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Jo Lendle Jo Lendle > Quotes

 

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“Nachts wusste er auf einmal, dass er eine Lücke im Leben hatte, wie jeder andere auch. Einen nicht genommenen Ausweg, dem er nachtrauerte. Wohin, fragte er sich selbst, träumst du dich, wenn du dich fortträumst? Die Frage blieb ohne Antwort.”
Jo Lendle, Alles Land
“Es war wie immer. Am Anfang stand vermutlich eine Katastrophe. Wie wenig Veränderungen es im Universum gab, die nicht durch Katastrophen ausgelöst wurden. Ihm fiel keine einzige ein. Was aber löste diese Katastrophe ein?”
Jo Lendle, Alles Land
“Was änderte es, ob man sieben Stunden zusammen war, oder sieben Jahre? Der Unterschied lag nur im Wissen vom Ende. Ob man vor Augen hatte, dass es gleich vorbei war, oder im Glauben lebte, so werde es für immer bleiben. Es war wie beim Tod: Ohne mit der Wimper zu zucken, ertrug der Mensch seine Sterblichkeit, solange sie weit genug entfernt war. Wer nicht wusste, wann er starb, war unsterblich.”
Jo Lendle, Was wir Liebe nennen
“Es kam vor, dass er stundenlang dalag und gegen die Zweifel kämpfte, ob es das alles tatsächlich gab. Was würde geschehen, wenn er einfach liegen blieb und diesen Tag nicht geschehen ließ? Hätte dann er über den Tag gesiegt oder der Tag über ihn?”
Jo Lendle, Alles Land
“Was wir Liebe nennen, ist anfangs nur ein Zittern. Ein Schauer, den wir kaum bemerken, der uns nicht frieren lässt, aber daran erinnert, beizeiten nach etwas zu suchen, dass uns wärmt. Hier entsteht die Erinnerung. Immerfort bilden sich neue Nerven, und auf einmal glauben wir, den anderen längst zu kennen. Schon immer, so vertraut fühlt er sich ein. Wir verlieben uns in das, was uns ähnelt. Dann erst kommt alles andere, der Rausch, die Aufregung, das Glück. Auf einmal ist kein Hunger mehr, kein Schmerz, kein Schlaf. Was wir Liebe nennen, ist zuviel und zu wenig. Es ist Mangel und Fülle, Ungenügen und Überfluss, auch wenn die Sehnsucht beim besten Willen nicht weiß, woran hier Überfluss bestehen soll, außer an der Liebe selbst. Nur was uns fehlt wissen wir immer.”
Jo Lendle, Was wir Liebe nennen
tags: liebe
“Dies ist wahrhaftig der einsamste Ort der Welt.”
Jo Lendle

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