Geral(dine)’s Reviews > Ach, diese Lücke, diese entsetzliche Lücke > Status Update
Geral(dine)
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📚 335
Sie sagte: "Wenn ich in seinem Sessel sitze und auf meinen Sessel sehe, wundere ich mich, wo ich bin. Wenn ich diesen leeren Sessel sehe, in dem ich weiß Gott wie viele Abende meines Lebens gesessen habe, kommt es mir so vor, als wäre gar nicht Hermann, sondern ich gestorben."
— Oct 03, 2026 05:02AM
Sie sagte: "Wenn ich in seinem Sessel sitze und auf meinen Sessel sehe, wundere ich mich, wo ich bin. Wenn ich diesen leeren Sessel sehe, in dem ich weiß Gott wie viele Abende meines Lebens gesessen habe, kommt es mir so vor, als wäre gar nicht Hermann, sondern ich gestorben."
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Geral(dine)
is finished
📚 347*
So kompliziert dieser Mann im Leben war, so kompliziert ist es auch, seiner zu gedenken. Ich versuchte die Erinnerung an den übergewichtigen Vater wie einen Ertrinkenden aus dem Wasser zu zerren (...) habe ich einem seiner Arme, entgleitet mir schon wieder sein nasses Bein.
*Gesamt: 348 Seiten (statt der 343 bei Goodreads abgegebenen Seiten)
— Oct 03, 2026 05:20AM
So kompliziert dieser Mann im Leben war, so kompliziert ist es auch, seiner zu gedenken. Ich versuchte die Erinnerung an den übergewichtigen Vater wie einen Ertrinkenden aus dem Wasser zu zerren (...) habe ich einem seiner Arme, entgleitet mir schon wieder sein nasses Bein.
*Gesamt: 348 Seiten (statt der 343 bei Goodreads abgegebenen Seiten)
Geral(dine)
is on page 328 of 343
📚 327 - Großvater
Mein Großvater wurde, wie er selbst sagte, immer weniger. "Ich werde immer weniger. Jeden Tag ein bisschen weniger."
📚 328 - Großmutter
Sie sah zu mir herüber und schüttelte den Kopf. Es war ihr unerträglich wie ihrer beider unaufhaltsam voranschreitendes Alter den Anspruch an ein mit Würde zu führendes Leben untergrub.
— Oct 03, 2026 04:51AM
Mein Großvater wurde, wie er selbst sagte, immer weniger. "Ich werde immer weniger. Jeden Tag ein bisschen weniger."
📚 328 - Großmutter
Sie sah zu mir herüber und schüttelte den Kopf. Es war ihr unerträglich wie ihrer beider unaufhaltsam voranschreitendes Alter den Anspruch an ein mit Würde zu führendes Leben untergrub.
Geral(dine)
is on page 302 of 343
💬 Wartezimmer Schmöker strikes again. Hab das Buch wirklich lieb gewonnen, aber glaub, ich muss es in die hinterste Ecke des Regals verbannen sobald ich mit' fertig bin. Immer wenn mein Blick drüberschweift zapp ick mich zurück zu den 6 1/2 Stunden im Krankenhaus-Wartesaal ….dachte mir fließt das Hirn aus den Ohren....
— Sep 28, 2026 02:24PM
Geral(dine)
is on page 289 of 343
📚 289
"Ich suchte in mir nach Resten von Stabilität. (...) War da so etwas wie ein unversehrter Wesenskern? (...) Da stieß ich auf etwas, das mir Halt versprach. Die Trauer um meinen Bruder hatte ich unbemerkt durch die Schauspielschule geschleust. (...) Dieser Kummer war heil und lebendig, und als ich ihn unter all den Trümmern meines Ichs hervorzog, fiel ich ihm heilfroh um den Hals (...)"
— Sep 28, 2026 02:18PM
"Ich suchte in mir nach Resten von Stabilität. (...) War da so etwas wie ein unversehrter Wesenskern? (...) Da stieß ich auf etwas, das mir Halt versprach. Die Trauer um meinen Bruder hatte ich unbemerkt durch die Schauspielschule geschleust. (...) Dieser Kummer war heil und lebendig, und als ich ihn unter all den Trümmern meines Ichs hervorzog, fiel ich ihm heilfroh um den Hals (...)"
Geral(dine)
is on page 261 of 343
📚 Seite 260 +261
"Wir bekamen einen Sprecherzieher, vor dessen sanfter Stimme ich mich ekelte. Bei ihm mussten wir so schreckliche Dinge tun, wie unser Gegenüber nur mit der Stimme zu massieren. (...) Er war ein Schleimer und ein Paradebeispiel dafür, wie Menschen einem durch penetrante Sensibilität, die letztlich nichts anderes ist als verkappte Aggression, ein schlechtes Gewissen einimpfen können."
— Sep 28, 2026 02:02PM
"Wir bekamen einen Sprecherzieher, vor dessen sanfter Stimme ich mich ekelte. Bei ihm mussten wir so schreckliche Dinge tun, wie unser Gegenüber nur mit der Stimme zu massieren. (...) Er war ein Schleimer und ein Paradebeispiel dafür, wie Menschen einem durch penetrante Sensibilität, die letztlich nichts anderes ist als verkappte Aggression, ein schlechtes Gewissen einimpfen können."
Geral(dine)
is on page 219 of 343
📚 Seite 208
"Ich schämte mich. So rein und unverdünnt hatte ich lange kein Gefühl mehr gehabt. In letzter Zeit war so vieles in mir durcheinandergeraten. Ehrgeiz, Freude, Zorn, Versagen, Lust, Ratlosigkeit, Erschöpfung hatten sich zu einem mich durch die Tage hetzenden Treibstoff vermischt. Ich wusste gar nicht mehr, was was war. Aber das hier war Scham, lupenreine, hochprozentige, ungepanschte Scham."
— Sep 15, 2026 09:12AM
"Ich schämte mich. So rein und unverdünnt hatte ich lange kein Gefühl mehr gehabt. In letzter Zeit war so vieles in mir durcheinandergeraten. Ehrgeiz, Freude, Zorn, Versagen, Lust, Ratlosigkeit, Erschöpfung hatten sich zu einem mich durch die Tage hetzenden Treibstoff vermischt. Ich wusste gar nicht mehr, was was war. Aber das hier war Scham, lupenreine, hochprozentige, ungepanschte Scham."
Geral(dine)
is on page 190 of 343
📚 Seite 189
"Je mehr ich mich verkleidete, je mehr ich mich unter Perücken und Brillen versteckte, desto weniger Angst hatte ich zu spielen. Nur wenn ich mich unkenntlich machte, mein Gesicht auslöschte, (...) Aber sobald, und das war ja meistens der Fall, ich dazu aufgefordert wurde, 'ich' zu sein, mein Gesicht zu zeigen, bekam ich Panik und verzagte. Ich wollte Theater spielen, aber nicht dabei sein."
— Sep 12, 2026 01:29PM
"Je mehr ich mich verkleidete, je mehr ich mich unter Perücken und Brillen versteckte, desto weniger Angst hatte ich zu spielen. Nur wenn ich mich unkenntlich machte, mein Gesicht auslöschte, (...) Aber sobald, und das war ja meistens der Fall, ich dazu aufgefordert wurde, 'ich' zu sein, mein Gesicht zu zeigen, bekam ich Panik und verzagte. Ich wollte Theater spielen, aber nicht dabei sein."

