Märchen Quotes

Quotes tagged as "märchen" Showing 1-8 of 8
Hermann Hesse
“Zurück geht kein Weg", sagte er ernst und freundlich, "man muß immer vorwärtsgehen, wenn man die Welt ergründen will.”
Herman Hesse

Walter Mehring
“Das pädagogische Bedenken: „Darf man Kinder mit dem Hokuspokus afrikanischer Zauberer und böser Feen unterhalten?“ kommt ungefähr der Frage gleich, ob man den Eskimos ihre Amulette und Zauberpriester weiterhin gestatten soll.
Literarisch ließe sich gegen Märchen wie „La Belle au Bois Dormant“, „Le Petit Cahperon Rouge“, „Le Chat Botté“, „Riquet à la Houppé» eigentlich nichts einwenden; waren sie doch von einem Charles Perrault (de l’Academie Francaise) und seiner Geliebten, einer Comtesse d’Aulnay […] in die Aristokratensalons des Louis Quatorze eingeführt worden und hatten sich so manierlich, so chevaleresk aufgeführt, dass sie überall als geistige Sprösslinge ihrer durchaus hoffähigen Editoren empfunden wurden.
Ihr plebejischer, ja asiatischer, ja negroider Ursprung wurde erst im XIX. Jahrhundert aufgedeckt, als in Deutschland und Rußland Sprachforscher ihren Stammbäumen nachgingen: als die Rechtsgelehrten Brüder Grimm ihre Erzählungen unverblümt dem Volksmund nachschrieben, um sie „in letzter Minute für die armen und einfachen Leute zu retten, denen man sie vorenthielt…“
Aber was da zum Vorschein kam, wuchs den Philologen über den Kopf, wie das so oft im Eifer der Wissenschaften vorkommt. Bei ihrem Vorhaben, im reinsten Interesse der Germanistik heimische Sagenschätze schlichter Bauern und ehrbarer Ammen freizulegen, waren sie auf Aushöhlungen gestoßen, aus denen ihnen geile Succuben entgegenflatterten, giftiges Schlangen- und Basiliskengezücht entgegenkroch, der Blutgeruch shakesperarischer Hexenkessel in die Nase stieg.
Auch hatten sie damit, ohne es zu wollen, einer überall gärenden permanenten Verschwörung Vorschub geleistet – nämlich einer der Kinder aller Rassen, aller Zeitläufte, die heimtückisch, mit dem Revanchegelüst zu kurz gekommener Zwerge das abstruse Riesenreich der Erwachsenen unterwühlen.”
Walter Mehring, The Lost Library: The Autobiography of a Culture

Kai Meyer
“»Keinen Prinzen für die Schlampe?«, fragte Puck. »Was für ein Märchen ist das denn?«”
Kai Meyer, Die Seiten der Welt

Nina MacKay
“Oh, oh. Gerade habe ich mir noch ein Wolf gelacht, aber jetzt starre ich fassungslos auf den Hipster vor mir, der ganz offensichtlich ein Hipster-Wolf ist!”
Nina Mackay, Rotkäppchen und der Hipster-Wolf

Nina MacKay
“Ihr könnt nicht alle regieren. Besser, ihr bringt eucht jetzt gleich gegenseitig um", empfiehlt die Katze meinen Freundinnen zum Abschied.
Snow runzelt die Stirn. "Du hast wohl zu viel Game of Thrones geschaut." Glücklicherweise folgen mir jetzt alle, sodass wir endlich Abstand zwischen uns und die durchgeknallte Katze bringen.
"Wer ich?", fragt die Grinsekatze. "Erster meines Namens, aus dem Hause Grin, Beschützer des Dunkelwaldes, Wächter über alle Thunfische, Vater von ...”
Nina MacKay, Rotkäppchen und der Hipster-Wolf

Nina MacKay
“Uhm", hauche ich. "Nach rechts oder links?"
"Am besten legen wir eine Spur aus Brotkrumen", schlägt Snow vor.
"Ich habe noch Chia-Samen," Ever kramt in seinem Rucksack.
War ja klar.”
Nina MacKay

Nicole Gozdek
“Es war einmal … ein Idiot, der nicht aus seinen Fehlern lernte. Und dieser Idiot bin ich.”
Nicole Gozdek, Emanio - Der Schöne und das Biest

Michael Köhlmeier
“Es war einmal ein Mann, der hieß Karl Wiktorowitsch Pauker. Er lebte in der Stadt Lemberg in Galizien. Er war Friseur, und es war ihm eine Freude, die Menschen nachzumachen. Wenn eine Frau die Haare sich frisieren oder ein Mann den Bart sich schneiden ließ, dann spielte er über den Spiegel nach, was der Kunde oder die
Kundin vor ihnen gesagt hatte. Oder er spielte nach, wie Bürgermeister Adam Kilar am Sonntagvormittag über den Marienplatz stolzierte. Oder wie der berühmte Gelehrte Salomon Buber mitten auf der Straße überprüfte, ob die Buben den Hals gewaschen hatten. Oder wie Enni Rappaport, das stadtbekannte Kräuterweiblein, am Markt die verwelkten Blättchen von ihren Sträußchen abzupfte und dabei schimpfend ihren Speichel verteilte.

Alle konnte er nachmachen, und niemand war ihm böse, wenn er von ihm nachgemacht wurde, denn er machte die Menschen im Nachmachen besser, als sie im Original waren.

Dann brach der Erste Weltkrieg aus, und Karl Wiktorowitsch Pauker wurde zur Armee eingezogen. An der Front machte er Freund und Feind nach und brachte Freude den einfachen Soldaten und den Offizieren. Er wurde gefangen genommen und nach Moskau verschleppt und nach dem Krieg von den Bolschewiki befreit - auf sein Wort hin, dass er sich ihnen anschließe, denn zu jener Zeit gab es wenig zu lachen, und das wenige kam von ihm. Nach dem Tod des Genossen Lenin wurde Karl Wiktorowitsch Pauker der Leibwächter von Josif Stalin.

Der Vater des Vaterlandes wollte den Friseur immer um sich haben, denn es gab immer noch nicht viel zu lachen, aber er lachte nun einmal gern, und Karl Wiktorowitsch sollte ihn zum Lachen bringen. Er schickte ihn zu den Prozessen und ließ sich nachspielen, wie Kamenew das Todesurteil aufgenommen hatte und wie Bucharin, wie Rykow, Radek, Pjatakow. Und Stalin lachte. Der Friseur machte nach, wie sich Sinowjew vor die Genossen des Erschießungskommandos auf den Boden geworfen, ihnen die Stiefel geküsst und wimmernd darum gebettelt habe, ihn mit seinem Freund Josif Wissarionowitsch telefonieren zu lassen, es könne sich doch nur um ein Missverständnis handeln, und wie er endlich Zuflucht genommen habe bei der alten jüdischen Klage Höre, Israel, unser Gott ist der einzige Gott ... Barukh Schern Kawod, Malkhutho le'Olam va'Ed! - Stalin sei vor Lachen fast erstickt, und Karl Wiktorowitsch habe Erste Hilfe leisten müssen mit Herzmassage und Mund-zu-Mund- Beatmung.

Aber dann kam alles heraus. Der Friseur, hieß es, plane heimlich Anschläge gegen hohe Herren der Partei und der Armee, er habe eine Technik des Witzes entwickelt, die nachweislich zum Totlachen führen könne. So leid es dem Vater des Vaterlandes tat, den Mann zu verlieren, der ihn in einer Zeit, in der es wenig zu lachen gab, zum Lachen gebracht hatte, unterschrieb er das Todesurteil gegen seinen Leibwächter und Narren.”
Michael Köhlmeier, Die Abenteuer des Joel Spazierer