Literatursprechstunde ’s Reviews > Meine langen Nächte > Status Update
Literatursprechstunde
is on page 13 of 281
Gesetz zur Verhütung erbkranken Nachwuchses vom 14.07.33
Wir würden den Kreißsaal und das Auditorium maximum vergrößern. >>Und auch den Raum für die Sterilisationen - ganz normale Eingriffe, wie sie wissen.<< Kein Schild, kein Hinweis, saubere Arbeit.
Die Sterilisation ist eine Tat der Nächstenliebe. Und der Vorsorge für die kommenden Generationen. Um den Volkskörper von Kranken und Asozialen zu reinigen.
— Jul 31, 2025 05:58AM
Wir würden den Kreißsaal und das Auditorium maximum vergrößern. >>Und auch den Raum für die Sterilisationen - ganz normale Eingriffe, wie sie wissen.<< Kein Schild, kein Hinweis, saubere Arbeit.
Die Sterilisation ist eine Tat der Nächstenliebe. Und der Vorsorge für die kommenden Generationen. Um den Volkskörper von Kranken und Asozialen zu reinigen.
12 likes · Like flag
Literatursprechstunde ’s Previous Updates
Literatursprechstunde
is on page 201 of 281
„Außerdem, so sagte sie, pickten auch die Adler ihre missgebildeten Küken blutig. Die Sterilisation kranker Frauen sei ein Instrument, um die Art zu erhalten und vor Schwächung zu schützen. Der Schwache hemme die Gruppe. […] Deutschland könne wahrhaftig keine Schwachsinnigen, Krüppel und Säufer brauchen. Die Asozialen kosteten den Staat Millionen und Abermillionen von Reichsmark, warum sie also nicht sterilisieren?“
— Aug 05, 2025 09:35AM
Literatursprechstunde
is on page 174 of 281
Hitler setzte auf die Frauen, seine Regierung würde uns keine Hindernisse in den Weg legen, im Gegenteil, sie würde unsere Laufbahn mit Reformen und Fördermitteln begünstigen. Neue Schulen, neue Studienfächer, Stipendien: Die deutschen Akademikerinnen würden der Stolz der Nation sein!
— Aug 04, 2025 09:08AM
Literatursprechstunde
is on page 154 of 281
Die deutschen Akademikerinnen würden der Stolz der Nation sein!
Und ich, die ich unverheiratet war und höchstwahrscheinlich nie im Leben Kinder bekommen würde, ich könnte sie auf diese Weise wenigstens zur Welt bringen helfen, konnte das Leben wenn schon nicht schenken, so doch wenigstens begleiten, ihm Beistand leisten, mich darum kümmern. […]Ich würde Gynäkologin werden und an der Seite von Prof Hartmann arbeiten.
— Aug 04, 2025 07:10AM
Und ich, die ich unverheiratet war und höchstwahrscheinlich nie im Leben Kinder bekommen würde, ich könnte sie auf diese Weise wenigstens zur Welt bringen helfen, konnte das Leben wenn schon nicht schenken, so doch wenigstens begleiten, ihm Beistand leisten, mich darum kümmern. […]Ich würde Gynäkologin werden und an der Seite von Prof Hartmann arbeiten.
Comments Showing 1-4 of 4 (4 new)
date
newest »
newest »
message 1:
by
Viktoria
(new)
Jul 31, 2025 07:21AM
Das Zitat ist krass. Bestimmt ein interessantes, aber schwieriges Thema. Bin auf deine Rezension gespannt, was die Aufarbeitung des Themas und die Sprache betrifft.
reply
|
flag
Viktoria wrote: "Das Zitat ist krass. Bestimmt ein interessantes, aber schwieriges Thema. Bin auf deine Rezension gespannt, was die Aufarbeitung des Themas und die Sprache betrifft."Ja, absolut! Bin auf das Buch gestoßen, weil es u.a. in meinem Wohnort Göttingen spielt und bisher sowohl sprachlich, als auch thematisch sehr angetan! Wenn’s so weitergeht wird’s definitiv ein (Jahres-) Highlight!
Ernst wrote: "Geschrieben von einer italienischen Autorin? Hmm. Weißt du wann das Original erschienen ist?"Das Original ist 2014 erschienen. Laut dem Anhang (und etwas Nachforschungen meinerseits) ist die Autorin Ilva Fabiani 1999 nach Göttingen gezogen und dieses Buch ist das Ergebnis einer dreijährigen Recherche hier vor Ort zur Uniklinik und deren Verstrickungen in das NS-Regime. In Italien wurden ihr dafür zahlreiche Literaturpreise verliehen, hier in Deutschland ist es leider (bisher, ich hoffe das ändert sich noch) nicht wirklich bekannt ist mein Eindruck.
Heute arbeitet sie als Italienisch-Dozentin an der Uni Göttingen. „Meine langen Nächte“ hat Fabiani in ihrer Muttersprache geschrieben und dann ins Deutsche übertragen lassen (vielleicht weil sie sich der Deutschen Sprache zu dieser Zeit noch nicht sicher genug fühlte?! Ich weiß es nicht, bin aber so oder so dankbar für dieses Werk - endlich mal wieder ein Buch, das ich nicht mehr aus der Hand legen kann!!) :-)


