Eine Odyssee discussion

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message 1: by Melanie (new)

Melanie (bcherliebe) | 84 comments Mod
Abschnitt 13
Bis "Alle lachten."


message 2: by Melanie (new)

Melanie (bcherliebe) | 84 comments Mod
Hier fiel mir besonders auf wie suggestiv der Autor vorgeht. nicht nur im Seminar, auch im Text. er leitet Dinge ein, die längst klar sind und benennt sie dann erst zwei Seiten später konkret. zum Beispiel das Ding mit dem abwesenden Vater und den Gefühlen Jays bezüglich des Vaterersatzes. super nervig.

Wirklich schön fand ich den Absatz über Schönheit und Freude in der Erziehung.

"ich kenne Dad." Auf Seite 258. Ironie? oder glaubt er sich das?

Auf Seite 261 stellt er sich als schon immer sachlich analytischen Philologen hin. Schade, dass nur seine Studierenden die Odyssee auch fühlen. Vielleicht beherrscht er sich ja auch nur wie Odysseus...

Der letzte Satz des Abschnitts hat mich geärgert. Warum stellt er hier seinen Vater bloß und genau bei dem Thema? Hat er ihm seine Abwesenheit in der Jugend nicht verziehen? nimmt er alles so persönlich? gott wie unsympathisch!


message 3: by Peter (new)

Peter (slawophilist) | 43 comments In diesem Abschnitt geht es um "Männersachen". Mich hat es gar nicht erstaunt, dass Odysseus seinem Sohn nicht beim ersten Anblick um den Hals gefallen ist. Für einen Mann (auch für mich) wäre dies ein völlig untypisches Verhalten. Vielmehr würde ich mir in Ruhe diesen jungen Menschen anschauen, sein Verhalten beobachten und nach äußeren und inneren Ähnlichkeiten suchen. In umgekehrter Weise tut dies Dan nun bei Jay. Er sucht Ähnlichkeiten zwischen sich und seinem Vater (dem Alten, wie auch dem in seiner Erinnerung).

Das Bedürfnis nach einer Lichtgestalt, zu der man als Jugendlicher aufblicken, oder noch besser als Mentor gewinnen kann, scheint mir auch stark männlich geprägt zu sein. Ich denke Mädchen bzw. junge Frauen sind in dem Alter schon stärker ihrer selbst bewusst und suchen eher nach einer guten Freundin im Sinne eines Spiegels.

In dieser speziellen Konstellation frage ich mich aber ob die Beziehung zwischen Dan und seinen offensichtlich ebenfalls schwulen Mentoren nicht auch erotisch gefärbt ist. Glücklicherweise scheint es seitens der Erwachsenen zu keinen Grenzverletzungen gekommen zu sein, oder schreibt Mendelsohn zumindest nicht darüber.


message 4: by Melanie (new)

Melanie (bcherliebe) | 84 comments Mod
oh an homoerotik dachte ich gar nicht. aber vielleicht im Sinne einer harmlosen teenieschwärmerei? ich hab als Jugendliche auch stark nach Mentoren gesucht. ideale und Vorbilder waren mir wichtiger als viele Freunde. dahingehend kann ich Dan verstehen und würde nicht sagen, dass das rein männlich ist. bei ihm kommt noch der abwesende Vater hinzu. das macht sein Suchen noch nachvollziehbarer.


message 5: by Peter (new)

Peter (slawophilist) | 43 comments Ha, manchmal ist Homer sehr plakativ. Antinous Klage, dass Eumaeus einen Bettler in die Halle gebracht habe, lässt sich 1:1 auf die Bewerber selbst anwenden. 🙃


message 6: by Peter (new)

Peter (slawophilist) | 43 comments Noch etwas. Gerade fällt mir auf, dass das was wir tun, nämlich das Buch abschnittsweise zu lesen und Kommentare dazu zu posten, auch eine Doppelung des Geschehens im Roman ist? Dan doppelt Homer und wir doppeln Dan.


message 7: by Alexandra (new)

Alexandra (stadtlandlesen) | 24 comments Über die Stelle mit den Mentoren habe ich auch lange nachgedacht. Ich kenne einige aus meinem Umkreis, die sogar teils noch im erwachsenenalter nach Mentoren suchen. Das ist eben so eine typische Kompensation, wenn die Beziehung mit einem Elternteil nicht so ist wie erwünscht.

Er sagte: Es muss schwer für ihn gewesen sein, dazusitzen und zuzusehen, wie sein Sohn sich gegenüber diesem anderen Mann verhält, als wäre er sein leiblicher Vater.
Hier tut mit Jay ein bisschen leid. Allerdings ist eine Beziehung eben keine Einbahnstraße. Auch an einer gut funktionierenden Vater-Sohn-Beziehung müssen beide arbeiten. Ich denke viele Eltern und auch Kinder vergessen das einfach und denken die biologische Bindung wäre genug.

Der kleine Abschnitt über die Pädagogik hat mir auch wirklich gut gefallen!

Melanie, ich denke das "Ich kenne Dad" meint Dan nicht ironisch. Ich verstehe das Problem mit dieser Aussage. Ich denke aber dass, das eben so dahergesagt ist. Wenn man über die Macken eines gemeinsamen Bekannten spricht, kommt diese Floskel "Du kennst ihn ja" häufiger mal zum Tragen, obwohl man den Bekannten nicht mir all seinen Facetten kennt.


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