Parallelgeschichten Leserunde discussion
Kapitel 34-37
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In Kapitel 34 berichtet Kristof Demen über das Leben bei seiner Familie. Die Cousinen sind mit einem Mädchen aus dem Haus der Klavierlehrerin befreundet - Ilonka Weisz. Sie sagen das er nicht so seelenlos sein soll und sich um Ilonka bemühen müsse - und Kristof versucht tatsächlich das Mädchen dazu zu bringen ihn zu mögen. Seine Erinnerungen an seine Großmutter sind positiv. Kristof beschreibt sie als dankbare und gütige Frau, die hilfsbereit ist und ihn zu schützen versucht.
Dann wwendet sich Kristof wieder der Realität zu. Er geht davon aus das Karla und Simon hinter verschlossenen Türen Geschlechtsverkehr haben. Er selbst wünscht sich nichts mehr als in diesem Moment, als selbst mit ihr zu kopulieren. Als Ersatz dafür knöpft er sich in dem dunklen Treppenhaus die Hosenschlitz auf, kann sich aber nicht so Recht dazu durchringen zu onanieren.
Dann geht die Tür auf und Klara kommt in atemberaubenden Outfit auf ihn zu. Sie ist ohne Simon, der soll laut ihrer Aussage wütend sein und nicht mitkommen wollen. Als sie auf Kristof zukommt fragt er Klara ob die seine alte Klavierlehrerin kennt. In ihrer Frisur meint er eindeutig den Frisurenstil seiner Klavierlehrerin Andria Lüttwitz wiederzuerkennen.
In Kapitel 35 geht die Geschichte um Kristof und Klara weiter. Sie verneint, diese Frisur trage nur sie. Im Gespräch mit ihr geht Kristof auf Distanz, ein gereizter Unterton breitet sich zwischen Beiden aus.
Auf dem Weg zum Auto entspinnt sich zwischen beiden ein Streitgespräch, das sich im Auto fortsetzt. Kristof will Klaras Geschichte herausfinden, will wissen welches Verhältnis zwischen ihr und "ihrem Mann" besteht, immerhin trägt sie ja seinen Nachnamen nicht. Während Kristof immer lauter und aufdringlicher wird, wird Klara immer einsilbiger. Kristof möchte aus seiner Lüge ausbrechen, aber kann nicht. Er macht ihr Vorwürfe, aber möchte ihr eigentlich sein ganzes Leben erzählen.
Dann gesteht Klara ihm das sie eine ganze Menge über ihn weiß, denn seine Tante Erna und sein Cousin Agost sind gute Kunden in dem Kaffeehaus und die Chefin unterhält sich oft mit Erna. Plötzlich ist Kristof betroffen. Er kann nicht mehr erzählen. Jetzt fragt Klara aber nach. Beide ergehen sich darin die jeweiligen Fragen des anderen mit einer Gegenfrage zu beantworten. Keiner gibt mehr eine Information über sich preis. Kristof kommt der Fluchtgedanke, dass er noch Flaschen aus der Wohnung holen muss...
Auch in diesem Kapitel belauern sich Kristof und Karla wieder. Sie schleichen umeinander herum wie die Katze um den heißen Brei, urteilen übereinander, verletzen sich gegenseitig, ohne so Recht vom Fleck zu kommen. Ich warte immer noch darauf das sich Kristofs Worte, das diese Nacht sein Leben verändert habe, bewahrheiten. Im Augenblick scheinen Beide gelähmt und ohnmächtig in der Situation gefangen.
In Kapitel 36 springt die Geschichte plötzlich wieder an den Anfang. Dr. Kienast, der Ermittler in dem Fall der Leiche aus dem Berliner Park, ist auf der Suche nach Hinweisen. Seine Nachforschungen bringen ihn auf den Hof der Döhrings, wo das Gold in der Dörrkammer versteckt gewesen war.Er hat Döhrings Anrufe orten lassen und die haben ihn zu diesem ort geführt. Als Kienast an seine Familie denkt wird klar, was man schon vom Namen her vermutet. Kienast ist jener Kienast, der mit Hans Wolkenstein zusammen in dem rassenbiologischen Forschungsinternat gewesen war.
Döhring hat sich auf Tante Isoldes Wunsch hin auf dem alten Hof versteckt und ist überrascht als Kienast ihn dort anspricht. Er steckt gedanklich noch völlig in der Diskussion mit Isolde. Gerhard Döhring hatte wegen des verschwundenen Goldes vier Personen umgebracht und wurde dann selbst ermordet. Das Familiengeheimnis lastet schwer auf Döhring.
Während Döhring immer mehr den Boden verliert, in einen Wahn hinübergleitet und unazusammenhängende Dinge redet, bemerkt Kienast einen nahenden Epilepsieanfall. Die entstandene Pause, in der sich Kienast zurückzieht, reicht um den Weg für Döhring vorzubereiten. Als Kienast von der Toilette zurückkommt, beginnt Döhring zu reden.
Aber Döhring verliert sich immer wieder in psychologischen Betrachtungen und in seinen Hasstiraden auf Jesus.
Kienast will Döhring zum Essen einladen. Im Auto denkt er darüber nach wie schnell er den Bezug zu Döhring hergestellt hatte, nachdem er über den Geruch nachgedacht hatte, der vom Schambereich des Opfers ausging. Es war ein sehr seltenes Parfum, das nur auf Auftrag hin zusammengemischt wurde. Und Kienast meint es an Döhring ebenso gerochen zu haben.
Am Anfang des Kapitels dachte ich - jetzt geht es endlich zu Sache. Aber wieder versteigt sich Nadas in der Beschreibung von Kleinigkeiten, Einzelheiten, die das eigentliche Geschehen qualvoll hinauszögern. Ehrlich gesagt will ich das Buch jetzt nur noch hinter mich bringen. Lesegenuss ist für mich nur an wenigen Stellen aufgekommen und jetzt fiebere ich einfach nur dem Ende entgegen...
Kapitel 37 wendet sich wieder Klara und Kristof zu. Kristof führt Klara an einen Ort seiner Kindheit und erzählt aus seiner Familiengeschichte.Dabei belauern sich beide eifersüchtig. als Kristof die Gelegenheit bekommt ihr ganz einfach seine Liebe zu gestehen, verlässt ihn der Mut. Als sie ihm sagt er in Jemanden verliebt sein müsse, da bringt er nicht die Kraft auf ihr zu sagen: "In dich." Er hat schreckliche Angst vor den Konsequenzen, vor ihrer Nähe, obwohl ers ie doch haben will.
Stattdessen erzählt er ihr das er nach dem Beschuss durch den Panzer weiter an der Bäckerei gewartet hat, das Brot war wichtiger. Er erzählt von der Frau mit dem verbrannten Gesicht und das er sie sich als Mutter vorstellte. Dann berichtet er davon das seine Mutter die Familie verlassen habe.
Das sie und seine Tante gelegentlich Briefe austauschten, von dessen Inhalt er keine Kenntnis habe. Klara ist empört das er sich den Konventionen der Familie beugt und nicht zumindest heimlich die Briefe liest. Kristof setzt zu einer Lebensbeichte an, aber Klara entfernt sich von ihm.
Schließlich erzählt er das er sich von der Brücke stürzen wollte und das der große schwarze Hund ihn abgehalten habe. Er habe spielen wollen und Kristof wollte ihn loswerden, daher habe er versucht das Tier über die Brüstung der Brücke zu werfen. Der Hund hatte es im letzten Moment bemerkt und war winselnd entkommen.
Diese Szene hat mich ganz besonders mitgenommen. Der Hund hat ihn gerne gemocht, wollte bei ihm sein - und er wollte den Hund loswerden, ihn umbringen. Der Hund hat gewinselt, geweint, um den verlorenen Freund. Kristof hat es wahrgenommen,verstanden. Deshalb flüchtet er sich in Selbsthass und Selbstmitleid.
Seine wichtigste Geschichte jedoch erzählt er nicht - die Erinnerung an den Riesen, den er noch immer liebt und mit dem er sich ein gemeinsames Leben wünscht. In seiner Vorstellung ergeht es dem Riesen genauso. Das ist der Grund warum er Klara nicht noch näher an sich heran lassen will, er will von ihr nicht in die "Normalität" gezogen werden. Er möchte weiterhin von einem möglichen Glück mit dem Riesen träumen.
Er erkennt das sie auf seltsame Art vom selben Standpunkt aus starten. Er liebt den Riesen und will ihn nicht "verlassen", während sie Simon nicht verlassen will. Wie sie zuvor schon kategorisch erklärt hat.
Klara wird vom Hass getrieben. Über Kristof will sie sich nur an Simon rächen. Aber ihr Hass geht viel tiefer, reicht in ihre Familiengeschichte zurück. Sie sinnt auf Rache für die ihr entgangenen Lebensfreuden und dafür das sie nicht an der Universität zugelassen wurde. Mit Simon verbindet sie eine seltsame Beziehung aus Hass, Demütigung, Sex and Anbetung. Und wieder ergeht sich Nadas intensiv in Verauungsproblemen, als wäre die Liebe und der Geschlechtsakt nnicht anderes als Sch... (sorry, habe zu lange Nadas gelesen).
Dann bricht es aus Klara heraus das sie schon viele Fehlgeburten durchgemacht hat. Nun möchte sie sich anlehnen, bräuchte Hilfe, aber Kristof lehnt das Thema ab, schiebt sie von sich. Das macht Klara wütned und sie schreit ihn er er solle doch einmal schwanger werden und einen Abort erleben plus Ausschabung. Jetzt ist sie schwanger und hat Panik das Kind wieder zu verlieren.
Kristof ist entnervt und kann nicht mehr mitansehen, wie sie am Lenkrad rüttelt. Er will sie davon, abhalten, packt ihre Schultern. Was wie ein Ringkampf beginnt endet damit das sie übereinander herfallen, sie küssen und liebkosen.
Sie spüren das sie zu weit gegangen sind und wollen nun etwas trinken gehen. Dann gehen sie zu der Party, zu der Klara eingeladen war. Im Treppenhaus des Hauses finden sie viele Betrunkene. Unter ihnen entdeckt Kristof Pisti. Während Klara in der Wohnung verschwindet, in der die Party stattfindet, kümmert sich Kristof um seinen betrunkenen Freund. der will jedoch keine Hilfe und Kristof folgt Klara auf die Feier. Dort trifft er Gyongyver, die ihm betrunken und voller Abscheu erzähtl, das Agost ihr einen Heiratsantrag gemacht habe. Kurz trifft Kristof Pisti wieder, aber dann werden beide erschreckt von einer beginnenden Razzia auf der Party. Diese wird durch das hochrangige Geheimpolizeipersonal (unter anderen Andre Rott) verhindert. Von allem aufgewühlt will Klara Stimmund machen und tanzen, aber erstarrt mitten in der Bewegung, weil das Blut aus ihr herausströmt. Sie hat wieder ein Baby verloren. Simon trägt seine Frau davon. Kristof sucht noch rasch den Pelz, den sich Klara geliehen hat und will dann folgen. Den ganzen Tag sucht er nach ihr, kann sie aber in keinem der Krankenhäuser finden. Sie ist nirgendwo eingeliefert worden. Als Kristof abends nach Hause kommt sitzt die ganze Familie am Tisch. Sein Onkel ist verstorben, Tante Erna nun Witwe.
Kurze Zeit später bekommt Kristof heraus in welchem Krankenhaus Klara liegt. Er kümmert sich in den folgenden Tagen rührend um sie, nimmt keinen Anteil an den Geschehnissen im Trauerhaus und kann auch nicht viel damit anfangen, das Gyöngyver und Agost heimlich und ziemlich schnell geheiratet haben.
Gyöngyver und Agost reisen als Diplomatenpaar. Agost verschwindet mit einer Aktenmappe und Gyöngyver wird dadurch zur Zeugin im Eichmann Prozess, daß Ungarn die Papiere an Israel übergeben habe. Agost sieht sie nie wieder in ihrem Leben.
Dieses Kapitel ist Nadas eindeutig zu lang geraten, auch wenn er die Verwobenheit der einzelnen Geschichten untereinander zeigen will und lose Handlungsfäden verketten möchte, es ist schwer ein so umfangreiches Kapitel zu lesen und entsprehend zu würdigen.
Ich bin jetzt erstmal geschafft...
Oh Himmel hilf, da kommt ja noch was auf mich zu :-) Ich komme gar nicht so schnell nach, da bei mir die Tage zur Zeit recht 'vollgestopft' sind (du siehst, ich habe auch schon Verdauungsassoziationen ;-)). Du wirst also auf meine Kommentare noch ein bisschen warten müssen...
Xirxe wrote: "Oh Himmel hilf, da kommt ja noch was auf mich zu :-) Ich komme gar nicht so schnell nach, da bei mir die Tage zur Zeit recht 'vollgestopft' sind (du siehst, ich habe auch schon Verdauungsassoziatio..."Kein Problem ;-)
Ich versuche nur durch diesen Sumpf hindurchzuwaten. Wenn ich jetzt nicht fertig lese, dann lege ich das Buch weg und nehme es nie wieder in die Hand. Zum diskutieren ist ja immer noch später Zeit :-)
Die ersten drei Kapitel in diesem Teil habe ich nun auch schon gelesen und insbesondere die beiden mit Karla und Kristof sind endlos zäh, zäh, zäh. Sie streiten sie sich um Kleinigkeiten, um Empfindlichkeiten dass man einfach nur den Kopf schüttelt beim Lesen und sich fragt: 'Was soll das?' Es gibt keine Entwicklung in dieser Geschichte und ob sich hier überhaupt noch was tut, wage ich so langsam zu bezweifeln.Kapitel 36 war dann schon wieder besser. Zurück in der Gegenwart trifft man wieder auf die Personen vom Beginn, Kienast und Döhring. Wobei ich denke, dass Kienasts Vater der Junge aus dem Internat war. Immerhin haben wir irgendein Jahr mit 2000, so dass der Junge deutlich über 60 sein müsste. Und dann noch aktiv bei der Kripo? Bemerkenswert fand ich die Ähnlichkeit der Beiden und dass dies auch Kienast auffällt. Beide haben im Grunde keine Bezugspersonen und sind völlig allein auf dieser Welt, wobei es bei Kienast nach seinem kürzlich zurückliegenden Liebeserlebnis ja nicht ganz zutrifft. Döhrings Wahn finde ich nicht ganz nachvollziehbar, bin aber gespannt, ob er die Familiengeheimnisse jetzt doch noch enthüllt.
Noch knapp 300 Seiten...
So, Kapitel 37 habe ich jetzt auch durch. Gleich zu Beginn gibt es einen Satz, der ein wiederkehrendes Motiv in diesem Buch zeigt. Ich glaube sogar, er stellt so etwas wie eine Begründung für die überaus deprimierende Einstellung der handelnden Personen dar. Seite 1454: Wozu eine neue Liebe, wenn alles so endet, alles so unbeständig ist...Vermutlich bezieht sich das nicht nur auf die Liebe an sich, sondern überhaupt auf Beziehungen und Gefühle für andere Personen. Die Angst, dass alles doch nur unglücklich endet, lässt sie die Gefühle nicht ausleben bzw. gar nicht erst entstehen bzw. von vornherein misstrauisch sein.
Ansonsten kann ich dir nur zustimmen, Johanna. Dieses Kapitel ist schlicht viel zu lang und wirkt insbesondere am Ende durch die Vielzahl der Geschehnisse, als ob auf Teufel komm raus unbedingt alles hier noch reingepresst werden musste was geht. Erst tut sich überhaupt nichts bzw. sehr wenig und dann geht es auf einmal hopplahopp.
Dann mal auf zum Endspurt!


Dieser Bereich ist mir mal wieder zu groß geraten. Außerdem würde ich nach meiner jetzigen Lesenerfahrung sagen, das man Nadas Parallelgeschichten Kapitel für Kapitel diskutieren sollte. Das funktioniert vielleicht etwas besser, als mit diesen extremen Sprüngen zu leben.