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Hexenjagd
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Januar-Monatsbuch > Hexenjagd - 2. Akt

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message 1: by Semjon, Leserunden, Newsletter (new) - rated it 3 stars

Semjon (semjon22) | 5899 comments Mod
Hexenjagd - Zweiter Akt (3 Szenen) bis zum Ende


message 2: by Fiona (new) - added it

Fiona (feeona) | 168 comments Ich habe den zweiten Akt in einem Zug duchgelesen. Es hat mich danach sehr beschäftigt. Allein diese Logik, wenn man gesteht wird man verschohnt, wenn man es abstreitet wird man gehängt. Und das auf Basis von Beschuldigungen, die null nachgeprüft werden. Völlig absurd.
Aber ich fand den zweiten Akt mit der Auseinandersetzung darüber was ist gut und böse, wer lügt und vor allem am Ende was ist den Personen wichtiger: das Leben oder der Stolz und die Ehre.


message 3: by Peter (new) - added it

Peter (slawophilist) | 573 comments Fiona wrote: "... Allein diese Logik, wenn man gesteht wird man verschohnt, wenn man es abstreitet wird man gehängt. Und das auf Basis von Beschuldigungen, die null nachgeprüft werden. Völlig absurd."

Das unterscheidet Salem von den europäischen Hexenprozessen, bei denen eine Verurteilung nur nach dem Beweis der Schuld möglich war. Und weil die Beweisführung zumeist nicht möglich war, wurden Geständnisse mit Folter erpresst. Zumindest das scheint den Beschuldigten in Salem erspart geblieben zu sein.

Bezeichnend ist, dass auch hier die Beschuldigten fast ausnahmslos Frauen sind. In meiner Version werden sie fast alle "Goody" (kurz für "Goodwife") genannt, so als ob sie mit der Ehe auch ihren Vornamen ablegen.


message 4: by Semjon, Leserunden, Newsletter (new) - rated it 3 stars

Semjon (semjon22) | 5899 comments Mod
Diese wilde Emotionen vor Gericht haben sich für mich in die Länge gezogen. Die Themen Ehre, Stolz, falsche Geständnis, fehlergeleiteter Glauben und Denunziation haben mich irgendwann genervt. Ich kann die Hintergründe gut verstehen, warum Miller das Drama geschrieben hat. Es war zur damaligen Zeit wichtig und im Grunde sind die Themen in einer gespaltenen Gesellschaft heute immer noch wichtig. Aber es sind nicht die Themen, die mich zur Zeit beschäftigen. Ich war froh, als es vorbei war und kann daher nicht besser als eine mittelmäßige Note geben.

Ich habe gerade mal in YouTube in Inszenierungen hineingeschaut. Viele sind im Original. Es gibt eine vollständige deutschsprachige Aufführung, durch die ich mich Mal gezappt habe. Im ersten Teil wirkte das nicht ansprechend. Im zweiten Akt dagegen war mir die Unruhe zu groß. Ich könnte schreien, bei so viel Irrglauben und Ungerechtigkeit. Auch der Märtyrertod am Ende läßt mich nicht besser zurück. Es wäre kein Stück, das ich mir in einem Theater anschauen möchte.

Danke für eure Beiträge und Posts


EllaFuchs | 431 comments Ich habe viel Respekt für Arthur Millers Mut und seine Haltung in der Mccarthy-Ära. Und das Stück wirft ja auch universelle Themen auf. Trotzdem hat mir irgendetwas gefehlt. Möglicherweise lag es auch einfach an der doch etwas angestaubten Übersetzung.
Ich bin also weniger begeistert, als erhofft. Trotzdem ein gutes und wichtiges Buch, gerade zur damaligen Zeit.


message 6: by Perax, Librarian, Leserunden (new) - rated it 3 stars

Perax | 1372 comments Mod
Ich kann mich euch nur anschließen.
Abgesehen davon, dass ich es schwierig zu lesen fand (weil mich die Protagonisten so wütend gemacht haben), war es mir einfach ein bisschen zu drüber. Im September habe ich erst Die Hexen von Cleftwater von Margaret Meyer gelesen. In dem Buch geht es auch um Hexenverfolgung und das war mir einfach noch zu präsent im Kopf & ich finde es auch um Längen besser als The Crucible. Den Schreibstil von Miller empfand ich bis zum Ende als sperrig und anstrengend, aber ob das jetzt an mir oder tatsächlich an Miller lag, kann ich gar nicht genau sagen.
Es wirft natürlich wichtige Fragen auf, aber das hatte ich persönlich eben erst im September. Insgesamt für mich 3 Sterne wert.


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