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Ernst
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Hatte plötzlich unstillbare Lust auf Knausgard und hab nun meine eiserne Reserve angefasst, 2 ungelesene Bücher hab ich noch von ihm, hab mich für „Aus der Welt“ entschieden, die Geschichte über einen jungen Aushilfslehrer im hohen Norden Norwegens. Die 13jährige Miriam hat’s ihm angetan, er weiß wie absurd seine Sehnsucht ist und kämpft dagegen an. Auf einem Fest eskaliert die Situation.
Jan 09, 2026 06:06PM
Aus der Welt

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Ernst’s Previous Updates

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Ernst is on page 480 of 880
Der zweite Teil ist (zum Verschnaufen) ein Einschub, in dem Henrik sich in die Geschichte seiner Eltern vertieft, soweit sie ihm durch Recherchen bekannt ist, den Rest füllt er mit seinem Vorstellungsvermögen, von der ersten Begegnung seiner Eltern, Ingrid und Harald, bis zu seiner Geburt.
Jan 16, 2026 02:20AM
Aus der Welt


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Ernst is on page 300 of 880
Ojojo, wo wird das noch enden? Der Ich-Erzählende Protagonist, Hendrik, bringt sich ganz schön in die Bredouille. Etwas unsagbares passiert und er macht sich auf und davon, bucht sich eine Kabine auf einem Hurtigruten-Schiff und belügt sein Umfeld.
Der Roman hat einen unglaublichen Sog, ich muss immer wieder zwingen, ihn wegzulegen, um zu arbeiten oder zu schlafen.
Jan 15, 2026 05:01AM
Aus der Welt


Comments Showing 1-7 of 7 (7 new)

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message 1: by Ernst (new) - added it

Ernst Zitat „In meinem Inneren hatte sich etwas gelöst. Ich überwachte mich nicht mehr. Ich konnte alles mögliche denken, ohne von schonungslosen Selbstreflexionen bestraft zu werden, die sonst unaufhörlich über dem Gedankenstrom des Bewusstseins kreisten, die niemals zögerten anzugreifen, wenn ihnen ein schwacher Gedanke ins Auge fiel, der unreif oder auf andere Art unfertig war: Blitzschnell stürzten sie dann durch die Luft, um ihre Krallen in ihn zu schlagen.“


message 2: by Alexander (new)

Alexander Carmele Mich zieht es überhaupt nicht zu Knausgard, egal welche Zitate ich lese, für mich bricht sich da nie etwas Sprachliches bahn. Ich muss noch warten. Auch in deinem Zitat, das wirkt so inkohärent: Wie kann ich denken ohne gedankliche Kontrolle, Selbstreflexion - das Bewusstsein würde doch fehlen, also unterscheidet er zwischen Gedanken und Selbstreflexionen, häh? Es sind doch eher Zweifel oder Ängste gemeint. Nee .. kapiere ich nicht.


message 3: by Ernst (new) - added it

Ernst Interessant was du erkennst. Das Inkohärente ist mir gar nicht aufgefallen; Ich fand es als Bild ganz witzig und eigentlich gut gelungen den kreisenden Geier (der gar nicht benannt wird), der sich auf die abwegigen Gedanken stürzt … das hat eine Vorgeschichte, weil er ja vorher (im nüchternen Zustand) seine Gedanken permanent abwertet, in Frage stellt und das was er ausspricht extrem zensiert. Hier verspürt er dann erstmals eine Befreiung aus dem Korsett (das endet natürlich fatal, hat mich zu nächtlicher Stunde aber ganz schön wachgehalten).

Eigentlich wollte ich das Zitat noch fortsetzen (war dann lediglich zu faul), als Beispiel dafür, dass er es in diesem Frühwerk noch etwas zu gut meint und fast etwas selbstverliebt in die eigene Metapher noch fast eine ganze Buchseite darauf herumreitet, obwohl er besser einen Punkt gemacht hätte, wo mein Zitat endet. Das ist aber fast nur interessant für Knausgard-Leser die seine späteren Bücher kennen, wo ihm solcherart stilistischer Wildwuchs meiner Meinung nach nicht mehr passiert.


message 4: by Benno (new) - added it

Benno Von Archimboldi @alexander: hier kommt ihm, wie ich finde, seine Eitelkeit in den Weg. Die eigenen Komplexe auf so drastische Art mit der Metapher des angreifenden Aasvogels zu überhöhen schwächt die Passage deutlich ab, da die Nüchternheit echter gedanklicher Schärfe dadurch verloren geht. Der Vogel ist er ja am Ende selber.

Auf der anderen Seite finde ich, dass all das am Ende des Tages wieder seine Stimmigkeit hat. Denn Eitelkeit und Selbstwahrnehmung sind einfach ein Riesenthema in seinem Werk, und die Persönlichkeit färbt derart den Duktus ein, dass der "Immersionseffekt", wie ich finde, doch wirklich beachtlich ist.


message 5: by Benno (new) - added it

Benno Von Archimboldi (man muss dazu sagen: die Figur, die da spricht, ist hin- und hergerissen zwischen Selbsterniedrigung und Größenwahn. Dass die Worte, die sie wählt, eigentlich ein paar Nummern zu groß sind (und ein Reflexions- bzw Theorieniveau haben, dem sie nicht gerecht wird) ist richtig beobachtet, ergiebt im Kontext aber Sinn)


message 6: by Alexander (new)

Alexander Carmele Benno wrote: "(man muss dazu sagen: die Figur, die da spricht, ist hin- und hergerissen zwischen Selbsterniedrigung und Größenwahn. Dass die Worte, die sie wählt, eigentlich ein paar Nummern zu groß sind (und ei..."

Danke fürs Lanze-Brechen, ich werde früher oder später mal in einen Knausgard hineinlesen. Ich werde dann meine Fragen kundtun, würde mich freuen, von euch beiden dann mehr zu hören!!


message 7: by Ernst (new) - added it

Ernst Ich freue mich schon, wenn du loslegst.


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