Eine Odyssee discussion
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dieser Abschnitt kam mir so kurz vor. bis auf die Stelle mit der Diskrepanz zwischen altern und sich jung fühlen, hab ich nix markiert. Diese Stelle fand ich aber sehr schön. :)
wobei mir noch auffiel, dass er zwar viel über seine Mitmenschen, aber nahezu nichts über dich selbst preisgibt.
Ich frage mich, ob es richtig ist Informationen über seine Eltern auszugraben, die diese nicht von sich aus geben. Für mich fühlt sich das respektlos, ja beinahe schamlos an. Zumindest zu deren Lebzeiten, aber auch später. Was meint ihr, Melanie und Alexandra?
mir fiel es auch negativ auf. aber wer weiß, ob er nicht die Erlaubnis bekam. dennoch bleibt ein Fader Beigeschmack. zumal er so unsympathisch ist und über sich selbst solche Dinge nicht preisgibt
When the exterior, the face and body, have changed beyond recognition, what remains? Is there an inner "I" that survives time?Eine interessante philosophische Frage. Wenn unser selbst zweifellos (auch) durch unsere Erfahrungen geprägt oder zumindest mitbestimmt wird, gibt es dann überhaupt ein "Ich" das unabhängig von der Zeit existiert? Oder ist vielmehr das ich von gestern ein anderes als das ich von heute. Oder gibt es einen zeitindifferenten Kern (das was in der Religion "Seele") genannt wird. Melanie, Du bist doch "vom Fach", wie siehst Du das?
große Frage. Neurologisch betrachtet würde ich behaupten, das Ich ist ebenso plastizitär und fragil wie das Gehirn.
Philosophisch müsste man überlegen ob Ich=Identität bedeutet und aus welchen Instanzen es sich zusammensetzt. Für Camus hat das Ich eine entscheidende Bedeutung und kann frei entscheiden. Spinoza würde vermutlich auf eine teilhaftigkeit des Ich an der einen Substanz tippen. Locke und Hume würden sagen, das Ich speist sich aus der Erfahrung und Descartes würde dran zweifeln:D
Im Ernst...ich kann es dir wohl nicht adäquat beantworten. Das ist bis heute eine kontroverse und offene Frage. Ich selbst neige zu einer Mischung aus Neurowissenschaften und Camus.
Philosophisch müsste man überlegen ob Ich=Identität bedeutet und aus welchen Instanzen es sich zusammensetzt. Für Camus hat das Ich eine entscheidende Bedeutung und kann frei entscheiden. Spinoza würde vermutlich auf eine teilhaftigkeit des Ich an der einen Substanz tippen. Locke und Hume würden sagen, das Ich speist sich aus der Erfahrung und Descartes würde dran zweifeln:D
Im Ernst...ich kann es dir wohl nicht adäquat beantworten. Das ist bis heute eine kontroverse und offene Frage. Ich selbst neige zu einer Mischung aus Neurowissenschaften und Camus.
Das ist schon allerhand. Danke, Melanie. Man kann also sehr verschiedene Ansichten haben, und aller mehr oder minder zu recht. Das fällt mir als an den exakten Wissenschaften Geschulter natürlich schwer zu verstehen. Andererseits macht das vermutlich auch den Reiz des philosophischen Denkens aus.
Peter, ich finde es keinesfalls respektlos auch von anderen Personen mehr über seine Eltern erfahren zu wollen. Wir haben schon einige "Familiengeheimnisse" erforscht, z.B. über den unbekannten Vater meiner Großmutter. An Beerdigungen und auch einige Zeit danach, teilt man ja auch oft seine Erinnerungen an die jeweilige Person und erzählt Geschichten oder erfragt Geschichten aus der Kindheit. Das ist in meinem Umfeld eigentlich eine ganz normale Sache. Und so wie ich hier in diesem Buch die Situation interpretiere, hat Dan seinen Onkel nach dem Tod des Vater über ihn "interviewt". Ich finde das durchaus legitim. Er erfragt ja keine pikanten oder extremst intimen Sachen. Über das "Ich" muss ich noch ein bisschen nachdenken. Die Geschichten, die Dan dazu erzählt machen für mich Sinn.
Interessant fand ich in diesem Abschnitt, dass Dan diesselbe Unterhaltung, die er über das Altern mit seinem Vater auf dem Schiff führte, hier mit seiner Mutter führt. Allerdings viel respektvoller und ernster. Das lässt mich auch so ein bisschen daran zweifeln, ob Dan seinen Vater wirklich noch einmal richtig kennenlernen wollte.


Bis Ende des kursiv gedruckten "So tue ich dir kund dieses Zeichen..."