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Ein wenig Leben / Leserunde
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Abschnitt 2: Der Postmann
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[deleted user]
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Jan 11, 2022 05:04AM
Für diesen Abschnitt bitte hier kommentieren, damit niemand versehentlich gespoilert wird.
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Ich muss ganz ehrlich sagen, dass ich in diesen Abschnitt nur schwer rein gekommen bin. Der erste Abschnitt schien mir irgendwie viel schöner zu lesen. 🤔
Dann ging es aber irgendwann wieder. Mir ist aufgefallen, dass ich genau dann wieder gut voran komme, wenn wir bei Jude als Protagonisten verweilen. Ich habe ihn sehr ins Herz geschlossen, was wahrscheinlich daran liegt, dass ich ihn mit seiner Störung (aufgrund meiner eigenen Erfahrungen) aktuell noch sehr gut verstehen kann.
Viele lehnen ihn ja ab, weil er sich angeblich nicht helfen lassen will. Aber man muss sich mal ernsthaft überlegen, wie schlimm das ist, von jemandem abhängig zu sein. Zudem ist das Gefühl, jemandem zur Last zu fallen, auch kein schönes. Natürlich würden die Freunde alles für ihn tun, und machen das ja auch. Aber gerade bei einem kranken Menschen, sind Verstand und Gefühl manchmal zweierlei.
Als ich gelesen habe, was er früher hat durchmachen müssen, hat sich mir fast der Magen umgedreht. Nach einer solchen, jahrelangen Tortur soll es nicht gerechtfertigt sein, dass man sich nicht zu einem "normalen" Menschen entwickelt? Ich weiß nicht... Ich möchte gar nicht wissen, wie es mir gehen würde, wenn ich seine Kindheit durchgemacht hätte.
Seine Adoption hat mich unfassbar für ihn gefreut. Der Unglaube darüber, dass jemand ihn so lieben könne, wie er ist, kann ich ebenfalls nachvollziehen. Das ist nicht so einfach, wenn man mit sich selbst nicht ganz im Reinen ist. Dann stößt man vielleicht lieber jemanden weg, bevor man selbst womöglich verletzt, weg gestoßen, oder verlassen wird. Angst ist ein starkes Gefühl, und solche Zweifel können einen auf die Dauer echt mürbe machen.
Dann ging es aber irgendwann wieder. Mir ist aufgefallen, dass ich genau dann wieder gut voran komme, wenn wir bei Jude als Protagonisten verweilen. Ich habe ihn sehr ins Herz geschlossen, was wahrscheinlich daran liegt, dass ich ihn mit seiner Störung (aufgrund meiner eigenen Erfahrungen) aktuell noch sehr gut verstehen kann.
Viele lehnen ihn ja ab, weil er sich angeblich nicht helfen lassen will. Aber man muss sich mal ernsthaft überlegen, wie schlimm das ist, von jemandem abhängig zu sein. Zudem ist das Gefühl, jemandem zur Last zu fallen, auch kein schönes. Natürlich würden die Freunde alles für ihn tun, und machen das ja auch. Aber gerade bei einem kranken Menschen, sind Verstand und Gefühl manchmal zweierlei.
Als ich gelesen habe, was er früher hat durchmachen müssen, hat sich mir fast der Magen umgedreht. Nach einer solchen, jahrelangen Tortur soll es nicht gerechtfertigt sein, dass man sich nicht zu einem "normalen" Menschen entwickelt? Ich weiß nicht... Ich möchte gar nicht wissen, wie es mir gehen würde, wenn ich seine Kindheit durchgemacht hätte.
Seine Adoption hat mich unfassbar für ihn gefreut. Der Unglaube darüber, dass jemand ihn so lieben könne, wie er ist, kann ich ebenfalls nachvollziehen. Das ist nicht so einfach, wenn man mit sich selbst nicht ganz im Reinen ist. Dann stößt man vielleicht lieber jemanden weg, bevor man selbst womöglich verletzt, weg gestoßen, oder verlassen wird. Angst ist ein starkes Gefühl, und solche Zweifel können einen auf die Dauer echt mürbe machen.
Ich hätte gerne eine leuchtende Anzeigetafel mit den Worten „Jude, you are enough“ 🥺 wir lernen mehr und mehr über ihn und seine Freunde und es gab Szenen, die haben mir ehrlich das Herz gebrochen. Und dann gab es Szenen, da ging mir das Herz auf und ich hätte glatt heulen können (Harolds Reaktion auf die zerbrochene Tasse wäre so eine).
Hanya Yanagihara schafft es, dass ich permanent in einer Gefühlsachterbahn stecke. Je länger ich dieses Buch lese, desto mehr zieht es mich in die Geschichte. Und ich habe echt Schiss, dass ich demnächst emotional zerstört sein werde :D
Anna-Lena wrote: "Ich hätte gerne eine leuchtende Anzeigetafel mit den Worten „Jude, you are enough“ 🥺 wir lernen mehr und mehr über ihn und seine Freunde und es gab Szenen, die haben mir ehrlich das Herz gebrochen...."
Die Szene mit der Tasse hat mich auch sehr berührt.
Ich habe dieselben Befürchtungen wie du, und deswegen jetzt ein paar Tage nicht zu dem Buch gegriffen. Werde aber heute weiter lesen. Ich glaube, dass es bei diesem Buch Lesegesellschaft eine gute Wahl ist.
Bin sehr gespannt darauf, wie das Buch weiterhin bei dir ankommt.
Frage an dich, und auch an alle anderen, die mitlesen: könnt Ihr verstehen, wieso Jude so geworden ist? Oder ist das Thema Selbstverletzungen etwas, das ihr so gar nicht verstehen könnt?
Die Szene mit der Tasse hat mich auch sehr berührt.
Ich habe dieselben Befürchtungen wie du, und deswegen jetzt ein paar Tage nicht zu dem Buch gegriffen. Werde aber heute weiter lesen. Ich glaube, dass es bei diesem Buch Lesegesellschaft eine gute Wahl ist.
Bin sehr gespannt darauf, wie das Buch weiterhin bei dir ankommt.
Frage an dich, und auch an alle anderen, die mitlesen: könnt Ihr verstehen, wieso Jude so geworden ist? Oder ist das Thema Selbstverletzungen etwas, das ihr so gar nicht verstehen könnt?
Anfangs war es für mich schwierig nachzuvollziehen, wieso Jude sich so verhält ( das Ereignis an der Silvesterparty). Die Selbstverletzung und diese Ablehnung hilfe anzunehmen.Als wir erfahren was Jude alles erlebt hat, ist mir richtig schlecht geworden. Es war teilweise wirklich sehr schwer auszuhalten. Nicht nur die körperliche Misshandlung auch die ganzen Demütigungen. Ich habe mir wirklich Gedanken darüber gemacht, oft sieht man nur dieses Verhalten, dass man als Außenstehender nicht verstehen kann. Es steckt so viel mehr dahinter, was man vielleicht nicht verstehen kann, wenn man es nicht selbst erlebt hat. Es hat meine Sicht zu diesem Thema wirklich verändert.
Ana wrote: "Anfangs war es für mich schwierig nachzuvollziehen, wieso Jude sich so verhält ( das Ereignis an der Silvesterparty). Die Selbstverletzung und diese Ablehnung hilfe anzunehmen.
Als wir erfahren wa..."
Ich kann, das was du schreibst, nur bestätigen. Ich danke Hanya Yanagihara von Herzen dafür, dass sie diese Geschichte geschrieben hat. Ich vermute einfach mal, dass es vielen so ging/geht wie dir.
Als wir erfahren wa..."
Ich kann, das was du schreibst, nur bestätigen. Ich danke Hanya Yanagihara von Herzen dafür, dass sie diese Geschichte geschrieben hat. Ich vermute einfach mal, dass es vielen so ging/geht wie dir.

