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Kennenlernen Quotes

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Julia Kathrin Knoll
“Luden die Menschen heutzutage einander etwa nicht mehr zum Essen ein, wenn sie sich besser kennenlernen wollten?”
Julia Kathrin Knoll, Himmelblau

“Als ich Margueritte zum ersten Mal gesehen habe, saß sie auf der Bank da drüben: Unter der dicken Linde neben dem Wasserbecken. [...] Sie war angezogen wie immer. Das konnte ich damals natürlich nicht wissen, dass sie sich immer so anzog. Die Gewohnheiten der Leute kennt man ja erst, wenn man die Leute kennt. Beim ersten Mal hat man noch keine Ahnung, wie es weitergeht. Man weiß nicht, ob man sich lieben, ob man sich später einmal an den ersten Tag erinnern wird. Oder ob man Freunde wird.”
Marie-Sabine Roger, Das Labyrinth der Wörter

Felix Salten
“Bambi schien das eine wie das andere überaus hochmütig, die Art, wie der Hirsch ihn angeblickt hatte, und die Art, wie er jetzt vor sich hin sah, als sei niemand sonst zugegen.
Bambi wußte nicht, was er tun sollte. Er war mit der festen Absicht herausgekommen, den Hirsch anzusprechen. Guten Morgen, hatte er sagen wollen, ich heiße Bambi... darf ich um Ihren werten Namen bitten?
Jawohl! Er hatte sich das sehr einfach vorgestellt, und nun zeigte es sich, daß die Sache doch nicht so einfach war. Was half da die beste Absicht? Bambi wollte nicht gerne ungezogen sein, und das war er, wenn er hier herauskam, ohne ein Wort zu sagen. Er wollte auch nicht zudringlich sein, und das war er, wenn er zu reden anfing.
Der Hirsch stand empörend majestätisch da. Bambi war hingerissen und fühlte sich gedemütigt. Vergebens suchte er sich aufzurütteln und wiederholte immer wieder nur den einen Gedanken: Warum lasse ich mich denn einschüchtern..? Ich bin gerade so viel wie er... gerade so viel wie er!
Es half nichts. Bambi blieb eingeschüchtert und spürte es im Grunde seines Wesens, daß er doch nicht gerade so viel sei. Lange nicht. Ihm war jämmerlich zumut, und er brauchte seine ganze Kraft, um einigermaßen Haltung zu bewahren.
Der Hirsch sah ihn an und dachte: Er ist reizend... er ist wirklich entzückend... so hübsch... so zierlich... so fein in seinem ganzen Benehmen... Aber ich darf ihn nicht so anstarren. Das schickt sich wirklich nicht. Außerdem könnte es ihn auch in Verlegenheit bringen.
Und er schaute wieder über Bambi weg ins Leere.
Dieser hochmütige Blick! stellte Bambi fest. Es ist unerträglich, was so einer sich einbildet!
Der Hirsch dachte: Ich möchte gerne mit ihm sprechen... er ist so sympathisch... wie dumm, daß man nie miteinander redet! Und er blickte nachdenklich vor sich hin.
Ich bin Luft für ihn, sagte Bambi, diese Sippe tut immer, als sei sie ganz allein auf der Welt!
Aber was soll ich zu ihm sagen..? überlegte der Hirsch, ... ich habe keine Übung... ich werde eine Dummheit sagen und mich lächerlich machen... denn er ist gewiß sehr klug.
Bambi nahm sich zusammen und sah den Hirsch fest an. Wie prächtig er ist! dachte er verzweifelt.
Nun... vielleicht ein andermal... entschloß sich schließlich der Hirsch und ging unzufrieden, aber herrlich davon.
Bambi blieb verbittert zurück.”
Felix Salten, Bambi: A Life in the Woods