Parallelgeschichten Leserunde discussion
Kapitel 30-33
date
newest »
newest »
Im 31. Kapitel begegnet uns zum ersten mal Karlas unehelicher Sohn Hand von Wolkenstein.In einem Internat für rassenbiologische Forschung untergebracht, begehrt er mit frechem Dauergrinsen gegen die Erzieher auf und schlägt jede Warnung der Mutter in den Wind. Er will den anderen Kindern Mut zum Aufebgehren machen und bewundert Jene, die konsequenterweise Selbstmord begehen. Doch die selbstmorder werden totgeschwiegen. Nicht einmal die Pfarrer nehmen sie in ihrer Predigt auf. das einzige "Ritual" das einem der Selbstmorde folgt ist der Gang der Klasse zu dem Viadukt, das die Selbstmörder zum springen nutzen. Dort erklärt der Physiklehrer den Kindern die Gesetzmäßigkeit vom freien Fall. Alle müssen einmal oben und einmal unten gestanden haben.
Obwohl auch er die Jungen nie erwähnt, frage ich mich ob der Lehrer an dieser Stelle nur die Unentschlossenen warnen will und denkt Abschreckung genüge. Ich bin mir an dieser Stelle etwas unschlüssig. Eine mögliche eigene Todessehnsucht des Lehrers käme hier unter Umständen ebenso in Frage wie eine gewisse perfide Freude nun endlich die Aufmerksamkeit seiner Schüler nutzen zu können, um ihnen die Physik näher zu bringen. Daß die Jungen einen ihrer Kameraden schützen, der epileptische Anfälle hat und dem dadurch die Zwangssteriliesierung droht, finde ich bemerkenswert. Er ist zwar der heimliche Widerstand der Jungen, aber gleichermaßen wissen sie alle, das jede Abweichung von der Norm bei jedem von ihnen eine so entsetzliche Folge haben würde.
Die Jungen erleiden schrecklich entwürdigende und schmerzhafte Untersuchungen, bei denen nach ihrer Abnormität gesucht wird - immerhin sind alle Jungen, die dieses Internat besuchen Bastarde, rassisch nicht rein und deshalb minderwertig. Die Jungen schämen sich dafür. Ich war entsetzt zu lesen was die Jungen alles über sich ergehen lassen müssen, insbesondere im Auftrag von der Schuers. Das alle Eltern auch noch unterschrieben haben, das man mit ihren Kindern experimentieren darf macht mich erst Recht betroffen.
Als Hans ein geheimes Briefchen bekommt, das ihn sein ungarischer Vater aus dieser Hölle befreien will, ihm zur Flucht verhelfen will, spürt Hans Dankbarkeit, obwohl er ihn vorher nicht besonders positiv gesehen hat.
In Kapitel 32 erzählt Kristof weiter von der Ereignissen mit Klara und Simon. Er wartet mit Simon vor der Haus auf Klara und ergeht sich dabei in Betrachtungen über seinen "Rivalen". Er vergleicht sich mit Simon.Als Simon ihm seine Überlegenheit zeigen will und in das Haus geht, hängt Kristof seinen Erinnerungen an seine Klavierlehrerin nach, die in diesem Haus gewohnt hatte.
Er möchte Simon und Klara folgen, kämpft aber gegen seine gute Erziehung an, die ihm das verbietet. Aber seine Eifersucht ist größer und so betritt er das Haus, kann sich jedoch nicht entscheiden die Wohnung zu betreten.
Die Geschichte von Kristof und Klara empfinde ich momentan als quälend langsam. Es wird immer wieder angedeutet, dass das , was an diesem Abend passiert ist, Kristof nachhaltig verändert hat. ich warte immer noch darauf was genau passieren wird. Denn im Augenblick ist noch nicht erkennbar, wie die Geschichte ausgehen wird.
In Kapitel 33 sitzen Erna Demen und Gyöngyver im Taxi und fahren zum Krankenhaus. In die Gedanken des Chaffeurs Laszlo mischen sich Betrachtungen über Juden im Allgemeinen, Erna denkt an Geerte und stellt fest das der Chauffeur ebenso erotische Lippen hat wie Geerte und Gyöngyver ist völlig ausgefüllt von ihren Erinnerungen an die Nacht/den Morgen mit Agost.Die Stimmung von Erna kippt als der Fahrer seinen Namen nennt: Laszlo Bellardi. Ernas Mann hat ihn seinerzeit verraten, um nicht selbst der Organisation für das Ungarntum zugerechnet zu werden (zu der ihr Mann jedoch wirklich gehörte). Um nicht mit diesen Strudel gerissen zu werden hatte Demen nun mit dem russischen Geheimdienst kooperiert und Bellardi ans Messer geliefert.
Aber mehr als alles andere leidet Bellardi daran das ihn seine Frau Elisa für Maria Szapary verlassen hat. Er liebt sie so sehr, daß er beide Frauen zu hassen beginnt und sie am liebsten umbringen würde. Als Szapary ihn darüber informiert das Elisa eine Hirnblutung erlitten hat und wahrscheinlich sterben wird, leiden Beide gemeinsam. In diesem Moment vergibt Bellardi Maria Szapary. Szapary nimmt die behinderte Elisa bei sich auf und pglegt sie.
Hier schließt sich wieder ein Kreis der Erzählung.
Nach längerer Rückschau stellen Erna und Bellardi fest, das sein Sohn und ihr Neffe nahezu dasselbe Schicksal erlitten haben. Die Mutter ist mit einer Frau durchgebrannt und die Kinder wurden verschleppt und unter einem anderen Namen in einer Erziehungsanstalt untergebracht.
Dann denkt Bellardi an die Nacht zurück, als er sich in seinem Elend Mazda offenbaren wollte, es aber nicht über sich brachte.
Die Szene wechselt wieder zu Agost und seinen Freunden. Im Bad finden Besprechungen über Geheimdienstarbeiten statt. Andre Rott verrät seine Freunde.
Dann taucht die Nachricht auf das Maria Szepary Elisa samt ihrem Rollstuhl in den Aufzugschacht hat krachen lassen und sich danach vom Balkon gestürzt hat.
Ich bin noch immer etwas verwirrt davon wie das Kapitel zwischen den Personen springt.
Der letzte Abschnitt über Maria und Elisa schließt den Kreis etwas enger und es ergibt einen schrecklichen Sinn. Das Aushalten hat ein Ende.
Ja, die Geschichte zwischen Klara und Kristof ist einfach zäh - entweder streitet sie sich mit Kristof (im Kapitel davor) oder mit ihrem Mann, doch der Grund wirkt immer lapidar. Die Erinnerungen führen auch nicht so richtig weiter - ob hier noch was passiert? (Ist Simon wirklich beim Geheimdienst? Ich sehe das bisher mehr als Vermutung seitens Kristof an).Die Kindheit von Hans fand ich erschütternd. Ein Heim voller unehelicher Kinder, nur um deren Entwicklung zu studieren - wie abartig! Auch hier schließt sich übrigens wieder ein Kreis: Der kleine Junge mit den epileptischen Anfällen ist wohl ein Vorfahr des Kriminalkommissars vom Anfang.
Im 33. Kapitel kommt plötzlich fast wieder zuviel zusammen. Dass der Sohn Laszlos der Lieblingsschüler von Ernas Mann war (der übrigens Lehr hieß und nicht Demen, das war Krisofs Vater - sorry für die Besserwisserei ;-)), Bellardi als der Taxifahrer, Elisa und Maria Szapary, die Kartenspielfreundin von Erna. Alles schon heftig. Was ich nicht verstanden habe: Wieso verrät Andras seinen Freund Agóst? Mit was? Dieser bekommt doch einen neuen Auftrag, wenn auch unter der Prämisse, dass er innerhalb vier Wochen heiraten muss. Irgendwo muss mir da was durchgegangen sein...
Das wird schon angedeutet.Ich habe es zumindest schon an dieser Stelle vestanden, dass der Auftrag eine fatale Entwicklung haben würde. Welche wirst du noch sehen. Nur hatte ich mir sogar eine harmlosere vorgestellt.
Die Kinder in dem Heim taten mit schrecklich leid - nicht nur wegen dem was sie erdulden mussten, sondern eben auch, weil ihre Familie das Einverständnis dazu gegeben hatten. Als das erzählt wurde fand ich es noch weitaus schlimmer: Eltern die ihre Kinder opfern...
Ich finde, das ist eine der Stärken Nadas: Er beschreibt grauenvolle Zustände so ruhig und nüchtern, dass sie noch viel schlimmer wirken.
Ja, das mag durchaus eine Stärke sein. Aber es befremdet einen auch. Zumindest ist es mir an einigen Stellen zu unbeteiligt.Im übrigen finde ich es nicht schlimm wenn du mich korrigierst wenn ich mal wieder die Namen der Personen durcheinander geworfen habe. Ich habe bei dem Buch mit einigen Namen so meine Probleme gehabt.


Zwischen den Eheleuten Klara und Simon entspinnt sich ein erniedrigender Streit, eine Art Machtkampf.
Kristof will zunächst davor fliehen, aber Klara hält ihn mit ihren Blicken zurück. Kristof bleibt.
Nach einer wilden Autofahrt, in der der angetrunkene Simon über Bürgersteige gerast ist und sämtliche Verkehrsregeln übertreten hat (was er als Angehöriger der Geheimpolizei wohl darf), halten sie vor dem Haus, in der das Paar wohnt.
Während Klara sich umziehen geht, steigen die Männer aus. Simon und Kristof warten gemeinsam auf Klara.
Ein wenig erstaunt bin ich über die Wendung doch. Ich hatte nicht erwartet das Kristof tatsächlich ins Auto steigt. Die Handlung dieses Kapitels ist ein wenig absurd und ich kann noch nicht so Recht erkennen wohin sie führen wird. Ich lasse mich überraschen.