Alexander Carmele’s Reviews > Die späten Tage: Über das Altwerden und eine späte große Liebe > Status Update
Alexander Carmele
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Wodin schafft in ihrem Buch etwas, was ich selten erlebe - dass die Prosa, die teilweise gar nicht gut ist, dennoch langsam in Lyrisches hinübergleitet, ein Monolog in die Leere, ein Säuseln vor dem Verschwinden, ein leises Aufgeben, das mich zum Ende hin zunehmend berührt hat. Ich würde es als Übung im Gedichte Schreiben angesichts des Todes nennen.
— Jan 09, 2026 10:43AM
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Alexander’s Previous Updates
Alexander Carmele
is on page 180 of 282
... stimmiges Geplänkel mit teilweise schmerzhaften Anekdoten, die eine mit sich im Zwiestreit liegende Figur andeuten. Insgesamt wenig literarisch, sehr direkt, eine Stimme, die sich mit sich selbst beruhigt, die einen Ausweg sucht, aber keinen findet. Ein bislang sehr hartes, an die Zersetzung grenzendes Buch. Gegenteil von Mayröckers letztem "da ich morgens und moosgrün ..."
— Jan 09, 2026 08:25AM
Alexander Carmele
is on page 50 of 282
Ich bin mal vorsichtig und lasse das Buch weiter herumtasten, momentan wirkt es wie ein Tagebuch, ein einfacher Dialog, eine Art Mitteilung, die ich ungern ästhetisch beurteilen würde - die Metaphern wirken aber hart an der Grenze: "sein Körper [liegt] so weiß und so flach wie ein Blatt Papier auf dem Bett, so substanzlos, als sollte mir zu meiner Vorbereitung schon jetzt das Bild seines Leichnams gezeigt werden."
— Jan 08, 2026 09:30AM
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Anna Carina
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rated it 3 stars
Jan 09, 2026 11:57AM
Mir gefällt die zweite Hälfte des Buches auch deutlich besser. Stimmt, einige Passagen sind tatsächlich lyrisch gestaltet. Ingeborg Bachmann passt dann natürlich als Zitatvorlage.
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Anna Carina wrote: "Mir gefällt die zweite Hälfte des Buches auch deutlich besser. Stimmt, einige Passagen sind tatsächlich lyrisch gestaltet. Ingeborg Bachmann passt dann natürlich als Zitatvorlage."Ich war leider, weil es ohne Anführungszeichen kam, enttäuscht, dass ich das Gedicht dann doch schon kannte, aber ja - also auch das Gedicht kam, fiel es mir wie Schuppen von den Augen. Es ist eine hintergründige Musik hinter dem Ganzen. Seltsame Rahmenwirkung.

