.de/swr2/literatur/shi...
Jin wrote: "Ich habe das Buch vor Monate gelesen, daher erinnere ich mich nicht mehr so sehr an die Einzelheiten. Aber erst als ich dein Review gelesen habe, habe ich gemerkt, dass man das Buch auch komplett a..."Vielen Dank für Deinen Kommi, Jin! Nachts ist es leise in Teheran habe ich nicht gelesen, aber ich würde es durchaus nochmal mit Bazyar versuchen.
Ceren wrote: "Dennoch finde ich, ist das ganze nicht wirklich geschickt von der Autorin gestaltet worden. Teilweise war ich mir auch nicht ganz sicher, ob ich de Text eher so zu verstehen habe, wie du ihn gelese..."Vielen Dank für Deine Sichtweise, Ceren! Jetzt finde ich den Roman offen gestanden noch weniger gelungen: An keiner Stelle macht der Text klar, dass sich Kasih in der Diegese nur an engstirnige Leser*innen richtet - zudem ist das die Gruppe, die das Buch in der realen Welt sowieso nicht lesen wird. Und genau die Tatsache, dass Kasih selbst tut, was sie verurteilt, hat mich wahnsinnig gemacht. Ich traue ihr nämlich zu, dass sie sich einer vorurteilsvollen Haltung entziehen könnte, wenn sie es nur wollte, gerade weil sie es besser weiß. Wenn eine Autorin ihren Text erklären muss, damit ihre Intention klar wird, ist es ein schwacher Text.
Sehe ich ähnlich, Meike. Insgesamt fand ich den Text trotzdem lesenswert - vermutlich aus persönlichen Gründen. :)
interessante Diskussion der intra- und extradiegetische Leserschaft auf. Die sich in der Diegese befindende Leserschaft ist eine Tatsache der Literatur. Die Erzählinstanz erwähnt, zum Beispiel, Fakten aus der Wirklichkeit der gemeinten Leser*innen - zB eine rechtsextremistische Gruppe, die letztlich eine Frau am Tag nach ihrer Abitur ermordet hat, und sie ermahnt ihrem Publikum, das selber im Internet nachzuschlagen. Das ist ein von vielen Beispielen, wo starke Differenzierungen zwischen der Realität der intradiegetischen Leserschaft und der der extradiegetischen (unserer!) gemacht werden. Momente wie diese machen den Text um so interessanter meiner Meinung nach. Dass Sie sich so sehr über die Erzählfigur ärgern zeigt auch für mich eine gelungene komplexe Charakterisierung. Perfekte Erzähler sind langweilig, gehören zum 19. Jahrhundert.
Thomas wrote: "interessante Diskussion der intra- und extradiegetische Leserschaft auf. Die sich in der Diegese befindende Leserschaft ist eine Tatsache der Literatur. Die Erzählinstanz erwähnt, zum Beispiel, Fak..."Dass Erzähler*innen eine bestimmte*n Leser*in nerven heißt nicht, dass sie notwendigerweise komplex sind oder weniger langweilig. Ob Charaktere sympathisch oder unsympathisch, nahbar oder unnahbar, Identifikationsfiguren oder nicht sind, ist vielmehr für die Qualität der Literatur vollkommen unerheblich und hat aus meiner Sicht auch nichts mit der Diegese zu tun. Die wirkliche Frage ist, auf welchem Niveau gesellschaftliche Fragen hier verhandelt werden, und wie sich dies in den Figuren wiederspiegelt.
sehe gerade, dass ich das alles auch auf deutsch hätte schreiben können. sorry für die wut, die man zwischen den zeilen lesen kann.
Mara wrote: "sehe gerade, dass ich das alles auch auf deutsch hätte schreiben können. sorry für die wut, die man zwischen den zeilen lesen kann."Das ist ja wohl ein Witz, Mara: Wut zwischen den Zeilen? Dein Kommentar ist beleidigend, voll von Unterstellungen, bösartig und absolut peinlich - und zwar für Dich. Dass wenige Tage nachdem die AfD in Sachsen-Anhalt abräumt noch jemand mit solchem selbstgerechten, eitlen, anlasslosen, andere grundlos attackierenden Virtue Signalling im Internet marodiert, ist wirklich die Endstufe von lost. Du bist Teil des Problems, Leute wie Du befeuern mit ihrer Eitelkeit die Kulturkriege. Und dass eine Soziologin so passiv-aggressiv, aber inhaltlich flach formuliert und dann auf ihren Abschluss verweist - hast Du bei Bourdieu gefehlt und/oder die Uni noch nie verlassen?
Gelöscht und geblockt.


Der Einband ist topp, aber das Buch regt minütlich mehr auf! :-(