Der Idiot discussion

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Abschnitt 13

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message 1: by Melanie (new)

Melanie (bcherliebe) | 69 comments Mod
04.05.-06.05.
VIII. bis IX.
Der Abschnitt endet mit den Worten: "besonders Burdowskijs Kumpanei."


message 2: by Babette (new)

Babette Ernst | 55 comments In diesem Abschnitt wird Myschkin auf eine harte Probe gestellt, die er aber mit Bravour meistert. Gutmütiger und edler kann man sich kaum verhalten. Trotzdem lässt er sich nicht in die Falle locken, die allzu offensichtlich ist.

Die Methoden der Truppe um Pawlistschews angeblichen Sohn sind wirkungsvoll und irgendwie nicht aus der Mode gekommen. Besonders schlimm fand ich den Zeitungsartikel. Diese Art Meinungsmache ist leider nie ausgestorben und man kann jeden damit mit Schmutz bewerfen. Interessant auch, welche Menschen sich als Unterstützer Burdowskijs fanden. Der Neffe Lebedjews, der schon vorher geübt darin schien, Forderungen aufzumachen und selbst nichts zu leisten, Keller, der bereits mit Rogoschin mitgerannt ist und der kranke Ippolit, der aus meiner Sicht noch das meiste Recht hat, sich ungerecht behandelt zu fühlen. Aber eigentlich hätte der Sohn ja auch alleine kommen können, die anderen haben ja damit eigentlich nichts zu tun.

Lebedjew spielt eine merkwürdige Rolle als er den Artikel weiter gibt. Und anscheinend weiß er auch genau, dass er ihn Lisaweta geben muss, um Eindruck zu erzielen. Hier scheint ihr Klatsch und Tratsch wichtiger zu sein, als ihre Verwandtschaft mit Myschkin. Oder ist sie einfach nur dumm?


message 3: by Tee&Tacheles (new)

Tee&Tacheles | 41 comments Also, ich finde, das Buch entwickelt tatsächlich einen ganz schönen Sog... ich kann irgendwie entweder mehrere der geplanten Abschnitte nacheinander quasi "in mich rein fressen" oder ich pausiere, weil mir die Zeit fehlt, ganz... ich glaube, diese disziplinierten Dosen fallen mir echt schwer... aber das ist ja nicht schlimm.

Ich fand das Kapitel in diesem Abschnitt wieder an ganz vielen Stellen sehr witzig ("Aristokrat, Millionär und Idiot" - nein, welch unschlagbare Partie... ;) ... und wie "die Anwesenheit der jungen Damen eine tiefe Wirkung ausübt"... herrlich :D ).

Die Tagesaktualität dieses Kapitel ist mir auch in den Sinn gekommen... insbesondere an der Stelle

"Aber warum geraten Sie wieder außer sich, meine Herrschaften? Wenn es so weitergeht, werden wir einander überhaupt nicht mehr verstehen!"

fühlte ich mich irgendwie schmerzlich in aktuelle öffentliche Debatten und Auseinandersetzungen in medialen Kommentarspalten versetzt...

Aber wie in dem zitierten Artikel ja bereits treffend formuliert ist: "Lässt sich etwa Idiotie kurieren, man stelle sich so was vor!" ;)


message 4: by Babette (new)

Babette Ernst | 55 comments Schöne Zitate :-)


message 5: by Alexandra (new)

Alexandra (stadtlandlesen) | 25 comments Oh mann, was für ein Kaptiel. Ich war am Ende richtig begeistert, wie Myschkin sie quasi alle in die Knie zwingt mit seiner Art. Sicherlich dachten die meisten Anwesenden er wäre naiv und würde sich von der Nummer täuschen lassen.

Wie ihr schon sagtet ich find es auch spannend zu sehen, dass die Erpressermethoden irgendwie nie aus der Mode kommen.

Ich bin sehr gespannt wie Myschkin nun seine öffentliche Reputation wieder "gut" macht bzw. ob er es überhaupt versucht. Ich glaube ja ihm ist das reichlich egal, solange seine "Freunde" die Wahrheit wissen.

Eine Formulierung habe ich mir angestrichen, die ich wirklich sehr schön fand:
Lisaweta Prokofjewna war eine hitzige und liecht entflammbare Dame, die plötzlich und mit einem Mal, ohne lange zu überlegen, alle Anker lichtete und ins offene Meer hinaussegelte, ohne sich ums Wetter zu kümmern. Wunderbar!


message 6: by Melanie (new)

Melanie (bcherliebe) | 69 comments Mod
Großartig fand ich das. Und genau das richtige Maß an Innenschau von Myschkin. Würden wir mehr davon haben, wirkte er berechnend und weniger sympathisch. Ich komme von dem Eindruck eines Theaterstücks nicht los.


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