Anna Carina’s Reviews > Toxibaby > Status Update

Anna Carina
Anna Carina is 37% done
Es ist gut.Aber anstrengend zu lesen.
Ähnlicher assoziativer Gedankenstrom wie in „nochmal von vorn“ nur deutlich aggressiver,bissiger,wertender.
Es passiert alles gleichzeitig:Wahrnehmung,Kränkung,Angst,Selbstzweifel, Ironie,Wertung.Sie schiebt den Gedanken weiter,reiht Ketten aneinander,die alle kompositorisch kontrolliert sind. Sie haben immer etwas mit ihrem Leben, ihrer Situation zu tun.Der Rahmen steht.
Mar 13, 2026 04:23AM
Toxibaby

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Anna Carina’s Previous Updates

Anna Carina
Anna Carina is 70% done
Und jetzt passiert es. Ich bin nicht mehr interessiert.
Dass ich das mal sagen werde: das Buch hat keinen ökonomischen Umgang mit seiner Intensität. Es verbraucht sich. Sie ballert ein neues Bild nach dem anderen in der immergleichen stilistischen Anlage und Temperatur raus.
Die Reflexion ist da, aber kaum Zeit sie zu verarbeiten.
Der Text kennt keinen Rückzug. Mich killt das jetzt.
Mar 14, 2026 02:02AM
Toxibaby


Anna Carina
Anna Carina is 57% done
„manchmal bricht etwas einfach, und es wird nie wieder zusammenwachsen, und danach gibt es keine Heilung und keine Erlösung, und ich wiederholte wie ein Schulkind: keine Heilung und keine Erlösung, und sie lächelte traurig aus ihren ein bisschen zu eng beieinanderstehenden schwarzen Augen, und Daria sagte, Herzchen, eigentlich weißt du das, oder?“
Mar 13, 2026 11:44PM
Toxibaby


Anna Carina
Anna Carina is 15% done
Krass. Das Buch erinnert mich in seiner Bewegung und Wahrnehmungsstruktur total an Malina von Bachmann.

Gerade eben spricht sie von Lacan 😁… verrückt…
Zitat im Kommentar.
Mar 12, 2026 07:31AM
Toxibaby


Comments Showing 1-5 of 5 (5 new)

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Anna Carina „und dann sagte er leise, Herzchen, deine Freundin Eleanor, und stockte ein wenig, und ich sagte ungeduldig, ja, was ist mit Eleanor, ich muss jetzt gehen, dann sagte er streng, mit dieser Eleanor ist, dass ich sie niemals kennenlernen möchte, und ich sagte, du möchtest Eleanor nicht kennenlernen?, und er sagte: genau, bitte stelle sie mir nie vor, denn ich möchte keine Eleanor kennen, und ich sagte, wieso lässt du mich nicht gehen, ich muss in die Filmhochschule, und Toxi sagte, weil ich dir sagen muss, dass ich diese Eleanor unter keinen Umständen vorgestellt bekommen möchte, und dann sagte er, dass er ja wisse, wie wir Frauen sind, dass man als Ehemann plötzlich von einem harten Arbeitstag nach Hause käme und plötzlich drei oder vier Hexen am Esstisch säßen, die Eis essen und sich über deinen Penis lustig machen, und ich musste lachen und sagte, aber Toxi, du arbeitest ja gar nicht, und Toxi war sofort gekränkt, und dann sagte ich, dass es in Ordnung sei, ich würde ihm Eleanor einfach vorenthalten, ich wisse zwar nicht, warum, und er sagte, pass auf! Ich will sie nicht kennenlernen, weil ich weiß, wie eine Eleanor tickt!, und eine Eleanor will Toxibaby genauso wenig kennenlernen wie umgekehrt, denn eine Eleanor ist Angehörige einer ganz anderen Klasse, und ich kann mich nicht einfach neben diese Eleanor setzen und mit ihr über klassische Musik reden, denn ich verachte sie! Und sie verachtet mich!, und all das hatte Toxi sich nur aus Eleanors Vornamen abgeleitet, er hatte sie natürlich noch kein einziges Mal in ihren Cashmere-Zweiteilern gesehen und kannte ihren Nachnamen auch nicht, und das war nur eine der Diskussionen gewesen, die wir ständig geführt hatten und wegen derer ich dauernd zu spät zu allem kam, zerstreut bei Rot über die Ampel lief und fast vergaß, meinen nervigen Roman fertig zu schreiben.“


Anna Carina „Das ist es, dachte ich neidisch, während ich zum Copyshop fuhr, um mir vor dem Treffen mit Eleanor den Entwurf für die ersten drei Kapitel des Romans auszudrucken, mit denen ich alles andere als zufrieden war und die ich sofort verbrannt hätte, wenn man mir dafür fünf glückliche Minuten mit Toxibaby geschenkt hätte. Das ist es, dachte ich: Er streicht ihr den Pullover glatt, er versteht nicht, wozu sie diese scheußlichen Creolen trägt, an denen kleine Federn aus Messing hängen, er versteht auch nicht, wieso sie die gemeinsame 38-Quadratmeter-Wohnung in Milbertshofen mit den ganzen hässlichen Dekosachen vollstopfen musste, aber sie hat ebendiesen kleinen Körper, der nach künstlicher Vanille duftet, diesen kleinen Körper, an den man Stoffe schmiegen muss, den man warm halten muss, er hat das alles einfach akzeptiert, und er muss nicht mehr kämpfen; sie begreift nicht, was er arbeitet und wieso er so früh seine Haare verliert, aber er hat eben diese Hände. Das ist es, das dachte ich wirklich, das ist das, was ich nie haben werde mit Toxi: Selbstverständlichkeit, Unverbrüchlichkeit. Nichts war selbstverständlich, sogar wenn ich Toxis Hand nahm, rechnete ich damit, dass er sie mir entzog, und wenn er sie nicht gleich wieder wegnahm, lag das meistens daran, dass sie kalt und geschwollen und manchmal sogar verletzt war, wie einmal, als Toxi zwei Tage und Nächte lang auf keinen meiner Anrufe und keine meiner Nachrichten reagiert hatte, sodass ich schließlich mit der Trambahn zu ihm und sogar aus Nervosität beim Umsteigen in die falsche Richtung gefahren war und ich mir schließlich ein Taxi rufen musste, und im Taxi musterte der Fahrer mich neugierig im Rückspiegel, und dann fragte er, wo ich so spät hinwolle,…“


Alexander Carmele Ach, ich mag den Sound von Suffrin sehr. Das gleitet, fließt und hat Rhythmus, ich habe da gar keine Widerstände, wenn ich das liese, sondern freue mich auf schillernde sprachlich-semantische Interferenzen :) Danke für die Zitate.


message 4: by Anna Carina (last edited Mar 13, 2026 08:38AM) (new) - rated it 2 stars

Anna Carina Alexander wrote: "Ach, ich mag den Sound von Suffrin sehr. Das gleitet, fließt und hat Rhythmus, ich habe da gar keine Widerstände, wenn ich das liese, sondern freue mich auf schillernde sprachlich-semantische Inter..."

Geht mir auch so. Bei ihr lasse ich mir das Spiel mit den gesellschaftspolitischen Markern gefallen. Der Text baut aber auch eine innere Notwendigkeit auf. Inzwischen ebbt die Malina-Assoziation etwas da, da sie doch immer forscher im Ton wird.
Es gibt aber Stellen die inhaltlich nah an Malina dran sind. Wie sie im Bett sitzen und sie darüber spricht glücklich zu sein z.B.


Alexander Carmele Anna Carina wrote: "Alexander wrote: "Ach, ich mag den Sound von Suffrin sehr. Das gleitet, fließt und hat Rhythmus, ich habe da gar keine Widerstände, wenn ich das liese, sondern freue mich auf schillernde sprachlich..."

Vielleicht lesen wir dann auch noch "Otto"!


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