Status Updates From Möchte die Witwe angesproch...
Möchte die Witwe angesprochen werden, platziert sie auf dem Grab die Gießkanne mit dem Ausguss nach vorne by
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All My Friends Are Fictional
is on page 212 of 257
„Ich habe noch etwas Zeit, also schreibe ich. Heine benennt die Vergangenheit als alte Garderobe des menschlichen Geistes. Ich ziehe mir eine von vielen möglichen Vergangenheiten an:
An einem heißen Weinbergnachmittag 1994 warf Fatih einen Stein in die Luft, und wir anderen versuchten, seinen Stein mit unseren Steinen zu treften, und Fatih sagte, »Wartet mal kurz«, und die Steine prasselten zu Boden.“
— Jan 31, 2026 02:59AM
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An einem heißen Weinbergnachmittag 1994 warf Fatih einen Stein in die Luft, und wir anderen versuchten, seinen Stein mit unseren Steinen zu treften, und Fatih sagte, »Wartet mal kurz«, und die Steine prasselten zu Boden.“
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is on page 185 of 257
„Heute ist es schwer.“ Der Mann schniefte.
„Leicht ist es nur, wenn man zwischendurch vergisst.
Aber weil man nie für immer vergessen kann, ist es nie für immer leicht“, sagte Gisel und war gehörig stolz auf die Erwiderung. Um den Eindruck, den sie hinterlassen hatte, nicht kaputtzumachen, eilte sie weiter. Der Mann sah ihr staunend hinterher. Stellte Gisel sich vor.“
— Jan 31, 2026 02:22AM
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„Leicht ist es nur, wenn man zwischendurch vergisst.
Aber weil man nie für immer vergessen kann, ist es nie für immer leicht“, sagte Gisel und war gehörig stolz auf die Erwiderung. Um den Eindruck, den sie hinterlassen hatte, nicht kaputtzumachen, eilte sie weiter. Der Mann sah ihr staunend hinterher. Stellte Gisel sich vor.“
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is on page 166 of 257
„Mit der Traurigkeit war Gisel am liebsten allein, was gut passte, weil wenn Gisel allein war, war sie meist traurig. […] Sie hatte nie Angst vor Einsamkeit gehabt. Hatte sich gar nicht vorstellen können, einsam zu sein. Immer gab es zu tun. In der Druckerei noch bis nach Rentenbeginn. Und immer gab es Hermann.“
— Jan 31, 2026 02:14AM
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is on page 73 of 257
„Ein eigenes Büro hat er auch. Mit Tür, die man zumachen kann. Das ist ein Riesending, ein Büro mit Tür, die man zumachen kann. Sonst gibt es heutzutage fast nur Großraum, und wenn du alleine sein willst oder telefonieren oder meditieren oder schreien willst — und schreien willst du im Kapitalismus immer mal —, dann musst du in eine extra dafür eingerichtete Kabine.“
— Jan 24, 2026 02:20AM
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is on page 70 of 257
„Apropos Anhänger: Georg Horvath hängt sehr an seinem Besitz. Zum Beispiel an seinen Hemden. In seinem Kleiderschrank gibt es immer noch Hemden, die er während des Studiums getragen hat, also vor nun über fünfundzwanzig Kilo! Er hofft nicht, abzunehmen, das ist es nicht. Er kann die Hemden nicht wegschmeißen oder verschenken oder was, weil das doch seine Hemden sind.“
— Jan 24, 2026 02:19AM
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is on page 68 of 257
»Growth Mindset? « Regina schüttelt den Kopf. »Jetzt klingen Pädagogen auch schon wie Unternehmensberater. Bei uns in der Klinik sind gerade welche unterwegs. Stecken die Nasen überall rein, Growth Mindset dies, Leadersbip das. Und alles, was sie zu sagen haben, wusste ich aber schon, nur wusste ich es noch nicht auf Englisch.«
— Jan 24, 2026 02:10AM
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is on page 48 of 257
„Der Pizzakarton ist Restmüll, es sei denn, die Käsereste sind restlos abgekratzt, dann ist er Papiermüll. Das findet Georg logisch und kratzt den Käse auch gerne weg — die Papiertonne ist die Tonne, die ihn am zufriedensten stellt, er faltet Kartons gerne zu handlichen, flachen Größen, das kann er, das kann er gut.“
— Jan 24, 2026 02:09AM
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is on page 33 of 257
„Ich will ein eigenes Glück.
Und: Nicht glücklich sterben, sondern glücklich leben.
Die laute Gegenwart der Vögel. Wie vor dem Aufbruch!
Die scharfkantigen Träume in der Brust.
Die atemlosen Entscheidungen.
Das stille Bureau von Frau Sehner.
[..] Sie selbst hätte auch einiges zu sagen, aber bist du Reinigungskraft bei vierzehn Familien und zwei Firmen, hast du am Ende des Tages keine Äußerungskraft mehr.“
— Jan 24, 2026 01:54AM
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Und: Nicht glücklich sterben, sondern glücklich leben.
Die laute Gegenwart der Vögel. Wie vor dem Aufbruch!
Die scharfkantigen Träume in der Brust.
Die atemlosen Entscheidungen.
Das stille Bureau von Frau Sehner.
[..] Sie selbst hätte auch einiges zu sagen, aber bist du Reinigungskraft bei vierzehn Familien und zwei Firmen, hast du am Ende des Tages keine Äußerungskraft mehr.“







