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Kinder des Nebels
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Kinder des Nebels - Teil 4
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Semjon, Leserunden, Newsletter
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rated it 2 stars
Dec 03, 2017 06:33PM
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Da ich das Buch nicht in das neue Jahr mitschleppen wollte, habe ich mich Samstag und Sonntag morgen stärker damit auseinander gesetzt.Ich weiß nicht woran es liegt. Vielleicht fand ich diesen Abschnitt einfach besser, als die vorherigen, oder es machte bei mir doch etwas aus, dass ich jetzt wirklich mich nur auf dieses Buch konzentriert habe und auch keine (Vor)Weihnachtshektik hatte, die mich zu sehr abgelenkt hat, aber das Lesen ging mir leichter von der Hand.
Dieser Abschnitt hatte für mich auch mehr Tempo. Zumindest zum Ende hin. Ich hatte jetzt wirklich das Gefühl, es steuert auf etwas hin. Vielleicht habe ich die Seiten davor auch nicht verstanden, aber der Plan, war mir bis zum letzten Abschnitt ein Rätsel und irgendwie nicht ganz logisch. Vor allem durch das Verhalten verschiedener Personen.
Das Vin hier gleich von Liebe zu Elant spricht, finde ich einfach übertrieben, aber man merkt, dass er keiner von den Bösen ist. Spätestens nachdem er wusste, dass sie ein Skaa ist, hätte er sie verraten können. Hat er aber nicht. Er soll wohl eindeutig das Gegenstück zu den ganzen hinterhältigen und von sich stark eingenommenen Adligen darstellen.
Spätestens als sie March gefunden haben, war klar, dass es jetzt losgeht.
Wie gut Vin sich mit den vollausgebildeten Nebelgeborenen herumschlägt, lässt bei mir eigentlich nur die Frage zurück, warum sie so stark ist. Kelsier erwähnt es immer wieder. Aber warum? Das muss doch einen Grund haben.
Tja, und dann dieses Ende des Abschnitts. Renoux Tod und sogar Kelsier. Er hat sich ja quasi gar nicht gewehrt. Aber das eine so zentrale Rolle bereits im ersten Buch sterben muss, damit hätte ich jetzt nicht unbedingt gerechnet, zumal der Kampf ja noch gar nicht vorbei ist.
Helen.elli wrote: "Vielleicht habe ich die Seiten davor auch nicht verstanden, aber der Plan, war mir bis zum letzten Abschnitt ein Rätsel und irgendwie nicht ganz logisch.
Ja, gab es denn ein Plan? War es der Plan, die Atium zu zerstören und dann mal schauen, wie alles den Bach hinunter geht im Land? Nun, ich finde das ist jetzt kein besonders komplexer Plan. Die Spannung am Ende des Abschnitts beruht ja nur darauf, dass die Truppe aufgeflogen ist. Aber überrascht hat mich das nicht. Ich habe mich im Gegenteil eher gefragt, warum der Oberster Herrscher und seine Inquisitoren sich die ganze Zeit von den Rebellen fast tatenlos auf der Nase herumtanzen ließen. Es wurden mal Truppen gegen Yelen ausgesendet und dann gab es diese Hinrichtungsszenen. Aber auf rund 800 Seiten habe ich das Böse eigentlich nie groß gespürt. Es wurde nur erzählt, wie böse das Böse ist, doch die wahre Boshaftigkeit muss man für mich als Leser auch mal erlebbar machen. Ansonsten hat ein Großteil des Buchs eine frech-frivole Atmosphäre wie in den Mantel-Degen-Filme aus den 50er Jahren, wenn ich mich an diese langen Ballszenen, die zaghafte Romanze und die Geschichten rund um den Adel zurück erinnere. Dass Kelsier zum Schluss stirbt wundert mich überhaupt nicht. Ich hatte mir schon gedacht, dass der Autor diese Figur nicht umsonst mit so vielen Widersprüchen ausstattet. Es gab für mich daher zu Beginn zwei mögliche Alternativen: Entweder er läßt ihn eine eindeutige persönliche Entwicklung durchleben oder er läßt ihn über die Klinge springen. Da das Buch nun wirklich kein Entwicklungsroman ist, war es nur konsequent, dass er ihn aus dem Buch herausgeschrieben hat. War das der von vielen so oft erwähnte WTF-Plottwist? Na ja...
Ihr merkt schon, auch kurz vor Schluss hat sich meine kritische Einstellung zum Buch nicht geändert. Mir gefällt die erschaffene Welt und die Idee der Magie ganz gut, aber dann war es das auch schon. Am meisten stört mich, dass Sanderson einfach kein Erzähler ist. Er schreibt hier eine Art Drehbuch, äußerst dialoglastig ohne das Mischung zwischen Beschreibung, Rückblicken und Einschätzung eines auktioralen Erzählers sich mit den Dialogen abwechselt. Das ist, was mich an YA Fantasy erinnert, aber das hat nichts mit dem Alter des Schriftstellers zu tun. Selbst ein junger Paolini als Teenager hat den 1. Band von Eragon mit mehr sprachlicher Raffinesse geschrieben.
Ich merke immer mehr, dass gute Fantasy für mich nicht alleine durch die Handlung entsteht, sondern wie bei allen Büchern auch, ob der Schriftsteller mit der Sprache umgehen kann. Und da muss ich nicht in die Hochliteratur gehen, das finde ich auch in der Genreliteratur. Stephen King (okay, mit einem Hang zur Geschwätzigkeit), Justin Cronin, Tad Williams als Beispiel. Es gibt genug hervorragende wortgewaltige Geschichtenerzähler. Sanderson zählt für mich nicht dazu. Zumindest nicht mit diesem Buch.
Jetzt bin ich aber gespannt, wie es im letzten Abschnitt enden wird. Ich bin froh, wenn ich es endlich durch habe.
Ja, gab es denn ein Plan? War es der Plan, die Atium zu zerstören und dann mal schauen, wie alles den Bach hinunter geht im Land? Nun, ich finde das ist jetzt kein besonders komplexer Plan. Die Spannung am Ende des Abschnitts beruht ja nur darauf, dass die Truppe aufgeflogen ist. Aber überrascht hat mich das nicht. Ich habe mich im Gegenteil eher gefragt, warum der Oberster Herrscher und seine Inquisitoren sich die ganze Zeit von den Rebellen fast tatenlos auf der Nase herumtanzen ließen. Es wurden mal Truppen gegen Yelen ausgesendet und dann gab es diese Hinrichtungsszenen. Aber auf rund 800 Seiten habe ich das Böse eigentlich nie groß gespürt. Es wurde nur erzählt, wie böse das Böse ist, doch die wahre Boshaftigkeit muss man für mich als Leser auch mal erlebbar machen. Ansonsten hat ein Großteil des Buchs eine frech-frivole Atmosphäre wie in den Mantel-Degen-Filme aus den 50er Jahren, wenn ich mich an diese langen Ballszenen, die zaghafte Romanze und die Geschichten rund um den Adel zurück erinnere. Dass Kelsier zum Schluss stirbt wundert mich überhaupt nicht. Ich hatte mir schon gedacht, dass der Autor diese Figur nicht umsonst mit so vielen Widersprüchen ausstattet. Es gab für mich daher zu Beginn zwei mögliche Alternativen: Entweder er läßt ihn eine eindeutige persönliche Entwicklung durchleben oder er läßt ihn über die Klinge springen. Da das Buch nun wirklich kein Entwicklungsroman ist, war es nur konsequent, dass er ihn aus dem Buch herausgeschrieben hat. War das der von vielen so oft erwähnte WTF-Plottwist? Na ja...
Ihr merkt schon, auch kurz vor Schluss hat sich meine kritische Einstellung zum Buch nicht geändert. Mir gefällt die erschaffene Welt und die Idee der Magie ganz gut, aber dann war es das auch schon. Am meisten stört mich, dass Sanderson einfach kein Erzähler ist. Er schreibt hier eine Art Drehbuch, äußerst dialoglastig ohne das Mischung zwischen Beschreibung, Rückblicken und Einschätzung eines auktioralen Erzählers sich mit den Dialogen abwechselt. Das ist, was mich an YA Fantasy erinnert, aber das hat nichts mit dem Alter des Schriftstellers zu tun. Selbst ein junger Paolini als Teenager hat den 1. Band von Eragon mit mehr sprachlicher Raffinesse geschrieben.
Ich merke immer mehr, dass gute Fantasy für mich nicht alleine durch die Handlung entsteht, sondern wie bei allen Büchern auch, ob der Schriftsteller mit der Sprache umgehen kann. Und da muss ich nicht in die Hochliteratur gehen, das finde ich auch in der Genreliteratur. Stephen King (okay, mit einem Hang zur Geschwätzigkeit), Justin Cronin, Tad Williams als Beispiel. Es gibt genug hervorragende wortgewaltige Geschichtenerzähler. Sanderson zählt für mich nicht dazu. Zumindest nicht mit diesem Buch.
Jetzt bin ich aber gespannt, wie es im letzten Abschnitt enden wird. Ich bin froh, wenn ich es endlich durch habe.
Semjon wrote: "Ja, gab es denn ein Plan? War es der Plan, die Atium zu zerstören und dann mal schauen, wie alles den Bach hinunter geht im Land? Nun, ich finde das ist jetzt kein besonders komplexer Plan..."Das ist halt die Frage die ich mir stelle. Das was ich von diesem "Plan" verstanden hatte, war für mich immer so lückenhaft und ich habe nicht gesehen, wo es hinführen kann bzw. das selbst, wenn der "Plan" zu 100% gelingt, das erwünschte Ziel eintritt. Es gab ja dann mehrere Stolpersteine, also so, wie es sich Kelsier gedacht hatte, wurde es ja sowieso nicht.
Aber ich dachte halt, dass es an mir liegen könnte, ih etwas überlesen habe oder etwas nicht verstanden habe, weil so viele dieses Buch so hypen und ich dachte nur: Aha, dass ist euer "Plan" wie soll das funktionieren und was soll euch das bitte bringen. Dann kommt doch das nächste Problem.
Semjon wrote: "Dass Kelsier zum Schluss stirbt wundert mich überhaupt nicht. Ich hatte mir schon gedacht, ..."
Also ich finde die Tatsache jetzt nicht schlimm, dass er sterben musste, aber ich war schon irgendwie überrascht, dass es nicht erst am Ende war. Dass heißt wiederum, das Vin noch mehr in den Fokus rückt, und ob mir das so gefällt 🤷🏼♀️
Semjon wrote: "War das der von vielen so oft erwähnte WTF-Plottwist?.."
Davon wusste ich zum Glück nichts, sonst hätte ich sonst etwas erwartet und wäre enttäuscht worden.
Aber wenn von so einem Plottwist die Rede war, hat es wohl mit seinem ableben zu tun.
Semjon wrote: "Das ist, was mich an YA Fantasy erinnert,..."
Beim Lesen habe ich öfter überlegt, ob es im Original als Fantasy für Jugendliche eingestuft wurde und nur hier in Deutschland wieder als "normale" Fantasy. Das passiert ja öfter.
Schon alleine, dass Vin so jung ist und so im Fokus steht. Sich offenbar alles um sie dreht. Sie ist ja so stark und talentiert...was immer wieder erwähnt wird. Dann noch ihre Liebelei. Das hat mich so an Jugendbücher erinnert
Viele sagen ja, diese Reihe ist so der Schnittpunkt zwischen YA und Adult. Wird oft empfohlen, wenn jemand versucht von YA zu Adult zu wechseln oder einfach mehr Adult lesen will.Mich stört der Schreibstil eher wenig, wobei ich simple Sprache aber auch meistens bevorzuge. Ich hatte nie viel über für mit Metaphern gefüllte Sätze und seitenlange Beschreibungen. Da bevorzuge ich eine Geschichte die eher aus Dialogen aufgebaut ist. Wobei ich aber sehe was du meinst, Semjon. Aber mich stört sowas nicht.
Ich hatte eh das ganze Buch über das Gefühl dass die Handlung nicht von dem Plan angetrieben wurde (der, sowie ich das verstanden habe darin bestand, die Atium Reserven des Obersten Herrscher einzunehmen, Kelsiers Zerstörung von Hathsin war dann praktisch die andere Variante, da sie ja aufgeflogen sind), sondern davon dass Kelsier Alleingänge getätigt hat. Wann ist denn einmal wirklich etwas nach Plan gelaufen? Im Grunde nur der Teil des Häuserkrieges und für den war Kell nicht zuständig. Demnach hat es mich eigentlich wenig überrascht, dass Kell starb, eher das es so früh war. Ich war überzeugt davon dass er auch in Band 2 und 3 ein Hauptcharakter ist. Das war tatsächlich der einzige Grund warum sein Tod etwas überraschend war.
Jetzt noch etwas, was mich bei mir selbst sehr überrascht hat: Meine liebsten Stellen sind immer die zwischen Vin und Elend (oder Elant- wie er wohl im Deutschen heisst - ich frage mich ob Sanderson sich bei der Namenwahl etwas gedacht hatte, oder ob das Zufall war). Normalerweise bevorzuge ich NIE die Romanze. Aber hier ist sie wirklich super geschrieben. Ich finde zwar auch, dass das Wort Liebe sehr schnell kam - aber ich denke dass hat auch damit zu tun, dass Vin den anderen klar machen wollte, dass sie ihn mag. Sie muss schließlich befürchten, dass sie ihn indirekt oder direkt töten.
Fix am Handy meine Gedanken, danach geht es weiter:Die Geschichte mit Vin und Elant finde ich schon niedlich, auch wenn ich seinen Auftritt am Ende schon sehr lustig fand, irgendwie. Da fand ich es dann aber super süß, dass Kelsier ihm am Leben gelassen hat. Er war kurz ein Held, bevor ihm sein Ende gemacht wurde, und mich hat das schon geschockt. Der Moment seines Todes war so kurz und unbemüht, dass es besonders bitter war.
Warum haben sie diese Kristalle eigentlich nicht schon vorher zerstört? Dadurch hätten sie zwar nicht selbst das Atrium bekommen, aber der Oberste Herrscher wäre schön unglücklich gewesen.
Das Marsch starb, hat mich auch getroffen, ich mochte ihn eigentlich total gerne.
Zum Obersten Herrscher: er soll eben eher der Fädenzieher sein. Seine Bosheit macht sich durch seine Regierung aus, da die Skaa nur niedrige Sklaven sind. Dann ließ er Menschen nur wegen ihrer Abstammung jagen und hinrichten, weil sie eine Gefahr sein könnten oder so ähnlich.
Warum, weiß man nicht. Durch das Tagebuch wird außerdem gezeigt, dass er auch Mal ein Mensch war und Sorgen hatte und auch kein Tyrann war. Wie ist er zu dem geworden? Und was genau ist er eigentlich?
Kell wollte außerdem, dass die Welt vielleicht wieder so aussieht wie früher - grün und ohne Asche.
Mir hat der Abschnitt ehrlich gesagt wieder sehr gut gefallen. Ich mag aber auch YA sehr gerne 😅 der Schreibstil ist zwar simpel, aber nicht schlecht, wie bei manchen Anfänger-autoren. Also nicht negativ simpel. Die Plotttwist sind meiner Meinung nach auch total in Ordnung. Es geht mir da eher wie Bianca.
Der vierte Teil hat mich deutlich mehr gefesselt als die vorherigen.Am "erfrischendsten" fand ich noch die Dialoge zwischen Elant und Vin. Hier hätte es ruhig noch mehr "Spitzen" geben dürfen.
Nur, zwischen den beiden gleich von Liebe zu sprechen, naja (vielleicht Liebe auf den ersten Blick oder so). Aber ok, als Verdeutlichung, dass sie sich voneinander angezogen fühlen.
Ich muss ganz ehrlich sagen, Kelsiers Tod hat mich nicht sonderlich überrascht. Musste ja irgendwann passieren, wenn er mal "kopflos" seine Einzel-Aktionen macht. Ich hätte eher gedacht, dass ihm beim Kampf mit dem Inquisitor seine Metall-Vorräte (trotz seiner Erfahrung) ausgehen.
Ich bin gespannt, wie es jetzt weitergeht, da nun der Kopf der Truppe nicht mehr da ist (ob sie auseinanderbricht oder ob sie sich zusammenraufen).

