Wahlverwandschaften Quotes

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Johann Wolfgang von Goethe
“Selbst gegen die Bildnisse habe ich eine Art von Abneigung;
denn sie scheinen mir immer einen stillen Vorwurf zu machen;
sie deuten auf etwas Entferntes, Abgeschiedenes und erinnern
mich, wie schwer es sei, die Gegenwart recht zu ehren. Gedenkt
man, wieviel Menschen man gesehen, gekannt, und gesteht
sich, wie wenig wir ihnen, wie wenig sie uns gewesen, wie wird
uns da zumute! Wir begegnen dem Geistreichen, ohne uns mit
ihm zu unterhalten, dem Gelehrten, ohne von ihm zu lernen,
dem Gereisten, ohne uns zu unterrichten, dem Liebevollen, ohne
ihm etwas Angenehmes zu erzeigen.
Und leider ereignet sich dies nicht bloß mit den
Vorübergehenden. Gesellschaften und Familien betragen sich so
gegen ihre liebsten Glieder, Städte gegen ihre würdigsten
Bürger, Völker gegen ihre trefflichsten Fürsten, Nationen gegen
ihre vorzüglichsten Menschen.”
Goethe