Parallelgeschichten Leserunde discussion
Kapitel 38-39
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In Kapitel 39 wird von den Zigeunern berichtet. Zwei von ihnen sind die beiden Männer, die Kristof so sehr verehrt, bzw. einer von ihnen ist der Riese, den Kristof so innig liebt.Der Anführer der Zigeuner ist Biszok. Er wurde mit seiner Kompanie zu Kriegsende hin in Deutschland, in der Nähe von Husum, von Engländern in Kriegsgefangenschaft genommen. Seit dem Krieg und seiner Zeit in Gefangenschaft ist er dankbar geworden und hat Jene in Not aufgenommen. Seine Ziehtochter Gyöngyver hat ihr eigenes Leben angefangen. Die Anderen, denen er eine Möglichkeit gabe sich seiner Gruppe anzuschließen, sind geblieben.
Ein weiteres loses Ende der Geschichte wird verbunden, denn im Kriegsgefangenenlager lernte er einen jungen Ungarn kennen - Andreas Rott, der ihnen mit Durchhalteparolen immer wieder Mut gemacht hatte.
Das letzte Kapitel sondert sich von den anderen Kapiteln ab. Es ist erstaunlich friedlich geschrieben. Die für Nadas üblichen weitschweifigen Erklärungen, die gerne auf das Sexuelle oder den Verdauungsapparat fixiert sind, bleiben aus. Das Kapitel bietet einen schönen Ausklang aus den Parallelgeschichten.
Wie Johanna schon geschrieben hat, gibt es kurz vor Schluss noch ein komplett neue Figur, die scheinbar mit den bisherigen Personen und Geschichten überhaupt nichts zu tun hat. Wobei... Irgendwann kam mir der Gedanke, ob es sich bei Balter vielleicht um den Bruder des Hausmeisters in der Ringstrape handelt, diesen stark hinkenden, mürrischen Mann. Aber ich hatte, um ehrlich sein, schlicht keine Lust mehr, danach zu suchen. Vielleicht fällt es ja dir auf die Schnelle ein, Johanna?Für mich ist dieser Balter sozusagen der Gegenpunkt zu allen anderen Personen. Er ist (nach meinem Verständnis) der Einzige, der sich freigemacht von allem: von Erwartungen, Ansprüchen, Verpflichtungen. Er lebt, wie er möchte und das Ergebnis ist fatal: Er bringt einen Menschen um. Oh je, wenn das das Menschenverständnis von Nádas ist - der Mensch muss eingezwängt sein in Pflichten und Erwartungen, anderenfalls kommen seine animalischen Triebe zum Vorschein, die er ansonsten nur in/an/mit seinen Geschlechtsorganen ausleben kann. Ansonsten versöhnt das Kapitel etwas mit dem vorherigen, da es mal wieder eine richtige Geschichte ist und nicht nur (für mich) mehr wirre Nichthandlung.
Zuguterletzt das wirklich letzte Kapitel (ich kann es kaum glauben ;-)). Vielleicht ist Biszok, hier die Hauptfigur, so etwas wie das Ideal von Nádas. Er scheint mit sich und seiner Umwelt im Reinen zu sein, geht in seinem Tun auf und lässt sich von nichts treiben oder zwingen. Ansonsten ist mir die Einführung nochmals neuer Personen nicht so richtig erklärbar, auch wenn damit die Herkunft von Gyöngyver geklärt wird.Johanna, woher weisst du, dass es die beiden Zigeuner von der Insel sind? Ich wäre da nicht darauf gekommen, wurden denn da Namen genannt? Nein, ich werde da nicht nochmal nachlesen ;-)
Ist zu lange her, aber ich meine es ist erwähnt worden. Das du nicht nochmal nachlesen willst kann ich sehr gut verstehen. Aber ich bin mir was die Zigeuner angeht relativ sicher.Ein Schwitztüchlein an dich, du hast die harte Arbeit geschafft! Nadas zu bewzingen ist schon eine Leistung - und hier ist dein Pokal... ;-)


Dann springt die Geschichte zu einem Mann der aus der Pschatrie ausgebrochen ist und sich unterwegs Kleidung und Lebensmittel stiehlt, so ein frisches Brot, das er direkt vom Lieferwagen klaut.
Einer er Bestohlenen ist David, der Enkel des örtlichen Pfarrers. Als er heimlich Runden im Teich dreht, wird ihm seine Hose gestohlen. Der Großvater glaubt ihm nicht und verabreicht ihn vor den Augen aller Leute eine saftige Ohrfeige.
Der Pfarrer verdächtigt Balter, den einsiedlerische lebenden ehemaligen Gefängniswärter. Während er sein Fahrrad holt um zu ihm zu fahren, erfährt man das der Pfarrer eine Frau aus Vestö begehrte. Nach dem Tod seiner Frau noch mehr als zuvor. Als diese Frau mit ihrem Mann ertrinkt sieht er sich gestraft.
Als ihm die Schäfchen seiner Gemeinde erzählen das Brot gestohlen wurden und Kirschen macht sich der Pfarrer mit einer Schar Dorfbewohner auf, um Balter zu befragen. Er vermutet das er den Strolch gesehen haben könne. Balter läuft auf seinem Gelände nackt herum, es gibt ihm eine Art Sicherheit. Als Balter ihnen nicht weiterhelfen kann ziehen die Dorfbewohner ab. Der Pfarrer besucht Balter jedoch später wieder und sie kommen ins Gespräch. Balter erzählt das seine Frau und sein Sohn versucht haben ihn in einer konzertierten Aktion umzubringen und ihm dabei 4 Rippen gebrochen haben. Der Pfarrer entgegnet das seine geliebte Frau seit 4 Jahren tot ist und das sein Sohn von den Kollegen Balters umgebracht wurden. Er möchte Balter fragen ob ihm dieser näheres über den Tod seines Sohnes berichten kann. Aber Balter kann nicht.
Der Strolch sitzt aber in seinem Aprikosenbaum, das ist Balter aufgefallen. Zwei Tage holt er kein Wasser und beobachtet die Spuren, die der Strolch macht. Er geht davon aus, das es sein Sohn ist, der ihn umbringen will oder ein ehemaliger Häftling der sich rächen will. Auf seinem Grundstück findet er eine Latte mit eingeschlagenen Holznägeln und fasst einen Entschluss. Er tötet seinen Verfolger und ist erleichtert, dass es nicht sein Sohn war. Dann zerrt er die Leiche in sein Haus, lässt sie kurz hinter dem Eingang liegen. Balter ist hungrig, macht sich etwas zu Essen. Am nächsten Morgen fährt er zur nächsten Polizeidienststelle und erklärt das er gemordet hat, ganz ruhig und völlig gelassen.
Das Vorletzte Kapitel ist sehr wirr und stößt eine neue Geschichte auf, die ich an dieser Stelle nicht erwartet hätte.